Einführung und Einordnung der Beiträge

Aus Genealogen im Hinterland
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Allgemeine Beiträge

Der Name „Debus“

Der Nachname Debus ist heute im Hessischen Hinterland weit verbreitet. Er taucht, soweit zur Zeit zurückverfolgt, im 16./17. Jahrhundert zuerst in Hartenrod und Friedensdorf auf. In der damaligen Zeit wurde der Name auch als Vorname verwandt. Auch außerhalb des Hinterlandes ist der Nachname Debus nachweisbar (siehe „Debus“ vor dem 17. Jahrhundert im Hessischen Hinterland und außerhalb), aber im Hinterland hat er nach Statistiken eine besonders große Verbreitung gefunden. Der Sprachwissenschaftler Friedhelm Debus gibt eine Übersicht über die Entstehung und Verbreitung des Namens (siehe Entstehung, Bedeutung und Verbreitung des Namens „Debus“).

Debus-Häuser und Hausnamen

Hausnamen sind – genauer: waren – im Hessischen Hinterland gebräuchlich. Sie vereinfachten bei den vielen Personen mit gleichem Nach- und auch gleichem Vornamen die Zuordnung. In Orten mit besonders vielen Debus, wie z. B. in Schlierbach, verständigt man sich schnell darauf, wer gemeint ist, wenn man Haus- und Vornamen nennt, z. B. Dewes Karl. „Dewes“ ist eine gesprochene Variante von „Debus“. Der Sprachwissenschaftler Friedhelm Debus hat 2013 einen Beitrag über Hausnamen publiziert, siehe Anhang: Literatur.

Einige Häuser haben den Debus-Nachnamen übernommen, wie in Friedensdorf Diwes (siehe Diwes in Friedensdorf) oder in Wallau Dewes (siehe Die Wallauer Debus-Dachdecker: sechs Generationen – zweihundert Jahre). In der Regel bleiben die Häusernamen nach Einheiratung erhalten, wie Howe in Friedensdorf (siehe Der Howe-Hof in Friedensdorf), Scheffersch in Mornshausen (siehe Debus und das Scheffersch-Haus in Mornshausen: ab Johann Theiß Debus (1744–1775)) oder Pitz in Hommertshausen (siehe *Pitzers-Haus links neben der Kirche: Hans Henrich Debus (1770–1834)). Wird ein Haus neu gebaut, dann wird, wie oft, der Vorname des Erbauers übernommen, wie Hans (siehe Hans Georg Debus (1737–1809) aus Katzenbach in Hans in Eckelshausen) und Hanslieses in Eckelshausen (siehe Elisabeth Debus (1802–1879) in Hansliesels in Eckelshausen), Handeis in Gönnern (siehe Handeis in Gönnern und die Verwurzelung im Dorf) und Handeis und die Chaussee) oder Jerjes in Gönnern (siehe Jerjes in Gönnern: Georg Debus (1855–1948)). Nach Einheiratung von Paulus Debus 1656 in einen der Höfe in Katzenbach wurde (wahrscheinlich) nach Wiederaufbau/Restaurierung der Hof Pahles genannt (siehe (Höfe und Familien, Landgrafen und politische Strukturen in Katzenbach).

Beiträge zu Linien und Biographien

Die Geschichte der Debus-Familien wird verfolgt anhand von Stammbaumlinien und -verzweigungen sowie von Biographien.

Orte als Gliederungspunkt

Als vorrangige Gliederung wurde die nach Orten gewählt (siehe Artikel sortiert nach Orten. So zeigt die tabellarische Übersicht der Orte (siehe Artikel sortiert nach Orten), dass neben Orten im Hinterland auch einige Orte außerhalb aufgenommen wurden, und zwar dann, wenn die Familiengeschichte nach Wegzug aus dem Hinterland weiterverfolgt werden konnte.

Eine Übersicht veranschaulicht die Wanderung der Familien von Ort zu Ort (siehe Übersicht über die Heiratswanderungen von Ort zu Ort).

Friedensdorf und Hartenrod als Ausgangsorte

Ausgangsorte sind Friedensdorf und Hartenrod. Dort gibt es auch heute noch den Namen Debus. Für diese Orte werden die bislang recherchierten Ursprünge der Hinterländer Debus-Familien dargestellt. Diese Arbeit ist nicht abgeschlossen, sondern wird weitergeführt, mit dem möglichen, nicht ausschließbaren Ausgang, dass beide Linien einen gemeinsamen Ursprung haben. An diesen hierzu durchgeführten Recherchen hat sich, von Stefan Debus (Rachelshausen) und Günter Debus (Gönnern/Aachen) abgesehen, vor allem Helmut Mankel aus Holzhausen, weder verwandt noch verschwägert mit Debus-Familien, verdient gemacht. Mit seiner Hilfe konnte z. B. die bisherige Annahme, der Howe-Hof in Friedensdorf sei das Stammhaus der Debus gewesen, verworfen werden. Seit Oktober 2003 wissen wir, es ist das Kaute-Haus in Friedensdorf (siehe Das Debus-Stammhaus Kaute in Friedensdorf). Darüber hinaus konnte eine Reihe von verwandtschaftlichen Präzisierungen vorgenommen werden.

Erstaunlicherweise gibt es auch heute noch eine geographische Grenzlinie zwischen den Nachkommen der Friedensdorfer und der Hartenroder Linie. Die Grenze für die Friedensdorfer Linie verläuft westlich von Holzhausen und Bottenhorn mit den Orten Gladenbach, Hartenrod, Schlierbach und Günterod für die Hartenroder Seite. Mornshausen, Hommertshausen, Niedereisenhausen und Gönnern gehören zum Einzugsbereich der Friedensdorfer Linie. Dennoch gibt es Ausnahmen: zwei nach unseren Recherchen aufgedeckte Heiratsverbindungen zwischen den beiden Linien, in Friedensdorf und in Holzhausen (siehe 1880 Linientreffen bei Hanweiets in Friedensdorf – Ursprünge in Friedensdorf und Hartenrod und Ein zweites Linientreffen, diesmal in Holzhausen). Herzhausen ist ein Grenzfall. Beide Linien haben verwandtschaftliche Beziehungen nach Herzhausen.

Auf einige Orte sei besonders hingewiesen.

Katzenbach

Für die Friedensdorfer Linie spielt Katzenbach (siehe Katzenbach (Biedenkopf)) eine große Rolle. Da Katzenbach über Jahrhunderte aus vier Höfen besteht, in die zwei Debus aus Friedensdorf im 17ten Jahrhundert, die Geschwister Paulus Debus (1635–1699) und Elisabeth Debus (1637–1695), einheirateten, wurde die Geschichte der Katzenbacher Höfe besonders ausführlich geschichtlich aufgearbeitet (siehe Höfe und Familien, Landgrafen und politische Strukturen in Katzenbach. Dies ist vor allem dem verstorbenen Wilhelm Völkel, dessen Urgroßvater aus Katzenbach stammte, zu verdanken (siehe unter Laubach den Beitrag Katzenbach und Schmette Wilhelm aus Erndtebrück. Der Beitrag entstand nach seinem Tod, stützt sich aber auf seine langjährigen Vorarbeiten. Die Recherchen zu Katzenbach brachten auch zu Tage, dass Jürgen Westmeier, der Mann von Anneliese Westmeier, organisatorisch Mitwirkende im Projekt, zu den Nachfahren der Debus gehört; seine Vorfahrin ist die oben genannte Elisabeth Debus (im Enners-Hof).

Von Katzenbach verbreiteten sich die Debus, ausgehend von Paulus Debus im Pahles-Hof, in die benachbarten Orte: u. a. nach Friedensdorf (zurück), Buchenau, Eckelshausen und Mornshausen.

Buchenau

Für Buchenau ist herauszustellen, dass die Bundenbergsmühle seit dem Wirken von Matthias Debus (siehe Matthäus Debus (1648–1712) als Müller in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg bis heute in den Händen einer Debus-Familie ist.

Holzhausen a. H.

Dank Helmut Mankel (siehe Übersicht über Debus-Linien in Holzhausen und Die Debusgasse in Holzhausen) ist es möglich geworden, das Gewirr von Debus-Familien in Holzhausen zu strukturieren und die Familiengeschichte in den Häusern der Debus-Gasse darzustellen. Die Holzhäuser Debus stammen überwiegend von der Hartenroder Linie ab.

Schlierbach

In Schlierbach muss man – überspitzt – Leute suchen, die nicht Debus heißen. Dank der Arbeit des Schlierbachers Reimar Debus konnte ein Haus nach dem anderen abgearbeitet werden.

Häuser als Bezugspunkte

Innerhalb der Orte sind es die Häuser mit Hausnamen (siehe Friedhelm Debus (2013)), die der Bezugspunkt für die Darstellung der Familiengeschichte sind. Für die Familien außerhalb des Hinterlandes lässt sich dies nicht aufrechterhalten, wie z. B. für die Debus-Familien mit den Stationen Alzey – Frankfurt/Bad Homburg, Dortmund – Bochum, Gönnern – Hannoversch-Münden. In Holzhausen und Schlierbach gibt es eine derart weit verzweigte Anzahl von Debus-Häusern, dass nicht mehr ein einzelnes Stammhaus im Vordergrund steht.

Zu den herausragenden Beispielen für „Häuser“, deren Name sich bis heute erhalten hat, gehören

Weniger einem bestimmten Haus zuzuordnen sind die Dewes-Familien in Wallau.

Zeitraum als Gliederungspunkt

In einer Übersichtstabelle (siehe Artikel sortiert nach Jahrhundert) sind die Beiträge nach Jahrhunderten sortiert.

Chronologische Darstellungen über Jahrhunderte

Nur wenige Beiträge berichten über Debus-Familien über mehrere Jahrhunderte hinweg. Dazu gehören die Beiträge

Die Beiträge enthalten eine Mischung aus Erkenntnissen, die aus Kirchenbüchern, Steuerlisten und Verträgen gewonnen wurden, und persönlichen Erinnerungen und Erlebnissen von Familienangehörigen aus unserer gegenwärtigen Zeit.

16./17. Jahrhundert

Berichtet wird hier begrenzt nur das, was die Aktenlage hergibt: Kirchenbucheintragungen und Steuerlisten.

  • Für die Ursprünge der Friedensdorfer Linie sind zwei Beiträge von Interesse
    • eine Darstellung der ersten belegten Generationen des Stammhauses in Friedensdorf (siehe Das Debus-Stammhaus Kaute in Friedensdorf)
    • eine Übersicht über die Generationen bis nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs, Ausgangspunkt für Abwanderungen in benachbarte Orte (siehe Graphik zu Debus-Familien in und um Friedensdorf vor und nach 1700).
    • eine erste umfangreichere personenbezogene Darstellung mit Bezug auf Vertragsdokumente mit dem Beitrag über Matthäus Debus Matthäus Debus (1648–1712) als Müller in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg). In seinem Leben spielten folgende Mühlen eine Rolle: die Ortmühle (an der Perf vor Friedensdorf), die Bundenbergsmühle (am Ortsausgang Buchenau in Richtung Marburg, rechts von der Straße), die Neumühle (an der Lahnbrücke in Friedensdorf) und die Schmelzmühle (in der Lahnwiese unterhalb der Neumühle).

18./19. Jahrhundert

In dieser Zeit sind die Eintragungen in Kirchenbüchern im allgemeinen ergiebiger. So werden zum Teil Hausnamen angegeben, die eine Zuordnung oft erleichtern. Besondere Umstände zu Geburt, Taufe, Konfirmation, Eheschließung und Tod werden manchmal genannt. Einige Heirats- und Übergabeverträge wurden aufbewahrt. In privaten Sammlungen gibt es persönliche Dokumente (Briefe, Zeugnisse etc.) und erste Fotos. Beispiele für Beiträge sind

Es ist die Zeit großer sozialer Probleme, der Landflucht und der Auswanderung in industrielle Zentren (Siegerland, Ruhrgebiet) und nach Übersee. Aber auch innerhalb des Hinterlandes entwickelt sich die Infrastruktur: Straßen werden gebaut, die Post wird organisiert und die Bahn kommt. Zum letzteren geben die folgenden Beiträge Beispiele:

Es ist aber auch die Zeit, in der Menschen im Hinterland aufgesucht werden, um sie in ihrer Tracht zu malen, oder sie für Trachtenfeste zu gewinnen (Ubbelohde, Justi). Ein Beispiel ist

ein weiteres Beispiel

20. Jahrhundert

Die Beiträge zu Familien und Personen in diesem Zeitraum sind in der Regel von Familienangehörigen geschrieben: Autoren (siehe Angaben zu Autoren und Mitwirkenden schreiben aus eigenem Erleben über

  • den Urgroßvater, z. B.
    • Wilhelm Völkel über Johannes Debus aus Katzenbach (siehe Johannes Jost Debus (1843–1940) Als Postillion unterwegs - Der Katzenbächer Johannes Debus in Erndtebrück)

Nicht unter Beteiligung von Familienangehörigen wurde geschrieben der Beitrag

Die Beiträge können als zeitgeschichtliche Dokumente betrachtet werden. Inhaltlich geht es um Lebensgestaltungen und Schicksale in Zeiten des Krieges (1914–1918, 1939–1945), der politischen Auseinandersetzungen in der Weimarer Republik (1918–1933), der Inflation (1923), der Arbeitslosigkeit (1925–1933), der Nazi-Diktatur (1933–1945), der Judenverfolgung und -vernichtung (1933, 1938, 1942), der Eingliederung von Vertriebenen und Flüchtlingen (1946/47), des demokratischen Wiederaufbaus und der Nachkriegsnot (1945–1950), der Währungsreform 1948 und des nachfolgenden Wirtschaftswunders.

Es ist Zufall, dass Biographien über zwei Doktoren mit gleichem Namen, Dr. Fritz Debus, verfasst wurden, der eine in Bochum (siehe Ein Lebensumbruch 1943–1945: Geograph und Handelslehrer Dr. Fritz (Friedrich Wilhelm) Debus aus Bochum) geboren, der andere in Frankfurt (siehe Beim Wort genommen: Dr. Fritz (Friedrich Karl) Debus (1899–1981) aus Frankfurt). Beide wussten voneinander und waren über die Mornshausen-Linie miteinander verwandt. Beide Biographien sind in der Gegenüberstellung anschauliche Beispiele für typische Lebensläufe von Bildungsbürgern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der Zeit bis zum Ende der NS-Diktatur und der Zeit der Nachkriegsjahre.

Ein Kuriosum beschreibt der Beitrag

Bekannte Debus-Persönlichkeiten: Leben und Herkunft

Unter dem gleichnamigen Beitrag werden Personen mit dem Namen Debus aufgeführt, die überregionalen Bekanntheitsgrad erreicht haben, sei es in der Politik, in der Wissenschaft, in der Welt der Kunst oder sonstwo. Dabei – so schön es wäre – überrascht nicht, dass viele bekannte Debus-Personen nicht aus dem Hinterland stammen. Mit dem Raketenforscher Kurt Heinrich Debus hatte man dies erhofft, wurde jedoch arg enttäuscht. Dies stört uns jedoch nicht, denn wir sind an Lebensläufen der Menschen und Familien im hessischen Hinterland interessiert unabhängig davon, welchen Bekanntheitsgrad sie erreicht haben. Über das Leben Prominenter wird viel zu viel geschrieben. Wir sind offen und neugierig für das Leben derer, die im weitesten Sinne zur Familie gehören. Dazu gehört jeder.

Beginn und Weiterführung der Debus-Familiengeschichte

Wie die Darstellung der Debus-Familien zustande kam, berichtet der Beitrag Von den Anfängen bis zur Umsetzung des DeFa-Projektes.

Wer bisher mitgewirkt hat, wird im Beitrag mit Angaben zu Autoren und Mitwirkenden aufgeführt.

Die Arbeit ist nicht abgeschlossen. Im Gegenteil, es wird aufgerufen, in diesem Projekt mitzuarbeiten.