Jakob Debus (1863–1950) – der Eisenbahninspektor

Aus Genealogen im Hinterland
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Autor: Günter Debus

Einordnung in die Familie

Mornshausen: Scheffersch
(1) Johannes Debus (1768–1828), siehe Debus und das Scheffersch-Haus in Mornshausen: ab Johann Theiß Debus (1744–1775)

Alzey
(2) Johannes Debus (1799–1841), siehe Pfeddersheim 1841 – Der Mord an Johannes Debus (1799–1841) aus Mornshausen
(3) Friedrich Carl Debus (1836–1902), siehe Der wohlhabende Alzeyer Bürger Fritz Debus (1836–1902)

Bad Homburg
(4) Jakob Debus (1863–1950)

Die hier vorgenommene Zuordnung zu Bad Homburg bezieht sich darauf, dass er hier zeitweise (u. a. 1907 bis 1924) gewohnt hat und auch hier gestorben ist. Hier liegen im Stadtarchiv auch Fotos und Aufzeichnungen im Nachlass seines Enkels Peter Debus.

Lebensstationen von Jakob Debus

Jakob Debus, porträtiert von Lino Salini

Das Leben von Jakob Debus kann hier nur bruchstückhaft wiedergegeben werden. Die Darstellungen stützen sich auf Unterlagen, die sein Enkel Peter Debus, siehe Peter Debus (1930–2009) – Evangelischer Pfarrer im Westerwald und in Afrika, mir (GD) übergeben hat, und auf Unterlagen, die er dem Stadtarchiv Bad Homburg zur Verfügung gestellt hat.

Alzey 1863

Jakob Debus ist in Alzey (Rheinhessen) am 24. Februar 1863 geboren. Seine Eltern waren Friedrich Karl (Fritz) Debus (1836–1902) und Margarethe, geb. Weick (1837–1923), siehe Der wohlhabende Alzeyer Bürger Fritz Debus (1836–1902).

Gießen 1883

Von den Aufzeichnungen seines Sohnes Fritz[1] erfahren wir, dass Jakob Debus am Realgymnasium in Gießen Ostern 1883 die Reifeprüfung bestand.

Mainz 1888

Bis 1888 lebte Jakob Debus in Mainz.

Frankfurt 1888–1907

Vom 14. August 1888 an wohnte Jakob Debus – zu diesem Zeitpunkt Eisenbahnstationsassistent – in Frankfurt.

Mettenheim 1898

Jakob Debus heiratete am 17. Februar 1898 in Mettenheim – zwischen Worms und Mainz gelegen – Margaethe Michel (* 1872) aus Mainz. Sie war die Tochter des katholischen Schreinermeisters Peter Michel (1843–1877) und seiner evangelischen Frau, Charlotte Karoline Löwenstern (1843–1901), Heirat am 28.08.1869 in der Pfarrei St. Ignatz in Mainz.

Geburt von Friedrich Karl (Fritz) Debus

Am 10. Juli 1899 wurde Fritz Debus in Frankfurt geboren (siehe seine Biographie: Beim Wort genommen: Dr. Fritz (Friedrich Karl) Debus (1899–1981) aus Frankfurt).

Fritz Debus, sein Sohn, berichtet seine Erinnerung:[1] „Die Eckenheimer Landstrasse [ihr Wohnadresse in Frankfurt] war damals sehr ruhig, nahe der Anlage gelegen und mit vielen Gärten geschmückt.“

Bad Homburg 1907–1924

Am 26. März 1907 zog Jakob Debus mit Frau und Sohn Fritz nach Bad Homburg. Von seinem Sohn Fritz[1] erfahren wir:

„1907 siedelte die Familie Jakob Debus nach Homburg, ich knapp acht Jahre alt (mein Asthma war der Grund des Wohnungswechsels.

Auf Homburg lag damals noch etwas von dem Glanz der großen Spielbankzeit. Fürstliche Besucher waren nicht selten. Unmittelbar am Kurpark wohnend, Ferdinandstraße 3, nahmen wir Anteil an dem buntbewegten Geschehen.

Als wir im Jahr 1907 nach Bad Homburg verzogen, gingen wir oft zum Schloss, um den Kaiser bei seinem täglichen Ausritt zu Saalburg zu sehen. Oft sahen wir ihn auch im Kurpark, ohne großes Zeremoniell, meist mit nur einem Begleiter.“

Im Fotoalbum findet sich ein Bild der Villa Fritz Debus in der Kaiser-Friedrich-Promenade zu Homburg. Dazu finden wir den Eintrag: „Fritz Debus war nicht direkt mit uns verwandt. Seine Vorfahren stammten aber, wie die unseren, aus dem ‚Hinterland‘, dem Kreis Biedenkopf.“[2]

In Bad Homburg arbeitete er an dem neu geöffneten Bahnhof. Sein Sohn Fritz Debus berichtet:[1]

„Mein Vater war eng befreundet mit dem Oberbahnhofvorsteher Jennewein. Nach dem Tod i. J. 1909 wurde er Vormund der Söhne Christian, gen. Christel, und Philipp. Nach dem Tod von Frau Jennewein i. J. 1913 kamen die Jennewein-Söhne zu uns als willkommene Pflegebrüder.“

Beide Pflegesöhne starben im Ersten Weltkrieg: Christel wenige Tage nach seinem 24. Geburtstag am 1. September 1914 an einem Lungenschuss, Philipp am 22. Juli 1917.

Jakob Debus und seine Frau hatten vielfältige gesellschaftliche Kontakte. Sie pflegten Gesellschaft mit großbürgerlichen Familien in Bad Homburg und darüber hinaus. Sie gehörten z. B. zum Freundeskreis des Arztes Dr. med. Werner von Noorden, der 1903 als 43-Jähriger das Haus Nr. 4 in der Parkstraße bezogen hatte. Die weit verzweigte Familie der Nordens umfasste Adel und Großbürgertum, vor allem aber viele Gelehrte von Rang und Namen. Der berühmtere Bruder Carl von Noorden (1858–1944) war von 1894–1904 und 1913–1930 in Frankfurt, Mitbegründer der „Privatklinik für Zuckerkranke und diätische Kuren“ im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen (1895) später als Carl-von-Noorden-Klinik bekannt.[3] Befreundet war Jakob Debus z. B. auch mit Detlev Diefenthaler, „ein hochbegabter Techniker, der Lanz in Mannheim groß gemacht hat. Jakob und Gretel Debus waren ein Leben lang mit ihm verbunden. Ich selbst [Sohn Fritz Debus] war oft Feriengast in seinem Haus in Heidelberg-Schlierbach, vor 1913 das einzige über dem Neckar.“[4]

Geburt der Tochter Charlotte 1910

Am 27. März 1910 wurde Charlotte in Bad Homburg geboren.

Frankfurt, ab 1924

Über diese Zeit in Frankfurt ist mir (GD) nichts bekannt.

Bad Homburg

Auch über die Rückkehr nach Bad Homburg und die Zeit bis zum Tode ist mit (GD) nichts bekannt.

Familien- und Ahnenforschungs-Interesse des Jakob Debus

Jakob Debus schrieb seine Erinnerungen an seine Familie in Alzey auf. Auch hielt er die Geschehnisse des Raubüberfalls über seinen aus Mornshausen stammenden Großvater fest. Zur eigenen Familie erstellte er Stammbäume.

Schwester Margaretha

Jakob Debus hatte vier Geschwister:

  • Johann Debus
  • Katharina Debus
  • Margaretha Debus
  • Friedrich Karl Debus

Von Margaretha Debus wissen wir:[1] Margaretha Debus war verheiratet mit Adolf Steinmetz, Oberstudiendirektor in Breslau. Dessen Bruder war Pfarrer in Bickenbach/Bergstraße. Sie hatten zwei Töchter, Magda und Erna, die eine hatte einen Ingenieur, die andere einen Zahnarzt geheiratet.

Die Kartoffelküche des Urenkels 2003

Der Name „Debus“ ist auch heute (2013) in Bad Homburg präsent. Jakob Debus’ Enkel Peter Debus war stolz auf seinen Sohn Klaus Debus, als er in Bad Homburg das Restaurant „Die Kartoffelküche“ eröffnete, in dem er viele Prominente, u. a. 2003 den Alt-Kanzler Helmut Kohl, bewirtete. Der Besuch des gemütlichen Restaurants in der Audenstraße 4[5] wird auch von mir (GD) nach eigenem Anschauen empfohlen.

Anmerkungen und Nachweise

  1. a b c d e Nachlass/Fotoalbum Peter Debus im Stadtarchiv Bad Homburg
  2. Bislang sind die Recherchen dazu noch nicht erfolgreich gewesen.
  3. Alle Angaben aus Debus, Fritz (1968). Werner und Elly von Noorden. Ein Beitrag zur Geschichte von Bad Homburg v.d.Höhe. Bad Homburg v.d.H.: Konrad Schäfer. (Sonderdruck aus: Alt Homburg, 1968, Nr. 4, 5, 6. – speziell zum Freundeskreis siehe Seite 6, rechte Spalte unten
  4. Eintrag vom Sohn Fritz Debus im Fotoalbum, Nachlass Peter Debus im Stadtarchiv Bad Homburg
  5. Website des Restaurants: www.kartoffelkueche.com