Johannes Debus (1763–18??) aus Katzenbach

Aus Genealogen im Hinterland
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Autor: Helmut Dönges

In der von mir erstellten Dorfchronik Engelbach Mein Dorf - meine Heimat (2004)[1] sind Debus-Familien dargestellt. Sie sind in der Chronik unter folgenden Angaben zu finden: Hausname, Hausnummer (…) und heutige Adresse.

  • Lönne (42) Lehnshof 4,
  • (Alt-)Hiedjes (12) nicht mehr vorhanden,
  • (Neu-)Hiedjes (27 ½) Auf der Bäche 6,
  • Hidches (61) Pferdsbach 18 und
  • Stein (15) Kurhessenstraße 5; siehe Beitrag zu Johannes Debus II aus Eckelshausen

Neu ist der Ursprung Katzenbach! Der jetzige Beitrag zu den Debus-Familien geht über die Darstellung in der Chronik hinaus.

Johannes Debus (1763-18??[2]) aus Katzenbach in Lönne

Herkunft

Katzenbach

(0) Johannes Debus (1732-1812)


Katzenbach - Engelbach

(1) Johannes Debus (1763-18??)

Leben

Mit Johannes Debus aus Katzenbach, dort am 31.07.1763 geboren, taucht erstmals eine Person mit Namen Debus in Engelbach auf. Er heiratet 1794 Anna Catharina Schmidt, die Tochter des Dorfschulmeisters Anton Schmidt. In Engelbach wurden die Kinder im Zeitraum 1771-1819 von Anton Schmidt unterrichtet. Er war von Beruf Schneider.

Der Beginn der Debus-Familie in Engelbach spielte sich im Haus Lönne ab.

(1) Debus, Johannes (1763-18??[3]) ⚭ 1794 Schmidt, Anna Catharina (1777- ca 1800)

Ihre Kinder waren

  • Johannes Debus, geb. am 11.09.1795, seine Taufpatin war seine Großmutter, Catharina Debus von Katzenbach), † 20.09.1876.
  • Anna Margarethe Debus, geb. am 01.07.1797, Taufpate war Andreas Debus aus Katzenbach, ein Onkel.

Johannes Debus wurde nach dem zweiten Kind Witwer und heiratete 1803 ein zweites Mal:

⚭ 1803 Anna Gertraud Pütz (1775-1842).

In zweiter Ehe hatte er vier Kinder:

  • Johann Jost Debus * 28.02.1804; † 08.05.1804
  • Anna Gertraud Debus * 13.04.1805, wird am 21.11.1838 als Patin genannt, demnach als 33-Jährige noch ledig
  • Johannes Debus * 03.01.1808; † 26.02.1877, siehe (Alt-)Hiedjes
  • Johann Georg Debus * 19.11.1810; † 16.07.1886, siehe (Alt-)Hiedjes

Da für Johannes Debus (* 1763) kein Todesdatum gefunden wurde, ist das Geburtsdatum von Sohn Johann Georg Debus der letzte Beleg. Denkbar ist, daß Johann Debus nach 1810 bei den napoleonischen Kriegen beteiligt war und fern der Heimat zu Tode gekommen ist.

Um 1825 gab es bei Lönne einen Umbruch. Das Haus wurde an Anton Schmidt aus Hermes und seine Frau Anna Maria, geb. Alt, aus Deise veräußert.

1821 bekam die Tochter aus erster Ehe, Anna Margaretha Debus, von Johann Peter Henkel aus Mellersch einen unehelichen Sohn. Dieser wanderte 1853 nach Amerika aus.

Hofanlage von Lönne um 1913 nach mehrfachem Neubeginn (1825, 1880) mit den Schwestern Helene (links) und Christine (mittig) sowie ihrer Mutter Elisabeth Michel, geb. Damm (rechts) aus Schustersch (55)[4]

Die auf dem Bild der Hofanlage Lönne (1913) zu sehenden Bewohner des Hauses hatten keine verwandtschaftlichen Beziehungen zu der früher im Haus wohnenden Debus-Familie. Das Bild gibt wegen wahrscheinlicher Umbauten zuvor nur bedingt die Ansicht aus der Debus-Zeit von 1794 bis 1825 wieder. Der um 1913 im Haus wohnende Zimmermann Kaspar Michel stammte aus Frohnhausen bei Battenberg.

(Alt-)Hiedjes

In Engelbach lassen sich nur die beiden Brüder Johannes (* 1808) und Johann Georg (* 1810) aus zweiter Ehe des Johannes Debus weiterverfolgen. Die beiden Brüder gingen nach Veräußerung des Hauses Lönne in das zu dieser Zeit leerstehende Haus von (Alt-)Hiedjes.

Der 1808 geborene Johannes Debus heiratete 1836:

(2) Debus, Johannes (1808-1877) ⚭ 17.06.1836 Heiliger, Katharina (1820-1838), erst 15 Jahre 8 Monate alt

Ihr Kind

  • Katharina Debus, * 21.11.1838, blieb nicht in Engelbach, sie heiratete nach Reddighausen, Johann Christian Schneider

Zwei Tage nach der Geburt ihrer Tochter Katharina Debus starb die Mutter mit 18 Jahren.

Nach dem Tod seiner Frau heiratete Johannes Debus (1808-1877) ein zweites Mal:

⚭ 28.06.1846 Schmidt, Anna Maria (1815-1885) aus Dexbach, siehe Hidches

Sein Bruder, der 1810 geborene Johann Georg Debus (1810-1886), heiratete erst im Alter von 50 Jahren

(2) Debus Georg (1810-1886) ⚭ 03.06.1860 Belz, Maria Gertraud aus Dexbach (1818-1861), nachdem er mit ihr bereits 5 voreheliche Kinder hatte:

  • Maria Elisabeth Belz, geb. 02.02.1846, auch 1860 mit Namen Belz konfirmiert
  • Johannes Debus (1850-1935), siehe (Neu-)Hiedjes
  • Jost Debus (1851-1855)
  • Katharina Debus (1854-1861)
  • Johann Georg Debus (1857-1861)

Schon allein aus der räumlichen Beengtheit in dem kleinen Haus von (Alt-)Hiedjes war eine Trennung der Brüderfamilien unumgänglich. Johannes Debus (* 1808), baute sich ein eigenes Haus, Hidches (siehe unten). Johann Georg Debus (* 1810), blieb mit seiner Frau, Maria Gertraud, geb. Belz (geb. 1818) aus Dexbach im (Alt-)Hiedjes-Haus.

Von den fünf Kindern des Johann Georg Debus übernahm der 1850 geborene Johannes Debus (1850-1935) das (Alt-)Hiedjes-Haus. Aus seiner Ehe mit Gertraud Schmelzer (1845-1918), die die Katharina Gertraud Kohlberger (geb. 1871) mit in die Ehe brachte, gingen keine Kinder hervor.

(Neu-)Hiedjes Haus

Alt-Hiedjes stand zwischen Hoob (13) und Borwe (23). Nach der Heirat 1916 zwischen Katharina Wiegand, geb. Kohlberger, und Heinrich Watz aus der Wetterau wurde das kleine (Alt-Hiedjes) Häuschen verkauft und um 1920 (Neu-)Hiedjes auf der freien Fläche zwischen Bäche (27) und Schneibärgs (28) gebaut. Das Foto zeigt das Wohnhaus um 1950.

In diesem Neu-Hiedjes-Haus lebte Johannes Debus (Hiedjes Hannes) bis zu seinem Tod 1935. Auf der Rückseite des Hauses hatte Hannes sein Stübchen.

Johannes Debus (1850–1935), Hiedjes Hannes

Seine Stieftochter Katharina Gertraud Kohlberger übernahm mit ihrem Mann Michael Wiegand aus Niederasphe das Haus. Deren Tochter wiederum (siehe Bildbeschreibung) baute mit ihrem Mann Heinrich Watz das (Neu-)Hiedjes-Haus. Hier wohnte bis zu seinem Tod 1935 auch Johannes Debus, genannte Hiedjes Hannes, der letzte Debus in Engelbach.

Hiedjes Hannes war Gemeindeschäfer, in Auftreten und Erscheinung ganz typisch für das damalige Bild eines Gemeindeschäfers: rau aber herzlich und immer zu Späßen aufgelegt. Nichts soll ihn aus der Ruhe gebracht haben. Das belegt auch folgende berichtete Begebenheit.

Bekanntermaßen blieben die Schäfer nachts bei der Herde. Sie übernachteten mit den Hunden in dem Schäferwagen. Vor der Nachtruhe wurde dem Schäfer die Abendverpflegung und für die Hunde das Fressen von den Leuten gebracht, die die Schafherde zum Ackerdung gepachtet hatten. Hermann Weigand (Else Hermann) weiß noch von seiner Mutter Luise, als sie dem Hannes das Abendessen hinausbrachte. In dem Essenstopf seien Kartoffel und Bohnen gewesen mit einem dicken Stück Fleisch darin.

Schäferwagen

Über das, was dann passiert sei, habe sie dann später immer wieder erzählt und dabei immer laut gelacht. Hannes habe den Inhalt des Topfes in sein Feldgeschirr gekippt und sich das Feldbesteck zurechtgelegt. Doch bevor er den ersten Löffel nehmen konnte, hatte ihm einer der Hunde den Fleischbrocken aus dem Feldgeschirr geschnappt. Erschrocken habe sie den Hannes angeschaut, der habe aber nur laut gelacht. Das hätten die Hunde schon öfters gemacht. Das sei nicht so schlimm, hätte er gesagt. Luise Weigand wunderte sich noch auf dem Heimweg über die Besonnenheit des Schäfers.

Als Hiedjes Hannes in hohem Alter körperliche Gebrechen hatte, konnte er den Schäferberuf nicht mehr ausüben. Ab da lebte er zurückgezogen in einer Kammer in dem Haus Nr. 27½. Es soll ihm in den letzten Jahren seines Lebens schlecht gegangen sein. Als Witwer – seine Frau war schon 1918 gestorben – und kinderlos war er auf die Hilfe fremder Leute angewiesen. Demenzkrank irrte er oft im Nachthemd „Auf dem Schewwel“, einem freien Platz in der Nachbarschaft, herum. Am 31. August 1935 starb er im Alter von 85 Jahren einsam und verlassen in seinem Kämmerlein.

Sein Nachlass, und das wird außer der Bekleidung nicht viel gewesen sein, wurde vor dem Haus im Freien verbrannt. In den Ascheresten soll man noch das Metallstück der Schäferschaufel gefunden haben.

Hidches

Den 1808 geborenen Johannes Debus - der Onkel von Hiedjes Hannes - verfolgen wir auf seinem weiteren Lebensweg in Hidches

Hidches war der Neubeginn für Johannes Debus und seiner zweiten Frau:

(2) Debus, Johannes (1808-1877) 2.⚭ 28.6.1846 Schmidt, Anna Maria (1815-1885) aus Dexbach

Hidches Haus 1950, zu dieser Zeit wohnten drei Generationen weiter die Nachfahren des 1808 in Lönne geborenen Johannes Debus: Margarethe Sauer, geb. Alt, und ihr Mann Weigand Sauer aus Mornshausen/Dautphetal[4]

Sie gründeten mit ihrem Haus-Neubau das Hidches Anwesen. Beide hatten 6 Kinder

  • Elisabeth Margaretha Debus (05.01.1843-08.10.1843)
  • Georg Debus (geb. 26.02.1847)
  • Margarethe Debus (1849-1936)
  • Elisabetha Margaretha Debus (1852-1853)
  • Anna Katharina Debus (geb. 16.06.1854)
  • Christiane Debus (1857-1861)

Im Haus blieb Margarethe Debus mit Mann:

(3) Debus, Margarethe (1849-1936) ⚭ 24.11.1872 Alt, Johannes III (* 1835) aus Deis (2)

Damit kam ein neuer Familienname in das Haus Hidches. Ihre 6 Kinder waren:

  • Margarethe Alt (geb. 1873)
  • Katharina Alt (geb. 1876)
  • Elisabeth Alt (1879-1884)
  • Louise Alt (geb. 1881)
  • Johann Jakob Alt (geb. 1886)
  • Heinrich Alt (geb. 1891)
Hidches Hermann, Enkel von Margarethe Alt, geb. Debus, zusammen mit seiner Frau Margarethe, geb. Schäfer beim Ackern[4]

Das älteste der Kinder, Margarethe Alt (*1873), brachte mit ihrer Heirat wiederum einen neuen Familiennamen ins Haus:

(4) Alt, Margarethe (1873-) ⚭ 1897 Sauer, Weigand aus Mornshausen/Dautphetal

Ihre drei Kinder waren:

  • Katharina Sauer (geb. 1899), ledig geblieben
  • Hermann Sauer (1902-1968)
  • Heinrich Sauer (1906-1918)

Von ihren drei Kindern übernahm Hermann Sauer zusammen mit seiner Frau Margarethe, geb. Schäfer (1904-1970) aus Warzenbach das Haus.

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Helmut Dönges: Mein Dorf - meine Heimat. Zwei Jahrhunderte Häuserchronik. Engelbach 2004
  2. Das Todesdatum ist nicht im für Engelbach zuständigen Kirchenbuch Dexbach, auch nicht im für Katzenbach zuständigen Kirchenbuch Eckelshausen eingetragen; eine Möglichkeit ist der Tod im Kriegseinsatz, hier z. B. in den napoleonischen Kriegen
  3. siehe Anmerkung 2
  4. a b c Privatbesitz