Der Breidenbacher Grund im Herzen des Hinterlandes: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Genealogen im Hinterland
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(L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt 2 ¾ Std. von Gladenbach, an der Perf, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Man findet 36 Häuser und 245 Einwohner, die evangelisch sind, so wie 1 Kapelle und 2 Mahlmühlen mit 1 Ölmühle. Der frühere Name ist Yssenhussen. Der Ort gehörte bis in die neuesten Zeiten, mit Steinperf zum Gericht Obereisenhausen.
 
(L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt 2 ¾ Std. von Gladenbach, an der Perf, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Man findet 36 Häuser und 245 Einwohner, die evangelisch sind, so wie 1 Kapelle und 2 Mahlmühlen mit 1 Ölmühle. Der frühere Name ist Yssenhussen. Der Ort gehörte bis in die neuesten Zeiten, mit Steinperf zum Gericht Obereisenhausen.
 
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Version vom 8. Juni 2021, 20:45 Uhr

Situations-Plan Grund Breidenbach

Die folgende Karte des Breidenbacher Grundes mit dem Hauptort Breidenbach demonstriert die Blütezeit unseres Ortes zwischen 1730 und 1870. Die um das Jahr 1730 entstandene Karte, ist eher als hoheitsrechtliche Karte zu verstehen. Sie zeigt die Außengrenze der Gerichtsbezirke des Grundes Breidenbach, in dem die Herrn von Breidenstein Besitz und Macht besaßen und diese auch durch Autorität ausdrückten. Politisch wurde dieses Gebiet nach 1821 in zwei Ladratsbezirke aufgeteilt, der nördliche Teil (im Bild der linke) zu dem Landratsbezirk Battenberg und der südliche (im Bild rechts) dem Landratsbezirk Blankenstein zugeordnet. Im Breidenbacher Grund lag die Gerichtsbarkeit und die Polizeigewalt in erster Instanz gemeinsam in den Händen der Freiherrlichen Familie von Breidenstein und dem Großherzoglichen Haus Hessen- Darmstadt. Die 21 Ortschaften, die den Breidenbacher Grund bildeten, waren bis 1821 sämtlich dem Amt Blankenstein zugeordnet. Nachdem die Napoleonische Ära 1815 endgültig zu Ende ging, trat im März 1820 die Verfassung des Großherzogtum Hessen in Kraft, in der auch die Verwaltungsbezirke neu geordnet wurden.

Im Jahr 1731 erteilte der Landgraf Breidenbach die Marktrechte, jährlich 3 Vieh- und Krammärkte abzuhalten. Es war auch die Zeit, in der der Zuzug jüdischer Familien anstieg. Als einziger Ort im Grund ist hier die Ansiedelung jüdischer Familien und Händler bekannt. Der Handel wurde noch durch die relative Grenznähe zu Nassau, Wittgenstein und Hessen- Kassel begünstigt, denn nur die jüdischen Händler besaßen alle Währungen um Grenzüberschreitenden Handel zu treiben. Ein hoher Anteil von jüdischen Bürgern lässt vermuten, dass hier auch Geld zu Hause war und wir sozusagen eine kleine Finanzmetropole waren. Dieses änderte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts wieder, da die jüdischen Familien allmählich in größere Städte und nach Amerika abwanderten.

Hessen Darmstadt stand im Deutschen Krieg auf der Verliererseite, wodurch das Hinterland annektiert und der Provinz Hessen-Nassau angegliedert wurde.

Am 3. September 1866 wurde in Berlin der Frieden zwischen Preußen und Hessen – Darmstadt geschlossen, das Hinterland und der nordwestliche Teil von Gießen wurden dem Staatsgebiet Preußen einverleibt. Die oberste Leitung wurde Staatsminister a.D. Freiherrn von Patow in der Zivilverwaltung übertragen, Justizrat Meuer von Homberg wurde mit der provisorischen Verwaltung des Kreisamts beauftragt. Als neuer Verwaltungsbezirk wurde der Regierungsbezirk Wiesbaden durch Verordnung vom 22. Februar 1867 gebildet, bestehend aus dem ehemaligen Herzogtum Nassau, der freien Reichsstadt Frankfurt und dem Kreis Biedenkopf. In unserem Kreis wurde das frühere Kreisamt in das Preußische Landratsamt umgewandelt.

Nach der Annexion durch die Preußen in 1867 wurde der Landkreis preußisch und die Breidenbacher Ämter nach Biedenkopf verlegt, Breidenbach verlor dadurch immer mehr an Bedeutung.

Situations-Plan Grund Breidenbach

Text aus der Karte oben links:

„SITUATIONS PLAN

Der adligen Familie von Breidenbach und von Breidenstein, ursprünglich zu gleichen Teil eigentümlich auch als Lehen zugestanden – und durch Erkaufung derer von denen Adligen Familien von Hohenfels, von Selbach, von Lixfeld und von Döring, von denen der Zeit Gräflichen Häuser Nassau und Wittgenstein zu Lehen gehabten Güter völlig übernommen – beiderseitiger von Breidenbach und von Breidenstein Ahnherr Gerlach und Johann, Gebrüder von Breidenbach aber im Jahre 1395 dem Fürstlichen Haus Hessen um Schutz und Schirmer willen vollends zu Lehen aufgetragen – und wieder empfangen – mithin völlig als Lehen besessenen – auch bis zu dem von zweien Breidenbachischen Töchtern im Jahre 1575, und einem von Breidenstein im Jahre 1594 wieder rechtlich unternommenen Verkauf ihrer aus aller drei Herren Lehen bestandenen Anteile Güter zu 2/3 und 1/3 an das Fürstliche Haus Darmstadt, in aller ohne Ausnahme und von Rechtswegen wieder zugestandenen von denen Hessen und Wittgensteinischen Ländern umgrenzten „Grunds- Breidenbach““

Im Textteil unten links wird die Aufteilung der Lehen aufgeführt:

I. Von dem Fürstlichen Haus Hessen-Darmstadt
Das Gericht zu Melsbach, nachher zu Breidenstein
Das Dorf Melsbach, oder nachher das Tal Breidenstein
a) Melsbach
b) Klein-Gladenbach
c) Wiesenbach
d) Achenbach
e) Ober-Dieten
f) Weifenbach und
g) Wallau, der Teil, der in das Gericht Melsbach gehört.
Das Gericht Wallau mit den dazu gehörenden Dörfern
a) Wallau im Hainbach
b) Breidenbach vor dem Kirchhofe
c) Nieder-Dieten
d) Quotshausen
e) Nieder-Hörlen
Als auch das Gräflich Wittgensteinische Lehen, nämlich
Das Gericht zu Breidenbach, das Schmittsgericht genannt, mit den dazugehörenden Dörfern
a) Wallau unterm Weg
b) Breidenbach hinterm Kirchhofe
c) Wolzhausen
Und das unter dem Fürstlich Hessischen Lehen in vorbenannten Dörfern der Gerichte Breidenbach, ohne zu wissen, welches Stück und wo es eigentlich sei, mit anderen Gräflich Wittgensteinischen Lehen nämlich:
Ein Dritt-Teil und ein achtzehnter Teil des Gerichts Breidenbach zu Lehen und ein halber Dritt-Teil desselben Gerichts als Pfand-Lehen von denen von Selbach.

II. Von dem Fürstlichen Haus Nassau.
Das Gericht Eisenhausen, dazu gehört:
a) Ober-Eisenhausen
b) Nieder-Eisenhausen
c) Steinperf
Die Bewohner sind freie Leute im Grund Breidenbach

III. Von dem Gräflichen Haus Wittgenstein
Der Anteil am Gericht Lixfeld, mit dazu gehört:
a) Obern-Hörle
b) Lixfeld
c) Gönnern
d) Frechenhausen
e) Simmersbach
g) Das Dorf Roth hat ein besonderes Gericht und ist auch Gräflich Wittgensteinisches Lehen.

Man darf die hier unter Römisch I. aufgeführten Orte zu dem so genannten Untergericht und die unter Römisch II. und III. genannten Orte zu dem Obergericht zählen. Diese Unterscheidung lässt auf die geografische Lage deuten. Wären hier die Instanzen gemeint, so müsste es Hoch-, bzw. Niedergericht lauten.

Die Beamtenschaft nach dem Genealogischen Verzeichnis des Hochfürstlichen Hauses Hessen aus dem Jahr 1796

Justizunteramt, (von dem ans Oberamt zu Gladenbach und adeliche Mitgerichtsherrn in gemeinschaftlichen Sachen appelliert wird.)
Amtsschultheiß, Herr Joh. Christ. Fried. Schulz.
Adelicher Gerichtsschultheiß, Herr Philipp Friedrich Kröll.
Gemeinschaftlicher Gerichtsschreiber, Herr Heinrich Christian Bergen
Assistent, Herr n.n. Bergen
Amtsdiener, Johannes Schmitt, emeritus, Adjunkt, Bernhard Roth
Nota. Im Grund Breidenbach sind 5 Gerichte an denen mit Schwabacher Schrift gedruckten Orten, wozu die ihnen nachstehende nicht distinguirte Orte gehören.

Breidenbach und Hof Roßbach, nebst 2 Mühlen, 475. Schultheiß, Herr Joh. Henr. Grebe. Zöllner, Herr Johannes Grebe.
Achenbach und 1 Mühle 218. Schultheiß, Herr Johannes Schmitt.
Zöllner, Herr Johann Henrich Wagner
Kleingladenbach, nebst 1 Mühle, 177. Schultheiß, Herr Johann Henrich Meyer
Zöllner, Herr Joh. Jost Wagner
Niederdieten und 2 Mühlen 215. Schultheiß, Herr Johann Henrich Plitt
Zöllner, Herr Adam Schmitt
Niederhörle, nebst 1 Mühle, 129. Schultheiß, Herr Johann Henrich Plitt.
Zöllner, Herr Adam Schmitt
Oberdieten und 2 Mühlen 205. Schultheiß und Zöllner, Herr Johannes Gimbel.
Quotshausen, nebst 3 Mühlen, 124. Schultheiß, Herr Johannes Grebe.
Zöllner, Herr Johannes Gimbel.
Wallau, Hof Billingshausen, nebst 1 Mahl- und 1 Papiermühle, 582. Schultheiß, Herr Johann Henrich Achenbach.
Zöllner, Herr Jacob Welsch.
Weiffenbach 188. Schultheiß, Herr Johann Ludwig Blecher.
Zöllner, Herr Johann Ludwig Blecher.
Wiesenbach, nebst 1 Mühle, 181. Schultheiß und Zöllner, Herr Johannes Künkel.
Wolzhausen und 1 Mühle 344. Schultheiß, Herr Adam Reitz.
Zöllner, Herr Johannes Schwarz
Lixfeld, nebst 2 Mühlen, 286. Schultheiß, Herr Johann Jakob Bilsing.
Zöllner, Herr Johannes Schneider.
Frechenhausen und 2 Mühlen 174. Schultheiß, Herr Johannes Hansmann.
Gönnern, nebst 3 Mühlen, 284. Schultheiß, Herr Johann Sänger
Zöllner, Herr Johann Bilsing.
Oberhörle und 1 Mühle 230. Schultheiß, Herr Adam Metzler
Zöllner, Herr Adam Schmitt.
Simmersbach, nebst 2 Mühlen, 323. Schultheiß, Herr Johann Jakob Reh.
Zöllner, Herr Johann Reh.
Obereisenhausen und 2 Mühlen 174. Schultheiß, Herr Johannes Welsch.
Zöllner, Herr Johannes Pitzer.
Niedereisenhausen, nebst 2 Mühlen, 281. Schultheiß, Herr Johannes Lenz.
Zöllner, Herr Johannes Becker
Steinperf und 2 Mühlen 195. Schultheiß, Herr Henrich Pitzer.
Zöllner, Herr Adam Theiß.
Roth, nebst 1 Mühle, 216. Schultheiß und Zöllner, Herr Johann Jost Blöcher.
Breidenstein, nebst 1 Mühle, 205. hat Stadtgerechtigkeit und ein aus 6 Schöffen bestehendes Gericht, davon der ältere Bürgermeister das Schultheißenamt versieht.
Zöllner, Herr Johann Henrich Schmitt.
Nota. Zu Oberhörle ist noch ein besonderes Gericht mit 12 Schöffen, Vogtgericht und Vogtschöffen genannt.

Forstbediente im Oberfürstenthum, Oberforst Battenberg

Seite 58 und 59

Forstmeister, Herr Christian Ernst Henrich von Bibra.
Forstverwalter und Rechner, Herr Friedrich Ludwig Klingelhöfer, zu Battenberg, Forstrath.

Forst Battenberg

Oberförster, Herr Friedrich Ludwig Klingelhöfer, zu Battenberg, Forstrath.
Reitender Förster, Herr Karl Winter zu Leysa. Adjunkt, Herr Joh. Christ. Ludw. Stockhausen, zu Berghofen.
Unterförster, Kaspar Becker, zu Battenberg.
" Johannes Groß, zu Reddighausen.
" Joh. Henrich Knier, zu Berghofen.
Adjunkt, Jacob Wolf.
Waldschütz, Johannes Koch, zu Leysa

Forst Biedenkopf und Grund Breidenbach

Oberförster, Herr Bernhard Meister, zu Biedenkopf.
Reitender Förster, Herr Joh. Georg Lichthammer, zu Dexbach.
" Joh. Ernst Becker, zu Wallau, Wildbereiter.
Förster, Herr Joh. Phil. Lotz, zu Friedensdorf.
" Joh. Konrad Geßner, zu Biedenkopf.
Adjunkt, Kaspar Klein, ebendas.
Grenzförster, Herr Johann Henrich Ruppert, zu Breidenbach.
Unterförster, Johannes Acker, zu Buchenau.
" Joh. Henrich Bernhard, zu Holzhausen.
Stadtwaldförster, Herr Joh. Hermann Messerschmitt, zu Biedenkopf.
" zu Biedenkopf, Johannes Lenz, daselbst.
Waldschützen, Joh. Linne, zu Eckelshausen.
" Joh. Werner, zu Kombach
" Sebastian Klingelhöfer, zu Buchenau.
" Johann Fischbach, zu Wolfsgruben.
" Johann Jost Rupp, zu Dautphe.
" Johann Hampel, zu Silberg.
" Ludwig Wege, zu Hommertshausen
" Joh. Klingelheber, zu Friedensdorf.
" Hans Achenbach, zu Allendorf.
" J. Richenbächer, zu Dammshausen.
" Paul Reuter, zu Herzhausen.
" Joh. Zimmermann, zu Holzhausen.
" Joh. Lotz, ebendaselbst.
" Adam Wege, zu Mornshausen.
" Joh. Kinkel, zu Dexbach.
" Rik. Alt, zu Engelbach.
" Joh. Jost Thomas, zu Breidenbach.
" Joh. Christ. Achenbach, zu Wiesenbach.
" Joh. Schneider, zu Wallau.
" Joh. Henrich Schwarz, ebendaselbst.

Berg-, Hütten- und Salzwerkbediente in hiesigen Landen

Seite 47

Breidenbacher Bergwerke

Berg- u. Hütteninspektor, Herr Jul. Bornemann, auf der Ludwigshütte bei Biedenkopf.
Bergsekretär, Herr Wilhelm Friedrich Hermanni, Rentmeister zu Gladenbach.
Steiger, Herr Konrad Müller, bei der Ludwigsgrube.
Untersteiger, Herr Gottlieb Förster, bei der Ludwigsgrube.
Schmelzer, Herr Adam Petri.
Steiger bei Dorothee, nächst Roth, Herr K. Otto.
Steiger bei Engelbach, Herr Konrad Müller.
Schichtschreiber bei der Jakobsgrube, nächst Hartenrod, Herr N.N. Roth.
Schichtschreiber bei dem neuen Glück an Segelsberg, nächst Lixfeld, Herr Henn.

Eisenberg- und Hüttenwerk

Seite 49

Biedenkopf: Hütteninspektor und Administrator der sämtlichen herrschaftlichen Eisenwerke im Oberfürstenthum, Herr Julius Bornemann, zur Ludwigshütte.
Hüttenschreiber, Herr Ernst Lange.
Hüttenmeister, Herr Georg.
Hüttenvogt, Herr Georg Konrad Kilian.

Kontributionseinnehmer

Seite 25,26

Amt Battenberg: Herr Friedrich Ludwig Klingelhöfer, Forstrath.
Amt Biedenkopf: Herr Friedrich Christian Klingelhöfer, Regierungsrath.
Amt Blankenstein: Herr Philipp Henrich Krebs, Amtssekretär
Grund Breidenbach: Herr Joh. Christ. Friedrich Schulz, Amtsschultheiß

Sämmtliche Prediger und Schullehrer des Oberfürstenthums Hessens

Seite 162 bis 165

Konvent Gladenbach

Inspektor, Herr Johann Wilhelm Christlieb Hüffel, Pfarrer zu Gladenbach.
Breidenbach: Pfarrer, Herr Henrich Christian Bergen.
Zweiter Pfarrer und Diakonus, Herr Heinrich Wilhelm Kröll.
Schullehrer und Organist, Herr Joh. Christian Klein.

Konvent Biedenkopf

Inspektor, Herr G. M. Staudinger, Pfarrer zu Biedenkopf
Pfarrer und Schullehrer
Biedenkopf, die Erlenmühle und Ludwigshütte:
Siehe Inspektor
Rektor ordinatus, Herr Johann Wilhelm Dornseifer
Konrektor, Herr Clermont
Schullehrer, Herr Emanuel Braun

Pfarrer und Schullehrer des Breidenbacher Grundes

Breidenbach: Pfarrer, Herr Henrich Christian Bergen.
Zweiter Pfarrer und Diakonus, Herr Heinrich Wilhelm Kröll.
Schullehrer und Organist, Herr Joh. Christian Klein.
Lixfeld: Pfarrer, Hr. Beisenherz, Lehrer, Hr. Johannes Hermann
Frechenhausen: Lehrer, Hr. Henrich Schwarz
Gönnern: Lehrer, Hr. Johann Botterweck
Niedereisenhausen: Lehrer, Hr. Joh. Ludwig Einloff
Obereisenhausen: Pfarrer, Hr. J. U. Schäfer, Lehrer, Hr. Henrich Theiß
Steinperf: Lehrer, Hr. Johann Heinrich Stöcker
Quotshausen: Lehrer, Hr. Johann Becker
Wolzhausen: Lehrer, Hr. Joh. Theodor Klein
Niederndieden: Lehrer, Hr. Johann Georg Krug
Oberndieden: Lehrer, J. Henrich Wagner
Achenbach: Lehrer, Hr. Joh. Jacob Seipel
Roth: Lehrer, Hr. Johann Jost Blöcher
Simmersbach: Pfarrer, Herr Welcker, Lehrer, Hr. Joh. Ludwig Klein
Oberhörle: Pfarrer, Hr. Georg Karl Degen, Lehrer, Hr. Joh. Henrich Klein
Niederhörle: Lehrer, Joh. Peter Becker
Kleingladenbach: Lehrer, Hr. Joh. Wagner, Adjunkt, Hr. Joh. Jacob Wagner
Wiesenbach: Lehrer, Hr. Adam Weigel
Breidenstein: Lehrer, Hr. J. D. Achenbach
Wallau u. Bellingshausen: Pfarrer, Hr. Joh. Christoph Rau, Lehrer, Hr. Johann Georg Meuscher.

Die Orte im Grund Breidenbach mit ihren Ortswappen

Nachfolgender Text: Aus der statistisch-topographisch-historischen Beschreibung des Großherzogtum Hessen Darmstadt GWJ Wagner 1830 (wörtliche Abschrift), Quelle: http://books.google.com

Die 21 einzelnen Orte sind:

Achenbach

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 6 ¾ Std. von Battenberg, gehört dem Freiherrn von Breidenstein, hat 39 Häuser und 284 evangelische Einwohner. Man findet 1 Mahl- und Ölmühle und in der Gemarkung ein Schiefersteinbruch. – Im Jahr 1395 trugen Gerlach und Johann von Breidenbach dem Landgrafen Hermann unter anderen das Gericht Melsbach, zu welchem Achenbach gehörte, zu Lehen auf. Schon frühe wurde hier Bergbau getrieben: 1567 wird zweier Achenbacher Gruben gedacht, und 1584 werden die hiesigen Erze in dem Bergpatent Ludwigs von Marburg erwähnt.

Breidenbach

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Pfarrdorf; liegt 5 Std. von Battenberg und gehört dem Freiherrn von Breidenstein, hat 86 Häuser und 716 Einw. die außer 2 Kath. Und 66 Juden evangelisch sind. Man findet ein Schloß und eine Kupferschmelze, welche die Erze von Silberg bekommt, 2 Mahlmühlen, womit eine Ölmühle verbunden ist. – Der Ort kommt schon 913 vor. Ein Priester übergab damals seine Güter zu Breidenstein und Gladenbach, zu welchen 42 Leibeigene gehörten, dem Stift in Weilburg, und erhielt dafür 4 Kirchen, unter denen sich die von Breidenbach selbst befand. Der Ort wurde bei dieser Gelegenheit in den Gau Pernaffa und in die Grafschaft Eberhards, des fränkischen Herzogs, verlegt. Das hiesige Schloß Breidenbach trugen Gerlach und Johann von Breidenbach, dem Landgrafen Hermann zu Lehen auf. Das ehemalige Kirchengebiet überschritt noch die Grenzen des jetzigen Breidenbacher Grundes, und umfaßte 24 Orte, die ausgegangen sind. Breidenbach war seit 1730 der Sitz eines Bergamts.

Breidenstein Stadt

Wappen

(L. Bez. Battenberg) Stadt; liegt 4 ¾ Std. von Battenberg an der Perf, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein, hat 41 Häuser und 311 evangel. Einw. Man findet 2 adelige Höfe, 1 Mahl- und Ölmühle und 1 Eisenhammer. Dieser, welcher an der Lahn liegt und privat ist, besteht aus einem Feuer und bezieht das Roheisen von der Ludwigshütte. Hier, so wie überhaupt im Breidenbacher Grund, werden viele wollene und leinene Strümpfe gestrickt, und solche weit und breit im In- und Ausland verkauft. – Im Jahr 1395 trugen Gerlach und Johann von Breidenbach dem Landgrafen Hermann den Hubenberg mit dem burglichen Bau, den sie auf demselben bauen wollten (das Schloß Breidenstein), zu Lehen auf, und 1398 erhielten dieselben vom Kaiser Wenzel eine Urkunde, um zu ihrer Veste, genannt Breidenstein, auf der Lahn gelegen, ein Städtlein bauen zu dürfen, wodurch sie Reichsritter wurden.

Frechenhausen

Wappen

(L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt 2 ¾ Std. von Gladenbach, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein, und hat 33 Häuser und 245 Einwohner, die bis auf 6 Kath. evangelisch sind. Man findet 2 Mahlmühlen, womit 1 Ölmühle verbunden ist. In früheren Zeiten kommt der Ort unter dem Namen Frehenthüsen vor.

Gönnern

Wappen

(L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt 2 ½ Std. von Gladenbach und gehört dem Freiherrn von Breidenstein, hat 70 Häuser und 435 evangelische Einwohner, so wie 1 Kirche und 3 Mahlmühlen, womit 1 Ölmühle verbunden ist. Jährlich werden 2 Märkte gehalten. – Der Ort kommt früher unter dem Namen Ginderna vor. Am 20. Juni 1826 hat hier ein Brand mehrere Gebäulichkeiten in Asche gelegt, wovon die Brandbeschädigung 5296 fl. 12 kr. betrug.

Kleingladenbach

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 5 ¼ Std. von Battenberg und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Man findet 36 Häuser und 237 Einwohner, die evangelisch sind, so wie eine Mahlmühle. Im Jahr 1693 war hier eine sehr ergiebige Kupfergrube im Bau, die aber nun verlassen ist.

Lixfeld

Wappen

(L. Bez. Gladenbach) evangel. Pfarrdorf; liegt 3 Stunden von Gladenbach und gehört dem Freiherrn von Breidenstein, hat 63 Häuser und 357 Einwohner, die alle evangelisch sind. Man findet 1 Kirche, 3 Mahlmühlen mit 1 Ölmühle und zwei Eisengruben, von welchen aber nur noch eine im Betrieb ist, die einen guten dichten Rotheisenstein liefert, der auf der Ludwigshütte geschmolzen wird. Auf der westlichen Seite des Ortes wurden schon 1626 Eisensteine gebrochen, die auf der Biedenkopfer Hütte geschmolzen wurden. Auch finden sich in der Nähe die Überreste eines alten Kupferbergwerks, in welchem schon 1660 geschürft wurde. – Lixfeld gehörte zum Kirchengebiet von Breidenbach. In diesem Orte bestand ein eigenes Gericht, wozu die Orte Frechenhausen, Gönnern, Oberhörle und Simmersbach gehörten.

Niederdieten

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 5 ¼ Std. von Battenberg, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Der Ort besteht aus 41 Häusern, und hat 268 evangelische Einwohner, so wie 2 Mahlmühlen. – Niederdieten kommt früher unter dem Namen Nydern-Dydena vor, und war wahrscheinlich ein altes Hessisches Lehen.

Niedereisenhausen

Wappen

(L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt 2 ¾ Std. von Gladenbach, an der Perf, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Man findet 36 Häuser und 245 Einwohner, die evangelisch sind, so wie 1 Kapelle und 2 Mahlmühlen mit 1 Ölmühle. Der frühere Name ist Yssenhussen. Der Ort gehörte bis in die neuesten Zeiten, mit Steinperf zum Gericht Obereisenhausen.

Niederhörle

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 5 ½ Std. von Battenberg und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Der Ort hat 23 Häuser und 171 evangelische Einwohner, so wie 1 Mahlmühle. – Niederhörle, das mit Oberhörle (Bezirk Gladenbach), den Namen Zweyhorle führte, war wahrscheinlich ein altes Hessisches Lehen.

Oberdieten

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 6 ¼ Std. von Battenberg, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Der Ort hat 39 Häuser und 249 evangelische Einwohner, so wie 2 Mahlmühlen. In der Nähe steht eine Warte, die 2106 Hess. (1620 Par.) Fuß über der Meeresfläche erhaben ist. – Oberdieten hieß früher Obbern- Dydena. Im Jahr 1756 wurde am Hellerberg Bergbau getrieben.

Obereisenhausen

Wappen

(L. Bez. Gladenbach) evangel. Pfarrdorf; liegt an der Perf, 2 ½ Std. von Gladenbach, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Man findet 36 Häuser und 245 evangelische Einwohner, so wie 1 Kirche und 2 Mahlmühlen mit 1 Ölmühle. In früheren Zeiten kommt der Ort unter dem Namen Yssenhussen superier vor. Schon 1654 wurde hier eine Erzanzeige gemacht. Bis auf die neuesten Zeiten wurde bei Obereisenhausen unter freiem Himmel das so genannte siebenjährige Gericht gehalten, bei welchem alle die landgräfliche Leibeigene, die eine ungenossene, d. i. adlige Leibeigene, geheuratet hatten, bestraft wurden. Zu diesem Gericht gehörten, außer Obereisenhausen, auch Niedereisenhausen und Steinperf.

Oberhörle

Wappen

(L. Bez. Gladenbach) evangel. Pfarrdorf; liegt 3 ¼ Std. von Gladenbach, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Der Ort hat 49 Häuser und 314 Einwohner, die evangelisch sind, sowie 1 Kirche und 1 Mühle. – Oberhörle hieß mit Niederhörle, früher Zweyhörle. Um das Jahr 1639 wurden hier gute Eisensteine gefunden, und 1731 wurde Stahlstein, auch Bleierz angetroffen. Der Ort gehörte bis in die neuesten Zeiten, mit Frechenhausen, Lixfeld und Simmersbach, zum Gericht Lixfeld. Außerdem bestand zu Oberhörle noch ein besonderes Gericht mit 12 Schöffen, Vogtgericht und Vogtschöffen genannt.

Quotshausen

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt an der Perf, 5 ½ Std. von Battenberg, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Der Ort hat 19 Häuser und 136 Einwohner, die evangelisch sind, sodann 2 Mahlmühlen womit 1 Ölmühle verbunden ist. Quotshausen war wahrscheinlich ein altes Hessisches Lehen.

Roth

Wappen

(L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt 4 Std. von Gladenbach, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein, hat 50 Häuser und 305 Einwohner, die außer 2 Katholiken evangelisch sind. Man findet 1 Kirche, die von Holz erbaut ist, 1 Mal- und Ölmühle, und in der Gemarkung eine verlassene Kupfergrube. – Der Ort kommt früher unter dem Namen Roden vor. Das Bergwerk wurde 1695 entdeckt. Im Jahr 1773 hat das Dorf Erlaubnis erhalten, einen Markt auf Bartholomäus halten zu dürfen, und es sollte, wenn er gut ausfalle, das Privilegium darüber ausgefertigt werden. Hier bestand ein besonderes Gericht, dass nur diesen einzigen Ort umfasste.

Simmersbach

Wappen

(L. Bez. Gladenbach) evangel. Pfarrdorf; liegt 3 ½ Std. von Gladenbach, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Man findet 63 Häuser und 369 Einwohner, die alle evangelisch sind, sodann 1 Kirche, die gut gebaut ist, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus, 2 Malmühlen mit 1 Oelmühle und 1 Grenznebenzollamt II. Klasse. Unter den Einwohnern sind 60 Bauern und 10 Handwerker. In der Gemarkung werden Schiefersteine gebrochen. In 15. Jahrhundert gehörte der Ort zum Breidenbacher Kirchengebiet.

Steinperf

Wappen

(L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt an der Perf, 2 ½ Std. von Gladenbach, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Der Ort hat 43 Häuser und 318 evangelische Einwohner, so wie 1 Kapelle und 3 Mahlmühlen. Steinperf kommt in früheren Zeiten unter dem Namen Stempherphe vor, und gehörte im 15. Jahrhundert zum Breidenbacher Kirchengebiet.

Wallau

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Pfarrdorf; liegt an der Lahn, 4 Std. von Battenberg, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Der Ort, der an der Chaussee, die von Giessen über Biedenkopf in das Preußische führt, liegt, hat 100 Häuser und 701 Einwohner, die außer 3 Katholiken evangelisch sind, so wie 1 Kirche und 1 Papiermühle, die auch ein schönes velinartiges Papier liefert. In der Nähe befindet sich der Berg Buchholz, der 2495 Hess. (1919 Par.) Fuß über der Meeresfläche erhaben ist. – Das Dorf gehörte zum Kirchengebiete von Breidenbach. Im Jahr 1395 trugen Gerlach und Johann von Breidenbach einen Teil des Orts dem Landgrafen Hermann zu Lehen auf.

Weifenbach

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 3 ½ Std. von Battenberg, hat 34 Häuser und 215 evangelische Einwohner. – Dieses Dorf trugen Gerlach und Johann von Breidenbach, 1395, dem Landgrafen Hermann zu Lehen auf. Weifenbach gehörte zum Kirchengebiete von Breidenbach.

Wiesenbach

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 5 Std. von Battenberg, gehört dem Freiherrn von Breidenstein, und hat 32 Häuser und 221 Einwohner, die evangelisch sind, sowie 1 Kapelle und 1 Mahlmühle. Mit diesem Ort wurde 1395 Landgraf Hermann von Gerlach und Johann von Breidenbach belehnt. Früher wurden hier Kupfererze gewonnen.

Wolzhausen

Wappen

(L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt an der Perf, 5 ¼ Std. von Battenberg, und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Man findet 42 Häuser und 305 Einwohner, die alle evangelisch sind, sowie 2 Mahlmühlen, womit 1 Oelmühle verbunden ist. Der frühere Name ist Wolkershussen.

Hinzu kommen die 2 Höfe:

Bellingshausen

(L. Bez. Battenberg) Hof; gehört zu Wallau

Roßbach

(L. Bez. Battenberg) Hof; gehört zu Breidenstein und besteht aus 1 Haus mit 12 Einwohnern.