Höfe und Familien, Landgrafen und politische Strukturen in Katzenbach

Aus Genealogen im Hinterland
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Alte Ansicht von Katzenbach

Autoren: Wilhelm Völkel †, Günter Debus und Jürgen Westmeier †

Vier seit 1565 als landgräfliche Landsiedelleihe verpachtete Höfe in Katzenbach haben bis in die Gegenwart das Gesicht von Katzenbach geprägt. Die Hofnamen sind bis heute gebräuchlich:

  • Pahles
  • Enners
  • Sahners (Pitz)
  • Chrästs

Mit dem Pahles-Hof ist seit 1656 bis heute der Name Debus verbunden.

Wilhelm Völkel, dessen Urgroßvater, Johannes Debus, im Pahleshof in Katzenbach geboren wurde, war es immer ein Anliegen, nachdem er für seinen Heimatort Erndtebrück viel Geschichtliches zusammengetragen und veröffentlicht hatte, auch zu Katzenbach eine Chronik zu schreiben. Nach seinem Tod 2010 schreiben wir Koautoren ihm zum Dank die familiengeschichtlichen Beiträge zu Katzenbach unter Einbeziehung seiner Vorarbeiten.

Günter Debus, geboren in Gönnern, knüpft mit seiner Linie an seinen Ururururgroßvater in Katzenbach an. Jürgen Westmeier aus Buchenau sucht mit seiner Frau Anneliese nicht nur Entspannung in Katzenbach, sondern ist dort auch über seine Großmutter aus Enners familiär mit der Debus-Linie verankert. Alle drei verbindet ihr Interesse an der Aufarbeitung der Geschichte der Debus-Linie in Katzenbach.

Es ist Ziel des DeFa-Projektes, Biographien und Linien der Debus-Familien im Hinterland darzustellen. Katzenbach ist in diesem Projekt wegen der langen Debus-Linie einer der zentralen Orte der biographischen Darstellungen. In mehreren aufeinanderfolgenden Beiträgen wird die Geschichte von Katzenbach und darin eingebettet die Geschichte der Debus-Familie im Kontext der vier Höfe dargestellt. Vorrangig wird die Geschichte des Pahles-Hofes geschildert. Gliederung und Aufbau laden jedoch ein, die Geschichte zu den anderen Höfen zu ergänzen und zu vertiefen.

Katzenbach in der Beschreibung der Historiker

Autor: Günter Debus

Der landgräfliche Jagdhof Katzenbach

„Der 380 Meter hoch gelegene Ort Katzenbach wird zum ersten Male 1534 als landgräflicher Jagdhof im Gericht Dautphe genannt.“

So beginnt Karl Huth († 1986), als Verwaltungsoberrat und Heimatgeschichtler Autor einer Reihe von Orts-Chroniken, schreibt in seinem Biedenkopf-Buch über Katzenbach und führt u. a. aus:

„Katzenbach hatte 1577 = 4 und 1742 ebenfalls 4 Haushaltungen. Die Zahl blieb auch 1910 und 1950 unverändert. Die Einwohnerzahl fiel jedoch von 30 im Jahre 1910 auf 21 im Jahre 1950. Die gut erhaltenen 4 Fachwerkgehöfte fügen sich wirkungsvoll in das Landschaftsbild ein. Seit 1954 ist die Gemarkung von Katzenbach als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.“

Karl Huth: Magistrat der Stadt Biedenkopf (Hrsg.): Biedenkopf: Burg und Stadt im Wandel der Jahrhunderte. Wetzlardruck GmbH, Wetzlar 1977, S. 40.

Günter Bäumner (1926–2002), Realschullehrer und langjähriger Vorsitzender des Geschichtsvereins und Autor heimatgeschichtlicher Beiträge, schreibt:

„Biedenkopfs kleinster Stadtteil ist Katzenbach. Wir erreichen ihn über landschaftlich reizvolle Wanderwege oder über eine Straße von Kombach. Zwar taucht die kleine Siedlung als landgräflicher Hof schon 1465 in den Quellen auf, aber erst als Darmstädter Landgrafen regelmäßig zu Jagden kamen und nach Anfängen im Jahre 1661 schließlich 1724 hier ein Jagdschloss erbauen ließen, wurde Katzenbach bekannter. […] Geblieben sind vier Höfe, deren Geschichte sich zurückverfolgen lässt bis in jene Zeit.“

Günter Bäumner: Biedenkopf und seine Stadtteile – Bilder erzählen aus vergangenen Tagen, S. 71

Elsa Blöcher (1900–1995), Gymnasiallehrerin für Deutsch und Geschichte sowie Autorin zahlreicher Beiträge und Bücher zur Hinterländer Geschichte, schreibt:

„[Der landgräfliche Hof] wird zuerst 1534 im Gericht Dautphe urkundlich genannt, 1565 wird er in Landsiedelleihe, d. h. in Zeitpacht von Philipp dem Großmütigen an
Jost Damm,
Donges Cuntz,
Hen Schaub und
Henchen Hanse[1]
gegeben, – eine Vierteilung, die sich noch heute [1977] in den vier Höfen des Weilers erhalten hat. 1573 wiederholt sich die Vergabung, (siehe Hinterländer Geschichtsblätter 3, (3), 12.) Alle Leibeigenen des Landgrafen in den 16 Dörfern des Amtes Biedenkopf mussten dorthin ihre Dienste leisten, die allerdings schon vor 1570 in Geld (83 fl.) umgewandelt waren. Der jährliche Zins für den Katzenbacher Hof betrug 1570 12 fl. 24 alb. und 10 Malter Korn (nach dem Salbuch des Amtes Biedenkopf, 1570, StA. Marburg)“

Elsa Blöcher: Beitrag über Das Jagdschloss Katzenbach, 1977

Aus Hinterländer Geschichtsblätter 3, (3), Punkt 12 entnehmen wir:

„Katzenbach.
1565, 4. Dez. Landgr. Philipp verleiht Josten Dammen, Niklasen Sohn; Tongessen, Christmanns Cuntzen Sohn; Hen Schauben u. Henchen, Vesel Hansen Sohn, seinen Hof Catzenbach, jenseits der Stadt Biedenkopf gelegen, zu Landsiedelnrecht (Scr. 2907 = Lennep, Lehe z. Landsiedelnrecht C. P. 56 Nr. 18).“

C. F. Günther, Autor des Buches Bilder aus der Hessischen Vorzeit (1853), ist derjenige, auf den sich viele Hinterländer Heimatgeschichtler beziehen und daraus Darstellungen übernehmen. Wir lesen:

„Katzenbach – jetzt ein s. g. Weiler von vier Bauernhofraithen, 1 Stunde südöstlich von Biedenkopf, war früherhin ein s. g. Landsiedelgut, welches schon i. J. 1565 vorkommt, indem es damals L. Philipp d. G. an Jost Damm, Tonges Cuntz, Hen Schaub und Henchen Vesel Hansen verlieh. Vordem, als der ‚Hof‘ K. noch ein Hof des Landgrafen, und dort ‚der Vorrath‘ (Vorwerk) gewesen war, mußten die Unterthanen in dem 16 Dörfern des Amts Biedenkopf alle Dienste dorthin leisten. Diese waren schon vor Errichtung des Biedenkopfer Amts-Saalbuches v. J. 1570 in Geld (83 fl.) verwandelt werden. In diesem Jahr wurde der Hof von zwei Bauern gegen einen jährlichen Pacht-Zins von 12 fl. 24 Alb. Geld, 10 Malter Korn pachtweise benutzt.“

C. F. Günther: Bilder aus der Hessischen Vorzeit. Darmstadt 1853, S. 215–216[2]

Zu den Ausführungen zum Jagdschloß – Bau und Abbruch – und den landgräflichen Jagden kommen wir später auf Günther zurück. Hier noch eine allgemeine Bemerkung:

„Auch Katzenbachs Umgebung ist historisch merkwürdig: denn ¾ St. davon gegen Traisbach hin, also nordöstlich lag Hohenlinden, das Stammschloß der Wittgensteiner, auf einer Bergkuppe, rings von Wald umgeben. Und ebenwohl ¾ St. davon in südlicher Richtung ganz in der Nähe von Buchenau lag auf hohem Berge die Burg Hohenfels, der Sitz der von Hohenfels, nachmals denen von Döring gehörig.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Abschnitt „Katzenbach“, S. 217

Und abschließend noch eine Katzenbach schmeichelnde Aussage:

„Das so gemüthlich gelegene Katzenbach mit seinem vortrefflichen Wildbestand …“

Die östlichen Ausläufer des Rothaargebirges gehörten für die jagdbegeisterten hessischen Landgrafen schon früh zu den meist besuchten Revieren. Neben Katzenbach haben später zwei weitere Orte für die Landgrafen eine Rolle gespielt, auf die wir später zurückkommen (siehe Biographie „Debus im Pahleshof im 18. und 19. Jahrhundert“). So viel vorweg, es waren nach Günther:

„Die Kleudelburg
liegt am südöstlichen Abhange des Kleudelberges, ½ Stunde nördlich von Dodenau, 1½ Stunde nordwestlich von Battenberg, von 3 Seiten von Domanial-Wald begrenzt, nur nach Süden, dem Dodenauer Felde, eine offene, aber auch schöne Aussicht nach dem Ederthal, Battenberg und Battenfeld.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Abschnitt „Die Kleudelburg“, S. 212–213

„Die Kröge, auch Neujägersdorf
Ursprünglich ein großer Jagdhof mit 44 Gebäulichkeiten; jetzt Alles dieses verschwunden und zu einem Weiler umgewandelt, welcher im J. 1830 aus 13 Häuser mit 62 Einwohnern bestand. Die Kröge liegt im Ederthal, ein kleines halbes Stündchen nördlich von Battenberg, […]“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Abschnitt „Katzenbach“, S. 209

Katzenbach und die Jagdgeschichte der Landgrafen

Im 13. Jahrgang der Hinterländer Geschichtsblätter 1923 beginnt der Herausgeber (gez. Schm. Btb) mit „Beiträge zur Hinterländer Jagdgeschichte“ (HGB 1923, Jg. 13, Nr. 2, S. 34–39) und führen dies in nachfolgenden Jahrgängen weiter (Fortsetzung 1924, Jg. 14, Nr. 1, S. 1–3; Fortsetzung 1925, Jg. 15, Nr. 1, S. 1–3; Schluss 1925, Jg. 15, Nr. 2, S. 5–6).

Im Jahr 1922 gab es im Verein einen Herausgeberwechsel. Für die bisherigen „Mitteilungen“ war der bis 1922 amtierende Vorsitzende Dekan Balzer verantwortlich, ab 1922 für die ab dann so benannten „Hinterländer Geschichtsblätter“ Pfarrer Schmidt in Battenberg (gez. Sch. Btb). Zum damaligen Vorstand (siehe HGB 1922, Jg. 12, Nr. 3) gehörten: Vorsitzender Rittmeister a. D. Freiherr v. Biedenfeld (Bellingshausen bei Biedenkopf), stellv. Vorsitzender Bürgermeister Grünewald (Biedenkopf), Schrift- und Kassenführer Pfarrer Jüngst (Buchenau a. d. Lahn) „anstelle des so unerwartet plötzlich dahingeschiedenen Herrn Pfarrers Spieß, als stellvertretender Schriftführer der als solcher schon seit der Gründung des Vereins wohlbewährte Herr Hauptlehrer Zitzer (Battenberg), als Beisitzer die Herren Rechnungsrat Jäger und Rektor Steiz, beide zu Biedenkopf“.

Es wird nicht erwähnt, aber es ist anzunehmen, dass eine Quelle für die Beiträge das Buch von C. F. Günther (1853) ist (siehe unten), aber auch Akten. Denn im Anfang des Berichts lesen wir:

„Sind es zum großen Teil auch nur trockene, alte Akten, die uns einen Blick in die Jagdgeschichte vergangener Jahrhunderte tun lassen, so sind wir doch durch diese Akten befähigt, in das Leben unserer Vorfahren einen tiefen Blick zu tun. Freilich sind es vor allem ihre Nöte, die zu uns reden. Denn es gibt wohl kaum ein Vorrecht, das schrankenloser missbraucht worden ist und drückender auf dem Volk gelegen hat, als das Vorrecht der Jagd. […] Unsere heutigen Jagdresultate sind gar nicht zu vergleichen mit denen früherer Jahrhunderte, als unsere Wälder noch tatsächlich von Wild wimmelten, als die landgräflichen Jagdhäuser Elbrighausen, Katzenbach, Kleudelburg, Neujägersdorf (Kröge) noch wiederhallten von dem Lärm der fürstlichen Jagdlager.“

Schmidt: Beiträge zur Hinterländer Jagdgeschichte[3]

Das für Katzenbach konkretisiert (S. 36), z. B. in 1600:

„L. Ludwig IV. hielt vom 28. Juli bis 6. August in Biedenkopf ein Fürstenlager: es war das Sommer-Jagen. Aus den herrschaftlichen Vorräthen wurden unter andern dazu erfordert: 1½ Malter, 2½ Meste Kleie (damals kostete die Meste 2 Albus), 23½ Malter Korn, 2½ Meste Erbsen, 47 Mltr. Hafer für die Pferde, 4 Mltr. Hafer für die Hunde (Hunds-Oes), 10 Gänse, 83 Hähne, 85 Hühner, 9 Wagen Heu, 785 Gebund Stroh und 66 Klafter Holz.
Auch in der Schweinenhatze war dorten ein Fürstenlager vom 10. bis 17. Novbr. Verwendet wurden: 1½ Mltr. 1½ Meste Kleie, 21½ Mltr. Korn, 24 Mltr. Hafer für die Pferde und 5 Mltr. Hafer für die Hunde, 3 Gänse, 16 Hähne, 69 Hühner, 5 Wagen voll Heu, 676 Gbd. Stroh, 5 Wagen voll Kohlen, 70 Klftr. Holz.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Abschnitt „Zur hessischen Jagd-Chronik“, S. 276 – siehe dort auch für die Jahre 1601, 1602, 1603, 1604 und 1605

Die frühesten Berichte über fürstliches Jagen

„gehen zurück bis auf Ludwig I. (1413–1458) [geb. 1402]. Mit zahlreichem Gefolge, Hunderten von Reitern, Frauen, Jungfrauen, Sängern und Musikern zog er zur Jagd. Auch Philipp der Großmütige [1509–1567] war ein eifriger Jäger. Sogar während seiner Gefangenschaft [1547–1552] ließ ihm die Sorge um sein Wild keine Ruhe. Er betrachtete das Wild ebenso als Eigentum, wie der Bauer seine Kuh im Stalle, und wer sich daran vergriff, musste wie jeder andere Dieb bestraft werden. Ein leidenschaftlicher Jäger war dann Ludwig V. [1577–1626], Landgraf von Hessen Darmstadt. Er legte 1596 die erste Salzlecke an, zu der sich das Wild aus allen benachbarten Forsten hinzog.“

Schmidt: Beiträge zur Hinterländer Jagdgeschichte[3]

Vor ihm war Landgraf Ludwig IV (1537–1604), der einzige Landgraf von dem damals wegen ausbleibender Nachkommen nur kurz existierenden Landgrafschaft Hessen-Marburg, auch Oberhessen genannt, für Biedenkopf mit Katzenbach der Landesherr (1567–1604).

Von Günther (1853) erfahren wir:

„Zu den fürstlichen, Körper und Geist stärkenden Vergnügungen aller Zeiten gehörte insbesondere die Jagd. Sie war nicht nur ein Vergnügen, sondern auch eine Kunst. Hessens Fürsten pflegten die Waidmannslust, und schon von Landgraf Ludwig I. (1413–1458) ist bekannt, daß er als rühriger Jäger mit zahlreichem Gefolge, zuweilen Hunderten von Reitern, nebst Sängern, Spielleuten und großem Troß dem Waidwerke oblag. Aehnlich seine Söhne, namentlich Ludwig II. (1458–1471), der einstens mit 500 Reitern zur Jagd ausgezogen sein soll.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Einleitung, S. 183
Es wird vor Biedenkopf zur Jagd geblasen

Weiter berichtet Günther (1853) zu Philipp, dem Großmütigen (1504–1567):

„Philipps, des großen Landgrafen, Jagdlust ist geschichtlich. Oft zog er mit 100 und 200 Pferden zur Jagd, wo er dann für Jeden, auch den Aermesten zugänglich war, was zu manchen charakteristischen Scenen Veranlassung gab. Zu seinen Zeiten wurden alle Vergnügungen des Hofes mit der Jagd verknüpft. Ihr widmete der Landgraf bis ans Ende seines Lebens die meisten Stunden seiner Erholung. Ein Drittheil von ganz Hessen war, wie Rommel[4][5] sagt, mit Waldungen bedeckt, in deren sumpfigen Niederungen das wohlgenährte, menschenscheue Wild ohne übergroßen Schaden des Landmanns sich über die Maßen vermehrte. Daher konnte Philipp, der schon in seiner Jugend einen Bären erlegte und von dem benachbarte und fremde Fürsten mit den trefflichsten Jagdhunden beschenkt wurden, sie alle mit den Verzeichnissen seiner Waidmannssiege in Erstaunen setzen, wenn er bei einer einzigen Hetze binnen einigen Tagen im J. 1559 über 1100 Stück Schwarzwild, oder bei einem einzigen Treibjagen 150 Hirsche fing. Hier war es auch, wo er immer die beste Kunde über die Anschläge seiner Nachbarn und über sein eigenes Land einzog, wo er Grenzirrungen berichtigte und in patriarchalischer Herablassung bei der Freimüthigkeit des hessischen Landmannes so manche nützliche Probe bestand.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Einleitung, S. 183–184

Zu seinem Nachfolger für den Teil Oberhessen Landgraf Ludwig IV (1537–1604) in Marburg (Landgraf für Hessen Marburg von 1567 bis 1604), der für Katzenbach der Landesherr war, berichtet Günther, dass „sein Vater ihn ‚einen guten Waidmann‘ nannte“ und führt weiter aus:

„Nachdem dieser Landgraf Ludwig IV. zur Regierung seines Antheils am Hessenlande, des Landes an der Lahn, in dem Oberfürstenthum, im Jahr 1567 gelangt war, pflegte er sein Jagdwesen ebenso sorgfältig, wie seine ganze Landesverwaltung. Er hatte zwei Oberförster, einen an der Lahn, den anderen am Vogelsberg. Dieser Fürst ist auch der Erbauer des Romroder Jagdschlosses.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Einleitung, S. 185

Zu Landgraf Georg I. (1547–1596) in Darmstadt schreibt Günther:

„Philipps jüngster Sohn, Georg I., der erste Landgraf von Hessen-Darmstadt (1567–1596), fand dennoch beim Antritt seiner Regierung fast gar kein Wild in seinem Lande, der Obergrafschaft, so daß er sich vom Pfalzgrafen mehrmals Wildkälber kommen und in dem von ihm angelegten Thiergarten in Kranichstein heranwachsen und dann ins Freie setzen ließ […]. Von Ludwig IV. zu Marburg erhielt er die zwei ersten Stücke [wilde Schweinlein] zur Besetzung seines Parks, die er dann in den offenen Wald laufen ließ.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Einleitung, S. 185

Zu Georg I lesen wir auch bei Günther, dass er in die Länder seiner Brüder, Hessen-Kassel und Hessen-Marburg kam, um zu jagen und sich zu vergnügen:

„Zweimal zog der Landgraf in diesem Jahre[6] zur Jagd nach Cassel; das erstemal am 7. September, wo am Meißner, im Reinhardswald, in der Eschstruth wacker gejagt wurde. Bei dieser Gelegenheit war er auch am 18. Sept. in Romrod. Obgleich er erst am 19. October nach Darmstadt zurückkehrte, reiste er am 17. November abermals nach Cassel zu den großen Schweinshatzen, insbesondere bei Friedewald, die bis zum 20. December dauerten.
Auf solchen Reisen wurde auch oft gespielt, insbesondere in Marburg, Cassel, Friedewald ec., wenn die Landgräfinnen anwesend waren. Theater gab es damals dorten noch nicht: die Herrschaften führten aber ihre ‚Trompeter‘ mit sich, welche aufspielen mußten, wenn keine fremde Fiedler, Harphionisten, Lautenschläger oder Gaukler anwesend waren.[7]

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Einleitung, S. 187

Katzenbach: 1565 bis 1650

Autoren: Günter Debus und Jürgen Westmeier

Übersicht über die Familien in den vier Höfen von Katzenbach

Rekonstruktion der Anfänge

Es war Wilhelm Völkel, der sich schon vor Jahren um die Klärung der Anfänge der Familien im landgräflichen Hof in Katzenbach bemühte. Hier ist eine seiner Aufzeichnungen wiedergegeben. Heute – nach weiteren Recherchen – wissen wir, dass die Darstellung zu den Anfängen korrigiert und präzisiert werden kann.

Die Familien in Katzenbach (Wilhelm Völkel, 2002)

Übersicht über die Familien in den vier Höfen von Katzenbach, erstellt von Wilhelm Völkel, 2002 mit Dank an Anneliese Westmeier, Jürgen Westmeiers Frau, Leiterin des familiengeschichtlichen Arbeitskreises Hinterland.

Freddy Kothieringer haben wir Hinweise zur Entstehung der Hofnamen zu verdanken:

„Die alten Hausnamen im Kirchspiel Eckelshausen bilden sich nach dem 30-jährigen Krieg. In der Regel kehrte mit dieser ersten Generation von Bewohnern Stabilität und Konstanz in das Dorfleben ein. Der Krieg und die Pest hatten zu mehrfachen Besitzänderungen geführt. Erst jetzt kehrte Ruhe ein und die Höfe blieben wieder über viele Jahre in einer Hand. Dies ist besonders schön in Katzenbach zu erkennen: Auch in diesen 4 Höfen kehrte Ruhe ein und zwischen 1645 und 1660 kam es zu folgenden Eheschließungen.“[8]

Die Hausnamen leiten sich aus den Vornamen der Besitzer ab:

Sahners
Alexander Eichmann (wird im Kirchenbuch oft auch als Sanner bezeichnet) ⚭ 1666 mit Madalena Zöller
Pahles
Paulus Debus ⚭ 1656 mit Gertraud Damm
Enners
Andreas Möller (wird im Kirchenbuch oft auch als Enners/Enders bezeichnet) ⚭ 1656 mit Elisabeth Debus
Crästs
Christ Bösser ⚭ III. Christina N.N.

Sahners: Alexander – Pahles: Paulus – Enners: Andreas – Chrästs: Christ
sind die Namenszuordnungen für die Katzenbacher vier Höfe. Insofern müssen wir davon ausgehen, dass diese Hofnamen mit den zugeordneten Bewohnern erst seit Mitte des 17. Jahrhunderts (um 1650) gesichert sind. Die Zuordnung der Bewohner vor diesem Zeitraum (1656–1650) ist hypothetisch, aber plausibel aus den Familiendaten und Steuerlisten ableitbar.

Lehnbriefe und Amtsrechnungen

Die folgende Auswahl von Dokumenten stellt Namen der Pächter und die Bedingungen der Pacht heraus.

Die Pacht wurde immer auf acht Jahre vergeben.

Der Lehnprieff von 1573 (Landgraf Ludwig IV. Hessen-Marburg)

„Von Gottes gnaden Wir Ludwig Landgrave zu Hessen / Grave zu Catzenelnpogen, Dietz, Ziegenhain und Nidda thun kunth und be- / Kennen hieran offentlich – Das wir unsern Underthan- / Nen Josten Dammen, Nicolausen sohnn, Thongessen, Christmans Cunzen sohn, / Hen Schauben und Henchen Ursell, Hansen sohnn / Unsernn erbeigenthumblichen Hoiff Cazenbach Jenseitt unserer Stadt / Biedenkapff gelegen mitt seinen zugehörigen Hoiff / Reidenn.Ackeren,Wiesenn.Garten und Gewandenn und weiter nichts, / zu gewonlichen Landsiedelen Rechtens / die nechsten nacheinander volgene Acht Jharlang, vom dato anzurech- / nen.verlauhen haben.verlauhen ihnen auch / denselbigen unsernn eingentümblichen Heiff hirmitt und In crafft / dieses unsers brieffs. Dargestalt das sie solln / denselbigen unsernn hoiff sampt seiner Zugehorung wie obstehett / Innehaben, nuzen unnd gebrauchen, auch in gutem, wesent- / Lichem Baw und besserung halten, darvon nichts vereussern, verpfenden / Oder versezenn, Desgleichen unns / Darauss Jharlichs unnd eines Jhars besonder uf ein jeden Sanc / Michaelstag in unser Rencherey / Biedencapff zwanzig malter frucht pertim und zwolf gulden. Jedem zu / Funfzehn Batzen.Item Sechs / Alb.erlegenn und entrichten sollen.-Wan sie aber das alles wie / Erzellt nichtt thun unnd / Halten wurden. Alsdann sollen sie sich der Leihe selbstentsagt haben / Und sie die übrigen Laihe Laihe Jahr. So sie / Noch daran hettenn,nichts vortragen,Sondern unns in allewege frey / Stehen den Hoff widderumb zu uns / Zunehmen und Andrenn zu berleihen’-Die geholze und Welde aber ha- / Ben wir uns ganzlich vorbehalten / Unnd sollen sie hinfüro darmitt nichtts zu schaffen haben, sondern / Darselben allerdings müssig gehen,Wan / Sie aber Bauholz benotigett,soll Ihnen jderzeitt uf anweisungunse- / Rer Fürsten nottürftig Brenholz umb / Gebürlich Forstgeltt gevolgtt werden.Es soll auch noch nach verlauffung / Der Acht Jahr diese Leihe todt und / Ab sein, unnd unns unnd unseren erben frey stehen mitt vielbemeltem / Hoiff,alss unserem Einegnthumb / Nach unserem gefallen zu schalten und zu walten,ohne Ihr verhind- / Runge ohne geferde.-Des / Zu urkunth haben wir unser Secret Ingesiegell hierauff / Trucken unnd geben lassen Am sechzehnden / Juny Anno Siebenzig und drey:/“

„Den Hof Catzenbach haben under Handen.

No: schicke ich auch den vorigen Lehnprieff in originale.

Zinsen Jhres 10 f 19 alb. 20 mltr. Frucht pertim.“

– „Verzeichnis was von unsres gnadigen fürsten und Herrn gütern im Ampt Biedencapff gelegen, so Renchmeister daselbst Bastian Bender den 16 t.Juy Anno 1573 vereuhen uff 8 Jahr.“, STAM 51.acc.1879/36

Catzenbach 1593 [Amt Biedenkopf gehört zu Hessen-Marburg]

„Catzenbach ist ein Hoff im ampts Biedencapff und dessen gerichts Dautphe gelegen, und meinem gnedigen Fürsten und Herrn mitt allen seinen gebewen, güetern, gewälder und allem andern darzu gehörigen Erb und eigenthümlich zustendig und ist derselb Hoff ietziger zeit und letztlicher im abgelaufenen –89. Jahrnachbenanten vier Landsittel, nemblichen
Henchen Nehen,
Dieterichen,
Ditmare Hansen und
Hannausen
Uff acht Jar Landsittels Weyse verliehen Worden, nach welcher ablaufung, sie den Hoff wiederumb zu empfangen, oder meinem Gnedigen Fürsten und Herrn, abzutreten Schuldig seindt.“

– Sahlbuch des Ampts Biedencapff Anno 1593 (S. 485)

Inventarium Hoff Catzenbach [ab 1604 Hessen-Darmstadt]

Am Ende der Amtsrechnungen 1600–1657 finden wir das

„Inventarium der Hoiffen undt Güttern von Ackern/Undt Wiesen, so unserm Gn.Fr./Undt Herrn Eigenthümlichen/zu stehen.

1) Der Hoff Catzenbach hat an Wiesen 36 Morgen
Jeder Hofmann – 9 Wagen
Ahn Ackern – – – – 36 Morgen
Jeder Hofman in iedes fest/
Gartten seindt in wiesen und ackern gerechnet.
Beuw.
Vier Wohnheiser
Vier Scheuren
Vier Viehe Ställe“

Der Hof Katzenbach 1605

Von Jürgen Westmeier (1996) übernommen:

„Ferners haben seine Fl. Gn. Im Ambt den Hoff Catzenbach, obig Buchenaw gelegenn, so in Vorzeiten auch ein Vorwergk geweßen. An Äckern in den 3 Feldern, so ausgestellet werden, ungver in 108 Morgen ...unartig Landtt. Item etzliche wenige Morgen Trischer. An Wiesen: 32; gemeine Bauwerg. Mitt Haw. An Grummet, weil diese wiesen mehrerteils durre undt ..ten.. ein ....hl.gemehrt werden: 8. Weyl dann dieser Hoff ligt im Wildprett und den Wellden. An Krautgartten: 1 Morgen. An Obstgarten: nichts. An Bewenn: Vier Baurn-Wonheuser seindt vast ...., 3 mitt Stro und das 4. Mitt Steinen gedecktt. Item 4 Scheuern mit Stro gedecktt. 4 Stelle an den Scheurn, darinnen der vier Hoffleut Pferde, Kuhe und Schaffe stehen. Müssen alle diese Bew uff ihrn Costenn haltten undt machen. Item das Holz ... Es seye Baw- oder Brenholtz.

Dieser Hoff ist anno 1605 den jetzigen Hoffmennern uff 8 Jahr verlihen, haben damals 11 fl Baczen Leyhegelts geben. Geben Jahrs stendigk: Geltt: 12 fl. .. 24..in ..Korn 10mlr ..Haffern 10 mlr Marp. Maß Ein jeder Hoffman heltt 3 Pferde undt 1 Pflug. Haltten zusammen 30 Stuck Rindvihe, jung und altt. Item 160 Stuck Schaffvihe in einem Pfirche. Zu disem Hoff hatt dabeien Wiese zu 2 Wagen Hews (gibt kein Grummet) gehoot. Ist aber durch den Cammermeister Chelium dem Understen Altmüller zu seiner Mühlen, die Altmühle genannt, so sein Eygent. Undt Unserm Gn. L. und Herrn pp. Phachtt gibbt, umb Zinß verlihen. Undt Geschichtt berichtt, das in Vorjahrn Unser Gn. L. und Herr Landgrave Philips zu Hessen pp. An disem Ort auch ein Vorwergk gehabtt. Weyl es aber den Uncosten nicht ertreglich, ist es abgeschafft worden. Do nun unser gn. L. undt Herr pp. Itzunt widderumb ein Vorwerk anhero legen wollte, welche Vorwergk aber am Lauttern-Berge ligen; auch rau und steinicht landt ist, Item wenig Weyde hatt. Gehet seinen fl. Gn. Erstliches ab. Nicht alleine das obgesagte Leyhegeltt, Geltt und Fruchtt-Zinßen, sondern auch jahrlichs 79 fl. 16 alb. Dienstgeltt, so die Unterthanen itzo vor denselben dienst gebenn. Item seine fl. Gn. Wurde sich mit den Hoffleuten der Bew und Beßerunge, wie auch der Acker undt Wissen halbe, so die ...., vermöge dises Ambts geprauchen, abfinden müssen.“

Steuerlisten: Eigenbede

In den Amtsrechnungen II Biedenkopf 4 (Staatsarchiv Marburg) tauchen die Katzenbacher Pächter nicht bei Einnahmen an Rauchhafer oder Hähne für bewohnte Häuser auf, was darauf schließen lässt, dass sie zu solchen Abgaben nicht verpflichtet waren. Dagegen werden sie in der Liste der Eigenbede genannt, eine Abgabe pro Person. Diese Listen erscheinen erst seit 1629. Hier werden die Namen der in Katzenbach – mündigen – Personen (ohne Bezug auf einen Hof) genannt. Daraus geht auch hervor, wann eine Person stirbt und „verteidigt“ wird, d. h. das Besthaupt erhoben wird. Besthaupt ist eine Sterbefallabgabe an den Landgrafen, die darin besteht, dass das beste Stück Vieh an ihn abzugeben ist.

Die Schreibweise der Namen variiert, bereits im Original und beim Lesen. Lautsprachlich sind die Namensnennungen jedoch eindeutig zuzuordnen.

Dokument eines Rechtsstreits

Ein Glücksfall stellt ein Dokument aus dem Jahr 1764 dar, das bei Recherchen im Staatsarchiv Marburg gefunden wurde. Es handelt sich um eine geschichtliche Darstellung der Leihverträge und Abwicklungen in der Zeit zwischen 1620 und 1764. Der Rechtsstreit betrifft Hans Hampel, „jetzt Johannes Pitz und Consorten“, wie die Pächter häufig zusammenfassend genannt werden. Hierin finden wir eine Reihe von Angaben, die über Dokumente nicht belegt sind.

Die nachfolgende Übersicht über die Hofleute in Katzenbach fasst die Angaben aller genutzten Quellen zusammen. Daraus ergibt sich ein einigermaßen konsistentes Bild.

Ausschnitt aus dem Dokument:

„Pag.1

Relatio ex Actis tam cameralibus
quam Juditialibus una cum Voto
in Sachen
Hans Hampels, modo Johannes Piz und Con-sorten, Landsiedel Leyh Beständern des herr-schaftl. Hofs Cazenbach im Fürstl. Amt Bieden-kopf

entgegen
Die Fürstl. Rentkammer dahier

Pto LandSidelia

Demnach von Seiten eines Hoch Fürstl. Hofs-
gerichts Ober Appellations Gericht mir die
den obgedachten herrschaftl. Hof Cazenbach be-
trefende so Cameral als Judicial Ack-
ten mit dem gnädigsten Auftrag zugestel-
let worden, dass ich solche wohl durchgesehn
und mit Rückschrift auf die von dem zei-
tigen Hh. Ober-Ober-Appellations Referenten
in dessen Auszug angemerkten momatoße
Bedeutlichkeiten der Sache dahin über-
legen möchten, ob es räthlicher sei, den
Ex partl einer Hoch Fürstl. Rentkammer in
Referirt in collegio d 25 octbr. 1765“

79

Übersicht: Hofleute von Catzenbach

Lehnbrief 1565: Pächter [Leihe 1565–1572]

  • Jost Damm,
  • Donges Cuntz,
  • Hen Schaub und
  • Henchen Hansen

Lehnbrief 1573: Pächter [Leihe 1573–1580]

  • Josten Dammen, Niclausen sohnn
  • Thogessen, Christmans Cunzen sohn
  • Hen Schauben
  • Henchen Ursell, Hansen sohnn

Sahlbuch 1593: Pächter [Leihe 1589–1596]

  • Henchen Nehen
  • Dietrichen
  • Ditmars Hansen
  • Hannaussen

StaM 1620: Pächter [Leihe 1613–1620]

  • Dietrich Stork, KB: 1618 Jacob Storck ⚭ Katharina
  • Jost Hans, KB: <1619 Christ Bößer ⚭ Marga
  • Hans Linde
  • Jacob Reh

StaM 1628: Pächter [Leihe 1621–1628]

  • wie 1620, KB: 1624 † Enders Damm u. Frau; 1625 Lucas Möller ⚭ Cath. Damm

Bedeliste 1629 (für jeden 2½ alb): Bewohner [Leihe 1629–1636]

  • Christ Böser et Marga, KB: 1634 Jacob Stork ⚭ Getraud Diel
  • Jacob Storck et Elsa, KB: 1636 Jacob Stork†
  • Laux Möller er Catharein
  • Hans Linde et Elsbeth

Bedeliste 1636: Bewohner

  • wie 1629; Jacob Starck und Elsa Linne werden „verteidigt“

Bedeliste 1637: Bewohner [Leihe 1637–1644]

  • Christ Bößer und Margreten, KB: 1637 Jost Damm ⚭2 Getraud Stork
  • Laux Möller und Cattarein
  • Hanß Linne
  • Jost Damb („der man zu kommen“) und Gerdrutt

Bedeliste 1638

  • Christ Bößer und Margreten
  • Laux Möller und Cattarein
  • Hanß Linne „verteidigt“
  • Jost Damb und Gerdrutt

Bedeliste 1640: Bewohner

  • Christ Bößer und Margret
  • Laux Möller und Catharein
  • Jost Damm und Gertraut

StaM 1640

  • Ein Hof verlassen, Minderjähriger mit Weimarschen Truppen weggezogen
  • KB: 1641 Lucas Möller†
  • KB: 1641 Bast Zöller ⚭2 Vath.Möller/Damm
  • KB: 1641 Crist Bößers Frau Marg.†

StaM 1644: Pächter

  • Christian Bößer
  • Sebastian Zöller
  • Jost Damm
  • Debus Linden

Bedeliste 1645: Bewohner (für jeden 2½ alb) [Leihe 1645–1652]

  • Christ Böser, KB: 1647 Jacob Bößer†
  • Jost Dam et Gertraut
  • Bast Zöller et Caterein
  • Jacob Boeser et Lenchen

Familiengeschichte nach den Kirchenbüchern von Eckelshausen

Kirche von Eckelshausen[9]

Die Katzenbacher gehörten zur Kirche Eckelshausen. Dort waren in früheren Jahren Sitzplätze für die Familien „festgeschrieben“. Taufen, Konfirmationen und Trauungen fanden in Eckelshausen statt. Beerdigt wurde in Katzenbach. Der Weg von Katzenbach nach Eckelshausen zur Kirche misst immerhin zwei Kilometer, also eine nicht unerhebliche Strecke für Kirchgänger.

Die Kirchenbücher von Eckelshausen enthalten die gewünschten Daten für die Familien in Katzenbach. Dank Freddy Kothieringer sind die Daten der Kirchenbücher von Eckelshausen dokumentiert, Stand vom 06.12.1999 (siehe Namen im Kirchenbuch Eckelshausen).


Enners

Kirchenbuch Eckelshausen, Katzenbach (Kb)

Enders Damm (* ca. 1580, † 18.10.1624; Kb)
⚭ Leiß (keine weiteren Angaben zum Namen)(* ca. 1580, † 19.10.1624; Kb)

  • Hansge Damm († 27.09.1624; Kb) ⚭ NN († 11.10.1624; Kb)
  • Catharina Damm (1607–1665; Kb) ⚭ 12.05.1625 Lucas Möller aus Buchenau (siehe unten)

⚭ 04.10.1641 Bast Zöller aus Dautphe (siehe unten)

  • Hans Damm (? ⚭ 1635 Gela (keine weiteren Angaben zum Namen) Engelbach
  • Jost Damm (1613–1665 Kb) ⚭ 23.02.1637 Gertraud, verw. Stork, geb. Diel in Sahners (1603–1683 Kb) siehe Sahners

Catharina Damm (1607–1665 Kb) ⚭ 12.05.1625 Lucas Möller aus Buchenau († 1641, 07.01.b)

  • Tochter Möller (1629–1641, 08.02.b Kb)
  • Kunigund Möller (* 1631) ⚭ 26.04.1653 Reitz Michel in Silberg
    • Magdalena Michel * 1663 in Silberg
    • Jos Michel * 1669 in Silberg
    • Johannes Michel * 1682 Silberg
  • Jost Möller (* 1632) Buchenau
  • Andreas (Enners) Möller (1635–1697) ⚭ 13.05.1656 Elisabeth Debus aus Friedensdorf (1638–1695), Schwester von Paulus in Pales

Nach Tod des ersten Mannes Lucas Möller, bestattet am 07.01.1641 Katzb,
⚭ 04.10.1641 Sebastian (Bast) Zöller (1602–12.11.1669) aus Dautphe (zweite Ehe)

  • Christ Zöller (1643Kb – nach 1679), Ergänzung: sagt 1692, in Buchenau wohnend, im Hüte-Rechtsstreit mit Dreisbach aus (siehe Katzenbach 1650–11699), er lebte 22 Jahre in Catzenbach.
  • Jost Zöller (1646–1646 Kb)
  • Magdalena Zöller (1647–1714) ⚭ 08.05.1666 Alexander Eichmann aus Kombach, siehe Sahners, dort übernehmen sie den Hof nach Aufgabe der Vorbesitzer

Andreas (Enners) Möller (1635–1697) ⚭ 13.05.1656 Elisabeth Debus aus Friedensdorf (1638–1695), Schwester von Paulus in Pales

(Fortsetzung siehe Beitrag Debus in Katzenbach im 18. und 19. Jh.)


Pahles

Kirchenbuch Eckelshausen, Katzenbach (Kb)

Jacob Stork (Katzb–1636 Katzb) ⚭ 1618 Catharina NN (? – 31.12.1627 Kb)

  • Andreas (* 1618, keine weiteren Angaben, vermutlich gestorben)
  • Catharina (* 1621 w.o.)
  • Jost (* 1623 w.o.)
  • Crein (* 1626 w.o.)

Nach 1627 (Tod der ersten Frau Catharina)

⚭ 20.02.1634 Gertraud Diel aus Buchenau (1603–25.5.1683 Kb)

  • Christ Stork (* 1632, † 18.09.1636 Kb)
  • Enchen Stork (* 1633) ⚭ 17.07.1654 Johannes Bonacker aus Buchenau (siehe Sahners)

Nach 1636 (Tod von Jacob Stork)

Jost Damm aus Enners (1613–1665 Kb) ⚭ 23.02.1637 Gertraud, verw. Stork, geb. Diel aus Buchenau (1603–1683 Kb)
(Das heißt: Jost Damm heiratet mit 24 Jahren die in „Pahles“ verwitwete, 10 Jahre ältere Gertraud Stork, geb. Diel)

  • Gertraud Damm (1637–1680) ⚭ 14.07.1656 Paulus Debus aus Friedensdorf (1635–1699)
  • Catharina Damm (* 1639,ohne weitere Angaben)
  • Mathäus Damm (1642–1642)
  • Elisabeth Damm (1643–1644)
  • Jost Christ Damm (1644–1644)
  • Johann Jost Damm (1648–1648)

Gertraud war die einzige der sechs Kinder, die das Erwachsenenalter erreichte. Sie führt mit Paulus Debus den Hof, nun Pahles genannt, weiter (siehe dort)

Gertraud Damm (1637–1680) ⚭ 14.07.1656 Paulus Debus aus Friedensdorf (1635–1699)


Sahners

Vor 1654 nach Dokumenten:
ab 1620 mit dem Namen Linne belegt: Stam 4654)

Hans Linne (?–1638) ⚭ Elisabeth NN (?–1636)

Es gibt keine Daten im Kirchenbuch zu diesen Personen

Ab 1640 Hof unbewohnt: Stam 4654; Bedeliste 1640

Der Hof wird wieder bewohnt von Enchen Stork aus Pahles zusammen mit Johannes Bonacker aus Buchenau nach deren Heirat 1654.

Kirchenbuch Eckelshausen, Katzenbach (Kb)

Enchen Stork (1633–?) aus Pahles ⚭ 17.07.1654 Johannes Bonacker aus Buchenau

  • Johann Jost (05.12.1655–1656, 18.03.b)
  • Henrich (13.02.1657–)
  • Johannes (20.03.1659–1662, 04.11.b)
  • Gertraud (06.09.1661–)
  • Henchen (11.02.1664–05.07.1664)
  • Enchen (16.06.1665–29.07.1665)

Der Sahners-Hof war 1657 nach der Biedenkopfer Bedeliste noch im Besitz von Johannes Bonacker et Enchen.

Vermutlich in oder nach 1666 wird der Hof aufgegeben, denn weitere Daten der Familie fehlen in den Kirchenbüchern. Der Hof wird übernommen von Alexander Eichmann und Magdalena, geb. Zöller, aus Enners:

Magdalena Zöller (1647–1714) aus Enners ⚭ 08.05.1666 Alexander Eichmann aus Kombach


Chrästs

Kirchenbuch Eckelshausen, Katzenbach (Kb)

Christ Bößer (Abt. 1595–1671, 26.01.b) ⚭ bef1619 Margaretha NN († 1644, 25.04.b)

  • Barbara * 1619
  • Jacob * 1621 ⚭ 29.09.1641 Enge Wilhelm aus Caldern, † 1647 Katzb
  • Jost * 1623
  • Catharina * 1627
  • Johannes * 1629 ⚭ 10.11.1653 Elisabeth Thomas aus Steinperf, Holzhausen
  • Henrich * 1633–1633, 26.03.
  • Jost * 1634 ⚭ 09.06.1657 Catharina Weirichshäuser aus Elmshausen
  • N.N. * 1643

⚭ 1644/45 Anna NN

  • Bast * 1645
  • Elisabeth * 1647 ⚭ (1671) Theiß Schmidt aus Damshausen
    • Sohn: Johann Theiß Bößer 03.05.1671 Katzb
  • Gertraud * 1648
  • Hans *1650 Katzb, † 14.02.1672 Eckh
  • Catharina * 1652, † 1653, 03.03.b

⚭ 1653 Christina NN (1617–05.03.1684)

  • Anna * 01.04.1654
  • Hermann * 16.09.1656
  • Magdalena * 09.11.1659, † 1671, 19.11.b
  • Johannes * 28.03.1663, † 1667, 05.12.b

Jost Bößer (1634–1702, 05.06.b Kb) ⚭ 09.06.1657 Catharina Weirichshäuser aus Elmshausen (1638–10.12.1678 Kb)

  • Elisabeth (* 25.08.1658) ⚭ 15.11. 1681 Johannes Weigel aus Hommertshausen, Vater: Georg Weigel; siehe Hofnachfolge
  • Margareth * 21.03.1660
    • unehel. Kind Johann Jost Bößer 14.05.1688
  • Christina (* xx.02.1662) ⚭ 02.09.1692 Michael Schmidt in Allendorf
  • Bast (* 09.12.1663, † 1664, 21.06.b)
  • Enchen * 03.05.1665 29.03.1677
  • Anna Maria * 17.10.1667, † 1724, 17.10.b
  • Gertraud * 28.02.1670 ⚭ 13.10.1702 Werner Seipp aus Eckelshausen
  • Anna Gertraud * 12.03.1672 ⚭ 20.04.1693 Johann Jacob Weigel, Hommertshsn, Vater: Hans Weigel
  • Bast * 07.02.1675 ⚭ 29.05.1704 Elisabeth Craft in Allendorf
  • Johannes * 14.09.1677, † 28.02.1680 Katzb

Elisabeth Bößer (* 25.08.1658, † 07.04.1721 Katzb) ⚭ 15.11.1681 Johannes Weigel aus Hommertshausen (1646–1719, 03.10. Katzb)


Schadensliste für Katzenbach im Dreißigjährigen Krieg

„Die Plünderungen des Hinterlandes im 30jährigen Krieg“ (siehe Immel, 1977, Hinterländer Geschichtsblätter Jg. 54, Nr. 2, S. 4) haben auch Katzenbach betroffen. „Im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt wird ein vollständiges Register aufbewahrt, betreffend die Schäden durch ‚kaiserliche und Reichsarmaden’ […], in dem alle materiellen Verluste aufgezeichnet sind, die die Bevölkerung der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zwischen den Monaten Oktober und Dezember des Kriegsjahres 1640 erlitten hat.“ (S. 4) Die Schadenshöhe ist in Reichstalern angegeben (Umrechnung siehe dort).

   Christ Bösser, Hofmann  222  [Chrästs]
   Laux Möller, Hofmann    187  [Enners]
   Jost Dam, Hofmann       170  [Pahles]
                           ---
                           579

(a) Es werden nur drei Höfe aufgeführt, was mit den Dokumenten und Kirchenbucheintragungen übereinstimmt.
(b) Die Schadenshöhen sind vergleichsweise hoch, z. B. in Friedensdorf betragen die drei höchsten Schäden: 266 für Johannes Debus, 149 für Stoffel Heck und 148 für Jacob Jungk Blasebalg (Schmied), insgesamt 1675 für Friedensdorf mit 24 Haushaltsvorständen gegenüber 579 für Katzenbach mit nur 3 Höfen.
(c) Der aufgeführte Laux Möller, nach Kirchenbucheintragung Lucas Möller stirbt etwa 40-jährig im Januar 1641, seine Tochter etwa 11-jährig einen Monat später. Neben Plünderungen gab es damals im Hinterland auch Gewalt gegen Menschen, wie Elsa Blöcher (1981, S. 68–70) berichtet. Insofern kann der frühe Tod der beiden Hofbewohner in Enners auch Folge der Überfälle in Katzenbach gewesen sein. Im Oktober 1640 lagen Regimenter im Breidenbacher Grund (siehe Sieburg, 2004)

Der Familienname Linne und der Sahners-Hof: offene Fragen

Der Name Linde (später Linne) taucht 1620 (StaM.4654) auf: Hans Linne und Elisabeth werden 1629 in der Bedeliste genannt, (erschlossen) als Pächter von Sahners. Elisabeth Linne stirbt 1636 (nach den Bedeeinnahmen), Hanß Linne stirbt 1638, beide Todesdaten sind nicht im Kirchenbuch Eckelshausen vermerkt.

In Eckelshausen gibt es einen Hans Linne (1613–1675), Sohn von Herman Linne. Er ist jedoch nach Kirchenbucheintragungen nicht mit einer Elisabeth verheiratet.

1644 wird in Katzenbach Debus Linde genannt (StaM.4654). Ein Debus Linne wird 1639 in Eckelshausen geboren, ein Sohn von dem eben genannten Hans Linne (1613–1675) aus Eckelshausen mit Christina Möller († 1640), geheiratet am 10.09.1635; Hans Linne ist in zweiter Heirat, 23.10.1641, mit Magdalena Printz aus Eckelshausen (1613–1675) verheiratet. Es ist nicht plausibel, dass dieser Debus Linne im Alter von 5 Jahren im Dokument als Bewohner genannt wird.

1650 wird in Katzenbach ein Christ Linne geboren, Sohn von Elisabeth Linne aus Eckelshausen, die am 6. Juni 1653 Hans Werner in Dautphe heiratet. Sie ist die Schwester des Hans Linne (1613–1675) aus Eckelshausen. Nähere Angaben zu Christ Linne liegen nicht vor. Für diese Elisabeth Linne, zweite Frau von Hans Werner in Dautphe, findet sich die Notiz: „Dient 1664 bei Bast Zöller“. Da diese Elisabeth Linne, Tochter von Hermann Linne in Eckelshausen, 1653 geheiratet hat und vor 1660 in Dautphe verstorben sein muß, kann das Datum nicht stimmen, wohl aber der Vermerk, dass sie bei Bast Zöller um 1650 (Geburt des Kindes Christ) gedient habe. Dieser war in der Zeit zwischen 1641 und 1669 Pächter in Enners.

Einen Hans Debes Linne gibt es in Eckelshausen (1629–1696), verheiratet am 27.04.1654 mit Margareth Haubach (1635–1679) aus Eckelshausen. Eltern sind Jacob Linne († 04.10.1632 E) und Gertraud Schmidt († Eckelshausen), ⚭ 18.10.1627. Auch dieser Debus Linne kommt nicht als gemeinte Person im Dokument in Frage.

1640 hat ein Minderjähriger (vom Sahners-Hof) mit Weimarschen Truppen den Hof verlassen. Ob und wer dieser junge Mann der Linne-Linie zuzurechnen ist, ist ungewiss.

Es bleibt somit unklar, wer die Familie Linne in Katzenbach war.

Zusammenfassung

Die folgende tabellarische Übersicht über die vier Katzenbacher Höfe und ihre Bewohner in der Zeit zwischen ca. 1620 und 1650 gibt eine erste Zusammenfassung der bisherigen Recherchen. Daraus geht hervor, dass die unter (1) aufgenommene Rekonstruktion von Wilhelm Völkel zu korrigieren ist.

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Katzenbach 1650–1699

Autoren: Günter Debus und Jürgen Westmeier

Katzenbach: allgemeine Lage und die „ferne Welt“

Katzenbach war in Aufbruchstimmung, wie viele Dörfer und Städte nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges.

Pachtverträge

Wohn- und Wirtschaftgebäude

Mündlich überliefert ist, daß in Katzenbach in der Zeit zwischen 1650 und 1700, z. B. Pahles 1660, neu gebaut wurde. Wie die Häuser insgesamt damals aussahen, darüber gibt es keine Hinweise. Sicher ist jedoch, dass die Photos aus der Zeit der Jahrhundertwende nicht den Gebäudestand von damals wiedergeben. Ende des 18. Jahrhunderts war in Katzenbach, wie an vielen anderen Orten des Hinterlandes eine rege Bautätigkeit. So sind alle Fachwerkbauten in Katzenbach, die wir von alten Bildern kennen, diesem Zeitraum zuzuordnen. Es werden deshalb auch erst in späteren Kapiteln Bilder wiedergegeben.

Der Pahles-Hof mit Paulus Debus aus Friedensdorf (1656–1699)

In Kriegs- und Pestzeit wurde Paulus Debus 1635 in Friedensdorf geboren, in einer Zeit ohne Hoffnung und Zuversicht – dennoch wurde er mit seiner Einheirat in den Hof in Katzenbach Begründer von im Hinterland weit verzweigten Debus-Familien. Neben den Nachkommen des Bruders Mathäus in Buchenau sind es vor allem die Nachkommen des Paulus Debus in Katzenbach, die den Namen weitergetragen haben.

Paulus Debus

  • Geboren 13. April 1635
  • Getauft 16. April 1635
  • Vater: Jacob Paulus vom Debus-Stammhaus in Friedensdorf
  • Mutter: Gertrud Bröster aus Hertzhausen (Räibe)
  • Pate: Paul, Jacob Brösters Sohn von Hertzhausen

Paulus ist für die seit dem 18. November 1630 verheirateten Eltern nach Johannes (1632–1639) der zweite Sohn. Es folgen noch sechs Geschwister: Elisabeth (1638; k 1647), Jakob (1639–1693; k1650), Andreas (1643–1645), Ludwig (1645–1646), Mathäus (1648–1712; k1659) und Dorothea (1650–).

Sein Pate Paul Bröster aus Hertzhausen war der um 1620 geborene jüngste Bruder seiner Mutter. Er, der Onkel, übernahm das Haus Räibe in Hertzhausen, in das sein Vater eingeheiratet hatte (siehe Hertzhausen S. 238). Eine Tante (Orthia Frey, geb. 1610) aus dem Hause Räibe war nach Runzhausen (Frey), eine andere (Elisabeth, geb. 1918) nach Damshausen (Schmitt) verheiratet.

Paulus Debus heiratete am 14. Juli 1656 in den Pahleshof ein, wo die Schwiegereltern, Jost Damm und Frau, die Pächter des Hofes sind. Im gleichen Jahr heiratete die Schwester von Paulus in den Enners-Hof (siehe dort).

Ein Jahr nach der Heirat wird Johann Jost geboren. Er wird Hoferbe und vertritt die nächste Generation im Pales-Hof († 1738). Hier zunächst eine Übersicht über alle Kinder:

Paulus Debus (1635–1699) ⚭ 1656 Gertraud Damm (1637–1680)

  • Johann Jost * 26.08.1657; Pate: Gertraud, Jacob Debus Frau von Friedensdorf
  • Johannes * 23.12.1659 (weitere Daten fehlen, wahrscheinlich früh gestorben); Pate: Johannes Debus von Friedensdorf
  • Gerlach * 19.04.1663 (weitere Daten fehlen, wahrscheinlich früh gestorben)
  • Johann Reitz * 10.05.1666 (weitere Daten fehlen, wahrscheinlich früh gestorben)
  • Jacob * 20.01.1669; er heiratete 1694 nach Friedensdorf in den Howe-Hof ein und begründete dort die Debus-Linie im Howe-Hof, † 11.12.1740; Pate: Jacob Bröster von Herzhausen
  • Johann Jacob * 28.01.1672 blieb ledig und starb in Katzenbach † 25.07.1716 (Bestattung); Pate: Jacob Debus von Friedensdorf, der Großvater väterlicherseits (avus paternus)
  • Elisabeth * 28.09.1677, † 18.04.1679 (Bestattung); Pate: Anna Elisabeth, Matthias Debus Hausfrau von der Ortmühle
  • Enchen * 16.05.1680, † 07.09.1680 (Bestattung)

Am 12. Juli 1680 starb Paulus’ Frau Gertraud, die Mutter der bisherigen Kinder. Sie starb noch vor ihrem zuvor entbundenen Kind Enche. Zwei Tage später, am 14. Juli 1680, wurde sie in Katzenbach bestattet.

Noch in 1680, am 19. Oktober, heiratet Paulus ein zweites Mal: die 1644 in Mornshausen geborene Elisabeth Obergärtner. Ihr Vater war Reitz Obergärtner. Mit ihr hat Paulus ein weiteres Kind:

⚭ 19.10.1680 Elisabeth Obergärtner (1644–1694)

  • Wentzel * 29.09.1681, † 28.02.1707 25-jährig

Die zweite Frau starb 1694 noch vor Paulus 50-jährig, am 27. Januar 1694 wurde sie bestattet.

Mit dem Tod von Paulus’ Schwiegervater, Jost Damm, im Jahr 1665 (16. Mai), im Alter von nur 52 Jahren, brach eine neue Zeit für die Nachfolgegenerationen an. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kinder noch jung: Johann Jost 8 Jahre, Johannes 6 Jahre und Gerlach 2 Jahre alt. Die Schwiegermutter, die bis 1683 lebte, hatte noch die Geburt der nachfolgenden Kinder Jakob 1669, Johann Jakob 1672, Elisabeth 1677 – sie starb 1679 im Alter von 1½ Jahren – und Enchen 1680 miterlebt, aber auch den Tod von Paulus’ Frau 6 Wochen nach der Geburt von Enchen, die selbst 2 Monate danach starb.
Paulus’ Schwiegermutter starb am 25. Mai 1683, somit erlebt diese nicht mehr die Heirat des ältesten Sohns von Paulus und Hoferben Johann Paulus im November 1683.

Früher Kindstod: Paulus Debus müssen die Geschehnisse im Elternhaus, dem Debus-Stammhaus in Friedensdorf, große Sorge bereitet haben: Sein Bruder Johannes starb am 21. März 1693, drei Tage später – am 24. März – sein jüngerer Bruder Jakob. Aus der ersten Ehe von Johannes (1632–1693) waren 11 Kinder hervorgegangen, nur die 1668 geborene Dorothea überlebte die Mutter nach ihrem Tod im Kindsbett, starb aber auch schon 1682, zwei Jahre nach ihrer Konfirmation. Bei der Taufe des zweiten Sohnes Paulus war er selbst als Onkel Pate. Aus der zweiten Ehe gingen sieben Kinder hervor (Schicksal?).

Die Familie des jüngeren Bruders Jakob hatte auch traurige Erfahrungen mit frühem Kindstod: Die ersten vier Kinder leben nur kurz. Schon das erste Kind, Johann Nicolaus, bei dem die Frau vom Katzenbacher Paulus Debus 1661 Patin wurde, starb nach einem halben Jahr. Die fünf weiteren Kinder, in der Zeit zwischen 1674 und 1681 geboren, hatten das Erwachsenenalter nicht erreicht. Doch es gab auch Freude für Paulus Debus: 1694 heiratete sein Sohn Jakob nach Friedensdorf in den Howe-Hof ein und ein Jahr später wurde die Enkelin Enche geboren, für die er Pate wurde.

Am 9. November 1683 wurde die Hochzeit des ältesten Sohnes Johann Jost Debus mit seiner Frau aus Eckelshausen, Seydchen geb. Muth, gefeiert. Seine Frau war im gleichen Alter wie er, geb. 28. Mai 1657.

Nur zwei Monate nach der Hochzeit wurde Johann Paulus, der erste Enkel von Paulus Debus, in Katzenbach am 11. Januar 1684 geboren. Es folgen weitere drei Geburten: Gertraud (1688–1690), Christian (* 1692) und Gertraud (* 1696).

1699 starb Paulus Debus in Katzenbach. Am 24. Dezember 1699, am Heiligen Abend, wurde er in Katzenbach bestattet.

Enners

Direkt neben dem Pales-Hof liegt der Enners-Hof, in dem Paulus’ Schwester 1656 eingeheiratet hatte. Insofern ist es nahe liegend, dass das Geschehen in Enners von Pales mitverfolgt wird.

Die Schwester hatte Enners (Andreas) Möller geheiratet, ein Sohn aus erster Ehe des Lucas Möller aus Buchenau mit Catharina Damm aus Catzenbach (Heirat 12. Mai 1625), der Tochter des Hofinhabers Enders Damm († 18.10.1624) und seiner Frau Leiß (Name ?, † 19.10.1624). In den 1620er und 30er Jahren wütete die Pest im Hinterland. Der Tod der Eltern von Catharina Damm, Enners Möllers Großeltern, an aufeinanderfolgenden Tagen ist vermutlich der Pest zuzuschreiben. Zur Zeit der Heirat 1656 lebte nur noch die Mutter Catharina (1607–1665), der Vater war bereits 1641 in Katzenbach verstorben (7. Januar 1641 bestattet).

Enners Möller war 1635 in Katzenbach geboren und der jüngste von vier Kindern (nach Geburtseintragungen). Seine ältere Schwester hatte am 26. April 1653 Michel Reitz in Silberg geheiratet.

Das Jagdhaus

Landgraf Georg II. (1626–1661)
Landgraf Ludwig VI. (1661–1678)
Landgraf Ernst Ludwig (1678–1739)

Im Jahr 1661, also fünf Jahre nach dem Einzug von Paulus Debus im Paleshof in Katzenbach, ist das Jahr, in dem das Katzenbacher Jagdhaus gebaut worden sein soll. Nach Elsa Blöcher (1977) lässt sich nicht nachprüfen, auf welche Quelle das von Landau (im Aufsatz über Jagd und Falknerei) genannte und von Günther (1853) überlieferte Datum zurückgeht, weil das Dokument von Landau im letzten Krieg (1943) verloren ging.

Bei Günther (1853) lesen wir die Anmerkung:

„Nach Landau, Geschichte der Jagd, soll es L. Ludwig VI. i. J. 1661 erbaut haben.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, Abschnitt „Katzenbach“, S. 216

Ob dieses Datum stimmt und wer das Jagdhaus gebaut hat, ist nicht eindeutig belegt. Der Tod des nicht als leidenschaftlicher Jäger bekannten Landgrafen Georg II. am 21. Juni 1661 fällt in das Jahr, das als Erbauungsjahr genannt wird, und dies ist das Jahr, in dem sein eher „schöngeistig“ interessierter Sohn, Landgraf Ludwig VI. die Nachfolge antritt.

Bei Günther (1853) selbst finden wir Aussagen zu Georg II: Schon

„Ludwigs V. Sohn, L. Georg II (1626–1661), war kein so leidenschaftlicher Jäger, wie sein Vater: er liebte die Jagd, wie das als Regel bei den meisten Fürsten sich annehmen läßt, hielt bei den Jagden Fürstenlager, übte aber das Waidwerk nicht in solchem Maße, wie jener, wozu übrigens auch die Zeiten (dreißigjähriger Krieg) nicht geeignet waren.

Der Wildbestand vergrößerte sich.

Die Jagddienste waren unter L. Georg II. nicht unbeschwerlich, besonders bei Wolfsjagden. Wer sich davon befreien konnte, that es. Es scheint, daß dieß etwas zu weit gegangen ist, indem L. Ludwig VI., Georgs II. Nachfolger, am 17. November 1663 folgende Verordnung erließ:

Nachdeme von Gottes gnaden Wir Ludwig, Landgraf zu Hessen, Fürst zu Herßfeld, Graf zu Catzenelnbogen, Diez, Ziegenhain, Nidda, Schauenburg, Yßenburg und Büdingen ec., eine zeithero so wohl bey den Haupt-, alß Wolffs- und andren Jagdten, deren Personen halber so derselben gefreyet seyn wollen, vielerley Unordnung verspüret, in deme bald Diesser, bald Jener unter ein und anderm Vorwand sich davon frey zu machen gesuchet; Alß verordnen und befehlen Wir hiermit in gnaden, daß hinführo und biß uf anderweitige Unßrer gnädigste Verordnung, Niemand als nach gesagte Personen solcher Jagen befreyet seyn sollen.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, S. 192

Es folgt eine lange Liste von Personen, die befreit oder nicht befreit sind. Bei den Katzenbachern muß man davon ausgehen, dass sie alle mit einbezogen waren, wenn in Katzenbach gejagt wurde. Ausgenommen waren u. a.

„Alte abgelebte Männer und Wittiben, wie auch Lahme und unvermögliche Personen sind der Jagdten befreyet, wann Sie aber erwachsene Söhne haben, sollen selbige dem Jagen beywohnen.“

Und:

„Wann mehr als ein Mann in einem Hauße wohnen, so ihren absonderlichen Tisch und Haußweßen haben, sollen jedesmahl alle zur Jagdt gehen und Keiner frey seyn.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, S. 193

Von Günther (1853) werden für den Zeitraum um 1660 keine Jagd-relevanten Ereignisse für Katzenbach oder den Raum Biedenkopf-Battenberg angegeben.

Mit dem 1661 nachfolgenden ältesten Sohn als Landgrafen Ludwig VI von Hessen-Darmstadt (1630–1678) ändert sich die Politik für Katzenbach. Er ist fünf Jahre älter als Paulus, geboren 1630, als Erstgeborener mit zwei Brüdern und zwölf Schwestern. Er interessierte sich mehr für Schön-Geistiges, wurde 1661 von Herzog Wilhelm von Sachsen-Weimar in die literarische Barock-Gruppe „Fruchtbringende Gesellschaft“ aufgenommen, wurde ein enger Freund des Herzogs von Sachsen-Gotha und heiratete 1666 dessen Schwester. Ludwig selbst betätigte sich dichterisch, insbesondere nach dem Tod seiner erste Frau 1665. Als der Landgraf 1678 starb, war Paulus gerade 48 Jahre alt und sein ältester Sohn, Jost, mit 21 Jahren noch nicht verheiratet.

Als Ludwig VI im Jahre 1678 starb, wurde sein für die Nachfolge vorgesehener Sohn aus erster Ehe, Ludwig VII, mit 20 Jahren Landgraf, doch dieser starb nur 18 Wochen und 4 Tage nach dem Tod seines Vaters an den Folgen einer Ruhr-Infektion, zu einem Zeitpunkt, als er sich in Gotha verloben wollte. Ihm folgte im Alter von 11 Jahren sein 1667 in zweiter Ehe seines Vaters geborener Stiefbruder Ernst-Ludwig, zunächst (bis 1688) unter der vom Vater testamentarisch verfügten Regentschaft seiner Mutter.

Als 1683 in Katzenbach die Hochzeit von Jost Debus, dem Erbberechtigten, gefeiert wurde, stand der 16-jährige Ernst Ludwig noch unter der Regentschaft seiner Mutter; ab 1688 war Landgraf Ernst Ludwig (1667–1739) auch für die Katzenbacher Regent. Mit ihm kam das „Goldene Zeitalter“ nach Katzenbach. Bis zu seinem Tode 1699 hat Paulus Debus die Anfänge davon mitbekommen. In dieser Zeit (1688–1698) residierte der Landgraf in Nidda und Gießen, weil Darmstadt von den Franzosen besetzt war. Von dort konnte er aber seiner besagten Jagdleidenschaft auch im Katzenbach nachgehen.

Katzenbach im 18. und 19. Jahrhundert

Autoren: Günter Debus und Jürgen Westmeier

Der folgende Teilbeitrag beschränkt sich auf die Zeit, in der „Debus“ der Familienname im Pahleshof ist, die Linie reicht von Paulus Debus, seit seiner Einheiratung 1656, bis Dorothea Debus, die 1896 Wilhelm Muth aus dem Nachbarhof Enners heiratete. Seit dieser Zeit „regiert“ Muth im Paleshof von Katzenbach.

Katzenbach: allgemeine Lage und die „ferne Welt“

Pachtverträge Die Verpachtung wurde immer mit allen Pächtern zusammen in einem Vertrag geregelt. Entsprechend werden die Parteien des Pachtvertrages z. B. als „Johannes Debus und Consorten“ aufgeführt. Alle Pächter unterschreiben diesen Vertrag. Er wird jeweils auf 7 Jahre ausgestellt und immer wieder neu unterschrieben.

Wohn- und Wirtschaftgebäude Die seit der Jahrhundertwende vorhandenen Photos von Katzenbach zeigen uns Gebäude, deren Entstehung nach fachmännischer Einschätzung[10] auf die Zeit von 1750–1800 datiert wird. Die heute noch vorhandene Scheune von Chrästs enthält auf dem Balken das Datum 1840.

Von 1752 gibt es ein Dokument zu Pahles:

„Daß über Theis Debus, zur Reparation der besitzenden Gebäude das nötige Bauholz gratis anzuweisen und verabfolgen zu lassen, verschiedentlich unterthänigst berichtet worden sei.“[11]

Sahners-Hof war ursprünglich in dem oberen Wohnkomplex. Im Marburger Staatsarchiv gibt es Akten insbesondere zum Neubau des Sahners-Hof. Sie stammen aus der Zeit um 1800, z. B. ein Bericht aus Darmstadt an den Oberförster, in dem festgehalten wird, dass Catharina, des Landsiedelbeständers Johannes Pitzen hinterlassene Wittib zum herrschaftlichen Hof Catzenbach um gnädigste Ertheilung eine Anweisung auf 30 Stämme Eiche zur Erbauung eines neuen Wohnhauses demüthigt bittet.[11] In weiteren Dokumenten ist auch von Bauholz für Stall und Scheune die Rede. Davon ist auszugehen, dass der Hof Sahners (Pitz) um 1800 neu errichtet wurde und zwar an anderer Stelle. Mündlich überliefert ist, dass die „da oben“ sich nicht mehr vertragen konnten. Wo genau der Sahners-Hof zuvor im Gesamtkomplex Enners-Pahles-Sahners-Chrästs gestanden hat, ist nicht bekannt.

Die Wohnhäuser, Ställe und Scheunen könnten um die 18-Jahrhundertwende so ausgesehen haben, wie es auf den frühesten Photos zu sehen ist (siehe die nächsten Kapitel).

Stadtbrand in Biedenkopf 1717

Ob Westwinde den Brandgeruch bis nach Katzenbach getragen haben, ist vorstellbar, vielleicht haben die Katzenbacher aber erst über Leute von dem großen Stadtbrand am 23. Juli 1717 gehört. Der dem amtliche Bericht (siehe Ortsgeschichte der Stadt Biedenkopf, 1909; wiedergegeben von Hans-Günther Möntnich in Stadt Biedenkopf – Geschichte und Geschichte unserer Stadt, 2004) vom Tag danach weist aus,

„dass gestern, Mittwoch den 28. dieses zwischen 10 und 11 Uhr allhier eine große Feuerbrunst entstanden, wodurch in 3 Stunden 90 Häuser und 57 Scheunen in die Asche gelegt worden. Das Feuer hat dergestalt so schnell um sich gegriffen, dass ohngeachtet vieler Leute aus der Nachbarschaft zur Hülfe gekommen, dennoch keine Rettung gewesen wegen Mangel an Wasser. Gegen 5 Uhr Nachmittags ist (Gott Lob) die Feuersbrunst in so weit getilgt worden. […] In der Stadt stehen annoch 10 Häuser samt der Kirche, in der Vorstadt sind die eine Seite nach der Stadt ebenfalls die Häuser in die Asche gelegt.“

Katzenbach und der Siebenjährige Krieg (1756–1763)

Ob Katzenbach von diesem Krieg etwas zu spüren bekommen hat, ist von uns nicht überprüft worden. Aber vielleicht so wie Biedenkopf 1758 Mehl zu liefern hatte,

„welches an die alliierten Truppen nacher Büdingen geliefert wurde, 192 fl. Dann lieferte sie Fourage ins französische Magazin nach Giessen und Laasphe, ebenso Mehl an die König. Großbritannische Bäckerei nach Korbach und brot an die allierte Armee nach Wetter und an die Königl. Preuß. Husaren in Treisbach, wie auch Holz an das französische Magazin zu Butzbach“

(siehe Wiedergabe aus „Ortsgeschichte der Stadt Biedenkopf 1909, II. Geschichtliches“ in Stadt Biedenkopf – Geschichte und Geschichten unserer Stadt (Hans-Günther Möntnich 2004, S. 219).

1760 schreiben die Katzenbacher Hofleute – Hans Hampel, Chris Debus, Johannes Jacobi und Johannes Weigel – ein Bittschreiben an „Durchlauchtigster Landgraf, Gnädigster Fürst und Herr“.[12] Hierin berichten sie, dass durch die alliierten Truppen, als sie bei Münchhausen und Wetter gestanden, um alle Gattungen ihrer Früchte und Fourage gekommen seien und in elende und betrübte Umstände gesetzt worden seien.

Katzenbach und die Durchmärsche von Soldaten in der napoleonischen Zeit

Nehmen wir auch wieder die Ortsgeschichte der Stadt Biedenkopf als Quelle, dann erfahren wir von einem Durchmarsch kaiserlicher Völker nach Brabant [1790] (siehe dazu das Bittschreiben des Johannes Debus unter (6)) und in den Jahren 1794–1799 hatte die Stadt

„Hafer und Brot in die kaiserliche Magazine zu Hachenberg und Laasphe zu liefern und sie zahlte 6.254 fl Ausgabegeld an französischen Requisitionen und Erpressungen.“

Die Franzosen machten sich 1795 und insbesondere 1797 belastend bemerkbar im Hinterland.

1831 Abtretung der Höfe an die Pächter Es lag in der Zeit von Johann Jost Debus, dass die Höfe in den Besitz der Familien kamen.

Pahles

Die Autoren zur Debus-Familie in Katzenbach kennen den Pahleshof bis zum Ende der Bewirtschaftung, Wilhelm Völkel seit seiner Kindheit Ende der Dreißiger Jahre, Jürgen Westmeier ebenfalls von Kindheitstagen an und Günter Debus erst seit 1988, dem Zeitpunkt, als er für sich die Herkunft mit Hilfe des damaligen Dautpher Pfarrers Jörg Debus, geklärt hatte.

Der hier besprochene Zeitraum basiert auf Recherchen nur weniger Dokumente und den Kirchenbucheintragungen.

(1) Paulus Debus, 1635–1699, siehe „Paulus Debus und der Paleshof in Katzenbach“
(2) Johann Jost Debus, 1657–1736
(3) Johann Paulus Debus, 1684–1724
(4) Johannes Theiß Debus, 1706–1774
(5) Johannes Debus, 1732–1812
(6) Johann Jost Debus, 1766–1850
(7) Johannes Debus II, 1805–1885
(8) Johann Jost Debus, * 1842

Fortsetzung mit (9) Dorothea Debus, vh. Muth, 1875–1955, siehe "Katzenbach um die Jahrhundertwende"

(1) Paulus Debus (1635–1699) ⚭ 1656 Gertraud Damm (1637–1680) war der Ausgangspunkt der Ahnenreihe.

(2) Johann Jost Debus (1657–1736) ⚭ 1683 Seydchen Muth (1657–nach 1727)

Im Zeitraum zwischen Heirat 1683 und dem Tod von Paulus Debus 1699 wurden vier Kinder geboren, nur eines erreichte das Erwachsenenalter.

  • Johann Paulus * 11.01.1684 ⚭ 1703 Katharina Junker aus Silberg, † 18.09.1724 b; er wird Hoferbe und führt den Pahles-Hof weiter (siehe (3)
  • Gertraud * 27.09.1688, † 18.09.1690; 20.09. b
  • Christian * 01.03.1692, † 03.02.1703 b
  • Gertraud * 25.07.1696, † 28.07.1696, 30.07.1696 b

Beim Tod von Paulus Debus, dem Großvater der Kinder, lebt 1699 neben Johann Paulus, dann im Alter von 15 Jahren, noch Christian im Alter von 7 Jahren. Weiterhin sind 1699 im Hof die beiden ledigen Onkel, der dann 27-jährige Johann Jacob aus erster Ehe des Großvaters Paulus und der dann 17-jährige Wentzel Debus aus zweiter Ehe.

Johann Jost erreicht mit 79 Jahren ein für die damalige Zeit hohes Alter, so überlebt er seinen Sohn, den Hoferben Johann Paulus Debus (1684–1724) und erlebt zwei Jahre nach dessen Tod die Heirat (1726) seines Enkels Johann Mathias Theiß Debus, geb. 1702, der die Nachfolgefamilie im Pahles-Hof gegründet (siehe dazu die Generationen (3) und (4).

In die Zeit des Johann Jost Debus fällt der Bau des Jagdschlosses 1724. 1724 ist auch das Jahr, in dem der Hoferbe Johann Jost Debus’ Sohn, Johann Paulus Debus, starb. Im Pales-Hof lebten Johann Jost Debus mit seiner Frau Seydchen. Deren andere Kinder waren alle früh verstorben. Die Schwiegertochter, Frau von Johann Paulus Debus, nun Witwe, lebte mit ihren Kindern, also den Enkeln von Johann Jost und Frau im Haus.

(3) Johann Paulus Debus (1684–1724) ⚭ 1703 Katharina Junker (1684–1751)

Das Paar hatte sieben Kinder:

  • Johann Jakob * 25.07.1705
  • Johann Mathias * 23.08.1706 ⚭ 17.01.1726 Gertraud Zißler aus Mornshausen, siehe Nachfolge Hoferbe (4)
  • Anna Katharina * 06.06.1709, ⚭ 17.01.1726 Johannes Zißler aus Mornshausen, † 1740 Mornshausen
  • Johann Georg * 27.11.1711, † 1723 (Unfall siehe unten Kirchenbucheintrag)
  • Enchen * 05.03.1715 ⚭ 1734 Andreas Balzer aus Buchenau, † 1775
  • Elisabeth * 18.05.1718 ⚭ 1738 Johann Weygand Schmitt aus Hommertshausen, † 1766
  • Gertraut * 13.07.1721 ⚭ 1751 Witwer Henche Damm († 1763) aus Buchenau, † ?

Zwei der Kinder sind offenbar (wegen fehlender Daten) bei der Geburt gestorben, 5 Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren lebten 1724 im Pales-Hof.

Für Sohn Johann Georg Debus, geb. 1711 (kein Todesdatum in Datei Kothieringer), finden wir im Kirchenbuch Eckelshausen einen Eintrag über seinen Tod 1723 und das vorausgegangene Unfallgeschehen. Kirchenbucheintrag:

„Johann Georg, Johannes Paulus Debus Sohn aus Katzenbach, welcher des nachts auf dem Feld in einer Hütten [beinah ?] verbrandt und nach 5 Wochen gestorben, wurde am 20. September mittags ehrlich und christlich begraben, seines Alters 12 Jahr weniger 10 Wochen. 1723““

1726 fand eine Doppelhochzeit statt. Im Kirchenbuch Eckelshausen finden wir den Eintrag:

„Johann Theiß Debus, Johann Paulus Debus hinterlassener Sohn im Hoff Catzenbach, und Gertraut, Has Zißlers zu Morntshausen ehliche Tochter sind den 17. Januar zu Morntshausen ehelich copuliert worden, wegen der Doppelheirat, und weilen die Hochzeit daselbst gehalten worden.“

Anders als in Friedensdorf etwa ist es in Katzenbach: Wenn man in Katzenbach nicht jemanden aus einem der drei Nachbarhöfe heiraten will, muss man sich zur Braut/Bräutigam-Schau nach anderen Orten begeben. Schon bei den Kindern der dritten Generation (3) auf dem Paleshof sehen wir, dass über das nahe Buchenau hinaus nach ferner gelegenen Orten, wie Mornshausen und Hommertshausen geheiratet wird.

Die Heirat im Jahre 1726 ist eine Doppelhochzeit: Es heiraten die Geschwister Johann Mathias Debus und Anna Katharina Debus vom Paleshof in Katzenbach die Geschwister Gertraud Zißler und Johannes Zißler in Mornshausen. Die Hochzeit findet nach Dautpher Kirchenbucheintrag in Mornshausen am 17. Januar statt.

Nun gibt es dazu möglicherweise Brücken über nähere Orte. Beide Elternteile – Johann Peter Zißler (1678–1741) und Magdalena, geb. Scheu (1670–1751), sind keine gebürtige Mornshäuser, beide sind in benachbarten Dörfern von Katzenbach geboren: er in Wolfgruben, sie in Kombach. Aber der Vater von Johann Peter Zißler stammte aus Mornshausen (Hans Zißler, 1642–1717) und die 2 Jahre ältere Schwester von Peter wurde schon in Mornshausen geboren. Magdalena Scheu aus Kombach stammte aus dem Haus mit Nachnamen Eichmann, ihr Vater war aus Buchenau. Über die Schwester von Magdalena, der am 8. Februar 1666 in Kombach geborenen Elisabeth Scheu, erleben wir bei unseren Recherchen eine Überraschung. Sie ist nämlich die Frau, die im Diwes-Hof in Friedensdorf Hans Klingelhöfer nach dem Tod seiner ersten Frau Dorothea, geb. Debus, 1699 noch im gleichen Jahr heiratete.

Dorothea Klingelhöfer, geb. Debus in Friedensdorf war die Tochter von Jacob Debus, d. J. (1639–1693). Und Jacob Debus d. J. war ein Bruder von Paulus Debus im Paleshof in Katzenbach. Folglich war Dorothea, geb. Debus, eine Cousine von Johann Jost Debus in Katzenbach.

Hans Klingelhöfer in Friedensdorf hatte mit seiner zweiten Frau Elisabeth keine Kinder. Aber die Kinder aus der ersten Ehe mit Dorothea, geb. Debus, lebten um 1700 im Haus und der älteste Sohn Jacob Klingelhöfer (1690–1756), ein Cousin zweiten Grades zu Johann Paulus Debus (1684–1724), dem Vater des Katzenbacher Geschwisterpaares, übernahm das Diwes-Haus in Friedensdorf. Das Katzenbacher Geschwisterpaar, geb. 1706, 1709, passt zeitlich in die Zeit der Familiensituation im Diwes-Haus in Friedensdorf Anfang 1700 und damals wurden verwandtschaftlichen Kontakte bis ins 2. und 3. Glied aufrechterhalten.
Die Heirat zwischen den Geschwistern in Katzenbach (Debus im Pales-Hof) und Mornshausen (Zißler) 1726 kam, so kann jetzt plausibel angenommen werden, über die Verbindung zwischen Kombach (Scheu) und Friedensdorf (Diwes: Debus-Klingelhöfer) zustande, also im weiteren familiären Kontext. „Die Welt ist kleiner, als man oft denkt!“
Wo die Geschwisterpaare sich kennen lernten, bleibt unserer Phantasie überlassen. Vielleicht kamen aus Mornshausen Nichte und Neffe zur Tante Elisabeth nach Diwes in Friedensdorf und trafen dort die Katzenbacher. Denkbar, es waren schon Tod und Begräbnis von Hans Klingelhöfer 1721 in Friedensdorf erster Anlaß für Begegnungen. Natürlich kannten die Pales in Katzenbach auch das Großelternhaus der Mornshäuser in Kombach (Scheu – Eichmann), so wie man früher sich gut in den Familien der Nachbardörfer auskannte. Zudem war Eckelshausen der gemeinsame Ort für Kirche und Schule.

(4) Johann Mathias Debus (1706–1774) ⚭ 1726 Gertraud Zißler (1702–1767)

  • Katharina * 16.01.1727 ⚭ 29.04.1758 Johann Ludwig Fett, geb. in Wolfgruben, beide in Kombach gestorben; † 1797
  • Johann Paulus * 23.10.1729 ⚭ 13.10.1753 Elisabeth Briel in Eckelshausen, † 1783
  • Johannes * 11.02.1732 ⚭ 21.07.1757 Catharina Happel aus Kombach, † 1812, er übernimmt den Pales-Hof, siehe (5)
  • Catharina * 13.01.1735 ⚭ 23.02.1755 Johann Reitz Muth, geboren in Kombach, beide in Buchenau gestorben, sie 1789, er 1815
  • Hans Georg * 27.01.1737 ⚭ 29.04.1764 Catharina Hofmann in Eckelshausen, † 1809
  • Johann Jost * 01.01.1739, † 18.05.1759 (Bestattung), 20-jährig.
  • Andreas * 02.02.1742 ⚭ 05.07.1767 Anna Jung in Buchenau, † 1810
  • Johann Theiß 02.05.1744 ⚭ 26.04.1764 Maria Jochum in Mornshausen, † 1775

Wie die Daten zu den Kindern ausweisen, erreichen alle das Erwachsenenalter. Für die damalige Zeit außergewöhnlich. In den Jahren 1753 bis 1764 erlebt der Paleshof sieben Hochzeiten! Nur für Johann Jost verlief das Leben anders: Er starb zwanzigjährig.

Der älteste Sohn heiratete nach Eckelshausen, der zweitälteste übernahm den Paleshof (siehe Generation 5). Für die Debus-Namenshalter Johann Paulus in Eckelshausen, Hans Georg in Eckelshausen Andreas Debus in Buchenau und – aus der Sicht vieler Debus-Verzweigungen – Johann Theiß Debus in Mornshausen wurden Familienbiographien erstellt.

Bei so „vielen“ Kindern in Katzenbach stellt sich die Frage, wo gingen sie zur Schule. Von Elsa Blöcher erfahren wir, dass 1735 der Lehrer ein Kuhhirte war (Blöcher, 1981, S. 119), nicht viel anders als in anderen kleinen Orten des Hinterlandes.

1764 war die Jugend der 4. Generation aus dem Haus.

1767 starb die Frau des Hofes und sieben Jahre später, Johann Mathias Debus: Am 8. Januar 1774 wurde er in Katzenbach bestattet.

(5) Johannes Debus (1732–1812) ⚭ 1757 Catharina Happel (1733–1810)

  • Gertraud 01.09.1759 ⚭ 04.07.1792 Johann Ludwig Bamberger aus Hommertshausen (1759–1798), kinderlos; er starb in Kombach, sie in Katzenbach † 22.09.1822, b. 24.09.
  • Elisabeth * 20.04.1762, † 1762
  • Johannes * 31.07.1763 ⚭ 1794 Anna Catharina Schmidt aus Engelbach; ⚭ 1803 Anna Gertrau Pütz (Pitz) aus Engelbach; siehe Biographie
  • Johann Jost * 27.05.1766 ⚭ 03.05.1801 Catharina Weigand aus Buchenau, siehe Generation (6) im Paleshof
  • Andreas * 22.05.1768 ⚭ 25.03.1809 Anna Maria Scheu in Buchenau, † 1832
  • Anna * 11.07.1770 ⚭ 01.02.1799 Sebastian Weigand aus Buchenau, beide in Kombach gestorben, † 1843; der erste Sohn war in Katzenbach 1797 geboren, die nachfolgende Tochter in Kombach 1799
  • Catharina * 10.01.1773 ⚭ 17.12.1800 Johann Wilhelm Dersch aus Buchenau, † 1843
  • Elisabeth * 13.02.1775 ⚭ 18.05.1807 Johannes Muth in Wolfgruben, † 1837

Nur Johann Mathias Debus, der Vater von Johannes, hat voll die Blütezeit des Katzenbacher Jagdschlosses erlebt, sein Sohn Johannes schon den Niedergang. Bei Elsa Blöcher (1977) lesen wir: „Landgraf Ludwig IX ließ schon 1774/75 das Jagdhaus auf Abbruch verkaufen.“

Ein Papier aus dem Pahleshof 1790

Aus einer Sammlung von „Papierfetzen“ aus dem Pahleshof stammt das Papier vom 29. September 1790, in dem Johannes Debus für seinen ältesten Sohn Johannes, geb. 1763, eine Kriegsbescheinigung ausgestellt bekommt. (Leider ist das Dokument noch nicht eindeutig entschlüsselt, Hilfe ist erwünscht.) 1790 ist das Jahr, in dem Truppen nach Brabant zogen.

(6) Johann Jost Debus (1766–1850) ⚭ 1801 Catharina Weigand (1780–1842)

Nachdem der älteste Bruder Johannes 1794 nach Engelbach geheiratet hatte, übernahm Johann Jost Debus den Hof in Katzenbach. Bei seiner Heirat am 3. Mai 1801 stand er kurz vor Vollendung seines 35. Geburtstages, seine Braut aus Buchenau war gerade 21 Jahre alt.

  • Johannes I * 14.04.1802 ⚭ 1825 Elisabeth Debus aus Eckelshausen; † 29.05.1878 (wo?)
  • Johannes II * 24.03.1805 ⚭ 1840 Anna Katharina Koch aus Buchenau; † 05.09.1885; übernahm das Haus Pahles in Katzenbach, siehe Generation (7)
  • Catharina * 24.04.1808 ⚭ 1837 Georg Morherr in Kombach; † 1839 in Kombach
  • Gertraud * 28.02.1811; † 15.02.1847; b 17.02.1847
  • Andreas * 09.11.1813 ⚭ 1846 Magdalena Schneider in Wolfgruben; er † 14.06.1876 in Wolfgruben, seine Frau 23.12.1885 Baltimore City MD
  • Conrad * 16.10.1816; sonst keine weiteren Angaben
  • Anna Gertraud * 06.06.1820; † 13.02.1836, b. 15.02.1836 in Katzenbach
  • Elisabeth * 24.06.1825; † 05.07.1825, b. 06.07.1825

1804 erlebten die Pahles mit, wie in Chrästs Hof zunächst der Vater, Johannes Weigel, 42-jährig stirbt (am 12. Januar 1861), dann im Oktober vier ihrer Kinder an Diphterie sterben: Johannes (* 1799) am 17. Oktober 1761, Elisabeth (* 1794) am 18., Jost (* 1797) am 20. und Johannes (* 1788) am 21.
Am Tag, an dem die ersten beiden Verstorbenen bestattet wurden (20. Oktober), starb das dritte Kind und die Bestattung für die beiden zuletzt Verstorbenen fand am 22. Oktober in Katzenbach statt.

Zwei Kinder waren früh verstorben, Magdalena (1787–1787) und Elisabeth (1790–93). Zwei Kinder überlebten: Johann Jost (1792–1877, Hoferbe) und Anna (1802–1874).

Auch in Enners nebenan starb ein Tag vor dem Chrästs Vater die erst 30 Jahre ledige Catharina Jacobi. Sie wurde ein Tag vor Chrästs Vater bestattet.

(7) Johannes II Debus (1805–1885) ⚭ 1840 Anna Catharina Koch (1817–1873)

Mit 35 Jahren heiratet der zweitälteste Sohn des Hofes die 23-jährige Catharina aus Buchenau. 1840 leben auf dem Hof die Eltern, die Schwestern Catharina und Gertraud sowie der Bruder Andreas. Für das Paar sind insgesamt 12 Geburten verzeichnet, im Zeitraum von 1842 bis 1862.

  • Johann Jost * 27.01.1842 ⚭ 27.11.1874 Elisabeth Reuter aus Holzhausen; sie übernehmen den Pahleshof (siehe Generation (8), Kirchenbucheintragungen fehlen für die weiteren Generationen
  • Johannes * 29.09.1843 ⚭ 1873 Karoline Einloft in Erndtebrück (siehe Biographie)
  • Andreas * 27.10.1845, † 08.04.1848 Katzb
  • Conrad * 26.12.1847 (keine weiteren Angaben)
  • Johannes * 07.01.1850, † 17.01.1851, 20.01. b Katzb
  • Karl Johannes * 28.10.1851, † 11.11.1851, 13.11. b Katzb
  • Dorothea * 19.10.1852 ⚭ 29.10.1882 Johann Jost Klingelhöfer geb. in Wolfgruben, beide gestorben in Dautphe
  • Jakob * 22.09.1855, † 06.03.1858 Katzb
  • „ein Sohn“ bei Geburt gestorben: 08.08.1857
  • Katharina * 06.09.1858 (keine weiteren Angaben)
  • „eine Tochter“ bei Geburt gestorben: 15.09.1860
  • Katharina Dorothea * 26.04.1862, † 29.11.1862

Um 1865 stellt sich die Familiensituation im Pahles-Hof so dar: Von den zwölf im Hof geborenen Kindern leben vier, deren weiterer Lebensweg bekannt ist.

Der älteste Sohn, Johann Jost, stellte sich auf die Hofübernahme ein. Erst 1874 kommt durch Heirat eine Frau an den Hof, Elisabeth Reuter aus Holzhausen.

Der zweitälteste Sohn, Johannes, fuhr mit dem Gespann Eisenerze vom Dillenburgischen zur Wilhelmshütte. Über seinen Lebenslauf erfahren wir viel von Wilhelm Völkel, seinem Urenkel (siehe die Biographie „Johannes Jost Debus (1843–1940) Als Postillion unterwegs – Der Katzenbächer Johannes Debus in Erndtebrück“).

Die Tochter Dorothea ist 1865 gerade dreizehn Jahre alt.

Von Conrad, 1865 18 Jahre alt, erfahren wir aus dem Familienbuch Holzhausen (Kraft, 2004):[13] Bei der Geburt von Elisabbeth Reuter (19.03.1878): Als Vater hat sich freiwillig bekannt Debus, Konrad, Ackermann, Katzenbach. Er heiratet am 16. Dezember 1878 die Mutter des Kindes, Margarethe Reuter aus Holzhausen, die um drei Jahre jüngere Schwester seiner Schwägerin auf dem Pahleshof. Zwei Kinder: Elisabeth Reuter 1878, dabei Paten: Johannes Debus, Ackermann Erndtebrück/Laasphe, und Debus Elisabeth, Frau des Debus Johann Jost, Katzenbach, 2) Werner 1879 als Paten Werner Reuter, Sohn des Ackermanns Reuter, Johann Georg Ho und Dorothea Debus, Tochter des Debus, Johannes Katzenbach

Katharina – 1865 erst drei Jahre alt – heiratet einen XX Schmidt (woher?).

Die Großeltern waren schon sehr früh (1842, 1850) verstorben.

Die 1850er Jahre waren für das Hinterland der Beginn der Auswanderung nach Amerika, sicherlich ein Dauerthema für die Leute auch in Katzenbach.

Von Wilhelm Völkel erfahren wir:

„Als er [sein Urgroßvater Johannes Debus, geb. 1843 in Katzenbach] seine Schule in Eckelshausen abgeschlossen hatte [etwa 1857], lag nichts näher für einen Katzenbacher Jungen, als Fuhrmann zu werden. So fuhr er zunächst als Beifahrer, dann aber als Gespannfahrer für die Wilhelmshütte Eisensteine aus dem Dillenburgischen. Am 31. Januar 1869 geht ein 3 Jahre jüngerer Nachbarsjunge aus Sahners-Haus [Anton Jacob Pitz, geb. am 03.02.1846, erster Sohn aus zweiter Ehe von Johann Jost II Pütz mit Katharina Heck aus Allendorf] zur 1868 eingerichteten Post-Station nach Laasphe, um Postillion zu werden (siehe unter Pitz). Ein Jahr später folgt ihm der Johann Jost Debus, der inzwischen 27 Jahre alt ist, ebenfalls nach Laasphe und fährt die Strecke Erndtebrück–Hilchenbach. In Erndtebrück wohnte der Johann Jost Einloft (1819–1888), dessen Großvater mütterlicherseits ebenfalls aus dem Pahles-Hof stammte“

und der 1873 sein Schwiegervater wird.

(8) Johann Jost Debus (1842–) ⚭ 27.11.1874 Elisabeth Reuter (1844–)

Die Hochzeit fand in Holzhausen statt (siehe Kraft, 2004, Familienbuch Holzhausen, Nr. 504).[13] Die neue Hof-Bäuerin war die Tochter des Schmieds Johann Georg Reuter im Haus Baikisch in Holzhausen, und seiner Frau Anna Gertraud, geb. Bamberger, aus Herzhausen (siehe Nr. 1915).

1878 heiratet der Bruder Conrad die Schwägerin Margarethe in Holzhausen (siehe dort).

Ab 1875 wurden alle Geburts- und Sterbedaten in den neu geschaffenen Standesämtern dokumentiert. Das heißt, wer in den Kirchenbüchern nicht mehr verzeichnet ist, der gehört nicht mehr der evangelischen Landeskirche an.

Die 1875 im Pahleshof geborene Tochter,

  • Dorothea Debus,

ist bereits nicht im Kirchenbuch Eckelshausen eingetragen. Das ist die Zeit, in der die im Ruhrgebiet und im industriellen Bergischen Land (Wuppertal) entstandene „Erweckungsbewegung“ auch das Hinterland erreichte.

Die beiden Kinder vom Bruder Konrad in Holzhausen wurden getauft (1878, 1879) mit Paten aus Katzenbach: Dorothea Debus und Elisabeth Debus, geb. Reuter, die beiden Schwägerinnen. Für die Familie des Conrad Debus gibt es nach den Geburten keine weiteren Eintragungen im Kirchenbuch Holzhausen.

Es muss wohl alleine Johann Jost Debus gewesen sein, der nicht mehr der Landeskirche angehörte, und später auch seine Frau. Für seine Geschwister sind weiterhin Eintragungen in Kirchenbüchern vorhanden.

Die im Jahre 1878 geborene Tochter

  • Katharina

lebte nur bis 1890.

Enners

Sahners (Pitz)

Jacob Pitz als Postillion

Jacob Pitz (* 1846) als Postillion

Chrästs

Das Jagdschloss

Gisela Siebert schreibt in ihrem Buch über die Jagdhäuser der Landgrafen von Hessen-Darmstadt zu Katzenbach:

„Südöstlich von Biedenkopf lag am oberen Ende eines Tales, das sich dort in einen von bewaldeten Bergen eingefassten Bachgrund öffnete, der Jagdhof Katzenbach – manchmal auch ‚die Katzbach‘ genannt. Der namengebende, durch das Tal Richtung Kombach fließende Bach hat sich im heutigen Dorf Katzenbach erhalten, während die 1774 verkauften Gebäude des fürstlichen Hofes vollständig verschwunden sind. 1724 ließ Ernst Ludwig den Jagdhof auf dem Gelände eines schon seit dem 16. Jahrhundert in landgräflichem Besitz befindlichen Hofgut neu erbauen. Einen Vorgängerbau hatte sich dort schon Ludwig VI. eingerichtet. Davor diente Biedenkopf selbst mit seiner schon von den Landgrafen von Thüringen errichteten, später an Hessen gefallenen Burg zu ausgedehnten Jagdaufenthalten.“

Gisela Siebert: Jagdhäuser der Landgrafen von Hessen-Darmstadt auf Bildern des 18. und 19. Jahrhunderts. Darmstadt 2003, S. 46[14]
Jagdschloss Katzenbach, Ölbild von Johann Georg Stockmar (1700–1759) im Jagdmuseum Kranichstein
Jagdschloss Katzenbach, Lithographie von R. Schnupp und Zeichnung von Jakob Meinrad Bayrer nach dem Ölbild von Johann Georg Stockmar (siehe Bild links)

Nach Siebert (2003):

„Katzenbach entsprach dem Typ des von einer Mauer umgebenen Jagdhofes auf rechteckigem Grundriss. Stockmars Bild zeigt den Blick vom Schwanert, dem das Tal nördlich begrenzenden Waldrücken, über das Jagdschlösschen und den dahinter sich weitenden Bachgrund. An der nördlichen und südlichen Schalseite lagen je ein Wohnhaus, an den beiden Längsseiten je ein niedriges Stallgebäude. Das nördliche stattliche Haus mit zwei Stockwerken und Walmdach bot mehr Raum als das südliche, typisch Müllersche Kavaliershaus mit Mansarddach und Mitteleingang. An der westlichen Mauer entlang führt die Straße von Kombach her zum Hoftor, im Osten umfließt die Katzbach das Anwesen.
Der Überlieferung nach enthielt das ‚Herrenhaus‘ im Erdgeschoss die Wohnung des Oberförsters und darüber die herrschaftliche Etage. Es kann daher nur das nördliche zweistöckige Wohnhaus gewesen sein. Auf die übrigen Gebäude verteilten sich Zeughaus [für die Unterbringung von Waffen], Remise [ein Wirtschaftsgebäude für Fahrzeuge und Geräte], Küche, Waschhaus, Stall, Scheune und Backofen.“

Jagdschloss Katzenbach, Zeichnung von Jürgen Westmeier

Nach Jürgen Westmeier (1996), s. auch HGB, 1925:

„Auf der Zeichnung kann man die Anordnung der Gebäude erkennen. Im Vordergrund – nach Norden gerichtet – steht ein großes zweistöckiges Gebäude. Hier soll das Wohngebäude gestanden haben, in dem im Erdgeschoß der jeweils amtierende Oberförster, bekannt sind Schneider, Schröder und Rautenbusch, gewohnt haben. Das obere Stockwerk war für den Hof und die fürstlichen Gäste bestimmt.

Im Hintergrund ein kleineres Gebäude mit Walmdach, das Küchengebäude. An den Längsseiten standen die Funktionsgebäude. Im Westen, dem Berge zu, der Reisestall mit Remise und Zeughaus; im Osten, dem Tal zu, Scheune, Stall und Holzschuppen. Alle Gebäude waren durch Mauern verbunden und das Tor befand sich an der Nordseite zwischen Herrenhaus und Reisestall. Wenn man die angenommenen Grundmaße auf die vorhandene Freifläche überträgt, kommt man mit 51 x 60 Metern gerade aus. Des weiteren kann man an der Nordseite am Hang zu der heutigen Landesstraße noch Mauerreste erkennen und einen etwa 40 cm breiten und 80 cm hohen, fast zugewachsenen, Einlass erkennen, der eine Entsorgungsleitung für das Herrenhaus darstellen könnte. Es wurden nach dem Krieg durch maschinelles Pflügen – wesentlich tiefer als mit Pferden – große Abdeckplatten angehoben und man erhielt Einsicht in das System.“

Benachbarte Jagdschlösser nahe Battenberg

Ansicht von Neujägersdorf, der Kröge bei Battenberg, Ölbild von Johann Georg Stockmar (1700–1759) im Jagdmuseum Kranichstein

Neujägersdorf/Die Kröge

Noch vor Katzenbach 1724 entstand Neujägersdorf/Die Kröge:

„Ein typisches Jagdlager stellt das von Ernst Ludwig schon 1703 begonnene und am Anfang aller Jagdbauten stehende Neujägersdorf bei Battenberg, auch Kröge genannt, vor.“

Und Siebert (2003) geht auf den Hintergrund dieser Bauaktivitäten ein:

„In den bergigen Revieren Oberhessens führte weniger die Parforcejagd als vielmehr ein allgemein gewachsenes Repräsentationsbedürfnis, unmittelbar in Jagdrevieren zu logieren, zu vermehrter Bautätigkeit. Man war darauf bedacht, nicht nur Jagdgäste und Bedienstete, sondern auch einen Großteil des Hofstaates mitführen zu können. Meist hielt sich der Regent ja für mehrere Wochen fern der Hauptstadt auf. Ältere Absteigequartiere, wie die Schlösser Romrod, Biedenkopf, Nidda und Stornfels genügten den geänderten Bedürfnissen nicht mehr. Es entstand der architektonische Plan des fürstlichen Lagers, welches auf jeden Fall baulich aufwendiger sein musste, weil eine größere Anzahl von Personen unterzubringen war als in den residenznahen Häusern. Das Jagdlager wurde nun aus steinernen Pavillons verschiedener Größe anstatt aus Zelten errichtet....“

– Siebert (2003), S. 48

Die Kleudelburg

Ansicht der Kleudelburg, Ölbild von Johann Georg Stockmar (1700–1759) im Jagdmuseum Kranichstein

„Im Jahr 1722 ließ Ernst Ludwig nordöstlich von Battenberg in den Ausläufern des Rothaargebirges die Kleudelburg errichten. Das im waldigen Bergland des wildreichen Oberforsts Battenberg gelegene Jagdhaus bestand aus einer größeren Ansammlung von einzeln stehenden Gebäuden, die aber nur im lockeren Verband und nicht in einer axialen Beziehung angeordnet waren.“

– Siebert (2003), S. 44

Der damalige Landgraf Ernst Ludwig I (1667–1739), wegen seiner Jagdleidenschaft bekannt, war der Erbauer dieses barocken Schlosses.

Elsa Blöcher hat in ihrem Beitrag über „Das Jagdschloß in Katzenbach“ in den Hinterländer Geschichtsblättern (1977, Jg. 55, Nr. 1, S. 49–50 ausführlich darüber berichtet.

Blütezeit der Jagd in Katzenbach

Landgraf Ludwig VIII, Hessen-Darmstadt
Jagdtagebuch von Landgraf Ludwig VIII Hessen-Darmstadt 1756-11-10

Die Blütezeit der Jagd in Katzenbach war – nach den berichteten Vorlieben der Darmstädter Landgrafen – zur Zeit der Regentschaft von Landgraf Ludwig VIII. (1691–1768), dem ältesten Sohn des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (1667–1739) aus dessen Ehe mit Dorothea Charlotte (1661–1705), Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Ludwig VIII wurde nach dem Tod seines Vaters 1736 Landgraf. Er stand in Siebenjährigen Krieg (1756–1763) auf der Seite des Kaisers, erreichte den militärischen Rang eines Generalfeldmarschalls. Er liebte und förderte die Künste. Kennzeichnend für ihn: Er starb 1768 in der Darmstädter Oper während einer Aufführung in seiner Loge.[15]

In Wikipedia erfahren wir über Ludwig VIII:

„Wie schon sein Vater, war Ludwig ein leidenschaftlicher Parforcejäger. Diese Vorliebe machte ihn nicht nur als Jagdlandgraf bekannt, sondern führte auch zu langen Abwesenheiten in seiner Residenz. Zur Belohnung seiner Jäger prägte Ludwig so genannte Hirschgulden und Saudukaten. Einer seiner Oberförster sah sich veranlasst, ein Buch zu veröffentlichen, das ‚alle raren Schüsse welche S. H. D. Ludwig VIII. […] gethan hat‘ beinhaltet. Die Regierungsgeschäfte führte Ludwig vornehmlich auf seinem Jagdschloss Kranichstein [in dem das Ölbild des Katzenbacher Jagdschlosses hängt]. Der Landgraf ließ, gleich seinem Vater, zahlreiche Jagdgebäude errichten, darunter Jagdschloss Dianenburg und das Griesheimer Haus. Für die zahlreichen Pferde, die für die Parforcejagd benötigt wurden, errichtete Ludwig den Marstall am Paradeplatz in Darmstadt. Für seine Ausfahrten benutzte der Landgraf eine Kutsche, die von weißen Hirschen gezogen wurde.“[15]

Landgraf Ludwig VIII. pirschte stets mit einer Windbüchse – eine Druckluftwaffe, die im 17. Jahrhundert zu Jagd-, Übungs- und Kriegszwecken entwickelt wurde – entweder von seinem Wagen aus oder aus festem Schirm, welche er von allen Brunstglützen verrichten ließ. Der Landgraf bezahlte seine Jäger sehr freigiebig und wusste ihren Eifer stets rege zu halten. Für jeden von ihm geschossenen Hirsch erhielt der Jäger, der den Hirsch bestätigt hatt, einen Hirsch-Dukaten, der auf der einen Seite das Bild eines Hirsches, auf der anderen die Aufschrift:

„Durch den Dukaten wird ich verraten“

zeigte.

Außerdem ließ er für seine Jäger Dukaten schlagen, welche einen Hirsch mit der Inschrift:

?träger

zeigten.
Auf erlegte große Sauen wurden „Sau-Dukaten“ geprägt. (wikipedia, Münzlexikon: Im Besonderen sind aber die Dukaten des Landgrafen Ludwig VIII. (1739–1768) von Hessen-Darmstadt gemeint. Der leidenschaftliche Jäger ließ einfache und doppelte Dukaten mit einem Hirsch auf der Rs. anlässlich großer Jagden ausgeben. Siehe Weiteres zu den Jagden den Beitrag von Gg. Fischer in den Hinterländer Geschichtsblättern Jg. 37 Nr 1. (zit. in Blöcher, 1977).

Große Jagd in Katzenbach 1758, ein Beispiel für das Festgelage

In Günther (1853) finden wir für 1758 festgehalten:

„Prinz Georg Wilhelm [1722–1782], Sohn L. Ludwig VIII. [und Bruder von Landgraf Ludwig IX.] hielt zu Battenberg die Hirschbrunst. […]

Von da zog der Prinz nach Katzenbach und der Kleudelburg. Bei dieser Gelegenheit wurde unter andern verzehrt: 59½ Pfd. Forellen, 3 Pfd. Aale, 11½ Maas Grundeln, 3½ Pfd. Hechte, 318 Pfd. Karpfen und 1650 Stück Krebs. Ferner 56 Stück junge Hahnen, 19 Stück alte Hühner, 36 Pfd. Butter, 150 Eier, 5 Ohm Bier [1 Ohm etwa 160 Liter]. Für Brod und Oel wurden 36 fl. 11 Alb. ausgegeben.“

– Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, S. 317

Nach den „Hirschberichten“ über den Wildbestand standen

„im Forst Katzenbach 1764:
15 Hirsche: 0 Vierzehnender, 3 Zwölfender, 8 Zehnender, 4 Achtender;
24 Thiere, 14 Kälber, Summa 53 Stück
und in 1774:
10 Hirsche, 8 Thiere, 4 Kälber, Summa 22 Stück [ein Rückgang gegenüber 1764]“

– Zitiert nach Blöcher 1977, siehe Günther (1853), Kapitel „Die Jagd“, S. 318f

Ludwig der IX (1719–1790) wurde nach dem Tod seines Vaters 1768 Landgraf von Hessen-Darmstadt. In Wikipedia (2012) lesen wir: Er reformierte den Staat nach preußischen Vorbild. Die meisten bisherigen Beamten wurden entlassen und die damals beliebte Parforcejagd, eine Hetzjagd, die die Landwirtschaft in Hessen-Darmstadt nahezu ruiniert hatte, wurde abgeschafft. Das Heer wurde aufgestockt und Kasernen und Garnisonen ausgebaut.

„Ludwig hatte ein ähnliches Faible für Soldaten und das Militärleben wie der preußische ‚Soldatenkönig‘ Friedrich Wilhelm I., was auch dazu führte, dass er in preußische Dienste trat [bis 1757] und von seinen 32 Ehejahren 18 getrennt von seiner Gemahlin bei seiner Garnison verbrachte. […] Nach der Vermählung seiner Tochter mit dem russischen Zarewitsch verließ Ludwig IX. den kaiserlichen Militärdienst und wurde 1774 russischer Generalfeldmarschall.“

Der darmstadt-hessische Landgraf hatte also ganz anderes im Sinn, als in Katzenbach die Jagd zu pflegen.

Der Abbruch des Schlosses 1774/75

In den Hinterländer Geschichtsblättern erfahren wir Überliefertes zum Abbruch 1774/75:

„Das Hauptgebäude erwarb der Posthalter Stapp zu Biedenkopf. Dieses ließ er neben dem ihm gehörigen Gasthaus zum Hirsch (der jetzigen Apotheke) wieder aufbauen. Der Katzenbacher Oberförster erhielt einige Jahre später Biedenkopf als dienstlichen Wohnsitz angewiesen. Etwa zur selben Zeit wurde auch der Küchenbau des Katzenbacher Jagdhofes von einem Biedenkopfer, dem Wirt Braun, erworben. Er errichtete daraus ein Gebäude in der Hainstraße, das noch lange im Volksmund Küchenmanns Haus oder Katzenbacher Küche genannt wurde.
Nur geringe Ruinen bezeichnen heute [1925] die Stelle des alten Katzenbacher Jagdschlosses. In der Nähe stehen lediglich noch einige Bauernhöfe mitten in der Waldeinsamkeit, die den Namen weitertragen.
So ist die klassische Zeit der Jagd rasch vorübergerauscht. Und legte auch der höfliche Jagdluxus dem Volke schwere Lasten auf, hübsch war es doch!!“

Hinterländer Geschichtsblätter 1925, Jg. 15, Nr. 2

So resümieren – obwohl selbst nicht mit dabei – die Autoren des Berichts 1925 in ihrem Freudenrausch des heimatgeschichtlichen Eifers der damaligen Zeit.

Und Elsa Blöcher (1977) ergänzt:

„Die Wirtschaftsbauten wurden später abgebrochen. Die Scheune wurde umgeschlagen und stand eine Zeitlang auf der Neumühle in Friedensdorf, wo sie 1835 aber wieder abgeschlagen und anderswo hingesetzt wurde.“

Siebert (2003) schließt ihren Beitrag zu Katzenbach:

„In den Wäldern um Katzenbach, die heute noch gute Rotwildreviere sind, erinnerten einst Bäume an die landgräfliche Jagdzeit. So soll die ‚Landgrafenbuche‘ Ludwig VIII. vor einem angreifenden Hirsch geschützt haben, während die ‚Rautenbuschbuche‘ nach dem damaligen Oberförster von Messel, dem ‚Hof- und Jagddichter‘ Ludwigs VIII. benannt war.“

– Siebert (2003), S. 46

Abbruchteile in Biedenkopf: Teile der hinteren Gebäude und die Fenster im Dach der Hirsch-Apotheke in Biedenkopf stammen vom Herrenhaus. Das Küchengebäude wurde auch nach Biedenkopf verkauft und evtl. in Brauns Gaststätte eingebaut. 1847 war es noch bekannt als die „Katzenbacher Küche“. Alte Biedenkopfer erinnern sich, dass man von der früheren Wirtschaft Meier, oder dem Hotel Duchmann, als von „Brauns“ sprach. [wird ersetzt durch HGB 1925]

Der „Kutschweg“ im Westen am Hang der Anlage entlang erinnert an den Weg an einem schmalgiebeligen kleinen Teehaus vorbei.

Noch 1850 fand man alte gesunde Kirschbäume, die im Garten entlang des Weges standen.

Dass ein Brunnen erwähnt wird, ist interessant, kann man doch heute noch oberhalb des Friedhofs (also nach meiner Definition oberhalb des Küchengebäudes, wo wohl das meiste Wasser gebraucht wurde) eine dauernd nasse Stelle finden, die auf eine solche Anlage rückschließen läßt.

Katzenbach um die Jahrhundertwende

Von Wilhelm Völkel † und Günter Debus

Katzenbach: allgemeine Lage und die „ferne Welt“

Pahles

Familie Wilhelm Muth am Eingang zu Pahles
Im Hintergrund: Johann Jost Debus (* 1842)
Im Türrahmen: Dorothea und Wilhelm Muth
An der Seite links die Tochter Dorothea („Dottchen“)
Vorne sitzend deren Geschwister Wilhelm (?) und ?
Rechts: vermutlich eine Magd

„Ich selbst weiß mich kaum noch an Wilhelm Muth ‚den Älteren‘ (1868–1939), den ‚Jäger‘ zu erinnern. Er hatte 1896 in den Pahleshof eingeheiratet. Als er starb, war ich zehn Jahre alt. Mein aus dem Katzenbach stammender Urgroßvater starb ein Jahr später 97-jährig in Erndtebrück.

Dorothea Debus (1875–1955) aus dem Pahleshof war bei ihrer Heirat 21 Jahre alt, ihr Mann aus dem Nachbarhof Enners um sieben Jahre älter. Sie war eine Cousine meines Großvaters Heinrich Debus (1877–1908) in Erndtebrück. Ihr Vater, bzw. sein Schwiegervater, Johann Jost Debus (1842–?), war ein Bruder meines von Katzenbach nach Erndtebrück verheirateten Urgroßvaters Johannes Debus (1843–1940).

Wilhelm Muth d. Ä. wurde zwei Jahre nach der Heirat Patenonkel meiner Mutter, Wilhelmine Völkel, geb. Debus (1898–1988), in Erndtebrück. Über diese Patenschaft wurde der Kontakt zwischen Katzenbach und Erndtebrück bis in meine Generationen weiter gefestigt.

Es mag 1936 – ich war sieben Jahre alt – gewesen sein, als Wilhelm Muth der Ältere wieder einmal uns im Wittgensteinschen besuchte. Mein Urgroßvater – in 1936 wurde er 93 Jahre alt – war ja der Onkel seiner Frau. Es war an einem Sonntag. Da hat er zu meiner Mutter gesagt: ‚Wenn Du mich im Katzenbach mal besuchst, schieß ich Dir einen Fuchs!‘ So wurde es auch. Das Tier wurde in einem Geschäft in Siegen aufgearbeitet und meine Mutter hat den Pelz winters gerne und stolz auf dem Mantel getragen. Meine beiden Töchter haben mit dem Fuchspelz in den 60er Jahren noch oft und gerne damit gespielt.

Wilhelm Muth d. Ä. war also nicht nur Bauer, sondern auch passionierter Jäger. Es ist von ihm überliefert, dass er ob der Jagd manches auf dem Hof versäumte. Ich kann seine Leidenschaft verstehen, da ich weiß, wie er auf den Hof kam.

Wilhelm Muth ‚der Ältere‘ kam 1868 im Nachbarhof von Pahles, dem Enners-Hof, wohl als in der Erbschaft Nachgeborener zur Welt. Im Hof nebenan wurde sieben Jahre später Dorothea Debus, die Hoferbin, geboren. Diese hatte sich vor der Jahrhundertwende mit einem Knecht eingelassen und gebar den unehelichen Hermann. Das war in der damaligen Zeit nicht nur kirchlich ein ganz böses Vergehen. Der Knecht war wohl auch nicht familientauglich.

Ich schätze, dass es für Wilhelm Muth keine Liebesheirat war, die ihm einen eigenen Hof bescherte und ihr eine Familiengründung brachte. Hermann tauchte öfter in Erndtebrück – offensichtlich in Werbeabsicht – auf. Er war fast gleichaltrig mit meiner Mutter (1898 geb.), die ihn aber wissen ließ, dass da nichts zu machen sei.

Ab der Fuchsgeschichte sind wir jährlich in der Obst-Ernte-Zeit in Katzenbach gewesen, um für die Winterzeit Äpfel, Birnen und Pflaumen zu holen, denn in Erndtebrück war das Klima für solche Bäume zu rau. Das war dann die gute Verbindung zum Katzenbach, als es Krieg gab. Aber da lebte Wilhelm Muth d. Ä. nicht mehr (1939 gestorben).“

Wilhelm Völkel, 2009

(9) Dorothea Debus (1875–1955) hatte ein Kind mit einem Knecht

  • Johann Jost Hermann (1896–1924)

und nach der Heirat ⚭ 1896 mit Wilhelm Muth d. Ä. (1868–1939)

  • Dorothea Muth („Dottchen“, * 1901) blieb ledig im Haus, sie wurde für eine „vorzeitliche“ Magd gehalten [Wilhelm Völkel]
  • Katharina Muth (* 1900) ⚭ Muth
  • Elisabeth Muth ⚭ Schmidt
  • Anna Muth (* 1904) ⚭ Peter Weigand
  • Wilhelm Muth * 08.09.1906, wurde als „Wilhelm Muth der Jüngere“ Hoferbe, † 1981
Wilhelm Muth und Dorothea, geb. Debus, im Hintergrund Johann Jost Debus
Pferdewagen auf dem Weg von Pahles und Enners (im Hintergrund) und Chrästs (links)
Katzenbach 1925: Dreschen bei Sahners
Wenn Wilhelm Muth d. Ä. von Chrästs kommend nach Pahles ging, kam er immer an der Hofeinfahrt seines Elternhauses Enners vorbei
Trachtenfrauen vor dem Pahles-Hof

Das Foto „Trachtenfrauen vor dem Pahles-Hof“ gibt einen Einblick in den Pahles-Hof um die Jahrhundertwende.

Im Beitrag „Pahles-Hof um 1950“, als die Fachwerkbauten noch standen, sind die Gebäudeteile im Einzelnen dargestellt.

Auf dem Foto passen Fachwerk und Menschen in Tracht so zusammen, wie wir uns dies für die Zeit kurz nach der Jahrhundertwende – 1920er Jahre – vorstellen. Die Jugend singt und musiziert. „Eine heile Welt“, so scheint es.

Dieses Foto hat auch außerhalb von Katzenbach Wirkung gezeigt:

Wilhelm Völkel in Erndtebrück – beschrieben in seinem Beitrag über seinen Urgroßvater aus Katzenbach – war als Kind beeindruckt von den „Hesse-Gretcher“ in ihren Trachten und den weißen Strickstrümpfen:

„Wenn sie ins Wittgensteiner Land zu Besuch kamen, dann fielen sie auf: prächtige Gestalten.“

Hochzeitsfoto von Wilhelm Muth dem Jüngeren und Elise, geb. Archinal, in Pahles 1936
Hochzeitsgesellschaft bei der Heirat 1936 von Wilhelm Muth dem Jüngeren (1906–1981) aus dem Pahles-Hof mit Elise Archinal (1905–1999) aus Niederasphe

Auf dem Foto der Hochzeitsgesellschaft gibt es eine Reihe von Personen, die benannt werden können:

  • das Hochzeitspaar in der Mitte
  • links daneben: „Ottchen“, Wilhelm Muth des Jüngerens Schwester Dorothea
  • links vorne (Kind): Enners „Mariechen“, die Eltern und die Großmutter der Braut
  • links von „Ottchen“: als 7-jähriger Junge Wilhelm Völkel aus Erndtebrück und hinter ihm seine Mutter Wilhelmine Völkel, geb. Debus (helles Kleid)
  • rechts neben dem Brautpaar: Eltern des Bräutigams, Wilhelm Muth d. Ä. und Dorothea geb. Debus (zwischen ihnen ein Kind)
  • hinter dem Vater des Bräutigams: Heinrich Völkel und Karoline Debus (Tante von Wilhelm Völkel: Wilhelmine und Karoline sind Schwestern) mit Sohn Gustav (davor) aus Erndtebrück
  • rechts hinter Heinrich Völkels Frau aus Erndtebrück: eine Schwester des Bräutigams
  • hintere Reihe von rechts, dritter Mann: Heinrich Pitz aus Sahners

Enners

Enners Karl – Karl Muth (1900–1939) – ein Cousin von Wilhelm Muth dem Jüngeren in Pahles vor dem Stall von Enners
Von wann mag das Hof-Pflaster sein?
Es könnte noch aus der Zeit der Anfänge in Katzenbach stammen (17. Jahrhundert).
Ein Gruß aus dem Katzenbach um die Jahrhundertwende
Oben: Enners und Pahles liegen eng beieinander rechts am Hang gegenüber von Chrästs links. Enners- und Pahles-Wohnhaus stehen parallel nebeneinander, das von Enners hat ein rotes Dach, das von Pahles ein graues Schieferdach.
Unten links: Gasthof Pitz, das Sahners-Haus
Unten rechts: „Ruine der Alten Oberförsterei“ – ehemals landgräfliches Jagdhaus

Katzenbach um 1950

Katzenbach: allgemeine Lage und die „ferne Welt“

Katzenbach: Enners und Pahles, gezeichnet von Wilhelm Völkel

Von Wilhelm Völkel † und Günter Debus

So – wie rechts im Bild von mir gezeichnet – habe ich Katzenbach in meiner Vorstellung.

Links der Enners-Hof mit Durchfahrt in der Scheune und Wohnhaus rechts.

Rechts der Pahles-Hof mit Wohnhaus links und Gebäudekomplex rechts.

Beide Wohnhäuser sind nah parallel aneinander gebaut, nur ein schmaler Durchgang trennt sie. Den Giebelseiten der Wohnhäuser ist ein Vorgarten vorgelagert.

Elektrisches Licht 1945
Seit dem 18. März 1945 hat Katzenbach elektrisches Licht.

Straße nach Kombach
Im Jahre 1953 wurde die Straße nach Kombach geteert.

Neubau und Aussiedlung
1968 wurden die Fachwerkbauten von Enners und Pahles abgebaut. Sahners errichteten im unteren Tal einen Aussiedlerhof. Pahles bauten auf dem gesamten Grundstück von ehemals Enners-Pahles alles neu auf: Wohnhaus und Stallung in neuen großen und „modernen“ Dimensionen. Damit bekam das idyllische Katzenbach der letzten Jahrhunderte ein neues Gesicht.

Landgrafenschenke
Im Jahre 1968 eröffneten Ronzheimers in Chrästs einen Gasthof: die „Landgrafenschänke“.

Katzenbach im Winter
Katzenbach im Sommer

Noch mal alter Ausblick auf Katzenbach und ein Gang vorbei an Chrästs bis Pahles

Auf dem Weg vor Chräst
Blick auf Chrästs, als die Tanne nicht mehr (oder noch nicht) den Blick versperrte

Gehen wir auf der Straße die einzelnen Gehöfte ab: Zunächst kommen wir zu Chrästs (Bild links). Wie noch heute – 2012 – gehen wir zunächst an der Scheune vorbei und dann auf das Chrästs-Wohnhaus zu. Damals überragte die Tanne alle Gebäude.

Pahles

Behandelt werden hier zwei Generationen:

(10) Wilhelm Muth „der Jüngere“ (1906–1981) ⚭ 1936 Elise Archinal (1905–1999) aus Nieder-Asphe
mit einem Kind:

  • Heinrich (* 1937), er wurde Hoferbe.

(11) Heinrich Muth (1937–2003) ⚭ 1960 Irmgard Ortmüller (* 1938) aus Herzhausen
mit den Kindern

  • Rainer
  • Friedhelm
  • Marion

„Mir kommen immer wieder Erinnerungen an den Pahleshof in der Zeit meiner Kinder- und Jugendzeit – 1930er bis 1950er Jahre – , z. B. der Hof ohne Strom (bis 1945), das Korn schlagen mit Dreschflegeln, Schleifsteindrehen, nachts auf den Feldern mit Hunden gegen Wildschweine, Schwalben im Kuhstall, Rehbock jagt Ricke und macht Pferde scheu, kranken Rehbock mit Stange am Gehörn durchs Dorf geführt, eiskalte Morgenwäsche im Pferdestall etc., etc.“

Wilhelm Völkel

Der Pahles-Hof

Vorbei an Enners-Scheune mit Blick auf Pahles. Der Fotograf vor Enners-Scheune (links) und blickt in die Pahles-Hofeinfahrt hinein, umrahmt links von Pahles-Wohnhaus und rechts von der Scheune. Oberhalb des Stalls im Hof gegenüberliegend erhebt sich der Berg.
Eingang zu Pahles
Links das Wohnhaus mit Sicht auf die Giebelseite: Fachwerk im Erdgeschoss und Schieferbeschlag des 1. Stocks. Die beiden unteren Fenster gehören zur Wohnstube, die oberen zu Kammern.
Vor der Giebelseite des Wohnhauses liegt ein kleiner eingezäunter Vorgarten. Der Zaun links im Bild gehört schon zum Enners-Anwesen. Dazwischen gibt es einen schmalen Durchgang an Pahles- und Enners-Haus vorbei. Rechts die Scheune mit Vordach. Auf der anderen Seite des Innenhofes der Stall.
Beispiel für Hinterländer Kratzputz, von Meister Jakob Gessner ausgeführt, datiert 1855
Enners: Vorderfront des Stalls, der sich rechts vom Wohngebäude anschloss
Katzenbach: Enners und Pahles, gezeichnet von Wilhelm Völkel im Sommer
An Chrästs-Wohnhaus vorbei
Blick zurück auf Chrästs-Wohnhaus. Beim Gang zu Pahles und Enners zunächst vorbei an Chrästs-Straßenfront von Chrästs-Haus.
Vorbei an Enners Scheune mit Tor
Blick aus Enners-Hof durch das Tor zum Weg
Zeichnerische Nachstellung der Ansicht auf Enners und Pahles, Wilhelm Völkel
Pahles-Wohnhaus mit Stall vom Innenhof aus gesehen: oben Kammern Eltern, unten Wohnstube, Eingang, Küche, Stall
Pahles-Schmiede (links) und Stall (rechts) vom Innenhof aus gesehen
Hochzeitspaar Heinrich Muth mit Braut Irmgard, links die Großeltern der Braut, rechts die des Bräutigams

„Besonders eindrucksvoll fand ich das Schlachtefest in der Nachkriegszeit. Hier war alles versammelt, was im Umkreis Rang und Namen hatte. Um nicht konkret zu werden, nur so viel: es waren Vertreter aus Politik, Ämtern und Behörden da – ein Kreis von Personen mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten, die alle einander kannten und sich gegenseitig halfen, um unter den Zwängen und vorbei an den scharfen Kontrollen der Besatzungsmächte einigermaßen das Alltagsleben in der Bevölkerung zu regeln bemüht waren, dies insbesondere auch im Grenzbereich zwischen amerikanischer und englischer Zonengrenze bei Wallau.

Alle waren beim Schlachtfest in der guten Stube auf dem Pahles-Hof. Meine Mutter half in der Küche mit und so hatte ich Einblick in das Geschehen. Ich weiß nicht, ein oder zwei Schweine waren angemeldet, Rinder und Kälber kamen dazu und die Amis hatten auf der Jagd auch noch was geschossen. Es wurde das ‚große Fressen‘ und gezecht wurde natürlich auch. Abends bekamen alle noch ein Päckchen mit.

An einem solchen Abend hatte mein Vater mal einen ihm zuständig erscheinenden Mann gefragt, wie er denn in der britischen Zone [Erndtebrück] zu einer Sau aus dem Katzenbach kommen könne. Antwort: ‚Da lassen Sie mal die Finger von, das ist zu gefährlich!‘ An der Grenze wurde damals immerhin eine junge Frau aus Niederlaasphe erschossen. Jedenfalls mussten wir nicht lange warten. Eines nachts wurde heftig an die Haustür bei uns in Erndtebrück geklopft. Vor der Tür stand ein Trupp von Männern mit der Sau.

Es war damals normal, dass ‚gewichtiges‘ gemeinsames Festefeiern auch zu erhofften Folgen führte. Zum Beispiel wunderte es mich auch nicht, dass die Straße nach Katzenbach bald geteert wurde – nach Katzenbach, wo doch nur fünf Häuser standen!“

Wilhelm Völkel

Katzenbach nach 2000

Katzenbach um 2000
Heinrich Muth zusammen mit Wilhelm Völkel (rechts) und dessen Vetter Heinz Völkel aus Erndtebrück (links) vor der Werbetafel für Heinrich Muths Fleisch- und Wurstwaren an der Einfahrt zu Pahles
Chrästs um 2000
Wanderwegkarte in Katzenbach (um 2000)

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Bei Blöcher (1977) heißt es wörtlich: „Henchen Vesel Hansen“, im Text 1565 heißt es „Henchen, Vesel Hansen Sohn“, deswegen wird hier nur Vor- und Nachname genannt.
  2. C. F. Günther: Bilder aus der Hessischen Vorzeit. Verlag der Hofbuchhandlung von G. Jonghaus, Darmstadt 1853 (S. 215–216 Kapitel „Die Jagd“, Abschnitt „Katzenbach“).
  3. a b Pfarrer Schmidt, Battenberg: Beiträge zur Hinterländer Jagdgeschichte. In: Hinterländer Geschichtsverein (Hrsg.): Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf (1923–1925).
  4. Anmerkung des Autors Günther: „Geschichte von Hessen. 4. Bd. S. 374.“
  5. Anmerkung der Redaktion: Vermutlich ist das folgende Werk gemeint: Christoph von Rommel: Geschichte von Hessen. Marburg/Kassel 1820. Zu dem Autor siehe DNB 116606428.
  6. 1569 – drei Jahre nach der testamentarisch festgelegten Teilung Hessens
  7. Anmerkung von Günter Debus: Besonders unter dem zweiten Hessen-Casseler Landgrafen Moritz (1572–1632) wurde Musik gepflegt, er selbst komponierte Pavanen und Gagliarden, die wir in unserem Aachener Flötenquartett gespielt haben.
  8. Schriftliche Mitteilung von Freddy Kothieringer vom 23. Oktober 2012
  9. Aufgenommen von Lienhard Müller, 2008, siehe Lina Debus (1888–1955) – ein Hinterländer Kind kommt in die Stadt und erlebt interkonfessionelle Wirren
  10. Dem Architekten Wilhelm Düringer, Gönnern, sei hiermit herzlich für seine Bemühungen gedankt.
  11. a b Staatsarchiv Marburg, 111f Nr. 318
  12. Staatsarchiv Marburg 110 4654, S. 67–68
  13. a b Artur Kraft: Familienbuch Holzhausen/Hünstein mit Filialort Damshausen. Darmstadt 2004 (s. Literaturliste).
  14. Gisela Siebert: Jagdhäuser der Landgrafen von Hessen-Darmstadt auf Bildern des 18. und 19. Jahrhunderts. Stiftung Hessischer Jägerhof, Darmstadt 2003, DNB 960338470.
  15. a b Ludwig VIII. (Hessen-Darmstadt)Wikipedia-logo.png