Lebensschicksale im 19. Jahrhundert: Debus in Eckelshausen und Hoffmann in Holzhausen

Aus Genealogen im Hinterland
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Autoren: Helmut Mankel und Günter Debus

Einordnung in die Linien der Familien

Katzenbach-Eckelshausen

Hans Georg Debus (1737-1809)

Eckelshausen

Johannes Debus (1765-1831)

Elisabeth Debus (1802-1879[1])

  • Johann Georg Debus (1830-1899) ⚭ 05.10.1856 Elisabeth Hoffmann (1833-?) aus Holzhausen, wohnhaft in Eckelshausen
  • Elisabeth Debus ⚭ 10.02.1856 Johann Jakob Hoffmann (1823-) aus Holzhausen, wohnhaft in Holzhausen

Familiengeschichte

Die Geschichte beider Familien wird hier - unter Holzhausen - dargestellt. Wir beginnen mit der Einheiratung von Elisabeth Debus aus Eckelshausen in die Familie Hofmann in Holzhausen.

Die Familie Hofmann in Holzhausen

Elisabeth Debus – 1844 auf dem Trachtenfest in Darmstadt - heiratete am 10.2.1856 in Holzhausen den Korbmacher, Tagelöhner und Maurer Johann Jacob Hofmann. Damit heiratete sie in eine leidgeprüfte Familie.

Die Großmutter ihres Mannes Johann Jacob Hofmann stammte aus Berneds in Holzhausen: Catharina Hoffmann war am 13.9. 1764 als Tochter von Johann Georg Hoffmann und Anna geb. Junker geboren worden. In den napoleonischen Kriegen wurde sie im Alter von 32 Jahren 1797 in der Wohnstube ihrer Eltern von einem „kaiserlichen Deserteur“ „genotzüchtigt“ (d.h. vergewaltigt). Am 2. Februar 1798 wurde ihr Sohn geboren. Er bekam den Namen Hans Jacob Hofmann. Pate war Hans Jacob Debus aus Holzhausen (aus Bottermanns). Die Mutter, Elisabeth Hoffmann, starb bereits ein Jahr nach der Geburt des Sohnes am 21.1. 1799. Der Sohn wuchs in Berneds auf.

Hans Jacob Hoffmann - der Vater ihres Mannes - heiratete am 6. 10. 1822 Anna Gertraud Hartmann (1794-1830), ein Mädchen aus Schlössersch, einem stattlichen Bauernhof, der zu den vier Bauernhöfen der Erstbesiedlung im Holzhäuser Tal gehörte. Sie bauten um 1825 ein kleines eingeschossiges Wohnhaus mit Stall in der jetzigen Oberlandstraße 15 mit dem Hausnamen Hofmanns. Als seine Berufe werden genannt: Tagelöhner, Maurer und Strumpfhändler (Hausierer mit Strümpfen). Aus dieser Ehe gehen fünf Kinder hervor:

Hofmann, Hans Jacob (1798-1846) ⚭ 1822 Hartmann, Gertraud (1794-1830)

  • Katharina, *03.05.1819
  • Elisabeth, *01.11.1822, gest. 8.12.1822
  • Johann Jacob, *25.10.1823, der spätere Mann von Elisabeth Debus
  • Anna, *29.01.1826, bei ihr ist Pate Johann Peter Debus, Ackermann und Strumpfhändler in Holzhausen, aus Bottermanns, geb. 1788.
  • Johann Georg, *08.06.1830, gest. 16.07.1830

Nur wenige Tage nach der Geburt von Johann Georg stirbt Anna Gertraud Hoffmann.

Hans Jacob Hoffmann heiratete am 12.10.1833 ein zweites Mal: Katharina Göcking aus Buchenau, dort am 3.1.1807 geboren. Aus dieser zweiten Ehe gingen vier Kinder hervor:

⚭ 1833 Göcking, Katharina (1807-1864)

  • Elisabeth, *28.12.1833, sie heiratete am 05.10.1856 in Eckelshausen Johann Georg Debus, den Bruder von Elisabeth Debus
  • Daniel, *22.07.1836, gest. am 21.09.1844
  • Elisabeth, *10.03.1839, gest. am 17.01.1844
  • Anna Katharina, *09.01.1845, gest. Am 08.04.1849

Der Vater starb am 18.08.1846 in Friedberg, die Mutter am 25.11.1864 in Holzhausen.

Die Familie von Hans Jacob Hofmann und Elisabeth Debus

Nach der Heirat am 10.2.1856 gingen aus der Ehe drei Kinder hervor:

Hofmann, Hans Jacob (1823-1878) ⚭ 1856 Debus Elisabeth (1825-1893)

  • Johannes, *10.09.1856, Pate war Elisabeth Debus, älteste Tochter des Johannes Debus aus Eckelshausen; er stirbt zweijährig am 04.06.1859
  • Johann Georg, *21.09.1862, Dachdeckermeister, später dazu noch Gastwirt, Krämer, Nebenerwerbslandwirt, Zimmerei- und Fuhrwerksbetreiber
  • Katharina, *23.01.1865, sie heiratet am 26.03.1894 den Bergmann Jakob Trenker (1871-?) und stirbt im selben Jahr am 21.12.1894

Der Sohn Johann Georg Hofmann (1862-1904) heiratete am 11.04.1887 Anna Reichel, die Tochter des Schreinermeisters und Ackermanns Johann Ludwig Reichel und seiner Frau Anna geb. Neuhaus (Haus Schreiner, Unter der Linde 1). Ihr voreheliches Kind wurde tot geboren. Die Frau starb im Frühjahr 1888 (12.03.1888). Ein Jahr später, am 22.04.1889, heiratete Johann Georg erneut, und zwar die jüngere Schwester seiner ersten Frau, Elisabeth Reichel, geb. am 27.10. 1867. Aus dieser zweiten Ehe gingen drei Kinder hervor:

Hofmann, Johann Georg (1862-1904) ⚭ 1889 Reichel, Elisabeth (1867-), Schwester der ersten Frau Anna

  • Ludwig, *22.04.1890
  • Jakob, *20.02. 1893
  • Hermann, *27.02.1895

Um 1890 verkauften Johann Georg und Elisabeth Hoffmann das Hoffmannsche Elternhaus in der Oberlandstraße 15 an den Holzhäuser Christian Kramer, der das Haus aufstockte und seit dem das Haus Kramersch genannt wird.

Im Gegenzug kauften sie 1890 das Gehöft Gelles (Kirchstraße 1). Dies war eines der größten und reichsten Bauerngehöfte in Holzhausen gewesen. Es bestand aus einem großen Fachwerk-Wohnhaus mit Gastwirtschaft und Saalanbau, großer Fachwerk-Scheune mit Stallung. Der Hausname Hofmanns wurde mitgenommen; der Hausname Gelles verschwand in Holzhausen.

Von der Witwe seines Enkels Heinz Hofmann, Liane Hofmann, ist zu erfahren:

"Johann Georg Hoffmann kam aus sehr armen Verhältnissen. Er hatte den Beruf eines Dachdeckers gelernt, in jungen Jahren den Meisterbrief erworben und hatte einen eigenen Betrieb gegründet. Hiervon zeugte auch die komplette kunstvolle Verschieferung seines alten Wohnhauses. Von den Nachbesitzern dieses Hauses wurde auch trotz Umbauten diese Verkleidungsart noch bis heute beibehalten. Er hatte es zu einem gewissen Wohlstand gebracht und war nun in der Lage, mit dem ererbten Vermögen seiner beiden Frauen die Gebäude des größeren Gehöfts Gelles zu kaufen; Gelles war der Nachbarhof von Schreiner. Der einmal reichste Hof von Holzhausen wurde wegen Überschuldung verkauft. Die zum Bauernhof Gelles gehörenden landwirtschaftlichen Flächen waren bereits vorher verkauft worden. Daher war die betriebene Landwirtschaft anfangs sehr klein (ein Acker, eine Wiese, eine Kuh). Zu dem Dachdeckerbetrieb wurden auch die vorhandene Gaststätte und der Krämerladen weiter betrieben.

Johann Georg Hoffmann hatte dann noch innerhalb seines Hofgeländes eine Zimmerei mit Sägewerk errichtet und betrieben. Zum Transport hatte er ein Fuhrbetrieb mit vier Pferden gegründet; hier hatte er auch Lohnfahrten ausgeführt. Im Alter von 42 Jahren starb Johann Georg Hoffmann (gest. 1904). Er hinterließ Frau und drei Kinder: Ludwig 14 Jahre alt, Jakob 11 und Herrmann 9. Die Zimmerei mit Sägewerk, der Dachdecker- und der Fuhrbetrieb wurden eingestellt. Es folgte die Demontage des Sägewerks mit Verkauf.

Für die Familie begann eine sehr schwere Zeit. Der spätere Hoferbe Johann Ludwig Hofmann konnte mit Hilfe seines Onkels aus Schreiner (er hatte für die Darlehen gebürgt) und mit seiner Frau die Darlehen zurückzahlen.“ Johann Ludwig Hofmann (22.04.1890 – 04.05.1965) hatte seine Frau Katharina (10.10.1892-13.01.1967), geb. Reuter aus Baikisch in Holzhausen (Eltern: Werner Reuter und Katharina, geb. Linne) am 11.04.1920 geheiratet. Er war Ackermann, Gastwirt und Hobbyjäger, über viele Jahre Jagdaufseher in Holzhausen.

Die Familie Debus in Eckelshausen

Elisabeth Hoffmann, geb. 28.12.1833 in Holzhausen, heiratete am 05.10.1856 in Eckelshausen Johann Georg Debus, den Halbbruder ihrer Schwägerin, der nach Holzhausen wenige Monate zuvor verheirateten Elisabeth Debus.

Zu den Geschwistern in Eckelshausen zählten

  • Elisabeth Debus, geb. am 24.09.1825
  • Johann Georg Debus (II), geb. am 12.12.1830, gezeugt von einem "kaiserlichen Deserteur"
  • Johannes Weigerich, geb. 10.01.1834,gezeugt von Jacob Weigerich, Strumpfhändler aus Anspach/Usingen,
  • Weigand Debus, geb. am 10.04.1838, 4. Kind, 3. Sohn,

Sie waren Kinder der nie verheirateten Eckelshäuserin Elisabeth Debus, geboren 1802[2], Enkelin des aus Katzenbach stammenden und 1764 nach Eckelshausen verheirateten Hans Georg Debus (1737-1809).

Die Familie von Elisabeth Hofmann und Johann Georg Debus

Johann Georg Debus (II, 1830-1899) und Elisabeth geb. Hoffmann (1833-???) heiraten am 05.10.1856 in Eckelshausen. Vorher finden wir im Kirchenbuch zu Holzhausen den Eintrag eines unehelichen Kindes von Elisabeth Hoffmann:

  • Johann Jakob, geb. 03.09.1854; „Am 08.01.1955 erklärte sich als Vater des Kindes: Debus. Georg,

Eckelshausen, unehelicher Sohn der Debus, Elisabeth. Er gibt gleichzeitig ein Eheversprechen ab.“

Die Mutter, Elisabeth geb. Hoffmann, war demnach gerade 20 Jahre alt, als das erste Kind gezeugt wurde. Der Vater war zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt.

Von den Kindern der Ehe sind einige früh verstorben, nur von einem wissen wir den weiteren Werdegang:

Debus, Johann Georg (1830-1899) ⚭ Hofmann, Elisabeth (1833-?)

  • Johann Jakob Debus, 1854-?
  • Johann Jost Debus, 1855-1860
  • Anna Elisabeth Debus, 1858-1858
  • Weigand Debus, 1860-1860
  • Georg Debus III, 1862-1902, heiratete nach Biedenkopf
  • Katharina Debus, 1863-?
  • Anna Gertraud, 1865-?
  • Elisabeth, 1867-1872
  • NN, 1870

Die Familie des Weigand Debus

Weigand Debus (1838-) war das dritte uneheliche Kind der Elisabeth Debus (1802-1893) in Eckelshausen, Halbbrunder von Elisabeth Debus, verheiratete Hofmann in Holzhausen, und Halbbruder von Johann Georg II Debus, verheiratet mit Elisabeth Hofmann, wohnhaft in Eckelshausen.

Weigand Debus heiratete am 14.02.1869 Margarethe Debus (am 06.02.1840 in Dautphe geboren). Er wohnte mit ihr in Eckelshausen. Ihre Eltern waren[3] Johannes Debus (III 1816-1889) aus Buchenau, Schmelzer an der Carlshütte, und Magdalena, geb. Wagner, aus Dautphe (Alteschäfershaus). Dieser Johannes Debus III in Buchenau kann seine Vorfahren, soweit die Kirchenbücher erkennen lassen, weder Katzenbach noch Friedensdorf zuordnen, denn bei seinem Großvater Johann Jost Debus (geb. um 1760) finden wir im Kirchenbuch (siehe Buchenauer Familienbuch Nr. 0200) die Eintragung: Müllerbursche, ein Ehemann aus dem Casselischen. Hierzu ist anzumerken, dass das Casselische schon in Caldern anfing! Da er möglicherweise - in Buchenau gab es zwei Mühlen - Müllerbursche in der Buntenberg-Mühle war, die zu der Zeit in der Hand der Debus-Familie (von Friedensdorf stammend) war, kann man dennoch spekulieren, ob nicht doch verwandtschaftliche Beziehungen bestanden.

Die beiden aus der Ehe Weigand Debus und Margarethe Debus stammenden Söhne haben auch in Holzhausen Wurzeln geschlagen:

Debus, Weigand (1838-) ⚭ Debus, Margaretha (1840-)

  • Elisabeth, *28.3.1865, vorehelich, Paten die Großmutter Elisabeth Debus in Eckelshausen, der Großvater Johannes Debus III in Buchenau, ⚭ Johannes Reichel in Niedereisenhausen, † 28.11.1955 in Hommertshausen
  • Johannes, *21.11.1875, er baut „Kleppes“, †1961
  • Wilhelm, *19.03.1878, er bewohnt Liene II (Nr.4), †1950

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. bei HM: vor 1860
  2. (zu Sterbedatum gibt es unterschiedliche Angaben; 1879, vor 1860 HM, Ort nicht bekannt)
  3. siehe auch Kirchenbuch Buchenau, Nr. 0210