Der Howe-Hof in Friedensdorf

Aus Genealogen im Hinterland
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Autoren: Friedhelm Debus, Helmut Mankel, Martin Debus und Günter Debus

Der Vater von Friedhelm Debus stammt aus dem Howe-Hof, siehe die Biographie Ludwig Debus – ein Dorfschullehrer im 20. Jahrhundert. Martin Debus ist der gegenwärtige Eigentümer und Betreiber des Howe-Hofes.

Die Namen „Howe“ und Friedensdorf

Autor: Friedhelm Debus

Was bedeutet „Howe“?

Was hat es mit dem in Friedensdorf einmaligen Hausnamen Howe auf sich, wo kommt er her und was bedeutet er? Dieser Name ist historisch bedeutsam. Er geht zurück auf die mittelhochdeutsche Bezeichnung „huobe“ für ein Feldmaß von ca. 30–60 Morgen (1 Morgen = 25 Ar, 1 Hektar = 100 Ar = 4 Morgen). Die Größe des Howe-Hofes von 10 Hektar = 40 Morgen entspricht also der Größe einer Hube; diese Wortform galt bis ins 19. Jahrhundert, wurde aber durch die niederdeutsch-mitteldeutsche Form „Hufe“ hochsprachlich ersetzt. Die Lautform „Howe“ spiegelt die mundartliche Entwicklung des alten zwischenvokalischem „b“ zu „w“ wider („Hube“/„Hobe“ → „Howe“; vgl. den Beitrag über den Debus-Namen).

Der Besitzer einer „huobe“/„Hube“ war Vollbauer, d. h. er konnte von dem Bauerngut eine Familie ernähren (vgl. die Familiennamen Huber/Hübner). Er war allerdings zinspflichtig, denn „huobe“ entspricht im Mittelalter mittellateinisch „mansus“, was „Zinsgut“ bedeutet.

Hohenfels-Wappen

Daraus können wir ableiten, dass die Friedensdorfer „huobe“ von den Hohenfelser Grundherren als zinspflichtiges Bauerngut geschaffen wurde, und zwar vor der Zerstörung von deren Stammsitz, den beiden Burgen auf dem nahe gelegenen Hohenfels, vor 1293. Es ist also gut möglich, ja sehr wahrscheinlich, dass dieses Bauerngut die Keimzelle von Friedensdorf ist, eingerichtet zusätzlich neben dem schon bestehenden, am Fuß des Hohenfels gelegenen „alten Dorf“ = mundartlich Aalderf = offiziell Allendorf, entstanden aus (zum) „alten Dorf“.

Hohenfels
Hohenfels von Friedensdorf aus gesehen

Im Mittelalter bedeutete „dorf“ auch „Einzelhof“. Beim „alten Dorf“ hat es sich also ursprünglich wohl um ein für die Versorgung der Burgbewohner gegründetes Bauerngut gehandelt. Das zusätzlich gegründete „neue Dorf“ hätte also auch so benannt werden können, so dass wir heute neben dem „Aalderf“ ein „Nauderf“ hätten. Doch die Neugründung des Bauerngutes wurde offensichtlich nach dem Erstbesitzer bzw. Begründer des Bauerngutes benannt: Um 1220 wird dafür erstmals der Name „Fridehelmisdorph“ bezeugt.

Es ist bei den in Deutschland zahlreichen „-dorf“-Ortsnamen weithin üblich, entsprechend einen Personennamen damit zu kombinieren. Bemerkenswert ist, dass Allendorf und Friedensdorf die einzigen „-dorf“-Namen im alten Kreis Biedenkopf sind, und besonders erwähnenswert ist, dass der alte Name „Fridehelmisdorph“ noch heute in der Mundartform „Fri(e)msderf“ als zusammengezogene bzw. verkürzte Bildung erhalten ist; z. B. begegnet uns im alten Dautpher Taufbuch im 17. Jahrhundert wiederholt die Schreibung „Fri(e)demsdorf“, also mit „m“. Die offizielle Form „Friedensdorf“ ist eine falsche Verhochdeutschung.

Dass im Übrigen der Schreiber dieses Beitrages durch seinen Vornamen mit dem gleichnamigen Ahnherrn seines alten Heimatortes verbunden ist, erfüllt ihn mit einer gewissen Genugtuung.

Bisherige Fehlannahmen

Moderner Ortsplan von Friedensdorf mit markierten Debus-Häusern, rot: Der Howe-Hof

Autor: Friedhelm Debus

Das Bild rechts zeigt im Ortsplan von Friedensdorf Häuser, in denen Debus-Familien wohnten oder heute noch wohnen. Der Howe-Hof hat die längste Debus-Geschichte. Nicht eingetragen ist das Debus-Stammhaus, von dem man inzwischen weiß, wo es gestanden hat: Das Debus-Stammhaus Kaute in Friedensdorf.

Bisherige Annahmen der Debus-Familienforscher im nördlichen Hinterland – dazu gehöre auch ich, Friedhelm Debus – gingen davon aus, dass der Howe-Hof in Friedensdorf das Stammhaus der Debus sei. Helmut Mankel ist es zu verdanken, dass unser Bild korrigiert wurde. Die Debus sitzen erst seit 1694 im Howe-Hof.

Ein Sohn des in Friedensdorf ansässigen Jacob Debus (* um 1610; † vor 1682), Paulus (1635–1699), heiratete die Tochter des Katzenbacher landgräflichen „Hofmannes“ Jost Damm mit Namen Gertrudt (der hessische Landgraf hatte im waldreichen Katzenbach ein Jagdhaus). Der nach Paulus benannte Pahles-Hof in Katzenbach wurde wichtig für verschiedene Debus-Linien. Sein 1669 geborener Sohn Jakob kehrte – so unsere bisherige Annahme – zurück in den Howe-Hof in Friedensdorf, wo in siebter Generation mein Vater Ludwig Debus geboren wurde (vgl. den Beitrag über ihn).

Unzutreffend ist, dass Jakob Debus zurück in das Elternhaus seines Vaters Paulus kam. Statt dessen spricht alles dafür, dass er in ein anderes Haus einheiratete. Um die Vor-Debus-Geschichte genauer zu belegen, lassen wir Helmut Mankel mit seinen genauen Recherchen zu Wort kommen.

Die Vor-Debus-Geschichte (vor 1694)

Autor: Helmut Mankel

Recherche-Ergebnisse (Stand: 24.01.2011) nach den Unterlagen:

a.) Amtsrechnungen Biedenkopf II 4 von 1648 bis 1842 (im Staatsarchiv Marburg); hier:

  • a.1): Beede-Listen (hier wurden alle steuerpflichtigen Personen aufgeführt)
  • a.2): Hafer-Listen (hier wurde die Besteuerung aller Hausbesitzer aufgeführt und zwar in der Reihenfolge der Häuseranordnung). – Es wurden hier nur die Jahrgänge ab 1680 bis 1750 ausgewählt, welche zur Klärung der Häusergeschichte erforderlich waren (bei den Haferlisten wurden die Daten im Fünf-Jahres-Rhythmus notiert).

b.) Dorfchronik Friedensdorf:[1]:151, 153–155 Angaben über die Bewohner und Familien von Friedensdorf bis 1668
c.) Saalbuch 1677 (im Staatsarchiv Marburg): Ausführliche Personenangaben in den Häusern von Friedensdorf, Seite 235
d.) Kirchenbücher im Kirchspiel Dautphe (Pfarramt Dautphe) für 1629–1875

Die sehr aussagekräftigen Brandkataster (Grundbücher mit ausführlichen Angaben über die Gehöfte) von ca. 1825 und ca. 1865 von Friedensdorf fehlen im Bestand des Staatsarchives in Marburg.

Die Hofbesitzer im Howe-Haus:

1.) Lutzge (Lotz), Nicolaus (' um 1600; † 04.05.1643 in Friedensdorf) ⚭ vor 1625 (Dautphe/Friedensdorf) NN., Elgin (* um 1600, vermutlich in Friedensdorf; † 26.04.1643 in Friedensdorf)

Anmerkungen

(1) Nicolaus Lutzge (Lotz) kam vermutlich aus Mornshausen/D. bzw. Holzhausen, wo der Name Lutzge (Lotz/Lützgen) vorhanden war (muss evtl. noch in den Amtsrechnungen überprüft werden).
(2) In der Schadensliste aus dem Jahre 1640 für Friedensdorf (siehe Dorfchronik Friedensdorf, Seite 151) ist Nicolaus Lutzge als Hausbesitzer erwähnt. In der Liste der Friedensdorfer Eigenleute in 1618[1]:153 ist der Name „Lutzge“ nicht erwähnt.
(3) Der Vorbesitzer des Hauses, evtl. der Vater von Elgin, muss noch aus den Amtsrechnungen ermittelt werden.

2.) Lutzge (Lotz), Catharina (* ca. 1626 in Friedensdorf; † 21.04.1675 in Friedensdorf) ⚭ 26.10.1643 (Dautphe/Friedensdorf) Schmidt, Jost (* um 1620; † 14.05.1658 in Friedensdorf)

Anmerkungen

(1) Ergänzungen

  • zu Catharina Lutzge: konf. in 1639 in Friedensdorf; im Heiratseintrag „Nicolaus Lutzge’n, sel.; Tochter aus Friedensdorf“; verstorben als Witwe des Johannes Koch (siehe unten)
  • zu Jost Schmidt: geboren vermutlich in Römershausen (entsprechend der Paten der Kinder); müsste noch in den Amtsrechnungen überprüft werden.

(2) In dem Verzeichnis der Friedensdorfer Eigenleute von 1648[1]:154 wird erwähnt: „Jost Schmits Haus steht ledig“. Die Familie von Jost Schmidt hatte vermutlich nach der Heirat im Jahre 1643 wegen der Kriegswirren den Ort Friedensdorf verlassen.
(3) In dieser Zeit der Abwesenheit vom Hof wurde auch die spätere Hof-Erbin Elisabetha geboren (Geburtsdaten nicht bekannt, siehe unten).
(4) Die Familie kehrte vor 1649 wieder in das Haus Howe zurück, da am 07.10.1649 ihr Sohn Ruppert († 26.02.1650) in Friedensdorf geboren wurde.

2.a) Lutzge (Lotz), Catharina Ww. (* ca. 1626; † 21.04.1675 in Friedensdorf als Witwe) ⚭ 13.05.1666 (Dautphe/Friedensdorf) Koch, Johannes Wwr. (* ?; † zwischen 1668 und 1675)

Anmerkungen

(1) zu Catharina Lutzge:

  • Ergänzung Heiratseintrag: „Witwe des Jost Schmidt aus Friedensdorf“
  • Ergänzung Sterbeeintrag: „als Witwe des Johannes Koch“

(2) zu Johannes Koch:

  • Ergänzung Heiratseintrag „ein Witwer aus Friedensdorf“
  • Man findet man in den Kirchenbüchern von Dautphe keine weiteren Eintragungen (erste Eheschließung, etc.). Er kam vermutlich mit seiner ersten Ehefrau aus einem Ort außerhalb des Kirchspieles Dautphe und übernahm in Friedensdorf ein Haus, Beleg dafür die Eintragung im Verzeichnis der Friedensdorfer Eigenleute von 1648.[1]:154 Die Ehe war kinderlos, sie hatten also keine Erben.
  • Nach dem Tode seiner Ehefrau Magdalena (Nachname nicht bekannt) am 22.02.1666 heiratete er die verwitwete Catharina Lutzge in Howe, nachdem er vermutlich sein Haus verkauft hat und in Howe wohnt.

(3) Aus dieser Ehe ging ein Kind hervor: Catrina, * 17.03.1667 (dazu ist nichts Weiteres bekannt).
(4) Die Wohnsituation in 1668 wird bestätigt: Im Friedensdorfer Einwohner-Verzeichnis von 1668 ist erwähnt:[1]:155 „16. Johannes Koch und seine Hausfrau haben --- 1 Mägdlein“.
(5) Zusätzlich ist für 1668 erwähnt unter 16: Jost Wöllershausen, nicht aber die Hoferbin Elisabetha; sie hatten in 1668 geheiratet; da sie noch keine Kinder hatten, wurde üblicherweise die Frau hier nicht erwähnt

3.) Schmidt, Elisabetha (* um. 1645; † 10.07.1722 in Friedensdorf) ⚭ 05.05.1668 (Dautphe/Friedensdorf) Wöllersheuser, Jost (* um 1645 in Kombach; † 18.09.1719 in Friedensdorf)

Anmerkungen

(1) Ergänzungen

  • zu Elisabeth Schmidt: Heiratseintrag „Jost Schmidt’s, sel.; Tochter von Friedensdorf“
  • zu Jost Wöllersheuser: Heiratseintrag „Hartmann Wöllershäuser’s Sohn von Kombach“

(2) Vor der Heirat 1668 wohnt nach Einwohnerverzeichnis 1668[1]:155 zwar Jost Wöllersheuser – vermutlich als Knecht – im Howe-Hof, nicht aber die Hoferbin Elisabeth Schmidt.
(3) Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor

  • Anna (* 02.01.1670; † 29.09.1680)
  • Joes (Johannes) (* 19.02.1671) Hausübernahme, siehe unter 4.
  • Enche (* 19.10.1677); sonst ist nichts bekannt

(4) Angaben als Hausbesitzer im Salbuch S. 235: 1677 Jost Wöllersheuser als Hausbesitzer
(5) Angaben in den Haferlisten 1680 und 1685 sind falsch (Koch ist bereits gestorben); 1690 bis 1715 Hausbesitzer: Jost Wöllersheuser

4.) Wöllersheuser, Johannes (Joes) (* 19.02.1671 in Friedensdorf; † 14.03.1693 in Friedensdorf) ⚭ 23.02.1688 (Dautphe/Friedensdorf) Rup, Elisabeth (* 04.02.1666 in Mornshausen/D.; † 12.08.1727 in Friedensdorf)

Anmerkungen

(1) Ergänzungen

  • zu Johannes Wöllersheuser: im Heiratseintrag „Jost Wöllersheuser’s Sohn von Friedensdorf“
  • zu Elisabeth Rup: „Henche Rup’en, sel., Tochter von Mornshausen/D.“

(2) Im Alter von nur 17 Jahren heiratet 1688 der Hoferbe Joes Wöllersheuser.
(3) Joes Wöllersheuser starb 1693 im Alter von 22 Jahren, seine Frau 1727, 34 Jahre nach ihm, 61-jährig.
(3) Angaben in den Haferlisten (siehe ‚Hinführung zu den Hausbesitzern vor der „Debus“-Zeit’ am Beginn der Ausführungen) 1690 bis 1715 Hausbesitzer: (nicht Joes sondern) Jost Wöllersheuser, der nach dem frühen Tod seines Sohn 1693 noch bis 1719 lebt.
(4) Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor

  • Elisabeth (* 24.08.1689; † 05.10.1757) ⚭ 26.06.1729 mit Schneider, Hans (ein Witwer aus Friedensdorf)
  • Elisabeth (* 27.11.1692; † 10.05.1695); die zweimalige Vergabe des Namens Elisabeth stimmt, kommt hin und wieder vor.

4.a) Rup, Elisabeth Ww. (* 04.02.1666 in Mornshausen/D.; † 12.08.1727 in Friedensdorf) ⚭ 26.10.1694 (Dautphe/Friedensdorf) Debus, Jacob (* 20.01.1669 in Katzenbach; † 11.12.1740 in Friedensdorf)

Anmerkungen

(1) zu Elisabeth Rup

  • Ergänzung: Heiratseintrag „Joes Wöllersheuser’s Witwe von Friedensdorf“
  • Ergänzung: Sterbeeintrag „stirbt an einem Blitzschlag (fulmine icta)“

(2) zu Jacob Debus

  • Ergänzung: Heiratseintrag „Paulus Debus Sohn von Katzenbach“
  • Erst um 1720 (im Alter von 51 Jahren) wird er nach Angaben in den Haferlisten als Eigentümer genannt: 1720 bis 1735 à Hausbesitzer: Jacob Debus († 1740)

Die Debus-Geschichte (1694 bis heute)

Jacob Debus (1669–1740)

Die „erste“ Debus-Familie im Howe-Hof

Rup, Elisabeth Ww. (* 04.02.1666, Mornshausen/D.; † 12.08.1727 in Friedensdorf) ⚭ 26.10.1694 (Dautphe/Friedensdorf) Debus, Jacob (* 20.01.1669 in Katzenbach; † 11.12.1740 in Friedensdorf)[2]

Ihre Kinder:

  • Enche, * 15.11.1695 in Friedensdorf; Paten: Paul Debus, Katzenbach [Großvater]; ⚭ 28.10.1740 Andreas Krämer (1701–1764), Witwer)
  • Gertraud, * 12.03.1698 in Friedensdorf; Paten: Gertraud, Matthias Debus Frau [angeheiratete Tante], Jost Willersheyser [Großvater]; † 15.09.1700
  • Johann Jost (Geburtsname); Johann Paulus bei Heirats- und Sterbeeintrag; * 25.06.1701 Friedensdorf; Paten: Johann Jost Debus (1657–1736), Katzenbach [Cousin], siehe unten
  • Elisabeth, * 07.03.1704 in Friedensdorf; Paten: Jost Wöllersheyser Ehefrau, Friedensdorf [Großmutter Elisabeth, geb. Schmidt], † 14.01.1751 (Holzhausen); ab der Konfirmation Anna Elisabeth genannt.
  • Andreas, * 17.03.1708 in Friedensdorf; Pate: Andreas, Mathias Debus [Cousin des Vaters, Neumühle, Sohn, später Besitzer der Buntebergmühle in Buchenau); † 17.09.1718

Johann Paul Debus (1701–1769)

Debus, Johann Paul (1701–1769) ⚭ 02.06.1735 Kamm, Catrina (* 23.05.1717 in Holzhausen/Mühle; † 09.01.1786 in Friedensdorf)[3]

Anmerkungen

  • zu Johann Paul Debus: Bei seiner Geburt wurde der Vorname „Johann Jost“ eingetragen und auch bei der Konfirmation im Jahre 1715 beibehalten. Beim Eheeintrag erscheint der Vorname „Johann Paul“; er wird bei den Geburtseintragungen der Kinder und beim Sterbeeintrag beibehalten.
  • zu Heirat: In der Kirche zu Holzhausen fand am 02.06.1735 die Proklamation statt, die Trauung geschah am selben Tag in der Kirche in Dautphe.
  • Bei den meisten Geburtseintragungen der Kinder wurde die Mutter mit Catrina Kamm aus Holzhausen nachgetragen. Bei ihrem Sterbeeintrag am 9. Januar 1786 wurde der Vorname falsch mit Elisabeth angegeben (die Witwe des Johann Paul Debus aus Friedensdorf).

Jost Debus (1736–1817) bis Johann Martin Debus (1826–1900)

Hierzu siehe Stammbaum Howe

Ausbreitung der Debus-Howe-Linie

Die Debus-Linie im Howe-Hof in Friedensdorf und Ausbreitung durch Geschwister
F = Frau, M = Mann

  • Debus, Jacob
  • Debus, Johann Paulus * 1701; † 1769: F Dautphe
  • Debus, Jost * 1736; † 1817: M Dautphe, M Silberg
  • Debus, Johann Martin * 1765; † 1824: M Allendorf, F Silberg, F Friedensdorf
  • Debus, Jost * 1795; † 1860: F Allendorf, F Holzhausen/H.
  • Debus, Johann Martin * 1826; † 1900: F Hommertshausen, F Allendorf, FM Friedensdorf
  • Debus, Jost (4.) * 1858; † 1941: M Allendorf, F Friedensdorf
  • Debus, Jacob * 1902; † 1984: FM Friedensdorf, F Dautphe
  • Debus, Rudolf Hermann Heinrich * 1934; † 2002: M Friedensdorf, M Damshausen
  • Debus, Martin * 1973

Friedhelm Debus: Die obige Übersicht über die Debus-Linie im Howe-Hof und die Verbreitung der Linie über Geschwister der Hoferben – siehe auch die vollständige Tabelle zur Friedensdorf-Howe-Debus-Linie – weist eine enge regionale Begrenzung auf, im Gegensatz etwa zur Mornshausen-Schäfers-Debus-Linie (siehe die zugeordnete Linie dort). Die Geschwister bleiben in Friedensdorf oder heiraten in umliegende Dörfer, wie Allendorf, Dautphe, Damshausen, Silberg, Hommertshausen und Holzhausen.

Howe und andere Debus in Friedensdorf um die Jahrhundertwende

Im Adressbuch 1895 für die Stadt und den Kreis Biedenkopf sind Martin und Jost Debus 4, Vater und Sohn vom Howe-Hof als Landwirte eingetragen. Ebenso findet sich ein Eintrag für Jost’s Bruder Johannes als Landwirt (vermutlich in Pales). Er ist wohl der im Dorf so genannte „Pales Laange“, der nach dem Bericht von Heinrich Debus[1]:125 als „Schitze“ für Unterhaltung gesorgt hat:

„Von ihm war bekannt, dass er seine eigene Schwiegertochter des Feldfrevels angezeigt hatte und sogar seinen Hund, der auf den klangvollen Namen „Rauhbart“ hörte, in sein Frevelbuch eintrug: Rauhbart Debus, durchs Korn gelaufen, einen Gulden Strafe.“[1]:125

Der im Adressbuch 1895 aufgeführte Tagelöhner Jost Debus 3. gehört in das Haus Hanweiets, sein Vater stammte aus Hommertshausen und dessen Linie führt ebenso zurück zu Paulus Debus im Pales-Hof in Katzenbach wie die der Debus im Howe-Hof in Friedensdorf. Er ist der Großvater von dem Autor Heinrich Debus in der Friedensdorfer Chronik. Sein Großvater Johann Jost Debus und dessen ältester Sohn aus erster Ehe, Georg Debus, waren Polizeidiener in Friedendorf.[1]:124

Jost Debus (1858–1941)

Jost und Elisabeth Debus (vorne links, mitte) mit Kindern v.l.: Jakob, Anna Katharina – Kottche, Katharina – Kottrei, Ludwig (siehe Biographie), Heinrich

Jost Debus (1858–1941) ⚭ 1888 Anna Elisabeth Schwarz (1862–1891)

Aus dieser Ehe entstammt

  • Johann Georg Heinrich Debus (1889–1973), verheiratet mit Burk aus Mornshausen († in Friedensdorf)

In der zweiten Ehe mit

⚭ 1893 Elisabeth Bamberger (1864–1934) aus Gehanjerjes in Friedensdorf

folgen weitere vier Kinder

  • Katharina (1894–1977), verh. Wege, Forschtesch, Friedensdorf
  • Anna Katharina (1897–1974), verh. Müller, Bergschararsch Dautphe
  • Ludwig (1899–1987); Friedhelm Debus: er – mein Vater – war als Lehrer längere Zeit in Oberdieten, kam aber wieder zurück nach Friedensdorf; siehe Biographie Mein Vater Johannes Debus (1883–1960), Bürgermeister in Friedensdorf 1945–1948
  • Jakob (1902–1964) übernahm den Howe-Hof

Jacob Debus (1902–1984)

Jakob Debus (1902–1984) ⚭ Katharina Wege (1903–1979) aus Bergschararsch Dautphe

Ihre Kinder sind

  • Walter Ludwig, * 1932
  • Rudolf Hermann Heinrich, * 1934
  • Helmut Heinrich, * 1940
Howe-Kinder auf dem Howe-Hof: Walter und Hermann Debus (stehend links), die im Howe-Hof lebenden Kinder von Jakob Debus und Katharina, Friedhelm (stehend rechts) und Erika Debus (sitzend links), die Kinder des Lehrers Ludwig Debus, Bruder von Jakob, Horst Kamm (sitzend rechts), aus dem Nachbarhaus, Cousin (Vetter) von Friedhelm Debus

Rudolf Hermann Heinrich Debus (1934–2002)

Der Howe-Hof 2012

Rudolf Hermann Heinrich Debus (1934–2002) ⚭ 1972 Hedwig Reuter (* 1951)

Aus dieser Ehe entstammen

  • Martin Debus
  • Iris Debus
  • Christina Debus

Martin Debus erzählt:

„Mein Vater hat überwiegend – nur zeitweise mal bei Bamberger – auf dem eigenen Hof gearbeitet. Der Schwerpunkt lag auf der Milchviehwirtschaft. Der Getreideanbau spielte eine untergeordnete Rolle.

1984 wurde der große Boxenlaufstall gebaut, eine Investition, für deren Umsetzung Land verkauft werden musste und der Ertrag der extensiven Milchviehhaltung noch nicht ohne Risiko abschätzbar war. Heute stehen im Stall 60 Kühe zum Melken und circa 50 Jungvieh, sowie ein Zuchtbulle. Damals war ich – Martin – gerade 11 Jahre, aber als Stammhalter schon mit einer Perspektive für meinen beruflichen Werdegang. Weiterführung des Hofes. Daß ich früher als gefordert wurde, war nicht absehbar.

Om Jahr 1985, ein Jahr nach dem Bau des Boxenlaufstalls, erlitt mein Vater – Hermann Debus – einen Herzinfarkt und zwei Jahre später – 1986 – einen schweren Unfall. Beim Mähdreschen ‚auf der Lahn‘, den Lahnwiesen zwischen Friedensdorf und Kombach, platzte, als er die Maschine wegen einer Störung inspizierte, unmittelbar vor seinem Bauch ein Ölschlauch und er erlitt gravierende innere Verletzungen. Den Tag – es war der 18. Juli – erinnere ich genau. Mit Freunden wollte ich zu einem Ereignis nach Marburg. Sie standen draußen auf dem Hof und warteten auf mich. Ich war gelähmt, ihnen zu sagen, was geschehen war und dass die Fahrt nicht stattfinden könne. Für neun Monate fiel mein Vater wegen Krankenhausaufenthalte aus. Danach hat er sich weiter über seine Kräfte hinaus im und für den Hof eingesetzt – aber mit Einschränkungen.

1997 gab es wiederum eine große Aufregung: Ein Nachbarjunge kam ins Haus gerannt und alarmierte, die Scheune stünde in Flammen. Es war der 27. September in der Mittagszeit, als der hintere Teil der Scheune und die Scheune des Nachbarn brannten. Die Ursache des Brandes blieb ungeklärt. Der Vater hatte beim Einsatz zur Rettung von Vieh eine Rauchvergiftung bekommen. Der Schaden war immens. Dachstuhl und Dach des zum Hof zugewandten Teils der Scheune mussten erneuert werden, was im Bild zu erkennen ist.“

Martin Debus vor den Strohballen

„Ich – Martin – habe nach meinem Schulabschluss in 1987 eine sogenannte ‚Heimlehre‘ gemacht. In der dreijährigen Ausbildung konnte ich – neben dem obligatorischen Besuch der Berufsschule einmal in der Woche – auf dem Hof zuhause arbeiten, musste jedoch einen Tag in der Woche auf einen Betreuungshof unter der Anleitung eines Meisters der Landwirtschaft. So war ich im zweiten Lehrjahr in Buchenau auf dem Bauernhof Scheu und im dritten Lehrjahr in Kleinseelheim bei Kirchhain. Nach abgeschlossener Lehre 1991 war es dann so weit, dass ich den Hof aufgrund eines Vertrages verantwortlich übernahm.

Beim Vater kam zu den Nachwirkungen des Unfalls eine schwere Erkrankung hinzu und für alle unerwartet trat am 11. November 2002 sein plötzlicher Tod ein. Er saß am Küchentisch und hatte zuvor noch von neuer Einkleidung gesprochen. Ein Freund und ich waren im Stall, als der Tod eintrat. Mein Freund war ins Haus gegangen, um etwas zu holen. Er fand den Toten am Tisch und kam hoch erregt zurück. Ich habe den Augenblick noch wie damals im Gedächtnis.

Der plötzliche Tod des Vaters verwandelte meine Welt schlagartig: ich nun alleine im Hof und die Übergabe, zwar lange in der Familie einvernehmlich vorbesprochen und auf dem Papier unter Beratung entworfen, war aber dennoch nicht amtlich geregelt. Bei Anwendung der gesetzlichen Erbrechtregelungen wäre der Hof nicht zu halten gewesen. Aber die Familie fand eine einvernehmliche Lösung, so dass ich heute der Howe-Bauer mit einer extensiven Milchviehhaltung weiter betreibe. Zusammen mit meiner Mutter lebe ich im Haus. Meine Schwesterfamilien mit ihren Kindern schauen oft vorbei und haben ihre Freude am Lebens auf dem Bauernhof.“

Gibt es noch Maschinen und Werkzeuge von früher?

Günter Debus: Am Ende meines letzten Besuchs im April 2013 erlebte ich eine Überraschung: Martin zeigte mir den alten Brunnen des Hofes. Seit wann er besteht, ist nicht überliefert, vermutlich sehr alt. Unmittelbar vor der Linde öffnete Martin eine Platte und zu sehen war ein tiefes Loch: ein ausgemauerter Brunnen, 11,43 Meter tief. Unten spiegelte das Wasser das Licht des Himmels. Inzwischen wurde ein neuer, noch tieferer Brunnen hinter der Scheune gegraben. Daraus wird Wasser für die Versorgung des Viehs entnommen.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i Heimat- und Verschönerungsvereins Friedensdorf e. V. (Hrsg.): Chronik Friedensdorf. Dautphetal 2002.
    Das Inhaltsverzeichnis und eine Bestellmöglichkeit ist auf der Website des Vereins verfügbar.
  2. Im OFB Holzhausen unter Nr. 460 ist der Heirateintrag falsch; für die Eltern des unter 462 eingetragenen Johann Paul Debus (1701–1769) ist der hier wiedergegebene Eintrag richtig.
  3. Im OFB Holzhausen ist der Eintrag unter 462 fehlerhaft: Korrekt sind die Lebensdaten für Catrina Kamm: * 23.05.1717 in Holzhausen/Mühle; † 09.01.1786 in Friedendorf; alt: 68J, 7M, 11T; das unter 462 angegebene Sterbedatum bezog sich auf die Schwiegertochter in Howe (die 2. Ehefrau des Sohnes Jost Debus, Catharina Bach, sie wurde 54 Jahre alt, * 27.02.1748 in Hommertshausen, † 22.12.1802 in Friedensdorf; die Eltern von Catrina Kamm sind Johann Peter Kamm (1676–1721) und Catharina geb. Heuser (1674–1729), Mühle in Holzhausen, siehe Nr. 1133 OFB Holzhausen