Plockenmühle bei Wommelshausen

Aus Genealogen im Hinterland
Version vom 20. Februar 2012, 01:45 Uhr von Henkel (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „Thomes Rink schreibt zu dem Thema: „Auch in der Schweiz gibt’s Nachfahren von Bewohnern des alten Landkreises Biedenkopf. Mein Urgrossvater ist auf der Hinter…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springenZur Suche springen

Thomes Rink schreibt zu dem Thema: „Auch in der Schweiz gibt’s Nachfahren von Bewohnern des alten Landkreises Biedenkopf. Mein Urgrossvater ist auf der Hintermühle in Wommelshausen geboren. Ich habe alles was ich bis jetzt zusammengetragen habe auf der Homepage www.rinck.ch abgelegt. Vielleicht forscht ja sonst noch jemand nach Rinck’s aus Wommelshausen.“

Siehe auch die Website von Thomas Rink.


Die Auskünfte über die Plockenmühle bei Wommelshausen sind sehr rar, obwohl der Mühlbetrieb erst vor zwei Jahrzehnten aufgegeben worden ist. Die ehemals landgräfliche Mühle macht einen sehr vernachlässigten Eindruck. Sie konnte sich nicht im Konkurrenzkampf mit den anderen, besser ausgestatteten Mühlen behaupten, zumal sie nur einen Walzenstuhl besaß.

Das Wasserrad der Mühle hat einen Durchmesser von 4,15 m. Das Niederschlagsgebiet am Mühlenwehr beträgt 24 km2. 1965 kam es zur Stillegung der Plockenmühle. Der Besitzer Hermann Rink ist seither Rentner. Die Landwirtschaft uefaßt 6 ha Land. Der Viehbestand setzt sich zusammen aus 3 Kühen und 4 Rindern.

Ein kleinem Hinweis auf die Plockenmühle findet sich in dem Hartenroder Pfarrchronik: "Eins, was mir der derzeitige Bürgermeister, der wie gesagt von dem Plockenmühle kommt, als eine Familientradition erzählt, will ich doch noch anführen (Bürgermeister Seitz erzählt): Einer der hessischen Landgrafen (wahrscheinlich Ludwig VIII), der bekanntlich ein großer Jäger war, mit 4 Hirschen über Stock und Stein dahinsauste, die er nämlich vor seinen Wagen gespannt, und besonders im Hinterland seine Jagdreviere hatte, sei einst mit dem Heß (Casseler Landgrafen, was aber nicht sehr wahrscheinlich Ist, da diese beiden so nahe verwandten Fürsten leider nicht gut zusammen finden: also muß diese Persönlichkeit recht ängstlich sein, was aber zur Sach nichts tut. Jedenfalls ist es eine hohe Person gewesen) also der Landgraf sei einst mit dem Heß in Seibertshausen, dem Wald in der Nähe der PlockenMühle, auf dem Jagd gewesen. Jeder dem beiden hohen Herren habe einen temporären Pferdehalter gehabt. Da habe es auf einmal, als die Gesellschaft bei dem Frühstück von des Jagens Vergnügen ausgeruht und unter einem Baum gesessen, geheißen, die beiden improvisierten Jokeis sollten einmal über die Pferde, die sie halten, springen. Endlich ist die Sache ernst geworden, und es habe eine Wette gegeben, dahin, dass der, welcher den Salto mortale qlücklich vollbringt, soll eine neue Büchse und ein Körbchen voll Geld haben. Die Sache geht nun vor sich, und dem Heß sein Jokei wird schändlich zu schanden. Aber das Plockelchen, (wie unser Landgraf sich auszudrücken qeruht) sei in einem Satz über seine Rosinante geflogen und habe darauf natürlich das Versprochene erhalten. Seine Durchlaucht von Hessen Darmstadt sei aber so vergnügt gewesen, dass eins seiner lieben Landeskinder den Sieg über den Heß davongetragen, dass er noch fur seine Person obendrein die Plockenmühle von allen Leihabgaben frank und frei gemacht."

Aus "Mühlen im Salzbödetal" von Petra Burk-Wagner, erschienen als Mitteilung des Vereines für Geschichte und Volkskunde Lohra, im Selbstverlag.