Die Neuapostolische Kirche in Wallau: Katharina Debus und Heinrich Debus II.

Aus Genealogen im Hinterland
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Autor: Günter Debus

Am Freitag, 4. August 2017, erschien im Hinterländer Anzeiger (S. 12) ein Bericht von Hartmut Bünger mit dem Titel „Katharina Debus ist die Erste. Neuapostolische KircheWikipedia-logo.png feiert am Sonntag in Wallau ihr 120-jähriges Bestehen."

Katharina Debus aus Holzhausen heiratete Heinrich Debus, den ältesten Sohn des Dachdeckers Johann Jost Debus (1838-1912), siehe Die Wallauer Debus-Dachdecker: sechs Generationen – zweihundert Jahre. Heinrich Debus ist ein Bruder von Karl Debus (Die Debus-Schmiede in Wallau: Karl Debus) und von Christian Debus und Jakob Debus (Hotmanns Christian).

Zeitungsbericht

Wir zitieren den Bericht von Hartmut Bünger im Hinterländer Anzeiger:

„Entstanden ist die Gemeinde in Wallau kurz vor der Jahrhundertwende. Erstes Mitglied war die in Holzhausen geborene Katharina Debus. Sie hatte von ihrer Schwester, die nach Frankfurt am Main geheiratet hatte, von der neuapostolischen KIrche gehört. Am 23. September 1896 erhielt die Wallauerin in Frankfurt die Versiegelung, nach dem Glauben der neuapostolischen Kirche die Taufe mit dem Heiligen Geist.“

„Zunächst besuchte Katharina die Gottesdienste in Herzhausen[1]. Ab 1897 fanden auch in Wallau regelmäßig Gottesdienste der neuapostolischen Kirche statt, und zwar im Elternhaus von Katharinas Ehemann Heinrich Debus in der Oberen Hainbachstraße. ‚Hierzu wurden Verwandte, Bekannte und Nachbarn eingeladen‘ berichtet die Gemeindechronik. Gehalten wurden die Gottesdienste von Amtsträgern aus der Gemeinde Herzhausen. Als am 10. Mai 1897 erstmals ein Apostel nach Wallau kam, wandten sich mindestens zehn Bürger, vielleicht sogar 15, dem neuapostolischen Glauben zu. Erster Priester der Gemeinde war ab 1900 Heinrich Debus, ihm folgte als Vorsteher von 1907 bis 1929 Heinrich Imhof.“

Katharinas Familie in Holzhausen

Anhand des Familienbuches von Holzhausen (Ho Nummer) und den Recherchen von Helmut Mankel (Ma) lassen sich verwandtschaftliche Beziehungen darstellen. Die Stammbäume der Debus-Familien in Holzhausen sind in Übersicht über Debus-Linien in Holzhausen dargestellt.

Katharina Debus wurde am 09.02.1869 in Holzhausen [Ho 499] geboren. Eltern [Ho 499] waren Johann Jakob Debus (1843-1914) aus Holzhausen und Katharina Morherr aus Kombach (1841-1924), sie hatten am 06.09.1868 in Holzhausen geheiratet [Ho 499]. Katharina Debus hatte mehrere Geschwister und über ihren Vater eine größere Verwandtschaft in Holzhausen.

Ihre ältere Schwester Elisabeth (Ho 499) war am 06.01.1967 vorehelich in Kombach geboren worden, sie heiratete (Ho 537) 1891 Johannes Dittmann aus Dautphe. Es gibt 5 weitere Geschwister: Jakob Debus (*1872) heiratete 1897 Elisabeth Damm aus Buchenau, Gertraud (* 1875), Johannes (1879–1890), Adam (1883–1945) und Heinrich (* 1886).

Der Großvater väterlicherseits, Johann Jakob Debus [1820-1887; Ho 479] stammte aus Schlierbach aus dem Haus Goarthe [Ma]. Seine Eltern waren der Forstwart Adam Debus (1793–1846) und seine erste Frau Anna Margaretha Scheld (1791–1832). Ihr 1817 geborener ältester Sohn, Johann Georg Debus I., übernahm das Haus in Schlierbach. Der zweite Sohn, Johann Jacob (1820–1887), ging nach Holzhausen, arbeitete als Bauerngeselle im Hof Opper und gründete in Holzhausen zwei Linien (Ma).

Als Geselle in Opper schwängerte der Großvater von Katharina die Tochter des Hofes, Elisabeth Leinweber (1822–1904; Ho 1399). Das Kind, Johann Jacob Debus – der Vater von Katharina – wurde am 26.07.1843 geboren. Der Großvater bekannte sich am 21.03.1844 zur Vaterschaft, heiratete jedoch aus ungeklärten Umständen nicht. Die Mutter, Elisabeth Leinweber, heiratet am 11.05.1851 Johann Jacob Schneider (1815-1857) aus dem Haus Schloag. So ist anzunehmen, dass Johann Jakob Debus (1843–1914) zunächst mit seiner Mutter im Haus Opper wohnte und später zum Haus Schloag wechselte. Im Haus Schloag wurden zwei Halbgeschwister geboren: Katharina (* 07.07.1851) und Johannes (1853-1854).

Der Großvater Johann Jakob Debus (1820-1887) aus Schlierbach, Vater des unehelich geborenen Kindes – Katharinas Vater – heiratete am 04.12.1853 Katharina Hampel (1826-1901) aus Holzhausen (Ho 492), uneheliche Tochter der Katharina Hampel (* 1785 in Silberg, † 1868 in Holzhausen; Ho 806). Die hier geborenen Halbgeschwister sind Katharina Debus (* 25.10.1853 – 1887; Ho 1590), Adam Debus (1857-1918 Ho) und Ludwig (*1860).

Katharina Debus hatte folglich mehrere Geschwister und über Halbgeschwister des Vaters verzwickte verwandtschaftliche Verbindungen in Holzhausen, deren Nachkommen in Holzhausen bis heute (Häuser Kapplisch, Neggels > Scharegehanns, Schoelmestisch und Gehannmechels) nachweisbar sind (Ma).

Die Verwandtschaft von Katharina Debus mütterlicherseits ist hier nicht recherchiert. Die Eltern [Ho 1599] der Mutter (Georg Morherr aus Kombach und Gertraud Muth) heirateten um 1840 in Eckelshausen.

In welchem Haus in Holzhausen Katharina Debus zusammen mit Eltern und Geschwistern aufgewachsen ist, ist nicht geklärt.

Debus Holzhausen und Debus Wallau

Mit der Heirat von Katharina Debus aus Holzhausen und Heinrich Debus aus Wallau kam es zu den damals seltenen Verbindungen zwischen der Friedensdorfer und Hartenroder Debus-Linie. Der Weg der Hartenroder Linie geht für Katharina Debus von Hartenrod über Schlierbach nach Holzhausen, für Heinrich Debus aus Wallau von Friedensdorf über Katzenbach (Pahles-Hof) und Eckelshausen nach Wallau.

Anmerkungen und Literatur

  1. Zur Geschichte der neuapostolischen Kirche in Herzhausen gibt es einen Bericht in der Chronik von 2008 Herzhausen … eine Chronik in Wort und Bild, Seiten 595–597