Breidenbach

Aus Genealogen im Hinterland
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Wappen

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Breidenbach ist der größte Ortsteil der Gemeinde Breidenbach.

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Die Gemeinde Breidenbach

Zitat aus: Karl Huth: Die Gemeinde Breidenbach:

Die engen Beziehungen zu dem Geschlecht der Herren von Breidenbach brachte die Gemeinde dadurch zum Ausdruck, daß sie ein Wappenzeichen dieses Geschlechts – eine goldene Wolfsangel – in das Gemeindewappen übernahm. Der breite Schrägbach soll als redendes Wappenbild den Ortsnamen Breidenbach in einfacher und klarer Weise erklären. Auf diese Weise sind in dem Wappen, das am 9. Juli 1956 vom Hessischen Minister des Inneren genehmigt wurde, eine geschichtliche Beziehung und eine örtliche Gegebenheit miteinander verknüpft. Die Wappenbeschreibung lautet „In Silber ein breiter blauer schräg links verlaufender Bach, belegt mit einer goldenen Wolfsangel“.

Breidenbach liegt in reizvoller Tallandschaft am Zusammenfluß von Diete und Perf 320 m über dem Meeresspiegel. Der Ort erstreckt sich entlang der Eisenbahnlinie Biedenkopf–Wallau–Dillenburg und der Bundesstraße 253, die über den Autobahnzubringer Dillenburg an der Sauerlandlinie den Grund Breidenbach an das überregionale Verkehrsnetz anbindet.

Zum ersten Male wird Breidenbach im Jahre 913 als „Villa Breidenbach in pago Pernaffa“ in einer Urkunde von Kremer, Orig. Nass. 2, 51 erwähnt.

Die am 16. Juni 913 in Trebur ausgestellte Urkunde hat folgenden Wortlaut:

„Der Priester Guntbald bekundet, daß er aus dem Besitz des Stifts (ex rebus monasterii), das innerhalb der Mauern der Burg Weilburg erbaut und zu Ehren der hl. Gottesmutter Maria und der hl. Jungfrau Walpurgis geweiht ist, mit Erlaubnis König Konrads (1) und mit Zustimmung des Probstes und der übrigen Brüder, die dort Gott, der hl. Gottesmutter und der hl. Jungfrau Walpurgis dienen, zwei Taufkirchen (legitimas ecclessias): eine im Dorf Breidenbach im Perfgau (in pago Pernaffa) in der Grafschaft des Eberhard und die andere im Dorf Muffendorf im Bonngau, in der Grafschaft eines anderen Eberhard, sowie zwei weitere Kirchen, die zu jenen Kirchen gehören, empfangen hat, und daß er dagegen dem Stift (ad supra memoratum locum) sein Eigentum im vorgen. Dorf Breidenbach und im Dorf Gladenbach mit 42 Hörigen beiderlei Geschlechts geschenkt hat; doch behält er sich den Besitz auf Lebenszeit vor.

Unterschrift des Kanzlers Salomon

Data 16. Kalendas Juni 913, indictione 1, im 2. Jahr König Konrads (1) — Actum apud Triburias.“

– Struck, W. H.: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte, Bd. 2

Das der hl. Walpurgis geweihte Kollegiatstift in Weilburg hat König Konrad I. 912 gegründet. Nach den Konradinern ging das Weilburger Gebiet an den Bischof von Worms über, der es im 10. Jahrhundert als Reichslehen besaß. Wormser Vogte für das Stift Weilburg waren zunächst die Grafen Werner und nach 1124 die Grafen von Nassau, die unter König Adolf Grundbesitz als Eigentum erwarben.

Die nächste Nennung des Ortes Breidenbach ist als „Breidenbac“ aus dem Jahre 1103 überliefert, als die Pfarrei Eisenhausen von Breidenbach abgetrennt wurde. 1233 heißt er Breitenbach, 1256 Bredenbac und 1433 Breydenbach.

1232 wird Breidenbach zweimal in einem Bericht Konrads von Marburg über die Wunder der Landgräfin Elisabeth von Thüringen für Rom vor ihrer Heiligsprechung erwähnt.

Seit Jahrhunderten hebt sich Breidenbach aus einer Vielzahl von Dörfern im Grund Breidenbach als Hauptdorf heraus. Es gehört zu den Orten mit überwiegend geschlossener Siedlungsform, die allmählich zu einer stadtähnlichen Dorfanlage ausgebaut wurden. Noch im 19. Jahrhundert reihten sich die Gassen mit ihren Wohnhäusern und Werkstätten um die zentral gelegene alte Kirche mit dem früheren Gerichtsplatz, dem Kirchhof, dem Amtshaus, der Schule und dem Brunnen.

Nach 1880 erweiterte sich der Ortsring. Neubauten entstanden an der „unteren Bach“, die nur einstöckig gebaut wurden, und seit 1920 an den Straßen nach Niederdieten und Wolzhausen; dann wurde die Gartenstraße bebaut.

Literatur