Handeis in Gönnern und die Verwurzelung im Dorf

Aus Genealogen im Hinterland
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Autor: Günter Debus

Einordnung in die Linie der Familie

Mornshausen: Scheffersch

> Hommertshausen: Pitz

(0) Hans Henrich Debus (1770–1834)

Hommertshausen: Pitz

> Gönnern: Handeis

(1) Johann Theiß Debus (1802–1876)

(2) Heinrich Debus (1833–1896)

(3) Jakob Debus (1869–1916)

(4) Walter Debus (1907–1963)

(5) Helmut Debus ()

(6) Tanja Debus ()

Generationen und Verzweigungen

Überblick

Der Name Debus ist nach Ankunft des Johann Theiß Debus aus Hommertshaiusen mit seiner Heirat 1833 in Gönnern bis heute nur an wenige Häuser gebunden:

  • Handeis-Stammhaus im Nirrerndorf
  • Jerjes an der Chaussee
  • Sängerschjerjes Heinrich im Kreimich
  • Handeis Heinrich im Wiesenweg, vom Stammhaus auch Käthes – nach dem Namen von Heinrichs Frau – genannt

Obwohl der Name Debus in Gönnern so wenig vertreten ist, waren die Kinder der vierten Generation für die Lehrer in Gönnern mit vielen „Häusern“ in Gönnern – d. h. mit Hausnamen gekennzeichneten Familien – verwandt. Das hatte zwei Gründe. Die heiratenden Frauen aus Handeis, einen neuen Namen annehmend, waren in der Überzahl, und die in Handeis eingeheirateten Frauen brachten eine große Verwandtschaft mit. Den Zusammenhalt einer Verwandtschaft konnte man früher bei den Einladungen zu Beerdigungen für das Kaffetrinken erkennen. Hierzu wurden bis zum Kreis der Cousinen und Cousins zweiten Grades eingeladen. Heute kennt man vielfach noch nicht einmal Cousinen und Cousins. Handeis Gote (1904–2002) war eine Frau, die noch um darüberhinaus gehende verwandtschaftliche Zusammenhänge wusste. Sie hatte ihre Kenntnisse von ihrer Großtante in Born, Anna Margaretha Schneider (1851–1925), übernommen. Diese überblickte wiederum mindestens zwei Vorgenerationen und hatte damit Einblick in die verwandtschaftlichen Verbindungen bis vor der 18-Jahrhundertwende.

In der Chronik von Gönnern, die mit Hilfe von Handeis Gote zustandekam, sind für 113 mit Hausnamen unterschiedene Häuser neben haus- und familiengeschichtlichen Entwicklungen auch für alle Bewohner Lebensdaten, soweit dies Kirchenbücher hergeben, zusammengestellt. Aus diesen Darstellungen lassen sich sämtliche verwandtschaftliche Verbindungen im Dorf erschließen. Dies führt häufig zu Überraschungen. Z. B. habe ich (GD) für liebe, mit uns absolut nicht verwandt geglaubte Nachbarn, wie Weierschausens Lilli Buschoff und Hess Günter Schmidt, verwandtschaftliche Verbindungen geprüft und tatsächlich zum Erstaunen aller gefunden.

Von dem in Gönnern geborenen und aufgewachsenen Architekten Reiner Lenz (Pirrersch) wurde ein Dorfplan zum Zeitpunkt 1874 erstellt, in dem die Häuser mit Hausnamen gekennzeichnet sind.[1] Neben dem Gesamtplan werden zwei Ausschnitte gezeigt. Der wichtigste Ausschnitt zeigt das Nirrerndorf, in dem sich die Handeis-Verwandtschaft konzentriert. Die genordete Karte ist aus der Sicht von Handeis ungewohnt, weil man von dort ins Dorf schaut und das ist – grob – Richtung Süden.

Für Handeis und alle Gönnersche gab es damals zwei markante Orientierungspunkte im Dorf: die (alte) Kirche (dort, wo sie früher stand) und das Backhaus. Das Handeis Haus liegt, von Niedereisenhausen kommend, am Anfang der durch das ganze Dorf ziehenden Hauptstraße. Von dort führt die Hauptstraße vorbei an Kirche (links) zum Backhaus, wo die Gasse links abzweigt, und danach weiter bis zur später angelegten Chaussee. Den ersten Abschnitt des Dorfes mit Handeis am Anfang nennt man im Dorf Nirrerndorf. Das ist für Handeis der wichtigste Ortsteil. Hier folgen rechts die Häuser Handeis, Hansweitz und Hanshannes, links Raaschels, Christians, Gehandengels, Born, Kretz, Jongersch und Schäfekonz.

Erste Generation: Johann Theiß Debus (1802–1876)

Hanshannes Haus

(1) Debus, Johann Theiß (1802–1876) ⚭ 1833 Theiß, Anna Margaretha (1808–1882) aus Hanshannes

Das Hanshannes-Haus

Nach der Restaurierung des Fachwerkhauses 1999 war der Balken über der Eingangstür freigelegt und jetzt konnte man lesen:

„ICH GEHE AUS ODER EIN SO STEHET DER TOD UND WARTET MEIN. WIE DER HERR SO WILL ICH MITT IHM FAHREN IN FRIED – HANS – SCHLAG-WERK. M – V – B – d74f – MEfS – A1711“[3]

Der Überlieferung nach wurde das Hanshannes-Haus in einem anderen Dorf abgeschlagen und hier am Hang wieder aufgebaut. Ob die Jahreszahl 1711 den Erstbau oder den Wiederaufbau[4] in Gönnern angibt, ist nicht bekannt.[5] Die Familiengeschichte in Hanshannes beginnt nach Rekonstruktion aufgrund von Familiendaten erst um 1800.[6] Der vermutliche Erstbewohner kam aus einem reichen Bauernhaus: Henners in der Nähe des Backhauses.

Das Handeis-Haus

Handeis-Haus mit Spritzenhaus dahinter. Vor dem Haus von links: vierte Generation: Elisabeth Debus (Gote), Frieda Debus, Herrmann Haffer (Christians), Walter Debus

Die Frau aus Hanshannes war keine schlechte Wahl für Johann Theiß Debus. Jedenfalls konnte er sich um 1840 ein eigenes Haus am Rand von Gönnern bauen, das heute – 2013 – noch gut erhalten ist. Das Haus wurde nach dem Vornamen des Erbauers Johann Theiß benannt: JoHandeis Zu dem Grundstück auf der Holler Wiese (auch noch über dem Hausgrundstück hinaus) gehörten eigene Äcker und Wiesen, allerdings in den unterschiedlichsten Fluren Gönnerns.

Zu dem Handeis-Haus gehörte auch ein Stall für Kühe (höchstens zwei, Schweine und Hühner). Rechts neben dem Kuhstalleingang erkannte man leicht die Tür zum Abort anhand des Herzausschnitts. Von hier konnte man während einer Sitzung in aller Ruhe das Treiben auf der Straße beobachten.

Die Scheune war direkt an das Haus angebaut. Mitten in der guten Stube mit Fenstern zum Hof und zur Straße konnte man einen Verschlag zu einem Kellerraum öffnen, in den im Herbst die geernteten Kartoffeln geschüttet wurden. Das Schlafzimmer gegenüber der Stube beherbergte nicht nur die Eltern, sondern auch mehrere Kinder. Dazwischen passte gerade eine kleine Küche mit Ausblick auf den Friedhof, bzw. später auf das Feuerwehrhäuschen. Oben – vor dem späteren Ausbau von Dachluken – gab es Abstell- und Lagerräume für Getreide und nur eine Schlafkammer.

Ob die Familie alleine von der Landwirtschaft leben konnte, ist nicht überliefet.

Die verwandtschaftlichen Bindungen

Die Geschwister von Johann Theiß Debus in Handeis waren in

Cousins und Cousinen waren in

  • Mornshausen
    • Hans Henrich (* 1797), wanderte 1835 nach Amerika aus
    • Johannes Debus (1799–1841); er wurde Opfer eines Raubüberfalls, siehe Pfeddersheim 1841 – Der Mord an Johannes Debus (1799–1841) aus Mornshausen
    • Hans Henrich Debus (1810–1884), seine Kinder – für Johann Theiß Debus in Handeis Cousins/Cousinen zweiten Grades:
      • Johann Henrich Debus (* 1834) wanderte mit seinem Bruder Adam (* 1836) aus ins Ruhrgebiet, siehe Hans Henrich Debus (1834–1884) aus Mornshausen geht ins Ruhrgebiet
      • Elisabetha Debus (1837–1875) heiratete Johann Jost Wege in Hommertshausen
      • Johannes Debus (1839–1893) heiratete 1867 Elisabeth Kaufmann in Dautphe und übernahm das Scheffersch-Haus
      • Johann Jost (* 1841), nach Hörensagen: er war Bergmann und soll mit einer englischen Gesellschaft nach Calcutta ausgewandert sein und dort eine Inderin geheiratet haben, er galt als „Waghals“
      • Henrich (* 1843), nach Hörensagen: verzogen 1867 nach Wixhausen bei Darmstadt, er war in Gießen als Schlosser bei der Bahn und ist während der Arbeit tödlich verunglückt
      • Johann Georg (* 1845) heiratet 1894 in Neuasseln bei Dortmund
      • Ludwig Heinrich (* 1857), vielleicht ist er es, von dem gesagt wird, dass einer nach Weidenau zog und dort als Gerichtsvollzieher tätig war.
  • Holzhausen
    • Margaretha Bernhard (1825–1846)
  • Friedensdorf (siehe 1880 Linientreffen bei ''Hanweiets'' in Friedensdorf – Ursprünge in Friedensdorf und Hartenrod)
    • Johannes Debus (1832–1862), heiratete 1860 die drei Jahre jüngere Anna Elisabeth Seipp (* 1829) aus Weifenbach, nur zwei Jahre nach der Heirat starb Johannes Debus und die Frau war mit ihrer gerade drei Jahre alten Tochter Elisabeth (1859–1880) schon Witwe.
    • Johann Jost Debus (* 1837) heiratete 1864, zwei Jahre nach dem Tod seines Bruders (1862), die verwitwete Schwägerin. Somit blieb Johann Jost Debus im Haus. Aus der (ersten) Ehe stammt Georg Debus, der Polizeidiener wurde, ab (s. u.). Aus der zweiten Ehe mit Magdalena Debus aus Herzhausen stammt Johannes Debus, der spätere Bürgermeister, ab (siehe unten)
    • Johann Martin Debus (1835–1875) heiratete – relativ spät – 1870 Katharina Muth aus Eckelshausen (geb. 17.08.1833). Für die Frau ist vor dieser Heirat die Geburt eines Kindes vermerkt:
      • Elisabeth Muth, geb. am 03.11.1862. Am 28.06.1875 starb Johann Martin Debus in Eckelshausen. Kinder sind im Kirchenbuch nicht vermerkt. Auch sind weitere Daten für die Witwe nicht eingetragen.

Handeis Gote wußte von ihrer Mutter (1871–1938) zu berichten, dass früher Hommertshäuser Verwandte nach Gönnern gekommen seien.

Johann Theiß Debus’ Frau Anna Margaretha Theiß (1808–1882) aus Hanshannes (5) hatte alle Verwandten in Gönnern:

  • der Vater in Hanshannes: Johannes Theiß (1764–1831)
    • dessen Geschwister in
      • Hansweitz zwischen Hanshannes und Handeis: Elisabeth Theiß (* 1775)
      • Henners zwischen Kirche und Backhaus: Johann Heinrich Theiß (1768–1832)
        • Henners: Johann Heinrich Theiß I (1795–1873)
        • Hanjerjes: Anna Margaretha Theiß (1806–1870)
      • Sängersch in der Gasse: Anna Theiß (* 1777)
        • Sängersch: Johannes Sänger VIII (* 1804)
        • Unne Teutsch: Elisabeth Sänger (* 1802)
        • Amerika: Jacob Sänger III (* 1807)
        • Amerika: Katharina Sänger (* 1811)
  • die Mutter in Morais hinterm Backhaus: Elisabeth Rein (1781–1844)
    • deren Geschwister in
      • Morais: Elisabeth Rein (1787–1857)
      • Growekans zwischen Kirche und Backhaus: Katharina Rein (1777–1827)
        • Growekans: Johannes Märte (* 1802)
        • Scheuern neben Growekans:Johann Jacob Märte (1815–1847)
  • die eigenen Geschwister in
    • Hanshannes: die Schwester Elisabeth Theiß (1806–1870) verh. mit Johann Jakob Krötz aus Iwes-Majes
      • Hanshannes: Jacob Krötz III (1828–1864)
      • Handeis: Katharina Krötz (* 1835)
      • Raaschels:Elisabeth Krötz (* 1840)
      • Schäds: Christian Krötz (* 1849)
    • Ruwersch: der Bruder Jakob Theiß II (1811–1876)
      • Ruwersch: Anna Margaretha Theiß (1836–1883)
        • Ruwersch: Elisabeth Hanßmann (1868–1957)
        • Pirrersch: Wilhelmine Hanßmann (* 1877)
        • Dunjes: Anna Margarethe Hanßmann (* 1860)
        • Else: Heinrich Hanßmann (* 1864)

Zweite Generation: Heinrich Debus (1833–1896) u. a.

Überblick

Die Familie des aus Hommertshausen kommenden Debus hatte mit der ersten Heirat offenbar noch nicht genug von Hanshannes, der älteste Sohn versuchte es noch einmal mit diesem Haus: Er heiratete eine Nichte seiner Mutter aus Hanshannes. Das Haus liegt ja so nah! Damit ist logisch eine Einschränkung der Verwandtschaftsvielfalt verbunden.

Elisabeth Debus, zweite Frau des Johannes Paul in Schreinersch (beide rechts) mit den Kindern (in hinterer Reihe) Ernst, Adolf, Heinrich, Karl und (vordere Reihe) Luise, Lina, Margarethe
Jerjes Georg Debus
  • Heinrich Debus (1833–1896) blieb in Handeis und heiratete Katharina Krötz aus Hanshannes im Nirrerndorf
  • Katharina Debus (* 1836), bekam am 02.12.1861 unehelich eine Tochter: Elisabeth Debus (1861–1933), Vater war der ledig gebliebene Sängerschjerjes Forstwart Johannes Theiß VII (* 1825); Elisabeth Debus heiratete Kochs Jakob Rein hinter der Kirche und baute Reins-Haus (siehe Handeis und die Chaussee)
  • Dorothea Debus (1843–1900), blieb ledig in Handeis, bekam von Schäfekons Jakob Sänger V (1842–1887, er heiratete 1873 eine Frau aus Uwe Lenzes) im Nirrerndorf unehelich ein Kind: Christian Sänger (* 04.04.1868, k 1882; er war nach freiwilligem Militärdienst Verwaltungsbeamter in Meinerzhagen, hatte von dort aber immer wieder Kontakt nach Gönnern
  • Elisabeth Debus (1850–1919), verheiratet mit dem Schreiner Johannes Paul in dem von ihm gebauten Schreinersch Haus an der Chaussee (siehe Handeis und die Chaussee)

(2) Debus, Heinrich (1833–1896) ⚭ 1867 Krötz, Katharina (1835–1906) aus Hanshannes

Heinrich Debus in Handeis lebte nicht nur von der Landwirtschaft, sondern er wurde nach seinem freiwilligen Militärdienst für sieben Jahre Straßenwärter für die neu angelegte Schelde-Lahn-Straße (siehe Handeis und die Chaussee). Das ermöglichte ihm, noch weiteres Land hinzuzukaufen, z. B. nah der Straße in Richtung Frechenhausen.

Verwandtschaftliche Bindungen

Hanshannes-Familie – die Nichte von Katharina Krötz (1835–1906), verh. Debus: Elisabeth Krötz (1863–1909), ihrem Mann Balthasar Märte aus Growekans, der Mutter Elisabeth Margarethe aus Mellerpauls und den Kindern Theodor (* 1887), Heinrich (* 1889) und Pauline (* 1993) und Robert (* 1995)

Heinrich Debus hatte

  • Geschwister in
    • Handeis:
      • Dorothea Debus (1843–1900) blieb ledig im Haus mit 1868 unehelich geborenem Kind mit Jacob Sänger V (1842–1887) aus Schäfekons: Christian Sänger (* 1868, k 1882)
      • Katharina (* 1836) blieb ledig im Haus mit unehelich geborenem Kind, Elisabeth Debus (1861–1933), vom ledig gebliebenen Sängerschjerjes Forstwart Johannes Theiß VII (* 1825); später in Reins
    • Schreinersch: Elisabeth Debus (1850–1919), verheiratet mit dem Schreiner Schreinersch Johannes Paul (1846–1849), nach dem Tod seiner ersten Frau 1883
    • Jerjes: Georg Debus (1855–1948)
  • Cousins und Cousinen in
    • Hommertshausen
      • Silberg, dorthin verheiratet
    • Friedensdorf
    • Holzhausen

Katharina Krötz (1835–1906) hatte

  • Onkel und Tanten sowie Cousinen und Cousins
    • mütterlicherseits: siehe Mutter Elisabeth Theiß (1806–1870)
    • väterlicherseits: Johann Jacob Krötz (1798–1874)[7]
Blick von Borns Hof: links Borns Stall, anschließend Blocks (nicht zu sehen), „alte“ Schule (Teil zu sehen), „alte“ Kirche und rechts Jongersch (hintere Seite des Hauses)
  • Tante/Onkel in
    • Blocks: Elisabeth Krötz (1792–1846)
  • Cousinen/Cousins 1. Grades in
    • Blocks: Christian Müller (1825–1892)
    • Schäfersch in der unteren Gasse: Elisabeth Müller (1830–1882)
  • Cousinen/Cousins 2. Grades, beide verheiratet in
    • Majes: Johann Jakob Kretz II (1810–1874), verheiratet mit:
    • Majes: Anna Margaretha Mai (* 1812)
  • Geschwister in
    • Raaschels im Nirrerndorf, gegenüber von Handeis: Elisabeth Krötz (1840–1904)
    • Schäds jenseits des Backhauses auf dem Scheid: Christian Krötz (1841–1882)
  • Cousins und Cousinen in
    • siehe Geschwister ihrer Mutter Elisabeth Theiß (1806–1870) in Hanshannes

Kinder aus dieser Ehe (dritte Generation) waren:

Dritte Generation: Jacob Debus (1869–1916) u. a.

Überblick

Zur dritten Generation gehören:

  • Jakob Debus (1869–1916), übernahm das Handeis-Haus
  • Christian Debus (1866–1928), blieb ledig in Handeis
  • Emilie Debus (1874–1948) heiratete Johannes Paul (1872–1962) in Schreinersch an der oberen Chaussee, den ältesten Sohn aus der ersten Ehe des Johannes Paul (1846–1894)

(3) Debus, Jakob (1869–1916) ⚭ 1897 Haffer, Elisabeth (1871–1938) aus Christians (gegenüber Handeis)

Christians Haus mit dem Bürgermeister Christian Haffer im oberen Fenster, vor dem Haus Sohn Ludwig mit Enkel Hermann

Jacob Debus (1869–1916) war Maurermeister und hatte ein Maurergeschäft aufgebaut. Mit 28 Jahren heiratete er aus dem gegenüberliegenden Nachbarhaus Christians die zweitälteste Tochter des Bürgermeisters Christian Haffer (1848–1916) und seiner Frau Katharina Schneider (1848–1896) aus Läne. Mit der Heirat der Nachbarin Elisabeth Haffer (1871–1938) gewann die Handeis-Sippschaft eine erhebliche Erweiterung der verwandtschaftlichen Verbindungen im Dorf. 1916 starb Jacob Debus als Soldat in Russland und nach Aussage seiner Tochter Elisabeth, Handeis Gote, wurden alle seine Maurergerätschaften verkauft. Die verwitwete Elisabeth, geb. Haffer, hatte mit einer bescheidenen Kriegsrente, um die sie von anderen in Gönnern noch beneidet wurde, sechs Kinder aufzuziehen. Ihr ältester Sohn Heinrich (1898–1963) wurde beim Einsatz an der Westfront 1917 schwer verletzt und verlor ein Bein. Ihr Vater in Christians starb 1916, ihre Mutter war bereits 1896 gestorben. Eine große Hilfe im Haus war der ledig gebliebene Bruder des Jacob Debus, Handeis Pädda Christian Debus (1866–1928).

Verwandtschaftliche Bindungen

Vor Christians-Haus: Handeis Pädda Christian Debus mit dem Kuh-gespannten Wagen im Aufbruch zum Feld, hinterm Wagen Handeis Lina

Elisabeth Haffer (1871–1938) hatte Verwandte Tanten und Onkel

  • vom Vater Christian Haffer (1848–1916), Bürgermeister in Gönnern von 1886 bis 1916, in
    • Jongersch (Elternhaus) im Nirrerndorf: Johannes Haffer VIII (1842–1893)
    • Mechels zwischen Kirche und Backhaus: Elisabeth (1845–)
  • von der Mutter Katharina Schneider (1848–1896) in
    • Läne (Elternhaus) in der Gasse: Johann Schneider VI (1867–1904)
    • Born im Nirrerndorf: Anna Margaretha Schneider (1851–1925), verheiratet mit Jakob Müller VI aus Blocks zwischen Born und alter Schule und unterhalb der Kirche
Handeis Großfamilie auf einem Sonntagsspaziergang mit Handeis Heinrich Debus, Born Heinrich Müller, Handeis Lina Debus, verh. Schmidt, Christians Karls Frau Frieda und Kindern (Zuordnung siehe Anmerkungen)
  • Geschwister in
    • Christians: Ludwig Haffer (1886–1963); drei Söhne und eine Tochter
    • Nahäusersch: Katharina, verh. Märte (1869–1926); zwei Söhne und drei Töchter
    • Iwes: Karoline, verh. Rein (1877–1953); vier Söhne und zwei Töchter
    • Roths Villa: Margarethe, verh. Müller (1882–1957); ein Sohn und eine Tochter
    • Weilmünster: Christine 1874–1937), verh. mit Pfarrer Wilhelm Martin; drei Söhne und eine Tochter.
    • Berlin: Christian Haffer (* 1879), verh.; zwei Töchter.

Ihre Kinder (vierte Generation) waren

Vierte Generation: Walter Debus (1907–1963) u. a.

Überblick

Zur vierten Generation gehörten

  • Heinrich Debus (1898–1963) baute ein eigenes Haus im Wiesenweg Handeis Heinrich oder Käthes (nach dem Namen seiner „Käthe“ gerufenen Frau Katharina Ernestine, geb. Theiß, aus Kirchhain)
  • Paula Debus (1901–1988) heiratete Heinrich Müller (1897–1965) XIV aus Born im Nirrerndorf
  • Lina Debus (1902–1961) heiratete Willi Schmidt (1900–1979) aus Rudkops an der Chausse und baute nach dem Krieg auf einem Handeis-Grundstück oberhalb von Handeis auf der Holler Wiese
  • Elisabeth Debus (1904–2002) blieb ledg im Haus (siehe Handeis Gote: Elisabeth Debus (1904–2002))
  • Walter Debus (1907–1963) übernahm das Handeis-Haus
  • Frieda Debus (1911–1991) heiratete Erich Teutsch (1911–1997) aus Schalersch

(4) Debus, Walter (1907–1963) ⚭ 1933 Schmidt Anna (1911–1940) aus Schäds

Nach dem Tod der ersten Frau 1940 heiratete Walter Debus 1942 ein zweites Mal:

⚭ 1942 Kretz, Frieda (1912–1987) aus Majes

Verwandtschaft: von Haus zu Haus im Nirrerndorf

Sieht man sich alleine im Nirrerndorf – das heißt bis zur Kirche – um, dann wohnen in jedem Haus – für damalige Vorstellungen – nahe Verwandte. Ging zum Beispiel Heinrich Debus aus Handeis, der Älteste aus dieser Generation – mein Vater (GD) als 16-Jähriger von seinem Elternhaus das Nirrerndorf hoch, dann kam er bei all den folgenden Häusern mit Verwandten vorbei, wohl wissend, dass seine Eltern noch näher verwandt sind als er selbst:

  • Raaschels: Cousin 2. Grades: Wilhelm Rein
  • Christians: sein Großvater Christian Haffer (1848–1916), seinen Onkel Ludwig Haffer (1886–1963) und seinen Cousin Hermann Haffer (1913–2003)
  • Gehandengels: hier ausnahmsweise kein naher Verwandter, jedoch weitläufig
  • Born: Cousin 2. Grades aus Läne/Born und 2. Grades aus Läne/Christians: Heinrich Müller (1897–1965), der 1923 sein Schwager wurde, Mann der Schwester Paula.
  • Blocks: Cousin 4. Grades: Elisabeth Müller (1884–1973), verheiratet mit Karl Märte (1878–1952) aus Mechels (ebenfalls Verwandtschaft)
  • Jongersch: Cousin 2. Grades: Walter Haffer (* 1914)
  • Schäfekons: sein Vater ist Cousin von Christian Sänger (* 1868, k 1882), war nach freiwilligem Militärdienst Verwaltungsbeamter in Meinerzhagen
  • Hanshannes: Cousine 2. und 3. Grades: Elisabeth Märte (* 1921)
  • Hansweitz: hier wohnte um 1900 Wilhelm Martin (1873–1950), der eine Schwester seiner Mutter, Christine Haffer (1874–1937), aus Christians heiratete und mit ihr als Pfarrer nach Weilmünster ging. Von dort kamen die Cousins und Cousinen zu Besuch nach Gönnern.

Geht man weiter in Richtung Backhaus, so findet man wiederum fast in jedem Haus Verwandtschaftslinien:

  • Gordemechels
  • Mechels
  • Scheuern
  • Morais
  • Growe
  • Läne
  • Nahäusersch
  • Kochs-Reins

Nachwuchs

Aus den Ehen von Walter Debus erwuchs die fünfte Generation in Handeis. Nach den Geburten von Elisabeth (* 1933) und Gerda (* 1935) kamen 1939 Zwillinge zur Welt, Marga und Hilde. Die Mutter starb wenige Wochen nach der Geburt. Aus der zweiten Ehe gingen zwei Kinder hervor: Helmut und Heinz-Werner.

Kein Wunder, dass Lehrer Fritz Laue, Schulleiter in Gönnern von 1946 bis 1953, bei den Kindern der vierten Generation, z. B. den Zwillingen Marga und Hilde Debus aus Handeis, meinte, sie seien mit dem halben Dorf verwandt. „Halb“ ist vielleicht noch untertrieben.

Nachfolgende Generationen

Nach dem Tod von Walter Debus wurde das Haus von seinem Sohn Helmut aus zweiter Ehe übernommen. Jetzt – 2003 – wohnt dessen Tochter Tanja – sechste Generation – im Haus.

Anmerkungen und Nachweise

  1. Mit seiner freundlichen Zustimmung aufgenommen
  2. Chronik Gönnern
  3. Gedeutet: Schlagwerkmeister von Bottenhorn, hierzu gibt es keinen Hinweis aus Elsa Blöcher: Der Zimmermann im Hinterland und seine Balkeninschriften. Neumeister, Kassel 1975
  4. Früher war der Ab- und Wiederaufbau von Fachwerkhäusern nichts Ungewöhnliches.
  5. Die Rekonstruktion der Häusergeschichte anhand von Steuerlisten fehlt für Gönnern. Sie konnte im Rahmen der Erstellung der Dorfchronik nicht geleistet werden.
  6. Günter Debus: Geschichten aus unserem Dorf. Gönnern 1296–1996. Brockhaus-Druck, Dillenburg 1996, S. 115
  7. Die Kennzeichnung des Hauses in der Chronik Gönnern (S. 115) muss präzisiert werden: Iwes/Majes in Blocks, denn seine Eltern Johann Jacob Krötz (1766–1829) und Anna Margaretha Mai (1770–1833, die zweite Frau) wohnten in Blocks, in Sichtweite von Hanshannes. Er stammte aus Iwes, sie aus Majes. Ebenso muss in Blocks (Seite 160) die zweite Ehe des Johann Jacob Krötz (1766–1829) mit Anna Margaretha Mai aus Majes eingetragen werden, aus deren Ehe Johann Jacob Krötz (1798–1874) in Hanshannes stammt, ein Halbbruder der Elisabeth Krötz (1792–1864) in Blocks.