Das Debus-Stammhaus Kaute in Friedensdorf

Aus Genealogen im Hinterland
Zur Navigation springenZur Suche springen

Autoren: Helmut Mankel und Günter Debus

Generationenabfolge des Debus-Stammhauses in Friedensdorf


Jakob Debus
* vor 1600; † vor 1618
 
NN
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johannes Debus
* vor 1600; † 1645
 
Eulalia NN
* vor 1610; † 1647
⚭ 1610
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jakob Debus
* ca. 1610; † zw. 1677 und 1682
 
Gertraud Bröster
* ca. 1608; † 1682
⚭ 1630
aus Herzhausen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johannes Debus
1632–1693
 
Anna (Enche) Engelbach
1636–1668
⚭ 1653
aus Dautphe
 
Margaretha Möller
1648–1693
⚭ 1669
aus Amelose
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gertraud Debus
1671–1745
⚭ 1687
 
Peter Klingelhöfer
1660–1743
aus Friedensdorf
 
 
  • 1745 steht das Haus leer
  • 1750 nicht mehr registriert

Zum detaillierten Stammbaum

Jacob Debus (* vor 1600; † vor 1618)

Der erste in Akten belegte Debus in Friedensdorf und angrenzendem Raum ist der um 1600 lebende, vor 1618 verstorbene Jakob Debus.

Von diesem Jakob Debus in Friedensdorf gehen alle Debus aus, die in späteren Jahrhunderten in umliegenden Orten nachweisbar sind: Katzenbach, Buchenau, Eckelshausen, Mornshausen, Dautphe, Hommertshausen, Biedenkopf, Engelbach, Wallau, Erndtebrück, Gönnern, Niedereisenhausen, Holzhausen, Herzhausen, Allendorf. Im 19. Jahrhundert wanderten von dort Debus in die nähere industrialisierte Welt, wie das Siegerland und das Ruhrgebiet, aber auch in ferne Länder.

Von dieser Linie sind die Debus abzugrenzen, die ihren Ausgangspunkt in Hartenrod 1489 haben; siehe hierzu Debus in Hartenrod.

Steuerlisten

In den Steuerlisten von Friedensdorf (Biedenköpfer Amtsrechnungen von z. B. 1600) wird er mit Abgaben belegt; er ist also Hausbesitzer: „1600 Rauch Hafer 1 mass Debes“ [Jacob]. Siehe dazu Anmerkungen am Schluss des Beitrages.

Liste der Eigenleute

In der Liste der Eigenleute in Friedensdorf von 1618[1]:153 ist der Name „Debus“ nicht mehr erwähnt. Man kann annehmen, dass Jacob Debus zu dieser Zeit bereits verstorben war und der später aufgeführte Johannes Debus sich möglicherweise mit seiner Familie außerhalb von Friedensdorf aufhielt. Ab 1630 erscheint sein Sohn Johannes Debus in den Steuerlisten; also ist er somit Hausbesitzer in Friedensdorf. Ob dieser Besitz aber identisch ist mit dem seines Vaters ist ungewiss. Wo und wann Johannes geheiratet hat, ist nicht belegt.

Gerichtsbußen

Auch einige Angaben zu Gerichtsbußen (1600–1604) zeugen von seiner Existenz.

  • 1600: „15 alb. Der Heimberger [Bürgermeister] daselbsten [Friedensdorf], das er Debes Jacobenn unpillich gepfendet. Büessen so vor den Beampten erclagt und gescheidringt werden“[2]:Nr. 54
  • 1600: „10 alb Debes Jacob zu Friedensdorf, dass er einen Stehrner [Bottich] anderwerts verkauft, ehe er das ausgelegte geltt widergeben. Innahm Geldt Buessen/fünf Schilling oder kleine Buessen gerichtlich“[2]:Nr. 3
  • 1604: „13 albus debs Jakob zu Fr., dass er Webers Hansen gestoßen. Dass er zurückgefallen“ (Gerichtsbußen)
  • 1604: „1 gulden debs Jakob, daz er Melchioren einen Dieb u. Schelmen gescholten“ (Gerichtsbußen)

Platz des Stammhauses in Friedensdorf?

In der Gemarkung Friedensdorf im Jahr 1830 ist das Grundstück des Stammhauses Debus hineinzudenken. Wo es gewesen ist, lässt sich bislang nicht angeben.

Am Ende des Beitrags erfolgt ein bebilderter Rundgang durch das heutige alte Dorf mit Überlegungen, wo das Haus gestanden haben könnte.

Der Weg über dem Feld „Unter dem Dorf“ ist identisch mit der heutigen Bahnhofstraße. Die vertikale Bildachse gibt von unten nach oben die West-Ost-Richtung an, die horizontale Bildachse von links nach rechts die Nord-Süd-Richtung.

Johannes Debus (* vor 1600; † vor 1645)

Debus Johannes († 24.08.1645) ⚭ vor 1610 NN, Eulalia († 10.10.1647)

Amtsrechnungen

Mit Johannes Debus, dem Sohn von Jakob, taucht 1630 wieder ein Debus in den Amtsrechnungen für Friedensdorf auf:

  • 1630: „Bede 2 ½ alb Johannes et Eila“
  • 1630: „Rauch-Hafer 1 maa Johannes Debes“

Von ihm wissen wir, dass er am 24.08.1645 gestorben ist und mit einer Eulalia, deren Nachname wir nicht kennen, verheiratet war. Für sie als „Witwe des Joes Debus“ ist als Sterbetag der 10.10.1647 eingetragen. Die Heirat muss vor 1610, dem Beginn der Kirchenbuch-Eintragungen, stattgefunden haben.

Bußgelder

Auch für Johannes, in Kurzform „Joes“, gibt es ein „Sündenregister“:

  • 1630: „1 f Johannes Debes undt Stoffel Hork/ beide von friedensdorf, das sie un/gehorsamb fürm Schultheissen undt wegen des Wasemeisters angelegt verbott denselben zu bezahlen sich verweigert. Büssen vor den Beampten geclagt und verthingt“[2]

Vielleicht trifft auch die folgende „Sünde“ auf ihn zu:

  • 1605: „13 albus Hanßgen, Heck Reitzgen sohn, itze Debes Jakobs sohn hatt Rust Jakobs jungen mit einem Stein worfen.“ (Gerichtsbußen)

Hauseigentümer?

Warum zwischen 1618 und 1630 kein Hauseigentümer Debus in Friedensdorf aufgeführt ist, ist noch ungeklärt. 1618 hatte zwar der Dreißigjährige Krieg begonnen, aber noch nicht spürbar im Hinterland. Erst 1621 lagen versprengte Soldaten Christians von Braunschweig und 1623 Söldner Tillys im Lahn-, Perf- und Edertal in Quartier.[3]:67 Bis 1630 war es weitgehend ruhig im Hinterland.

Das Wüten der Pest kann für die Fehlzeit zwischen 1618 und 1630 auch nicht in Frage kommen. 1621 brachten die Soldaten die Pest ins Hinterland. In 1621, von 1624 bis 1627, dann in der 30er Jahren wurden die Menschen von der Pest geplagt. Von den Kindern des Jakob Debus ist nur der 1645 verstorbene Johannes bekannt.

Anfang der 1630er Jahre, als zunächst Hessenkassel’sche Soldaten und später Schweden ins Hinterland kamen, wurden die Menschen Kriegsleid ausgesetzt.[3]:68 Schrecken und Leiden waren jedoch besonders dramatisch in den Jahren ab 1639, als ganze Armeen der Kaiserlichen und Schweden im Hinterland eindrangen und Dörfer verwüsteten. Die Folgen des Schreckensjahres 1640 sind durch das Schadensregister des Rentmeisters von Blankenstein gut dokumentiert.[4]

In der Kriegs-Schadensliste aus dem Jahre 1640 für Friedensdorf[1]:151 ist Johannes Debus als Hausbesitzer genannt. Die Schadenssumme ist hier sehr hoch angegeben (266 Reichstaler). Man kann hier annehmen, dass das Haus von Johannes Debus unbewohnbar im Krieg zerstört wurde, denn in der Liste der Eigenleute von 1648 (eine Häuser-Steuerliste) fehlt dieses Haus.

Kinder

Die Kinder des Johannes Debus aus seiner Ehe mit Eulalia sind im Kirchenbuch eingetragen:

  • Jacob, * um 1610, erschlossen aus dem Heiratseintrag 1630
  • Elisabeth, * um 1619, erschlossen aus dem Konfirmationseintrag 1631
  • Enners, † 21.07.1629
  • Kreingen, getauft 01.02.1629, † 21.07.1629

Von den zwei überlebenden Kindern wissen wir zu Elisabeth nichts über deren weiteren Werdegang, Sohn Jakob heiratete 1630 und wird 1668 als Einwohner Friedensdorfs (zusammen mit seinem zu diesem Zeitpunkt verwitweten kinderlosen Sohn Johannes) und 1677 als Hausbewohner genannt: Die Heirat 1630.

Jacob Debus (* um 1610; † nach 1677)

Übersichtskarte von Dautphetal
Ortsteile Marburgs

Jakob Debus (* um 1610; † nach 1677) ⚭ vor 1682 Gertraud Bröster (* um 1608; † 22.07.1682, Dautphe/Friedensdorf)

Anmerkungen:
(1) Ergänzung zu Jacob Debus, Heiratseintrag: „Sohn des Joes Debus aus Friedensdorf“
(2) Ergänzung zu Gertraud Bröster, Heiratseintrag: „die Tochter des Jacob Bröster’s aus Herzhausen“ [Raibe][5]
(3) In dem Friedensdorfer Einwohner-Verzeichnis von 1668 ist Jakob Debus aufgeführt:[1]:155 „1. Jacob Debus und seine Ehefrau haben---1 Knabe u. 1 Mägdelein – Johannes der größte Sohn ist Witwer“
(4) Im Saalbuch 1677 steht als Hausbewohner: Jacob Debus und dessen Sohn Johannes

Insgesamt sind für Jakob Debus und Gertraud sieben Kinder im Geburtsregister eingetragen:

Die ermittelten Kinder von Jakob Debus mit Gertraud, geb. Bröster

  • Johannes, * 23.09.1632 (konf. 1644), Hausübernahme
  • Paulus, * 13.04.1635 (konf. 1645) ⚭ 14.07.1656 (Katzenbach) mit Damm, Gertraud aus Katzenbach und wohnten dort im Pahles-Hof.
  • Elisabeth, * 21.01.1638 (konf. 1647) ⚭ 13.05.1656 (Katzenbach) mit Möller, Enners aus Katzenbach und wohnten auch dort.
  • Jacob d. J., * 07.11.1639 (konf. 1650) ⚭ 03.05.1660 (Friedensdorf) mit Rohr, Anna (Magdalena) aus Dautphe; sie bauten in Friedensdorf in der Nähe des Debus-Stammhauses ein neues Gehöft „Diwes“.
  • Andreas, * 19.03.1643, † 08.03.1644
  • Matthäus, * 16.01.1648 (konf. 1659) ⚭ 05.05.1670 (Friedensdorf) mit Ortmüller, Anna Elisabeth aus der Ortmühle in Friedensdorf. Sie wohnten zuerst in der Ortmühle, dann in Buchenau in der „Buntebergsmühle“ (um 1672 bis 1681) und übernahmen dann die Neumühle in Friedensdorf (siehe Matthäus Debus (1648–1712))
  • Torothea, * 10.11.1650 (kein Konfirmations-Eintrag und kein Sterbe-Eintrag gefunden; vermutlich einige Tage nach der Geburt verstorben.)

Inwieweit die vor 1640, dem Jahr der Kriegsschäden, geborenen Kinder von den Kriegsereignissen betroffen waren, ist nicht bekannt. Im Haus lebte der Großvater Johannes Debus, für den der Schaden vermerkt ist. Wo und wie die Familie nach 1640 gelebt hat, ist nicht bekannt. Beide Großeltern, Johannes und Eulalia, sind in Friedensdorf verstorben (1645, 1647). In der Liste der Eigenleute von 1648 (eine Häuser-Steuerliste) fehlt dieses Haus. In den Haferlisten in den Jahren 1680, 1685 und 1690 wird das Haus unter der Nummer 2 wieder aufgeführt, jetzt unter Johannes Debus, dem ältesten Sohn von Jakob und Enkel des 1645 verstorbenen Johannes Debus.

Eine Übersicht über die Familienzusammenhänge für diese Generation gibt Tabelle „Debus in Friedensdorf, Katzenbach und Buchenau, 17. Jahrhundert: Übersicht“. Sie weist aus, wie emsig die Familie sich nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges im Raum Friedensdorf bewegte: 1656 heirateten Paulus und Elisabeth auf die landgräflichen Höfe in Katzenbach, Jakob baute ein neues Gehöft („Diwes“), Matthäus heiratete eine Müllerstochter und betrieb das Mühlenhandwerk in verschiedenen Mühlen (Ortmühle, Buntebergsmühle, Neumühle) und der älteste Sohn, Johannes, baute als Hoferbe nach dem Schaden 1640 vermutlich den Hof wieder auf.

Johannes Debus (1632–1693)

Seine Heirat erfolgte fünf Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges, 1653, er war 21 und seine Braut aus Dautphe 17 Jahre alt. Seine Eltern, Jakob und Gertraud, lebten noch und fünf Geschwister waren im Alter zwischen 5 und 18 Jahren. Wo sie zu diesem Zeitpunkt gewohnt haben, ist nicht zu klären, das Stammhaus Debus wird zu dieser Zeit nicht in den Akten geführt.

Debus, Johannes (* 23.09.1632 in Friedensdorf; † 21.03.1693 in Friedensdorf) ⚭ 24.10.1653 (Dautphe/Friedensdorf) Engelbach, Enche (Anna) (* 04.01.1636 in Dautphe)

Anmerkungen
(1) Ergänzung zu Johannes Debus, Heiratseintrag: „der Sohn von Jacob Debus und der Gertraud Bröster aus Friedensdorf“
(2) Ergänzung zu Anna Engelbach, Heiratseintrag: „die Tochter von Johs. Engelbach aus Dautphe“

Folgende 10 Kinder von Johannes Debus und Anna wurden ermittelt:

  • Jost, * 29.10.1654; † 13.01.1655
  • Paulus, * 28.12.1656; † 19.05.1657
  • Jost Andreas, * 20.06.1658; † 07.03.1668
  • Johann Weigandt, * 11.11.1660; † 04.12.1660
  • Jacob, * 11.01.1662; † 15.01.1662
  • Anna, * 01.02.1663; † 03.05.1663
  • Johannes, * 01.04.1664; † 01.04.1664
  • Anna Elisabeth, * 09.05.1665; † 04.09.1665
  • Eva, * 23.09.1666; † 28.09.1666
  • Elisabeth, * 06.10.1667; † 14.10.1667

Als die Mutter am 15. August 1668 starb, lebte keines der Kinder. Fünf Monate vor ihrem Tod starb Jost Andreas im Alter von neun Jahren. Die meisten Kinder starben bereits im Geburtsjahr, wie kurz zuvor in 1667 auch das letzte Kind, Elisabeth.

Die zweite Heirat von Johannes Debus (1632–1693) erfolgte bereits 8 Monate nach dem Tod seiner ersten Frau. Die zweite Frau ist 16 Jahre jünger als er. Sie wird 21, er 37.

Debus, Johannes Wwr. (* 23.09.1632 in Friedensdorf; † 21.03.1693 Friedensdorf) ⚭ 27.04.1669 in Dautphe/Friedensdorf Möller, Margaretha (* 30.04.1648 in Amelose; † 09.12.1693 in Friedensdorf)

Anmerkungen
(1) zu Johannes Debus, Ergänzung Heiratseintrag: „ein Witwer aus Friedensdorf“
(2) zu Margaretha Möller, Ergänzung Heiratseintrag: „die Tochter von Hans Möller von der Amelose“

Folgende Kinder wurden ermittelt:

  • Anna Elisabeth, * 06.02.1670; † 02.1670
  • Gertraudt, * 28.05.1671 (konf. 1682), Hausübernahme
  • Catrina, * 26.12.1673 (konf. 1685)
  • Elisabetha, * 04.06.1676 (konf. 1688)
  • Anna Elisabetha, * 29.12.1678 (konf. 1690); ⚭ 05.04.1714 in Dautphe mit Röst, Jost (aus Dautphe) und wohnten in Dautphe. Die Ehefrau starb am 05.04.1742 in Dautphe; beim Sterbeeintrag wird ihr Alter mit 63 Jahren angegeben
  • Eulalia (Dorothea), * 18.11.1681; † 19.02.1682 (als Dorothea)
  • Johannes, * 08.03.1683 (konf. 1696)
  • Christina, * 01.03.1686; † 15.03.1686
  • Enche (Margreth), * 05.02.1688 (konf. 1701); ⚭ 12.07.1718 in Dautphe mit Altmüller, Johann Jost (ein Witwer aus Dautphe) und wohnten in Dautphe. Die Ehefrau starb am 01.09.1766 in Dautphe; beim Sterbeeintrag wird der Vorname mit Margreth angegeben und ihr Alter mit 78 Jahren.

In 1693 starben beide Eltern, die Mutter acht Monate später als der Vater. Die Kinder waren im Alter zwischen 7 und 23 Jahren. Der einzige Sohn war erst 10 Jahre alt. Die älteste überlebende Tochter, Gertraud, war aber bereits seit 1687 verheiratet und sie übernahm mit ihrem Mann das Haus.

Gertraud Debus und Peter Klingelhöfer

Debus, Gertraudt (* 28.05.1671 in Friedensdorf; † 1745 in Friedensdorf ⚭ 27.10.1687 in Dautphe/Friedensdorf Klingelhöfer, Peter (* 10.07.1670 in Friedensdorf; † 03.02.1743 in Friedensdorf)

Anmerkungen
(1) zu Gertraud Debus, Ergänzung Heiratseintrag: „die Tochter von Johannes und der Margaretha Möller aus Friedensdorf“
(2) zu Peter Klingelhöfer, Ergänzung Heiratseintrag: „der Sohn von Weyandt Klingelhöfer und der Catrin Heckenschmitt aus Friedensdorf“

Folgende Kinder wurden ermittelt:

  • Joes Klingelhöfer, * 01.11.1691, † 29.12.1691 (als Joh. Weyandt)
  • Hans (Johannes) Klingelhöfer, * 05.07.1695, † 17.10.1695
  • Jost Klingelhöfer, * 06.08.1697, konf. 1710, Hausübernahme
  • Johannes Klingehöfer, *19.11.1700, konf. 1714, † 31.03.1759 in Buchenau, ⚭ 03.03.1727 in Buchenau mit Linne, Elisabeth aus Buchenau (ca. 1705–1733), wohnten in Buchenau; es folgte eine zweite Ehe am 08.03.1734 mit Möller, Maria aus Buchenau (1705–1770)
  • Enche Klingelhöfer, * 01.05.1704 (kein Konfirmation- oder Sterbeeintrag, vermutlich früh verstorben)
  • Anna Catharina, * 25.09.1705, konf. 1718, ⚭ 21.10.1734 in Allendorf mit Schmidt, Hans aus Allendorf (1708–1763) und wohnten in Allendorf, kein Sterbeeintrag der Ehefrau im Kirchenbuch Dautphe.

Der Eigentümer des Debus-Stammhauses Jost Klingelhöfer heiratete am 14.10.1717 die Tochter von Jacob Breidenstein aus Buchenau, Catrin, geb. 1694.

Klingelhöfer, Jost (* 1700) ⚭ 14.10.1717 Breidenstein, Catrina (* 1694; † 21.05.1750) aus Buchenau, Tochter von Jacob Breidenstein in Buchenau

Der Geburtszeitraum der acht Kinder lag zwischen 1718 und 1741. 1745 war das Haus bereits leer. Die Familie wohnte weiterhin in Friedensdorf, das Ehepaar wird in der Beedeliste 1750 genannt. 1750 starb die Mutter, für den Vater gibt es im Kirchenbuch Dautphe keinen Sterbeeintrag, somit muss er außerhalb des Kirchspiels gelebt haben.

Von den drei Kindern mit Konfirmations-Eintragungen weiß man:

  • Gertraud Klingelhöfer, * 04.01.1722 (konf. 1734) – sonst ist zur Zeit nichts bekannt
  • Johann Jost Klingelhöfer, * 13.12.1726 (konf. 1740); † 13.02.1785 in Friedensdorf; ⚭ 13.06.1748 in Friedensdorf mit Heck, Margaretha (aus Friedensdorf; * 1725; † 1772) und wohnten in Friedensdorf
  • Peter Klingelhöfer, * 13.09.1732 – er heiratete nach Rauschenberg und war Stammvater der dortigen Klingelhöfer-Sippe.

Nach dem Tod von Johannes Debus und seiner Frau 1693 ging das Haus auf den Namen des Schwiegersohnes über: In den Haferlisten finden wir nicht mehr den Namen Debus, sondern nur noch den Namen Klingelhöfer:

  • 1695 bis 1730: Peter Klingelhöfer, Schwiegersohn von Johannes Debus (1632–1693)
  • 1735 bis 1740: Jost Klingelhöfer, Enkel von Johannes Debus (1632–1693)
  • 1745: das Haus steht leer
  • 1750: das Haus erscheint nicht mehr in der Haferliste; vermutlich wurde es abgebrochen

Damit ist Mitte des 18. Jahrhunderts die Zeit des Stammhauses der Debus in Friedensdorf abgelaufen.

Die Suche nach dem Standort des Stammhauses

BildDorfmitteHäuser.jpg

Auswahl der Häuser aus dem engeren Bereich des Dorfes mit Angabe der Kirchenstuhl-Nummer, des Hausnamens, des früheren und gegenwärtigen Besitzers/Bewohners

Gebäude /
Kirchenstuhl-
Nummer
Hausname Bewohner nach Kirchenstuhl-Liste 1851 u. a.
Hausnummer und Bewohner 2012 u. a.
Kirche Vor 1733 rechteckiger gemauerter Bau (Chorraum, Friedhof in Dautphe)
1851, seit 1733 erweiterter Bau in Fachwerk
2012, seit 1983 renoviert, „Mundartkirche“
01 Schneiders 1851 Weigand Ortmüllers Witwe
2012 Kirchweg 1, Alfred Klingelhöfer
10 Diwes 1851 Johann Jakob Happel
2012 Kirchweg 4, leerstehend, zum Verkauf
18 Milbichs 1851 Friedrich Bindewald
2012 Kirchweg 2
09 Kirchkaspers 1851 Ludwig Muth
2012 Pfalzstr. 3, Elisabeth Kielhorn
08 Damm 1851 Michael Bernhardt erben
2012 Pfalzstr. 8, Otto und Walter Weber
07 Prinz 1851 Johannes Prinz, 1749 Obrist Leutnant Wilhelm
2012 Pfalzstr. 10, Familie Happel
Armenhaus 1851 nicht aufgeführt, 1824: zwei Räume für Arme
2012 Pfalzstr. 5, Ende des 20. Jahrhunderts ausgebaut
02 Kaute 1851 Johann Jost Haubach
2012 Gärtnerstr. 11, Karl Haubach
20 Pitzweigands 1851 Weigand Strack, dann Johann Jacob Bernhardt II.
2012 Gärtnerstr. 12, Helmut Schneider

Gefundenes Haus: Kaute

Ausgangsbefund: „Kautemann“

Es war Helmut Mankel im Oktober 2013, dem beim Eintrag der Geburt von Enche Debus 1688 der Name Kautemann für Johannes Debus auffiel:

  • Enche
    • geboren am 05.02.1688, [Vater:] „Kautemann in Friedensdorf“ (Johannes Debus, * 23.09.1632), Paten: Enche, Jacob Bröster Tochter von Herzhausen
    • konfirmiert 1701, [Vater:] „Johannes Debus“

Um die Hypothese, dass mit dem Kaute-Haus das Stammhaus der Debus in Friedensdorf gefunden wurde, zu verifizieren, boten sich folgende Nachweise an:

  • Die Bewohner des Kaute-Hauses sollten auf die Debus-Linie hinführen.
  • Die Kirchstuhl-Zuordnungen sollten Zusammenhänge zwischen Kaute-Haus und Debus-Stammhaus aufzeigen

Diese Nachweise werden im Folgenden erbracht.

Testbefund: Hausbewohner in Kaute

Klingelhöfer, Johann Jacob (* 23.08.1744, † 08.02.1781) aus Diwes ⚭ 29.06.1769 Bernhardt, Catharina (* 07.06.1741, †1809) aus Eckelshausen

Exkurs: Verwandtschaftliche Verbindungen

Johann Jacob Klingelhöfer stammte aus dem Diwes-Haus. Sein Vater war Hans Jacob Klingelhöfer (1716–1773) in Diwes. Dort stand er in der Generationenabfolge neben seinem Bruder Jacob Klingelhöfer, geb. 1755 (siehe 5.).

Diwes: Generationenabfolge

  1. Jakob Debus der Jüngere (1639–1693) aus dem Debus-Stammhaus
  2. Dorothea Debus (1669–1699) ⚭ Hans Klingelhöfer (1666–1721); Sohn von Weyandt Klingelhöfer und Catrin Heckenschmidt aus Friedensdorf; 2. Heirat: Hans Klingelhöfer ⚭ Elisbeth Scheu (1667–1744)
  3. Jacob Klingelhöfer (1690–1756)
  4. Hans Jakob Klingelhöfer (1716–1773)
  5. Jacob Klingelhöfer (1755–1824), Johann Jacob Klingelhöfer (1744–1781)

Nach seiner Heirat 1769 gab es für Johann Jacob Klingelhöfer (1744–1781) die Möglichkeit, das Debus-Stammhaus zu übernehmen und dort neu zu bauen. Es gab keinen Bewohner mehr im Haus. Er, Johann Jacob Klingelhöfer, war mit dem zuletzt eingetragenen Hauseigentümer Johann Jost Klingelhöfer (1726–1785) verwandt: Dessen Urgroßvater, Johannes Debus (1632–1693) war ein Bruder seines Ururgroßvaters Jacob Debus (1639–1693), der Diwes-Haus gebaut hatte. Darüberhinaus war dessen Großvater Peter Klingelhöfer (1670–1743) ein Bruder seines Urgroßvaters Hans Klingelhöfer (1666–1721) in Diwes .

Debus-Stammhaus: Generationenabfolge

  1. Johannes Debus, Wwr. (1632–1693) ⚭ 1669 Margaretha Möller (1648–1693)
  2. Gertraudt Debus (1671–1745) ⚭ 1687 Peter Klingelhöfer (1670–1743), Sohn von Weyandt Klingelhöfer und Catrin Heckenschmidt aus Friedensdorf
  3. Jost Klingelhöfer (* 1700) ⚭ 1717 Catrina Breidenstein (1694–1750)
  4. Johann Jost Klingelhöfer (1726–1785) ⚭ 1748 Margaretha Heck (1725–1772)

Nachfolge in Kaute

Aus der Ehe des Johann Jacob Klingelhöfer mit Catharina Bernhardt gab es ein Kind:

  • Anna Elisabeth Klingelhöfer, * 21.01.1771, † 13.03.1815

Johann Jacob Klingelhöfer starb früh und seine Frau heiratete ein zweites Mal:

Klingelhöfer, Catharina, geb. Bernhardt (* 07.06.1741, † 1809) ⚭ 12.05.1782 Ortmüller, Johann Weigandt (* 10.10.1745, † 1823) aus der Neumühle in Friedensdorf

Die Eltern des Johann Weigandt Ortmüller waren Johann Martin Ortmüller jun. und Catharina Schmitt (⚭ 08.10.1739).

Aus der zweiten Ehe gab es keine Kinder.

Die Tochter aus erster Ehe heiratete 1792:

Klingelhöfer, Anna Elisabeth (1771–1815) ⚭ 20.04.1792 Haubach, Johann Jost (* 01.10.1765, † 05.03.1835) aus Amelose, Vater: Johann Jost Haubach

Ihre Kinder waren:

  • Johann Weigand Haubach, * 14.01.1794
  • Johannes Haubach, * 26.08.1796, übernahm das Haus
  • Jacob Haubach, * 01.02.1799
  • Catharina Haubach, * 27.04.1802, † 21.08.1802
  • Andreas Haubach, * 26.06.1803, † 19.03.1834 (J, 298)

und weitere

Nach dem Tod seiner Frau Anna Elisabeth, geb. Klingelhöfer, heiratete Johann Jost Haubach 1816 ein zweites Mal:

Haubach, Johann Jost (* 01.10.1765, † 05.03.1835) ⚭ 24.12.1815 Mankel, Anna (* 07.02.1770, † 26.02.1835) aus Damshausen

Die Nachfolge im Haus trat der Sohn Johannes Haubach aus erster Ehe an:

Haubach, Johannes (* 26.08.1796, † 20.05.1831) ⚭ 22.01.1816 Weigand, Margaretha (* 19.11.1793, † 03.04.1835) aus Damshausen

Margaretha Weigand (1793–1835) ist das unehelich geborene Kind von Anna Mankel, der zweiten Frau von Johann Jost Mankel, und des Johannes Weigand aus Holzhausen.

Beim Sterbeeintrag für Johannes Jost Haubach steht explizit: im Kaute-Haus.

Die Nachfolge im Kaute-Haus trat sein Sohn Johann Jost Haubach an.

Haubach, Johann Jost (* 16.02.1818, † 01.03.1890) ⚭ 30.08.1840 Beimborn, Anna (* 15.10.1816, † 21.12.1858) aus Herzhausen, Tochter von Johannes Beimborn und Katharina Reuter aus Schnarisch in Herzhausen

Im Heiratseintrag und im Sterbeeintrag von Johann Jost Haubach steht explizit: Kaute-Haus.

Bis heute (2013) ist der Familienname Haubach mit dem Kaute-Haus verbunden.

Testbefund: Bewohner nach Kirchenstuhl-Liste

In der Kirchenstuhl-Liste von Dautphe wird aufgeführt, wer – Vor- und Familienname – aus welchem Haus – Hausname – auf welcher Bank welchen Sitz wortwörtlich „besitzt“. Dies gibt insbesondere dann Aufschluss, wenn zu verschiedene Zeitpunkten nacheinander die Besitzer angegeben werden.

Für die Männerbänke:

  • 1782 (Seite 2, Nr. 6) auf der Bank II, Platz 6
    • Johann Weigend Ortmüller aus dem Kaute-Haus
  • 1851 (Seite 7, Nr. 131) auf der Bank II, Platz 6
    • Johann Weigand Ortmüller aus Kaute
    • Johann Jost Haubach (28.02.1856)

Für die Frauenbänke:

  • 1782 (Seite 29, Nr. 2) auf der Bank VIII, Platz 2
    • Catharina, Johann Weigand Ortmüllers Frau
    • Anna Elisabeth, Johann Jost Haubachs Frau
    • Anna Margaretha, Johann Haubachs Frau, geb. Weigand
    • Anna, Johann Jost Haubachs Frau, geb. Beimborn
  • 1851 (254) auf der Bank VIII, Platz 2
    • Anna, Johann Jost Haubachs Frau aus Kaute (10.01.1848; 15.03.1859)

Diese Eintragungen sind völlig kompatibel mit den Angaben der Hausbewohner nach dem Kirchenbuch.

Einzelnachweise

  1. a b c Heimat- und Verschönerungsvereins Friedensdorf e. V. (Hrsg.): Chronik Friedensdorf. Dautphetal 2002
  2. a b c Biedenköpfer Amtsrechnungen, Hessisches Staatsarchiv Marburg
  3. a b Dr. Elsa Blöcher: Das Hinterland. Max Stephani, Biedenkopf 1981
  4. Hinterländer Geschichtsblätter, 1975, 54, (2), S. 4–7
  5. Chronik Herzhausen. 2008, S. 238 und 335