Schlierbach – ein Debus-Nest

Aus Genealogen im Hinterland
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Autor: Reimar Debus

Thiel Debus und Schlierbach

17. Jahrhundert

Ein Thiel Debus aus Hartenrod heiratet 1634 nach Schlierbach.

Thiel Debus in Schlierbach war der Sohn von Hans Debus in Hartenrod. Thiel Debus - etwa um 1600 geboren - heiratet im Jahr 1634 eine Elisabeth Wagner aus Schlierbach. Er zieht nach Schlierbach und übt dort den Beruf des Schmieds aus. Er ist es, der in den Berichten 1640 über die Kriegsfolgen des 30-jährigen Kriegs als Geschädigter genannt wird: Er hatte 1640 mit einem Schaden von 143 Reichstalern den dritthöchsten Verlust in Schlierbach zu beklagen. Des weiteren wurde ihm sein Schmiedewerkzeug entwendet.

21. Jahrhundert

Wer heißt hier in Schlierbach nicht Debus oder ist nicht verwandt mit Debus?


Der 1634 nach Schlierbach heiratende Thiel Debus muss als Nestbauer der heutigen Debus in Schlierbach gelten

Als Thiel Debus aus Hartenrod nach Schlierbach kam, zog er in das Haus Zwoosch, heute Schlierbacher Straße 91, ein. Heute, 2010 finden wir dort keinen Debus-Namensträger. Aber in einer Reihe anderer Häuser leben Familien mit Debus-Namen, und in einigen dieser Häuser schon über Generationen. Auch gab es Heiraten zwischen einem und einem anderen Debus-Haus, wenn auch die verwandtschaftliche Nähe nicht unbedingt sichtbar war.

Debus-Namen in den Einwohnerlisten der Chronik 1938

In den Einwohnerlisten der Chronik aus den 1930er Jahren[1] taucht der Name Debus erstmalig in 1640 auf.

Die Auflistung beginnt 1586 und endet 1861:

1586–1700

  • 1586:[2] Hans Wagener in Zwoasch
  • 1600:[3] Hans Wagener in Zwoasch
  • 1610:[3] Adamb Wagenner in Zwoasch
  • 1625:[3] Adamb Wagenner in Zwoasch
  • 1640:[4] Thiel Thebus, kein Wagner mehr; Zwoasch
  • 1650:[3] Theis Debuss
  • 1675:[3] Thiel Debus
  • 1700:[3] Adamb Debuss undt Crein

1725[3]

  • Margreth, Daniel Debus rel. (Witwe)
  • Daniel Debus viduus
  • Anna, Adam Debus rel., hat sich an Jacob Debus verheurathet
  • Thiel Debus und Ann Elsabeth
  • Jacob Debus und Anna

1750[3]

  • Diegl. Debus und Ann Elisabeth
  • Anna, Jacob Debus ww.
  • Adam Debus und Elisabeth
  • Joh. Jacob Debus und Cathrina

1775[3]

  • Johann Conrad Debus
  • Johann Adam Debus
  • Adam Debus
  • Adam Debus
  • Adam Debus

1792[5]

  • Conrad Debus
  • Johann Adam Debus
  • Adam Debus W.
  • Adam Debus jr.

1800[3]

  • Margreth, Conrad Debus ww.
  • Ann Margreth, Joh. Conrad Debus Wb, seit 1795 ww.
  • Adam Debus (in Wahnershaus, Zwoasch) und Anna Margreth
  • Cath., Adam Debus Wb. In Johnshaus (Gehans)
  • Adam Debus und Margreth in Johanns Haus (Gehans)
  • Joh. Adam Debus in Garthenhaus (Goarde)
  • Adam Debus und Elisabeth in Veltenshaus (Feldes)
  • Joh. Jacob Debus und Elisabeth

1825[6]

  • Johann Ludwig Debus Ww. Lisbeths; RD: Familie heute noch in Schlierbach ansässig
  • Joh. Jacob Debus, Feldes; RD: der Hof besteht heute noch in Schlierbach als Erbhof
  • Johann Daniel Rink, Gehanns; RD: späterer Besitzer Adam Debus, Gehanns; der Hof besteht heute noch in Schlierbach als Erbhof
  • Adam Debus, Garte; RD: Hof besteht heute noch in Schlierbach
  • Joh. Jacob Debus, Wissmanns Eidam, Hinterfelds unten; RD: Hof besteht heute noch in Schlierbach
  • Adam Debus, Wagner, Zwarsch; RD: Hof besteht heute noch in Schlierbach, zum Erbhof angemeldet
  • Joh. Jacob Kunz, Schreiners; RD: späterer Besitzer Johannes Ludwig Debus ⚭ 1835 Catarina Kunz; Hof besteht heute noch in S. als Erbhof

1861[7]

  • Joh. Jacob Debus III, Bauer, Ortsstr. 8, (1820-1881), Feldes
  • Joh. Georg Debus I, Forstwart, Ortsstr. 7, (1817-1885), Goarde
  • Adam Debus, Feilhauer, Ortsstr. 32, 36jährig, (1825-??), nach der Haus-Nr. müsste es sich um Hennerfelds oben handeln, siehe unten Johann Georg Debus II
  • Johannes Ludwig Debus I, Bauer, Ortsstr. 11, (1813-1872), Schreiners, aus Bottenhorn
  • Johann Daniel Debus, Bauer, Ortsstr. 12, 46jährig (1815-??), Hennerfelds unten
  • Johannes Debus III, Bauer, Ortsstr. 13, 51jährig, (1810-??), Zwoarsch
  • Johann Ludwig Plaum, Ortsstr. 19, (1808-1882), Lisbeths
  • Adam Debus III, Schäfer, Ortsstr. 27, 41jährig, (1820-??), Gehanns
  • Johann Georg Debus II, Maurergeselle, (1829-1908), Hennerfelds oben

Debus im Adressbuch Biedenkopf 1895

In Schlierbach kommt der Name "Debus" gleich oft vor wie die Namen "Becker" und "Müller": es werden jeweils 5 Personen genannt. Danach ist mit jeweils vier Personen der Namen "Kunz" vertreten. Es folgen mit jeweils drei Personen die Namen "Heuser" und "Stoll".

Für Debus werden aufgeführt:

  • Debus, Joh. Gg, 2., Maurer > Hennerfealds (oben)
  • Debus, Joh. Jakob 4., Landwirth > Schreinersch
  • Debus, Joh. Jakob 5., Landwirth > Hennerfealds (unten)
  • Debus, Jakob Ludwig, Landwirth > Feldes
  • Debus, Ludwig, Landwirth > Goarde

Telefonbuch 2012

Auch heute noch - 2012 - sind die Namen "Debus" und "Müller" mit jeweils 11 Eintragungen im Telefonbuch gleich stark vertreten. Der Name "Becker" ist nur noch mit drei Personen vertreten.

Debus-Namensträger verschiedener Familien auf Bildern

Um die Debus-Vielfalt in Schlierbach ein wenig durchschaubar zu machen, stellen wir mal einige Personen auf Bildern aus den 20er und 40er Jahren vor.

Gemischter Chor (um 1929)

Chor mit Sängerinnen und Sängern aus verschiedenen Debus-Familien (um 1920)

Ein erster Beleg für das Debus-Nest in Schlierbach: Das Bild zeigt den gemischten Chor in Schlierbach aus der Zeit um 1920 und auf ihm sind viele Debus-Namensträger vertreten, aus unterschiedlichen Häusern (kursiv) kommend und alle von Thiel Debus abstammend:

  • der 3. von rechts: Gustav Debus (1903-1991), aus Hennerfealds (oben), mit der Heirat in 1928 in Ahlhoobs,
  • die 4. von rechts: Emma Debus (1905-1957), Schwester meines Vaters Gustav, aus Hennerfealds (oben), heiratete Gustav Trenk in Hartenrod,
  • die 9. von rechts: Julie Debus (1896-1989), Schwester meines Vaters Gustav, aus Hennerfealds (oben), wurde Diakonisse,
  • der 10. von rechts: Theodor Debus (1890-1954), aus Feldes
  • der 11. von rechts: Karl Debus (1894-1979), Bruder von Gustav, Dirigent, aus Hennerfealds (oben),
  • der 12. von rechts: Otto Debus, aus Hennerfealds (geb.03.03.1901, tödlich verunglückt 19.06.1923), Bruder von Gustav,
  • der 13. von rechts: Ludwig Debus (1881-1961), aus Goarde,
  • die 14. von rechts: Emilie Debus (1892-1953), Schwester von Gustav, aus Hennerfealds (oben), heiratete Gustav Müller in Koutze,
  • die 15. von rechts: Karoline Debus (1892-1982), Schwester von Theodor Debus, aus Feldes, heiratete Karl Debus, Dirigent, aus Hennerfealds (oben).

Schreinersch-Doppelhochzeit (1942)

Debus-Namensträger auf Schreinersch-Doppelhochzeit 1942

Nun noch ein zweiter Beleg für das Debus-Nest in Schlierbach, hier sind neben Debus-Namensträgern aus bereits oben genannten Familien insbesondere Nachkommen des aus Bottenhorn nach Schlierbach verheirateten Johannes Ludwig Debus (1813-1872), der selbst Abkömmling des Schlierbacher Thiel Debus ist, vertreten. Die Familie des Bottenhorner Debus gehört in das Schreinersch-Haus.

Schreinersch: Doppelhochzeit am 25.12.1942 im Haus von Otto Debus (1880-1955):

  • Otto Debus (1880-1955), langjähriger Bürgermeister, Schreinersch mit Frau Frieda geb. Pitzer (1899-1966), sitzend links neben dem Brautpaar
  • Tochter Elli Debus (1921-2005) und Hermann Feller (1913-2000) vom Dernbach, Brautpaar links
  • Bruder Rudolf Debus (1896-1971), und Dina Feller (1908-1989) vom Dernbach, Brautpaar rechts
  • Tochter Hilde Debus (geb. 1927), hintere Reihe 2. von links
  • Sohn Helmut Debus (1924-1944 gefallen), hintere Reihe 4. von links
  • Tochter Erna Debus (geb. 1926), hintere Reihe 5. von links
  • Bruder Karl Debus (1874-1960), verheiratet in Lisbeths, stehend rechts neben dem Bräutigam
  • Anna Debus (1909-1985), Goarde, hintere Reihe, 7. von links
  • Karl Erich Debus (1907-1944 gefallen), Lisbeths, hintere Reihe, 8. von links
  • Lisette Debus (1888-1960), Lisbeths, erst Reihe stehend, 4. von links
  • Theodor Debus (1879-1966), Hennerfealds (unten), erste Reihe, stehend 1. von links

Übersicht über die Debus-Häuser

Ortsplan Schlierbach mit Häusern von Debus-Familien

Über Schlierbach im Jahre 1826 erfahren wir:[8] 1826: Ortsgrundriss von Geometer Metzler
In 1826 hatte Schlierbach 22 bebaute Grundstücke (schraffierte Flächen). Noch existierte der Kirchenplatz, auf dem die ehemalige Kapelle stand. Diese war aber schon seit mindestens 50 Jahren verfallen. Mit der Achse Hennerfealds [26] / Lisbeths [25] / Wirts [43] war das Dorf zu Ende.

  • Zwoosch (55) , Schlierbacher Straße 78
  • Hennerfealds (unten) (26), Schlierbacher Straße 91
  • Hennerfealds (oben) (75), Schlierbacher Straße 111
  • Lisbeths (25), Schlierbacher Straße 95
  • Goarde (87), Steinbergstraße 2
  • Feldes (90), Steinbergstraße 1
  • Schreinersch (14), Brunnenstraße 5
  • Ahlhoobs (153), Schlierbacher Straße 94 (schraffiert, weil erst 1928 erbaut)
  • Gehans (89), Schlierbacher Straße 103

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Schreibmaschinenbeschriebene lose Blätter ohne Angabe des Autors
  2. Saalbuch S98, Staatsarchiv Marburg
  3. a b c d e f g h i j Blankensteiner Amtsrechnungen: Staatsarchiv Marburg
  4. Verzeichnis der Kriegsschäden, Staatsarchiv Marburg
  5. Kontributionsliste, im Besitz der Gemeinde Schlierbach
  6. Nach den im Besitz der Gemeinde Schlierbach befindlichen Akten; heute nicht mehr vorhanden
  7. Akten der Volkszählung vom 3. Dezember 1861, im Besitz der Gemeinde Schlierbach
  8. Dorfchronik – Das 19. Jahrhundert auf www.schlierbach.info