Feldes in Schlierbach

Aus Genealogen im Hinterland
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Autoren: Reimar Debus und Helmut Mankel

Einordnung in die Linie der Familie

Feldes vor Debus

Jacob Felten und Anna NN.

  • Anmerkung: Anna, Jacob Velten Witwe (Amtsrechnung 1586)
  • Anmerkung: Adam Velten (Amtsrechnung 166, 1610 > geht nach Hartenrod

Hans Felten

  • Anmerkung: Amtsrechnung 1623, 1636...)

Johannes Möller († 1666)

Felten, Anna († 23.11.1691) ⚭ (vor 1640) Möller, Johann († 23.11.1666)

Kind:

  • Crein übernahm das Haus mit Hans Jacob Weygand aus Bottenhorn

Hans Jacob Weygand (ca. 1641–1709)

Möller, Crein (* ca. 1642; † 19.02.1711) ⚭ 17.09.1661 Weygand, Hans Jacob (* ca. 1641; † 06.05.1709) aus Bottenhorn

Kind:

  • Gertraud * 14.02.1663, übernahm das Haus

Adam Cuntz (1656–1733)

Möller, Gertraud (* 14.02.1663; † 04.07.1711) ⚭ 13.06.1679 Cuntz, Adam sen. (* 11.12.1656; † 06.01.1733) aus Koatse in Schlierbach

Kind:

  • Elsa (Elsgen) * 09.07.1691, übernahm das Haus mit Jacob Dönges

Jacob Dönges (1687–1753)

Kuntz, Elsa (* 09.07.1691; † 18.03.1766) ⚭ Dönges, Jacob (* 01.09.1687; † 15.09.1753) aus Bottenhorn

Kind:

  • Adam * 28.09.1711
    • Gertraud * 23.08.1735, heiratete Johann Adam Debus und übernahm mit ihm das Haus

Feldes mit Debus

Johann Adam Debus (1725–1774)

Dönges, Gertraud (* 23.08.1735; † 30.05.1798) ⚭ 16.08.1761 Debus, Johann Adam (* 01.09.1725; † 17.02.1774) aus Zwoasch

Anmerkung: Seine Eltern waren Tiel Debus und Anna Margaretha Kraft in Zwoasch

Konfirmiertes Kind:

  • Adam * 13.12.1769, übernahm das Haus

Adam Debus (1769–1803)

Debus, Adam (* 13.12.1769; † 13.03.1803) ⚭ 13.11.1791 Rink, Elisabetha (* 31.03.1772; † 21.03.1803) aus Wommelshausen

Konfirmierte Kinder:

  • Johann Jacob * 30.05.1798, k 1812, übernahm das Haus
  • Adam Debus * 18.04.1800, † 31.08.1845
  • Margaretha * 27.04.1802, † 22.06.1836, ⚭ 1828 Johann Georg Koch in Wommelshausen, gestorben in Wommelshausen

Johann Jacob Debus (1798–1847)

Eintrag im Katasterbuch

Debus Johann Jacob (* 30.05.1798; † 09.02.1847) ⚭ 27.09.1818 Donges, Elisabeth (* 23.12.1796; † 01.10.1864) aus Wommelshausen

Kind:

  • Johann Jacob III, * 1820, übernahm das Haus

Johann Jacob Debus (1798–1847) und das Unwetter 1826

Bericht des Bürgermeisters Gehans Johann Jakob Rink aus dem Jahre 1826

„Schlierbach, den 2 ten Juny 1826.

Ich unterzeichneter ortsvorstand will hiermit nachstehendes in das gemeinde verordnungs Buch: Sämtliche gemeinde nach Kömliche zur wissenschaft und erkundlich zu jedermans Einsicht hierdurch Ertheilen, wegen des Im Jahr 1826 d. 28 ten May, Sonntags nachmittags von 3 Biss 6 uhr, Gottes allmacht und wunderthaten, welche In unserer Gegend, wahrscheinlich zeit diese welt gestanden nochnirgends von Gott dem allmächtigen geschehen und offenbahrt, um zu daraus zu ersehen, was der Mensch hier auf Erde gegen die allmacht Gottes sey.

1.) Liess sich Gott durch ein gewitter hören, und die Blitze häufig Strahlten, nachdem Es um 3 uhr hat angefangen zu Kieseln, dass dieselbe so dick wie tauben Eyer gefallen sind, Dass der Erd Boden damit Ettliche Schuh hoch Bedeckt war, dabey hat sich der Himmel aufgethan, und 3 Stunden lang geregnet, und das wasser Kam mit So großen Strömen, dass die Einwohner mehrentheils Ihr Vieh in die Stuben und sonst auf anhöhen mit gefahr Ihres Lebens Schleppen müssen, und auch mehrere Stück Rind Vieh und Schweine auf dem wasser geschwommen Kamen, wo jedoch Ettliches gerettet wurde, und 5 Kleine Schweine und Ein Rind sind durch Wasser umgekommen.

2.) Zum näheren Beweiss hat sich in dem sogenannte henness garte in der seite der graben gebildet, war 2 Schu weit und hoch und haben Ferner auf den höffen der orts Bürger Joh. Jac. Debus und Adam Debus, Johans, und Jacob Müller die Steine hauffen ein Stockwerck hoch durchs Wasser hin geschwemmt gelegen und zum Beyspiel der grösse mit der Runte wie ein Sitt Kessel.

3.) Ist die Erde von den Bergen des ackers in die Wiesenthäler herunter geschossen, dass es auf vielen Plätzen graben in die äcker und zwar auch Steibfelsen gerissen, dass der größte man hinein Stehen konte und derselbe nicht die Erde gleich hervor gieng. Zum Fernern angedencken will ich Bemerken, dass wegen des grossen Einreissens des Wassers zwischen dem Backhaus und wirth Georg Stoll hauss die Schaafe gewaschen worden sind, noch zum angedenken, hat das Sämtliche Gebäude der gemeinde Schlierbach, welche in 22 hauss bestehet, in wasser gestanden, dass niemand aus den Obertheilen des hausses im Stande war, Etwas zu erretten. Es sind höltzer mit geflossen, wie ein Paar ochen von der Besten art nicht im Stande sind, dasselbige anzuziehen. Ferner haben von dem Ereignis des gewitters, nemlich vom 28. ten May Biss den 20. ten Juni die Kieseln hauffen weiss auf mehrere Plätzer gelegen. Was nun die Ernte anbelangt, So ist Kaum 1/3 theil derselben mit Sämtlicher Frucht und Häu zu erwarten. Weil nun wir Bey unserer Lebzeiten nicht die Enstandene graben in früheren Stand und ordnung und wegschaffung im Stande sind. Desswegen den nach Kömmliche dieses vorige Ereignis Ertheilt wird. Ich will nun hier Bey stehen Bleiben und der weiteren verhältnisse und furcht der menschen nicht anführen. Wir haben es Sämtliche Gott zu danken, dass doch Kein Mensch hierbey umgekommen sey, wenn es aber Bey nacht geschehen wäre, So wäre allerdings viele menschen und vieh umgekommen: Joh. Jakob Rink.“

Johann Jakob Rink[1]

Bericht im Hinterländer Anzeiger 1950
In einer Ausgabe des Hinterländer Anzeigers aus dem Jahre 1950 lesen wir folgenden Bericht:

„Am 28. Mai 1826, einem Sonntag, ging nachmittags zwischen 3 und 6 Uhr über Schlierbach ein Unwetter nieder, von dem sich die alten Leute heute noch erzählen.

Es begann mit einem Hagel, dessen Körner so dick wie Taubeneier waren und den Erdboden einige Schuh hoch bedeckten. Anschließend regnete es drei Stunden so heftig, daß die Bewohner sich veranlaßt sahen, ihr Vieh in die Stuben oder auf die Anhöhen zu treiben – unter eigener Lebensgefahr – wobei doch einige Kühe und Schweine von dem sonst so harmlosen Bächlein, das mit Schlierbach gleichen Namens den Ort durchfließt, das jetzt aber zu einem wütenden Strom angewachsen war, mitgerissen wurden.

Ein Stockwerk hohe Steinhalden wurden bei den Höfen von Johann Jakob Debus, Johann und Jakob Müller angeschwemmt, wobei sich Steine von der Größe eines menschlichen Kopfes befanden. Von den Äckern an den Berghalden wurde die Erde fortgeschwemmt, so daß dort Gräben entstanden, so tief, daß ein Mann sich darin stellen konnte. Nicht nur das damals aus 22 Häusern bestehende Schlierbach stand restlos unter Wasser, nein, es wurden Stämme mitgerissen, wo ein Paar Ochsen von den Besten noch nicht im Stande waren, dasselbige zu ziehen.

Bis zum 20. Juni lagen haufenweise die Hagelkörner überall herum und diese kaum jemand imstande war, vor Kälte anzugreifen. Die Ernte war zu zwei Drittel vernichtet. Mit einem Lobpreis Gottes schließt dennoch der Chronist, der damalige Bürgermeister, seinen Bericht, weil er gewiß ist, daß Gott auch wieder doppelten Segen geben wird denen, die seine Gerichte bußfertig annehmen. Aufgeschrieben habe er überhaupt die ganze Sache nur, damit spätere Geschlechter nicht die Väter der Mißwirtschaft beschuldigten. Denn die Schäden seien wirklich nur durch dies Unwetter gekommen und seien so groß, daß unmöglich eine Generation sie beseitigen könne.“

Anmerkungen zum Bericht 1950

Grundriß des Orts Schlierbach mit Ergänzungen

Zum Artikel im Hinterländer Anzeiger muss ich, Reimar Debus, als echt Schlierbacher einiges korrigieren und ergänzen.

Auf der Abbildung fließt der Talbach von links oben nach rechts unten und mündet in den waagrecht eingezeichneten Schlierbach. Die Debus-Höfe am Talbach (Feldes) sind gelb markiert. Der Hof von Adam Debus lag in der Nähe des Kirchplatzes (Garte).

Es ist nicht nur der Bach namens Schlierbach, der den Ort Schlierbach durchfließt; auch der Talbach, der aus einem engen Tal mit steilen Hängen im Ort in die Schlierbach mündet, ist für die Schäden mitverantwortlich: Die stockwerkhoch liegenden Steinhaufen auf den Höfen der Bürger Johann Jacob Debus (Feldes), Adam Debus (Gehanns) u. a. können nur vom Talbach angeschwemmt worden sein. Die Schlierbach fließt weiter südlich; dort mündet auch der Talbach ein (vgl. anhängende Katasterkarte von 1830). Auch beim (wesentlich kleineren) Unwetter am 17. September 2006 (vgl. Chronik bei schlierbach.info) war der Talbach der Schadensverursacher. 2008 wurde ein Hochwasserschutz eingebaut. Übrigens ist der Talbach auf den einschlägigen Karten nicht benamt.

Dann ist in dem Artikel von kopfgroßen Steinbrocken die Rede. Richtig ist „von der Größe eines Sittkessels“. Der Durchmesser dürfte bei einem Meter gelegen haben. Nach Friebertshäuser (1998) aus Mundart und Volksleben im Altkreis Biedenkopf:

„S ü t t e  F.
‚gekochtes oder gebrühtes Viehfutter (aus Häcksel, zerschnittenem Dickwurz usw.)‘. De Bauerschfraa macht jeden Oowet die Sitt. – Hierher auch Sütt(e)haus ‚Haus oder Schuppen, in dessen Inneren die Sütte gekocht wird‘. Sütt(e)kessel ‚eingemauerter Kessel, in dem die Sütte gekocht wird‘.“


Johann Jakob Debus III (1820–1881)

Debus, Johann Jacob (1820–1881) ⚭ 1842 Stoll, Katharina (1820–1886)

Kind:

  • Anna

Johann Jacob Debus (1820–1881) in Feldes und die Glocke

Die aus dem Jahr 1474 stammende Glocke der verfallenen Schlierbacher Kapelle hing zeitweise bei Feldes auf dem Speicher.

Nachdem Schlierbach „seine Capell hat mutwillig verfallen lassen“ – so der Chronist – musste für die Glocke ein neuer Standort her. Es ist unschwer zu erraten, dass sie dann im „Türmlein“ des Backhauses aufgehängt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts war dessen baulicher Zustand aber „mangelhaft“. Wohin jetzt mit der Glocke? Auf sein Läuten wollte man keinesfalls verzichten. Johann Jacob Debus (1798–1847) und dessen gleichnamiger Sohn (1820–1881) in Feldes waren bereit, sie aufzunehmen und zu läuten.

Das Schicksal der Glocke[2]

Dieser Standort erwies sich als ungünstig, sodass man im Jahre 1854 eine Alternative suchte und am Haus des Ortsdieners Benner fand. Dieses stand höher als Feldes auf der gegenüberliegenden Straßenseite, oberhalb von Liwigs, Steinbergstr. 4. Über die mit der Verlegung verbundenen Arbeit musste nach damaligem Recht ein Akkord, ein Vertrag, abgeschlossen werden, den der Schlierbacher Bürgermeister Johann Daniel Rink II. (Gehanns) pflichtgemäß an den Kreisrat Trapp in Biedenkopf zur Genehmigung einsandte. Er schrieb:

„Die fragliche Gloke war seither auf einem Speicher des Johann Jacob Debus (Feldes) dahier aufgehängt, und wurde bei Sterbfälle und Begräbniße hiermit geläutet. Man konte aber das Läuten hierdurch nicht gut hören, so wurde mit dem hiesigen Gemeinderath beschlossen, daß die fragliche Gloke an eine geeignete Stelle zum Läuten des Morgens und Abends und auch wie oben erwähnt aufgehängt werden möchte, um das Läuten besser hören zu können. Da dem Johann Daniel Benner sein Wohnhaus auf einer Anhöhe steht, auch derselbe hiermit einverstanden sei, die Glocke an sein Wohnhaus aufhängen zu lassen, da derselbe Ortspolizeidiener sei, und das Läuten bei dessen Dienst übernehmen wolle, so bittet man dahero den anliegenden Ackort genehmigen zu wollen.“

Als der Ortsdiener Johann Daniel Benner 1872 starb, wurde sein Anwesen abgerissen und nicht wieder aufgebaut. So kam die Glocke einige Jahre später auf das neugebaute Backhaus. Darüber schrieb Pfarrer Hammann:

„Die Schlierhacher haben in 1887 ein neu Backhaus erbaut mit Ratsstube und einem Türmlein, darauf nun das Glöcklein wieder erhöhet ist. Es schallt hell und munter, daß es eine Lust ist. Dem Bürgermeister Johann Jacob Müller IV. (Schneiders) haben wir das zu danken, jetzt sind überall Glöckchen; nur die geizigen Hülshöfer lassen sich lieber ohne Glockenklang hinaustragen!“

Johann Jacob Ludwig Debus (1850–1908)

Im Adressbuch Biedenkopf 1895 finden wir aufgeführt: Jacob Ludwig Debus, Landwirt.

Theodor Debus II (1890–1954)

Otto Debus (* 1929)

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Hochzeit des Otto Debus (* 1929) und Gertrud geb. Schneider (* 1931) auf dem Feldes-Hof
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Das Feldes-Haus im Jahre 1952

Auf dem Foto der Hochzeit befinden sich:

  • Ottos Vater Theodor Debus (1890–1954), links neben dem Brautpaar sitzend

Ottos Geschwister stehen verteilt:

  • Emma Rink geb. Debus (1922–1959),
  • Elli Bamberger geb. Debus (* 1923),
  • Anni Lachmann geb. Debus (* 1928),
  • Theo Debus (1932–1994) und
  • Erwin Debus (1933–1990),

Ottos ältester Bruder war 1944 gefallen:

  • Herbert Debus (* 12.03.1921; gef. 1944)

Auch verteilt Debuse aus Goarde und Hennerfealds oben.

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Quelle: Das 19. Jahrhundert auf schlierbach.info. Demnach ist das Original-Dokument im Besitz der Gemeinde Schlierbach. Die Spuren des Unwetters seien heute noch an den Bodeneinschnitten oberhalb des Dorfes, die durch das weggeschwemmte Erdreich entstanden sind, zu erkennen.
  2. Gekürzter und leicht veränderter Originaltext aus Gerald Bamberger: Laß doch die Kirche im Dorf und www.schlierbach.info (Die Schlierbacher Kapelle)