Die Förster aus Goarde in Schlierbach

Aus Genealogen im Hinterland
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Autoren: Reimar Debus und Helmut Mankel

Einordnung in die Linie der Familie

Goarde vor Debus

  • Adam Herman (†1685)
  • Hans Herman (1635-1708)
  • Johann Jacob Herman (1664-1698)

Die gesamte Familie zog im Jahr 1699 nach Hartenrod in das Haus von Johann Ludwig Paul. In den Amtsrechnungen von 1700 wurde als Hausbesitzer Hans Herman genannt (er starb 1708). Im Jahr 1710 wurde das Goarde-Haus nicht mehr erwähnt. Es folgen auch später keine Angaben. Vermutlich wurde das Fachwerkhaus demontiert und in einem anderen Ort wieder aufgebaut.hm

Goarde mit Debus

Adam Debus (1732-1772) aus Zwoasch und Elisabetha Donges (1731-1796) aus Feldes heiraten 1764 und bauen neues Goarde (um 1764)

Anmerkung: Seine Eltern sind: Thiel Debus (1698-1759) und Anna Elisbetha, geb. Kraft, (1695-1755) in Zwaosch


Abfolge der Erben und Eigentümer

  • Adam Debus (1732-1772)
  • Johann Adam Debus (1758–1827)
  • Adam Debus (1793–1846)
  • Johann Georg Debus I (1817–1885)
  • Ludwig Debus (1854–1939)
  • Ludwig Debus (1881–1961)
  • Karl Debus (1913–1968)
  • Karl-Heinz Debus (1944–2000)

Das Anwesen wurde im Jahre 2009 an H. Will verkauft.

Das Goarde-Haus

Das Goarde-Haus im Jahr 1912: Auf dem Hof stehen Ludwig Debus (1881–1961) und seine schwangere Frau Katharina Helene geb. Häuser (1882–1941) aus Enches in Schlierbach mit den Kindern Anna (1909–1985), Toni (1906–1974) und dem noch nicht geborenen Karl (1913–1968).

Adam Debus (1732-1772)

Debus, Adam (07.02.1732-03.06.1772) aus Zwoasch ⚭ 1764 Donges, Elisabetha (08.01.1731-29.05.1796) aus Feldes

Konfirmierte Kinder waren

  • Johann Adam *20.02.1758, über nimmt das Haus
  • Johann Jacob *19.08.1767, ⚭ 14.04.1800 Wißmann, Elisabetha aus Hinnerfelds unten, wohnen in Hinnerfelds unten


Johann Adam Debus (1758–1827)

Debus, Johann Adam (1758–1827) ⚭ 1780 Lotz, Elisabetha (* 1749; † vor 1798) aus Römershausen


Adam Debus (1793–1846)

Debus, Adam (1793–1846) ⚭ 05.07.1816 Scheld, Anna Margaretha (1791–1832) aus Orms hinterst (Hof existiert nicht mehr)

Ihre fünf Kinder[1] waren

  • Johann Jacob, * 16.02.1816 (bei der Heirat erklärt der Bräutigam, dass der unehelich geborene Johann Jacob von ihm erzeugt sei)
  • Johann Georg, * 1817 (Hausübernahme)
  • Adam, 1823–1872
  • Johann Ludwig, 1828–1880
  • Johannes, * 1833

Ein Jahr nach dem Tod seiner Frau heiratet Adam Debus ein zweites Mal:

⚭ 1833 verw. Kraft aus Hartenrod, geb. Debus in Wommelshausen

Über zwei Generationen waren Debus aus Goarde in der Forstwirtschaft tätig.[2] Schon bei Adam Debus (1793–1846) ist in den Kirchenbüchern „Forstschütz“ vermerkt. Zwei der Söhne sind besonders engagiert: Adam und Johann Georg.

Johann Georg Debus (1817–1885)

Debus, Johann Georg I (1817–1885) ⚭ 1842 Becker, Elisabetha (1816–1879) aus Steck

Sie hatten 4 Kinder:

  • Anna, * 1842
  • Johann Jacob, * 1848
  • Katharina, * 1851, verh. 1875 mit Johann Adolf Müller, Wommelshausen, Förster in der Nachfolge von Johann Georg Debus I, seinem Schwiegervater
  • Ludwig, 1854–1939 (Hausübernahme)

Förster Johann Georg Debus in Schlierbach

In Goarde hatte Johann Georg Debus (1817–1885), der ältere Bruder von Adam Debus (1823–1872), den elterlichen Hof übernommen. Johann Georg Debus war neben der Arbeit in der Landwirtschaft auch als Waldwärter tätig. Großherzoglicher Forsterant und Förster sind seine weiteren Berufsbezeichnungen in kirchlichen Urkunden.

Nach dem Tod von Johann Georg Debus ging das Amt des Försters auf Johann Adam Müller (1851–1924) über.

Über ihn lesen wir:[2]

„1886–1922: Forstgehilfe Johann Adam Müller (1851–1924).

Er wird nach Aufzeichnungen des Forstamtes Gladenbach durch Regierungsverfügung vom 10.1.1886 die Communal Waldwärterstelle zu Schlierbach übertragen, nachdem der Communal Waldwärter Johann Georg Debus am 29.12.1885 an Altersschwäche gestorben war. Am 12.4.1887 wird Müller die Communale Waldwärterstelle Schlierbach unter der Ernennung zum Waldwärter übertragen nachdem er die Waldwärterprüfung bestanden hatte. 24 Jahre später wird er durch Verfügung vom 19.9.1911 nach bestandener Försterprüfung zum Gemeindeförster ernannt.“

Müller stammte aus Wommelshausen und heiratete 1875 die in 1851 geborene Katharina Debus, Tochter vom Forstwart Johann Georg Debus (1817–1885). Das Ehepaar gründete das Anwesen in der heutigen Schlierbacher Str. 70 (Marlene Müller) und der Hausname „Feaschdersch“ (Försters) entstand. Helene Debus geb. Müller (1919–2008) wurde als Enkelin von Johann Adam Müller in diesem Haus geboren und heiratete 1942 in „Goarthe“ (Garten) ein (siehe unten).

Förster Adam Debus (1823–1872)

Das Leben des Försters Adam Debus aus Goarde nahm ein tragisches Ende

Adam Debus wurde am 25. Februar 1823 als Sohn des Ackermannes Adam Debus (1793–1846) und seiner Frau Anna Margaretha geb. Scheld (1791–1829) in Goarde geboren. Er blieb aber nicht zu Hause und suchte sein Glück in der Fremde. In 1859 – Adam Debus war 36 Jahre alt – heiratete er Johanna Philippine Helene Mann in Lisberg im oberfränkischen Landkreis Bamberg. Demnach muss es ihn nach dort verschlagen haben. Die Gemeinde Lisberg liegt im Steigerwald. Von daher ist anzunehmen, dass er dort als Waldwärter beschäftigt war. 1863 legte er die Forstwartprüfung ab. Nach bestandener Prüfung wurde er Förster in Eichelsdorf, einem Dorf am Fuße des Vogelsberges. Nach fünf Jahren wechselte er in 1868 zur Forstwartei Glashütten, die zum Forstamt Nidda gehörte. Es dürfte im Jahr 1872 gewesen sein, als Adam Debus im Alter von 49 Jahren auf tragische Weise ums Leben kam. Er wurde vom Blitz erschlagen.

Anmerkungen dazu: Ein Teil der Daten sind aus HADIS: „Adam Debus“ entnommen. Interessant ist dort der Hinweis „1871–1872 Forststrafenerhebungsbezirk Nidda, Oberförsterei Nidda“. Ich vermute, dass diese Behörde ermittelte, weil er keines natürlichen Todes starb. Andere Informationen habe ich aus einer Abschrift/Auszug aus dem Kirchenbuch Hartenrod in 1859 entnommen. Die Information über den Tod durch Blitzschlag stammt von einem anderen Debus-Forscher aus der Verwandtschaft von Schreinersch. Meine Kenntnis über den Fall war lückenhaft. Ich hatte immer angenommen, dass das Unglück im Schlierbacher Wald geschah. Nachforschungen bei älteren Dorfbewohnern und in der Verwandtschaft hatten keine Klärung gebracht.

Ludwig Debus (1854–1939)

Debus, Ludwig (1854–1939) ⚭ 1881 Debus, Anna 1858–1893) aus Feldes

Ludwig Debus wird im Adressbuch Biedenkopf 1895 genannt, Beruf. Landwirt. Seine Frau aus Feldes mit Nachnamen Debus ist weitläufig mit ihm verwandt.

Ludwig Debus (1881–1961)

Debus, Ludwig (1881–1961) ⚭ 1904 Häuser, Katharina Helene (1882–1941) aus Enches

  • Anna, 1909–1985, verh. mit Karl Erich Debus (1907–1944) aus Lisbeths, als Kriegerwitwe im Elternhaus
  • Karl, geb. 1913 (Hausübernahme)

Karl Debus (1913–1968)

Goarde kamen – so die Wahrnehmung in der Familie – wieder zu „Försters Ehren“, als die Enkelin von Johann Adam Müller, dem Nachfolge-Förster von Johann Georg Debus () 1942 in das ehemalige „Försterhaus“ Goarde einheiratete.

Es wird erzählt, dass ihre Schwägerin Anna Debus geb. Debus (1909–1985) in Goarde ihr einmal gesagt haben soll: „Ihr Feaschdersch habt euch den Förster unter den Nagel gerissen. Einem aus Goarde hätte das Amt eher zugestanden.“ Was wird sie damit wohl gemeint haben?

Debus, Karl (1913–1968) ⚭ 1942 Müller, Helene (1919–2008) aus Feaschdersch

Karl-Heinz Debus (1944–2000)

Ihr einziger Sohn war

  • Karl-Heinz Debus (1944–2000)

Kriegseinsatz und russische Gefangenschaft lassen ihn 1946 als arg geschwächten Menschen nach Hause zurückkehren: abgemagert, ausgehungert, mit Wasser in den Beinen, erkennbar traumatisiert, jedoch ohne Verwundungen. Nachdem er sich wieder eingewöhnt hat und zu Kräften gekommen ist, nimmt er seinen Beruf wieder auf. Er ist Maurerpolier im Baugeschäft seines Schwagers Erwin Müller (Feaschdersch/Försters) in Schlierbach. Auch hier erweist sich die Kooperation zwischen den beiden Häusern Goarde und Feaschdersch.

Karl-Heinz Debus (1944–2000)

Der älteste Sohn von Karl und Helene Debus, Karl Heinz (1944–2000) wurde Lehrer und kam bei einem Unfall ums Leben. Trotz Beachtung der Sicherheitsvorschriften wurde ihm ein Tauchvorgang im Bodensee zum Verhängnis.

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. aus dem Konfirmationsregister
  2. a b Forst & Förster auf www.schlierbach.info