Der wohlhabende Alzeyer Bürger Fritz Debus (1836–1902)

Aus Genealogen im Hinterland
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Das damalige Rheinhessen bestand als Provinz des Großherzogtums Hessen von 1816 bis 1919 und gehörte danach bis 1945 zum Volksstaat Hessen. Heute ist es Teil von Rheinland-Pfalz.

Autor: Günter Debus

Nach Aufzeichnungen Fritz’ Sohnes Jakob Debus (1863–1950), gesammelt von dessen Enkel Peter Debus (1930–2009)[1]

Einordnung in die Debus-Linie

Mornshausen: Schäfers
(0) Johannes Debus (1768–1822), siehe

Debus und das Scheffersch-Haus in Mornshausen: ab Johann Theiß Debus (1744–1775)

Alzey
(1) Johannes Debus (* 1799 in Mornshausen; † 1841 Pfeddersheim), Gendarm zu Pferd, siehe

Pfeddersheim 1841 – Der Mord an Johannes Debus (1799–1841) aus Mornshausen

(2) Friedrich Karl Debus (1836–1902), Kaufmann in Alzey

Andere Orte
(3) Jakob Debus (1863–1950), Bahnbeamter, u. a. in Frankfurt, siehe Biographie
(4) Fritz Debus (1899–1981), Redakteur, verschiedene Stationen, siehe Biographie
(5) Peter Debus (1930–2009), Pfarrer, verschiedene Stationen, siehe Biographie

Leben nach dem Tod des Vaters im Jahre 1841

Alzey in Rheinhessen war die Heimat des Friedrich Karl Debus, genannt Fritz (1836–1902). Er war das Jüngste von fünf Kindern, der dritte Sohn von Johannes Debus und Juliane Katharina Anhäuser. Er war gerade fünf Jahre alt, als sein Vater in seiner Funktion als Polizist 1841 ermordet wurde. Dessen Sohn Jakob (1863–1950) überlieferte in seinen Aufzeichnungen im Jahre 1935:

„Ein sehr schwerer Gang war der Weg am Beerdigungstag von Alzey nach Pfeddersheim für die Großmutter mit ihren Kindern. […] Sehr schwer und kummervoll war das Leben für sie mit fünf Kindern ohne Pension. Infolge des Dienstvergehens ihres Mannes – Nichtanlegen der Fesseln nach der Rast – wurde ihr die Pension entzogen.“

Fritz wuchs in Alzey in der Flonheimerstraße auf – es gibt sie heute noch. Er erlernte das Schuhmacherhandwerk.

Der Obermarkt in Alzey um die Jahrhundertwende. Links steht das Haus von Fritz Debus. Man erkennt die Schrift: F... Debu....xxxxx. In der Nähe dieses Hauses muss auch das Haus des Onkels Valentin Debus gestanden haben.

Jakob Debus berichtet:

„Anfangs der 1870er Jahre kaufte mein Vater ein Haus am Obermarkt, neben ‚Regener und Schäfer‘.

Am 20.3.1862 heiratete er Margarethe Weick (1837–1923) aus Framersheim. Fritz Debus gab das Schuhmacherhandwerk bald auf, weil es sich nicht lohnte. Onkel Valentin veranlasste meinen Vater, sich eine Schuhmacher-Steppmaschine zuzulegen. In Mannheim hatte er eine solche gesehen. Das tat er auch und fertigte nun Schuh-Schäfte an. Das Angebot des Gerbereibesitzers Weber in Alzey, sich mit ihm zu assoziieren, lehnte er ab. Dagegen richtete er sein Geschäft so ein: ‚Verkauf sämtlicher Schuhbedarfsartikel‘. Das Geschäft ging gut. Mein Vater hatte viele Kunden in Alzey und Umgebung.

Durch die Errichtung und Eröffnung von Läden mit fertigen Schuhen erlitt das väterliche Geschäft empfindliche Einbußen. Rasch entschlossen sich meine Eltern (meine Mutter war sehr tüchtig im Haushalt und Geschäft) zur Handlung von Colonialwaren. Die kaufmännisch begabte Ehefrau sorgte für ein vielseitiges Geschäft, das den Verkauf von Leder für Schuhmacher, ein Gemischtwarenladen mit Textilien und Lebensmitteln sowie ‚Butter en gros‘ (mit Verkauf an Frankfurter Hotels) umfasste. Beide Eltern waren sehr strebsam und sparsam. Mein Vater besuchte selten eine Wirtschaft. Meine Mutter war ordnungsliebend und weitblickend.

Meine Eltern hatten schon früh 2 Weinberge gekauft. An dem Einlegen von Wein hatte mein Vater viel Freude. Das Lager wurde immer größer, so dass er einen größeren Weinkeller mietete. In den letzten Jahren seines Lebens hatte er ungefähr 25 Stück liegen. Er hatte es zu einem ansehnlichen Vermögen gebracht.

Meine Eltern hatten fünf Kinder.

Debus, Friedrich Karl (1836–1902) ⚭ 1862 Weick, Margarethe (1837–1923)

  • Jakob Debus (der Chronist), geb. 24.02.1863 in Alzey, Reichsbahnoberinspektor, gest. 15.05.1950 in Bad Homburg
  • Johann (Jean) Debus, geb. ~1866, gründete in Pirmasens ein Commissionsgeschäft in Leder, am 21. Juli ist Jean in Alzey an Leberschwund gestorben, im hoffnungsvollen Alter von 28 Jahren.
  • Katharina Debus
  • Margarethe Debus
  • Kurt Debus sollte Lehrer werden und zuerst die Präparantenanstalt[2] in Wöllstein besuchen. Er entschloß sich, nach Amerika auszuwandern, angeregt durch den Besuch eines Verwandten aus Milwaukee. Durch alle Versprechungen ließ er sich nicht abhalten. Sein Weggang bereitete meinen Eltern großen Kummer. Es war im August 1888.

Mein Vater ist am 18.04.1902 in Alzey verstorben.“

Jakob Debus (1863–1950) – hier der Berichterstatter

Jakob Debus (siehe Biographie Jakob Debus (1863–1950) – der Eisenbahninspektor) war als 25-Jähriger 1888 von Mainz nach Frankfurt gekommen, wohnte in der Schäfergasse 13 (Innenstadt), später 1898 einen Tag nach der Heirat in Mettenheim (Rheinhessen) am 17. Februar 1898 in der Eckenfeldstraße, ab 1904 in der Schwanthalerstraße 56 II (Sachsenhausen) und zog 1907 nach Bad Homburg. Er meldete sich dort am 7. Juli 1924 ab und zog nach Frankfurt in die Finkenhofstraße 17, zu diesem Zeitpunkt war er im Alter von 61 Jahren. Er starb 87-jährig am 15. Mai 1950 in Bad Homburg. Seine Frau, Margarethe, geb. Michel, stammte aus Mettenheim, einer kleinen Gemeinde zwischen Worms und Mainz. Sie selbst war evangelisch wie ihre Mutter, der Vater Peter Michel, Schreinermeister, katholisch. Die Eltern waren am 17. Februar 1899 in der katholischen Pfarrkirche St. Ignaz in Mainz getraut worden.

Debus, Jakob (1863–1950) ⚭ 1898 Michel, Margarethe (* 1869)
hatten zwei Kinder:

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Quellen: Peter Debus, Bad Homburg v. d. Höhe (Gesammelte Materialen an Günter Debus, 2002–2008)
  2. s. PräparantenanstaltWikipedia-logo.png