Recherchen zum Schicksalsbrief: Eine Frankreichreise Ostern 2019

Aus Genealogen im Hinterland
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Autor: Hans Jaekel, Bielefeld

Als der Enkel von Gustav Debus kam ich, Hans Jaekel (geb. 1965) mit der Familienforschung erstmals ernsthaft im Mai 2018 in Kontakt, als ich eine Mail von Fritz Debus, dem Cousin meiner verstorbenen Mutter Christel Jaekel (geb. Debus), erhielt. Fritz Debus berichtete mir von dem spektakulären Brief-Fund in Tasmanien, wenige Tage später hielt ich eine Kopie des Briefes in den Händen. Da ich gebeten wurde, meine Erinnerungen an meinen Großvater Gustav Debus, dem Empfänger des Briefes von 1918, niederzuschreiben, geriet ich schnell in den Sog des Themas. In kurzer Zeit entwickelte sich eine ungeheure Dynamik, da um den Komplex Debus-Tunnel, Schicksalsbrief und Tod Walters sowie der Gefangennahme Gustavs immer neue Fragen entstanden. Zwischen den bereits an der Erforschung beteiligten Personen, Günter Debus in Aachen, Fritz Debus in Wattenscheid, Siegfried Palm (Bewahrer und Finder des Koffers mit dem Manuskript zum Debus-Tunnel) in Hergenrath (Belgien), Colin Baldwin (der Finder und Übermittler des Schicksalsbriefes) in Hobart (Tasmanien) und mir entwickelte sich ein reger, in den intensivsten Zeiten täglicher, Mail-Verkehr, in dem wir unsere Thesen, Vermutungen und Ergebnisse austauschten und diskutierten. So fühlte ich mich schnell in diesen bereits früher entstandenen Kreis der Familien- und 1. Weltkriegsforscher integriert.

Über kurz oder lang entstand dann der Wunsch, die Orte in Frankreich, über die ich soviel gelesen und diskutiert hatte, auch selbst zu besuchen. Da meine Frau Anne-Marie aus Frankreich stammt, fühle ich mich dem Land und der deutsch-französischen Geschichte noch einmal besonders verbunden. Ein konkretes Ziel der Reise war, die möglichen Orte der Grablege von Walter Debus aufzusuchen.

Ostern 2019 ergab sich dann die Gelegenheit im Rahmen eines Familienbesuchs in Westfrankreich auf der Hinfahrt die Champagne (Debus-Tunnel) und die Marne (Todesort Walter Debus) und auf der Rückfahrt die Somme (Ort der Gefangennahme Gustav Debus) zusammen mit meiner Frau und mit meinen beiden Söhnen, David und Tobias, aufzusuchen.

Am ersten Tag waren wir abends in Verdun. Die Gräberfelder am Fort DouaumontWikipedia-logo.png und das neugestaltete und jetzt wirklich gut gemachte Museum dort gaben eine eindrückliche Einführung in unser Reisethema. Dies galt vor allem für die Kinder, denen bislang wohl nicht so ganz klar war, weswegen wir hier eigentlich sind.

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Gräberfelder am Fort Douaumont
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Holzkreuz vor dem Gelände des ehemaligen Mont-Cornillet-Tunnels

Am nächsten Tag fuhren wir längs des Argonner-Waldes in die „Läuse-Champagne“ – eine wirklich öde und noch heute unterentwickelt wirkende Gegend. An das Gelände des Debus-Tunnels gelangt man leider nicht, weil es militärisches Sperrgebiet ist. Nur wenig weiter im Westen entfernt befindet sich der Mt. Cornillet, wo sich die Verschüttungs-Katastrophe in einem weiteren von Carl Debus erbauten Tunnel ereignete. Wovon ich bislang nichts wusste: Während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg errichteten dort Wehrmachts-Soldaten ein großes Holzkreuz in Gedenken an das Ereignis.

Grabstein für Leutnant Bernhard Kalveram

An Reims vorbei gelangten wir anschließend an den Clignon-Bach; nachdem wir erfahren hatten, dass der andere, von der Gemeinde-Sekretärin erwähnte Friedhof wegen seiner zu großen Entfernung als Grablege Walters nicht in Frage käme, war der Friedhof von Belleau dort unser erstes Ziel. Zu unserer Überraschung fanden wir dort das Grab von Leutnant Kalveram. Er war der Zugführer von Walter, der als erster die Eltern vom Tod ihres Sohnes unterrichtete. Lt. Kalveram fiel drei Tage nach Walter.

Wie wir bereits wussten, ist Walter dort nicht namentlich aufgelistet, falls es zu einer Umbettung gekommen ist – davon schreibe ich später mehr – liegen seine Gebeine wohl in diesem Massengrab.

Da wir bis zu unserem Treffen im Rathaus von Licy-ClignonWikipedia-logo.png noch etwas Zeit hatten, sind wir noch auf die Straße von Bussiares nach Marees Ferme hinausgefahren. Hier ist das Feld an der Höhe 165, bei dessen Ansturm mit dem 2. Batallion Walter den ersten Treffer erhielt.

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Tafel
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Hans Jaekel mit den Kindern Tobias und David


Der Anstieg ist steiler als es das Foto vermuten lässt, in dem Wäldchen im Hintergrund lagen französische MG-Stellungen, gegen die man über das freie Feld anrannte. Mit der Verwundung schleppte sich Walter – so meine spontane Vermutung - dann wahrscheinlich zu diesem Haus zurück, das, wie uns versichert wurde, damals schon dort stand.


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Höhe 165
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erstes Haus am Fuß der Höhe 165

Zumindest ist dies das erste Haus am Fuß der Höhe 165, weiter unten befand sich noch ein provisorischer Verbandplatz in einem Chateau, das aber, weil unter Beschuss stehend, schnell wieder aufgeben wurde. Wie ich später erfuhr, war meine spontane Vermutung verfrüht. Der weiter unten im Text erwähnte M. Lagin hat im Juni 2019 nach Hinweisen von Dorfbewohnern das im oberen Foto gezeigte Wäldchen genauer inspiziert und dort die Überreste eines Gebäudes mit Keller entdeckt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass, wenn man den Angaben im Schicksalsbrief Glauben schenkt, Walter dort den Tod gefunden hat, den ersten Treffer aber hinter dem Wäldchen erhalten hatte. – Für Ostern 2020 ist eine erneute Untersuchung der Örtlichkeit geplant.

Doch zurück an den Clignon. Die Gemeindesekretärin hatte uns ein Treffen mit einem lokalen Spezialisten vermittelt, auf den wir natürlich sehr gespannt waren. Solche „Spezialisten“ habe ich in der Vergangenheit oft als verschrobene Militär-Freaks oder sonst irgendwie komische Gestalten kennengelernt, so dass meine Erwartungen nicht allzu hoch waren. Aber hier war es anders. M. Gilles Lagin zeigte sich bis in die kleinsten Details hinein sehr kenntnisreich und ließ uns auf sehr angenehme Weise an seinem Wissen teilhaben. Ehrenamtlich macht er Führungen für amerikanische Interessenten im Wald von Belleau und führt dort auch Nachforschungen nach Familienangehörigen durch. Er hat Verwandtschaft in den USA und ist selbst auch englischsprachig. Für seine Tätigkeiten, die auch Vorträge an amerikanischen Militärakademien einschließt, hat er die Ehrenmitgliedschaft bei den Marines erhalten.

Noch mehr erstaunt hat uns allerdings der Empfang in der Mairie: Der Bürgermeister, die Gemeindesekretärin und drei Mitglieder des Gemeinderates (drei ältere Damen des 74 Einwohner zählenden Ortes …) empfingen uns mit Kaffee und Kuchen in dem kleinen Gemeindesaal, wo ich unsere „Koffer- und Brief-Geschichte“ erzählte und Herr Lagin einen detailreichen Vortrag über die Kampfhandlungen in Licy-Clignon und Bussiares hielt. Er hatte viel Material mitgebracht, detaillierte Militärkarten, eine Schulterklappe von Walters Regiment, Mahlmanns Buch (die Regimentsgeschichte) in Originalzustand und als Besonderheit das in Minuten und Stunden aufgegliederte Kriegstagebuch des RIR 273 und des 2. Batallions. Letztere liegen kurioserweise in englischer Sprache vor, der Hintergrund ist, dass die Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg im besetzten Deutschland diese Tagebücher requirierten, weil sie alles über die Schlacht von Belleau in Erfahrung bringen wollten. Dafür haben Sie dann angeblich 30 Tausend Seiten Papier ins Englische übersetzt. Die den 2. und 3. Juni betreffenden Seiten sowie eine französische Militärkarte habe ich als Kopien erhalten. Hier ein Bild von unserem Treffen im Gemeindesaal:

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beim Bürgermeister - Karte
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beim Bürgermeister - Gruppe


Bei dem Vortrag kamen noch ein paar interessante Details zu Tage. So war die Höhe 165 von einer Einheit aus Madagaskar besetzt, der einzigen von dort, die die Franzosen im 1. Weltkrieg einsetzten. Nach Einnahme dieser Höhe, die Walter mehr erlebte, lief sich der deutsche Angriff einen Kilometer weiter 80 m vor der Ferme Marees fest. Diese wurde von dort ganz frisch positionierten amerikanischen Einheiten verteidigt, da keine direkte Feindberührung entstand, wussten die Deutschen dies nicht (und ist mithin auch nicht in den Chroniken vermerkt). M. Lagin meinte, dass er mit Angabe der Kompanie den letzten Weg Walters bis auf wenige Meter genau eingrenzen könne.

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Schulterstück
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Steinbruch

Nicht erfolgreich waren wir in der Frage nach einer möglichen Grabstelle Walters. Die Sekretärin meinte, in der Gemeinde lägen zwar Karten über französische Einzelgräber vor, deutsche Gräber seien darauf aber nicht verzeichnet. M. Lagin wies uns darauf hin, dass die Deutschen die Linie am Clignon-Bach noch bis zum 20. Juli hielten und Licy-Clignon und Bussiares fast zwei Monate lang unter schwerem Artilleriefeuer lagen. Dabei wäre es nicht unwahrscheinlich, dass eine zuvor angelegte Grabstelle wieder zerstört worden sei. Als denkbaren Begräbnisort „bei Licy-Clignon“ gab M. Lagin einen Steinbruch in der Nähe an, wo die Deutschen, relativ geschützt, einen Sammelpunkt und Verbandsplatz errichtet hatten. M. Lagin ist dort bei einer illegalen Grabung vor vielen Jahren auf die Überreste von deutschen Soldaten gestoßen. Nach dem Treffen im Rathaus sind wir noch alle zu dem Steinbruch gegangen, wenn nicht im Massengrab von Belleau, so liegen Walters Gebeine vielleicht hier irgendwo.


Nach einem herzlichen Abschied vom Bürgermeister und seiner Begleitung sind wir mit M. Lagin nochmal zu Marees Ferme gefahren. Dort zeigte er uns die weiteste deutsche Annäherung an den Hof, der heute noch durch einen Feldweg gut erkennbar ist.


In der bewaldeten Senke sind wohl noch Stellungen zu erkennen und es liegt noch einiges Schlachtgerümpel rum, im Hintergrund ist der berüchtigte Wald von Belleau zu sehen. Vom gleichen Weg aufgenommen in die andere Richtung ist die Ferme zu sehen.

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Marees Ferme
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Marees Ferme - Gruppe

M. Lagin erklärte uns, dass hier die letzte Offensivbewegung der Deutschen endete und mit 67 km Luftlinie die größte Annäherung an Paris stattfand und er sich wundere, dass um diesen Ort nicht mehr Aufheben gemacht wird. Nach einem auch hier sehr herzlichen Abschied sind wir nach diesem ereignisreichen Tag noch nach Paris gefahren.


Nach ein paar erholsamen Tagen in der Vendée und auf Noirmoutier sind wir auf der Rückfahrt der Urlaubsreise wieder in die Geschichte eingestiegen. Wir gelangten von Mortagne s/Sèvre (dem Heimatort Anne-Maries) aus am späten Nachmittag in Amiens an. Zufällig fanden am Tag unseres Aufenthaltes in Amiens die Feierlichkeiten zum ANZAC DayWikipedia-logo.png, die Gedenkfeiern für die australisch/neuseeländischen Truppen statt. Tatsächlich bemerkten wir am Vorabend bereits viel Englisch auf den Straßen, wir hörten dann, dass sich 2500 Gäste eingeschrieben hatten, um früh am nächsten Morgen mit dem „dawn service“ einem Gottesdienst um 5:30 Uhr die Feiern zu beginnen. Dies wäre für uns dann wohl doch zu früh gewesen …

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Amiens Karte
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Amiens Gruppe


Am nächsten Morgen fuhren wir über die schnurgerade alte Römerstraße, die direkt auf die Front zuführte, aus Amiens heraus.


Es ist dies die Straße, auf der auch das bekannte Foto vom Abtransport der deutschen Gefangenen entstanden ist. Es ist gut möglich, dass auch Gustav hier gegangen ist. Wohl mit welchem Gefühl? Dem der Demütigung oder dem der Erleichterung, dass es vorbei ist und er heil davongekommen ist?


Mit den Militärkarten und Satellitenbildern bilde ich mir ja ein, ziemlich genau den Ort bestimmen zu können, an dem das IR. 13 am Morgen des 8. Augusts lag. Es ist – so dachte ich zunächst - dieses Feld rechts des Weges, wo sich die Schützenlöcher befunden haben, hier der Blick von dort auf die australischen Linien.


Abtransport der deutschen Gefangenen 1917


Doch ich musste meine Annahme korrigieren: Im Januar 2020 erhielt ich neues Kartenmaterial von Colin Baldwin. Dort wird ersichtlich, dass an der oben angegebenen Stelle sich zwar die Hauptverteidigungslinie der 13. Division befand, die vorgeschobenen Schützenlöcher waren jedoch noch vor dem am linken Bildrand erkennbaren Waldstück hin zur Senke. Nach der von mir erinnerten Geschichte befand sich mein Großvater bei der Gefangennahme in einem solchen Schützenloch.

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zunächst vermuteter Ort de Gefangennahme
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spätere Korrektur zum Ort, siehe Text

Von dort ist es nicht weit bis Le HamelWikipedia-logo.png. In den Listen des Roten Kreuzes ist Le Hamel als Ort der Gefangennahme bzw. Erstregistrierung von Gustav Debus, meinem Großvater, vermerkt.


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Le Hamel Ortseingang
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Le Hamel 2019

Der Ort wurde damals im Zuge der Kampfhandlungen völlig zerstört, sodass der heutige Anblick alles neue Bauten zeigt.

Le Hamel in den 20er Jahren

Dieses Bild aus den 1920ern zeigt den Grad der Zerstörung, hier sieht man provisorische Barracken, die auf die Fundamente der zerstörten Häuser gestellt worden sind.


Auf einer Anhöhe östlich von Le Hamel erinnert ein australisches Denkmal an die Eroberung des Ortes am 4. Juli, dort war auch die Ausgangslinie für den Angriff am 8. August.


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australisches Denkmal
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beim australischen Denkmal


Dies wäre der umgekehrte, australische, Blick, Richtung deutsche Linien. Gustavs Regiment lag auf dem Feld halb rechts neben der Mitte unterhalb der Horizontlinie (bzw. an dem Hang vor dem Wäldchen am rechten Bildrand, s. o.), Lt. Browns 10 Bd. ganz rechts im Vordergrund. Lt. Brown ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Person, die den Schicksalsbrief an sich genommen und später dann dem Militärmuseum in Tasmanien übergeben hat. Bei dem Ehrenmal sieht man auch ein paar rekonstruierte Gräben, hier sieht man, dass es eher flache, schnell ausgehobene Gruben waren, die man nicht mit den Laufgrabensystemen und Unterständen an anderen Frontabschnitten vergleichen kann.


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australischer Blick in Richtung der deutschen Linien
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rekonstruierte Gräben

Daneben ist ein „Memorial Park“ mit Erinnerungs- und Informationstafeln zu der Schlacht um Hamel.

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Infotafel
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Infotafel



Von den Feierlichkeiten zum ANZAC-Day haben wir in Hamel nicht viel mitbekommen, von Villiers-Brettoneux (dort steht das zentrale australische Ehrenmal und seit einem Jahr auch ein neues Museum) kamen aber immer wieder australische Reisegruppen mit Kleinbussen hoch. Dort oben am Ehrenmal waren auch ein paar ältere Männer in zeitgenössischen französischen Uniformen, mit denen sich die Gäste fotografieren ließen, eine Szenerie, die auf uns eher befremdlich wirkte. Später kamen wir mit den „Poilus“ (franz. Entsprechung zum „Landser“) aber noch ins Gespräch, wobei sie sich als sehr sympathisch erwiesen und uns noch kuriose Ausrüstungsgegenstände zeigten, nämlich Taschentücher, bedruckt mit waffentechnischen Informationen, Hornsignalen und anderen Dingen, die für die Soldaten wichtige Informationen enthielten. Interessanterweise waren die französischen und die deutschen Taschentücher in ihre Gestaltung fast identisch.


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im Gespräch mit einem Denkmalführer
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bedrucktes Taschentuch


Von diesen Taschentüchern, von denen jeder Soldat ein Exemplar bekam, habe ich noch nie etwas vorher gehört. Das Wetter in Le Hamel war windig und regnerisch, so dass wir nicht mehr lange dortblieben. Aber so bleibt noch was für einen künftigen Besuch in Amiens, etwa das neue Museum bei Villers-Brettoneux oder ein Abschreiten des Weges des 10. Bd.

Für mich noch nicht ganz klar beantwortet ist die Frage, was eigentlich die Motivation für die Reise war und was sie gebracht hat? Natürlich war es zuerst pure Neugier, die Orte, mit denen ich mich jetzt so lang beschäftigt hatte, in der Realität zu sehen. Und dieses direkte Erleben mit Wetter, Perspektiven, Gerüchen und Geräuschen war dann tatsächlich etwas anderes als die Bilder von Google Street View. Ich hatte mir fest vorgenommen, nicht die Orte mit Einfühlungsversuchen in Walter und Gustav zu betrachten, da ich denke, dass dies erstens kaum möglich ist und zweitens mit einer Form des voyeuristischen Wonnegruselns oder kitschiger Sentimentalität verbunden sein kann. Dies ist mir auch meist gelungen, aber unberührt hat mich der Anblick der Höhe 165 dann doch nicht gelassen. Mehr als die Orte waren es aber die Begegnungen mit den Menschen, die auf der Reise bedeutsam waren. In Licy-Clignon M. Lagin und der Bürgermeister mit seiner Begleitung und dann nochmal mit den „Soldaten“ in Hamel, sie zeigten uns, dass die Erinnerung und das Interesse an diesem in Deutschland fast vergessenem Thema in Frankreich noch sehr intensiv ist und dass gleichwohl ein so offener Austausch in freundschaftlicher Atmosphäre mit uns möglich ist. In diesem Zusammenhang war es dann schön zu sehen, dass bei unserem Freund Siegfried Palm in Hergenrath (Belgien) der zu Ehren von Frau Durand, Kontaktperson zur Zeit der Recherchen und Gedenkveranstaltungen zum Mt.-Cornillet-Tunnel, gepflanzte Birnbaum – der Friedensbaum – gut angegangen ist und gedeiht.



Besuch bei Siegfried Palm, Hergenrath, Belgien