Breidenbach: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Wappen Breidenbach (Hessen).svg|rechts|rahmenlos|hochkant=0.3|Wappen]]
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== Auf dieser Website ==
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Breidenbach ist der größte Ortsteil der Gemeinde [[Orte#Breidenbach|Breidenbach]].
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<categorytree>Breidenbach (Ortsteil)</categorytree>
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=== Seiten ===
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* [[Bier brauen und Bier trinken im späten Mittelalter]] – mit Bezug zu Breidenbach
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* [[Die Zeit des Bergbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg]] – mit Bezug zu Breidenbach
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* [[Das Jahr ohne Sommer (1816)]] – mit Bezug zu Breidenbach
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* [[Der Breidenbacher Grund im Herzen des Hinterlandes]]
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* [[Sitten und Gebräuche in unserem Breidenbacher Dorfleben]]
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* [[Die Beamtenschaft in Breidenbach um 1800]]
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* [[Wer war J. K. Dippel? – Auf der Suche nach Dr. Frankenstein]]
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* [[Ortsnamen im Kirchengebiet von Breidenbach im fünfzehnten Jahrhundert]]
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* [[Breidenbach erhält 1731 die Markterlaubnis]]
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* [[Trinkwasser für Breidenbach]]
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=== Foto-Galerie ===
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<gallery heights=200px mode="packed">
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Datei:Breidenbach - Bild 1 Skulpturenpark.jpg|Skulpturenpark Breidenbach: Ein Bronzebuch mit dem Text der Ersterwähnung Breidenbachs auf einem Granitsockel im Zentrum des Parks – Mehr Bilder und die Beschreibung dazu auf [http://www.breidenbach-aktiv.de breidenbach-aktiv.de]
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Datei:Breidenbach - Bild 2 Skulpturenpark.jpg|Skulpturenpark Breidenbach: Aus den Stümpfen von drei Fichten hergestellt, die drei Lebenszyklen Geburt, Leben und Tod – Mehr Bilder und die Beschreibung dazu auf [http://www.breidenbach-aktiv.de breidenbach-aktiv.de]
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Datei:Jubilaeums-Gedenkstein a. d. Skulpturenpark.JPG|Jubiläums-Gedenkstein im Skulpturenpark
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Datei:Breidenbach - Bild 3 B Aussichtsturm.jpg|Jubiläumsaussichtsturm östlich der Ortslage auf dem Asch
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Datei:Dietetal vom Turm Juni 2015.jpg|Blick vom Jubiläumsaussichtsturm ins Dietetal
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Datei:Breidenbach - Bild 3 A Panorama.jpg|Panorama Breidenbach, Blick vom Jubiläumsaussichtsturm
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Datei:Breidenbach - Bild 3 Panorama.jpg|Blick vom Jubiläumsaussichtsturm über Breidenbach Richtung Westen
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Datei:Breidenbach - Bild 4 Luftbild.jpg|Über den Breidenbacher Bergen mit Blick ins Hinterland
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Datei:Breidenbach - Bild 5 Luftbild.jpg|Über den Dächern Breidenbachs
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Datei:Breidenbach - Bild 6 Luftbild.jpg|Von Breidenbach über Niederdieten in südliche Richtung
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Datei:Breidenbach - Bild 7 Luftbild.jpg|Blick ins Perftal über Wolzhausen
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Datei:Breidenbach - Bild 8 Luftbild.jpg|Der Perfstausee von Breidenbach aus in nördlicher Richtung über Breidenstein und Wallau
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Datei:Perfstausee -05-09 H.Becker.JPG|Perfstausee
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Datei:Perfstausee -06-14 H.Becker.jpg|Perfstausee
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Datei:Silbersee im Steinbruch Klgl. H.Losert.jpg|Silbersee im Steinbruch Kleingladenbach
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Datei:Steinbruch Kleingladenbach Silbersee S. Theophel.JPG|Silbersee im Steinbruch Kleingladenbach
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Datei:Bild 22 Grinsche Liesche.jpg|„Grinsche Liesche“ (Lok auf der Bahnstrecke Dillenburg–Biedenkopf) zwischen der Haltestelle Wiesenbach und Breidenbach
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Datei:Bild 23 Liesche auf dem Bahnuebergang.jpg|„Grinsche Liesche“: Nach der Ausfahrt aus dem Breidenbacher Bahnhof in Richtung Gönnern überquert der Personenzug am südlichen Ortsende die B 253.
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Datei:Breidenbach Panorama Angelika Mund.jpg|Breidenbach-Panorama
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Datei:Windrad bei Oberdieten H. Losert.jpg|Windrad bei Oberdieten
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Datei:2014 Kirche aus der Hinteren Ortsstr..jpg|Ev. Kirche, Ansicht aus der Hinteren Ortsstraße
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Datei:Kath. Kirche u Ehrenmal d 1. WK.JPG|Kath. Kirche und Ehrenmal des Ersten Weltkriegs
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Datei:2004 DLZ Bachstrasse.jpg|DLZ Bachstraße
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</gallery>
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== Ort ==
 
== Ort ==
* [http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9448 „Breidenbach, Gemeinde Breidenbach“], in: Historisches Ortslexikon
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* {{LAGIS|ref=nein|DB=OL|ID=534005000|titel=Breidenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf}}
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Breidenbach Breidenbach] in Wikipedia
+
* {{wpde|Breidenbach}} in Wikipedia
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Breidenbacher_Grund Breidenbacher Grund] in Wikipedia
+
* {{wpde|Breidenbacher Grund}} in Wikipedia
  
== Familienforschung ==
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== Kirchen ==
* [[Kriegsschäden_1640_im_Breidenbacher_Grund#Breidenbach|Kriegsschäden 1640 in Breidenbach]]
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* {{wpde|Evangelische Kirche Breidenbach}} in Wikipedia
* [[Die Juden in Breidenbach]]
 
  
== Historische Namen ==
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== Kultur, Tradition, Integration ==
1103 Breidenbac<br />
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* [https://trachtentanzgruppe-breidenbach.de/ Trachtentanzgruppe Breidenbach 1978 e.V.]
1233 Breitenbach<br />
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* [https://www.breidenbach-aktiv.de/ Breidenbach AKTIV e.V.]
1256 Bredenbac<br />
 
1433 Breydenbach
 
  
Quelle: Ulrich Reuling<ref name="reuling" />
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== Wüstungen ==
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* {{LAGIS|ref=nein|DB=OL|ID=9448|titel=Bachmühle, Landkreis Marburg-Biedenkopf}}
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* {{LAGIS|ref=nein|DB=OL|ID=9448|titel=Unterste Mühle, Landkreis Marburg-Biedenkopf}}
  
 
== Die Gemeinde Breidenbach ==
 
== Die Gemeinde Breidenbach ==
Zitat aus ''Karl Huth: Die Gemeinde Breidenbach''
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Zitat aus: Karl Huth: ''Die Gemeinde Breidenbach'':
  
Die engen Beziehungen zu dem Geschlecht der Herren von Breidenbach brachte die Gemeinde dadurch zum Ausdruck, daß sie ein Wappenzeichen dieses Geschlechts – eine goldene Wolfsangel – in das Gemeindewappen übernahm. Der breite Schrägbach soll als redendes Wappenbild den Ortsnamen Breidenbach in einfacher und klarer Weise erklären. Auf diese Weise sind in dem Wappen, das am 9. Juli 1956 vom Hessischen Minister des Inneren genehmigt wurde, eine geschichtliche Beziehung und eine örtliche Gegebenheit miteinander verknüpft. Die Wappenbeschreibung lautet »In Silber ein breiter blauer schräg links verlaufender Bach, belegt mit einer goldenen Wolfsangel«.
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Die engen Beziehungen zu dem Geschlecht der Herren von Breidenbach brachte die Gemeinde dadurch zum Ausdruck, daß sie ein Wappenzeichen dieses Geschlechts – eine goldene Wolfsangel – in das Gemeindewappen übernahm. Der breite Schrägbach soll als redendes Wappenbild den Ortsnamen Breidenbach in einfacher und klarer Weise erklären. Auf diese Weise sind in dem Wappen, das am 9. Juli 1956 vom Hessischen Minister des Inneren genehmigt wurde, eine geschichtliche Beziehung und eine örtliche Gegebenheit miteinander verknüpft. Die Wappenbeschreibung lautet „In Silber ein breiter blauer schräg links verlaufender Bach, belegt mit einer goldenen Wolfsangel“.
  
Breidenbach liegt in reizvoller Tallandschaft am Zusammenfluß von Diete und Perf 320 m über dem Meeresspiegel. Der Ort erstreckt sich entlang der Eisenbahnlinie Biedenkopf-Wallau-Dillenburg und der Bundesstraße 253, die über den Autobahnzubringer Dillenburg an der Sauerlandlinie den Grund Breidenbach an das überregionale Verkehrsnetz anbindet.
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Breidenbach liegt in reizvoller Tallandschaft am Zusammenfluß von Diete und Perf 320 m über dem Meeresspiegel. Der Ort erstreckt sich entlang der Eisenbahnlinie Biedenkopf–Wallau–Dillenburg und der Bundesstraße 253, die über den Autobahnzubringer Dillenburg an der Sauerlandlinie den Grund Breidenbach an das überregionale Verkehrsnetz anbindet.
  
Zum ersten Male wird Breidenbach im Jahre 913 als »Villa Breidenbach in pago Pernaffa« in einer Urkunde von Kremer, Orig. Nass. 2, 51 erwähnt.
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Zum ersten Male wird Breidenbach im Jahre 913 als „Villa Breidenbach in pago Pernaffa“ in einer Urkunde von Kremer, Orig. Nass. 2, 51 erwähnt.
  
 
Die am 16. Juni 913 in Trebur ausgestellte Urkunde hat folgenden Wortlaut:
 
Die am 16. Juni 913 in Trebur ausgestellte Urkunde hat folgenden Wortlaut:
  
»Der Priester Guntbald bekundet, daß er aus dem Besitz des Stifts (ex rebus monasterii), das innerhalb der Mauern der Burg Weilburg erbaut und zu Ehren der hl. Gottesmutter Maria und der hi. Jungfrau Walpurgis geweiht ist, mit Erlaubnis König Konrads (1) und mit Zustimmung des Probstes und der übrigen Brüder, die dort Gott, der hl. Gottesmutter und der hl. Jungfrau Walpurgis dienen, zwei Taufkirchen (legitimas ecclessias):eine im Dorf Breidenbach im Perfgau (in pago Pernaffa) in der Grafschaft des Eberhard und die andere im Dorf Muffendorf im Bonngau, in der Grafschaft eines anderen Eberhard, sowie zwei weitere Kirchen, die zu jenen Kirchen gehören, empfangen hat, und daß er dagegen dem Stift (ad supra memoratum locum) sein Eigentum im vorgen. Dorf Breidenbach und im Dorf Gladenbach mit 42 Hörigen beiderlei Geschlechts geschenkt hat; doch behält er sich den Besitz auf Lebenszeit vor.
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{{Zitat|Der Priester Guntbald bekundet, daß er aus dem Besitz des Stifts (ex rebus monasterii), das innerhalb der Mauern der Burg Weilburg erbaut und zu Ehren der hl. Gottesmutter Maria und der hl. Jungfrau Walpurgis geweiht ist, mit Erlaubnis König Konrads (1) und mit Zustimmung des Probstes und der übrigen Brüder, die dort Gott, der hl. Gottesmutter und der hl. Jungfrau Walpurgis dienen, zwei Taufkirchen (legitimas ecclessias): eine im Dorf Breidenbach im Perfgau (in pago Pernaffa) in der Grafschaft des Eberhard und die andere im Dorf Muffendorf im Bonngau, in der Grafschaft eines anderen Eberhard, sowie zwei weitere Kirchen, die zu jenen Kirchen gehören, empfangen hat, und daß er dagegen dem Stift (ad supra memoratum locum) sein Eigentum im vorgen. Dorf Breidenbach und im Dorf Gladenbach mit 42 Hörigen beiderlei Geschlechts geschenkt hat; doch behält er sich den Besitz auf Lebenszeit vor.
  
 
Unterschrift des Kanzlers Salomon
 
Unterschrift des Kanzlers Salomon
  
Data 16. Kalendas Juni 913, indictione 1, im 2. Jahr König Konrads (1) — Actum apud Triburias.«
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Data 16. Kalendas Juni 913, indictione 1, im 2. Jahr König Konrads (1) — Actum apud Triburias.
 
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|Quelle = Struck, W. H.: ''Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte'', Bd. 2
(Struck, W. H.: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte, Bd. 2)
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Das der hl. Walpurgis geweihte Kollegiatstift in Weilburg hat König Konrad I. 912 gegründet. Nach den Konradinern ging das Weilburger Gebiet an den Bischof von Worms über, der es im 10. Jahrhundert als Reichslehen besaß. Wormser Vogte für das Stift Weilburg waren zunächst die Grafen Werner und nach 1124 die Grafen von Nassau, die unter König Adolf Grundbesitz als Eigentum erwarben.
 
Das der hl. Walpurgis geweihte Kollegiatstift in Weilburg hat König Konrad I. 912 gegründet. Nach den Konradinern ging das Weilburger Gebiet an den Bischof von Worms über, der es im 10. Jahrhundert als Reichslehen besaß. Wormser Vogte für das Stift Weilburg waren zunächst die Grafen Werner und nach 1124 die Grafen von Nassau, die unter König Adolf Grundbesitz als Eigentum erwarben.
  
Die nächste Nennung des Ortes Breidenbach ist als »Breidenbac« aus dem Jahre 1103 überliefert, als die Pfarrei Eisenhausen von Breidenbach abgetrennt wurde. 1233 heißt er Breitenbach, 1256 Bredenbac und 1433 Breydenbach.
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Die nächste Nennung des Ortes Breidenbach ist als „Breidenbac“ aus dem Jahre 1103 überliefert, als die Pfarrei Eisenhausen von Breidenbach abgetrennt wurde. 1233 heißt er Breitenbach, 1256 Bredenbac und 1433 Breydenbach.
  
 
1232 wird Breidenbach zweimal in einem Bericht Konrads von Marburg über die Wunder der Landgräfin Elisabeth von Thüringen für Rom vor ihrer Heiligsprechung erwähnt.
 
1232 wird Breidenbach zweimal in einem Bericht Konrads von Marburg über die Wunder der Landgräfin Elisabeth von Thüringen für Rom vor ihrer Heiligsprechung erwähnt.
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Seit Jahrhunderten hebt sich Breidenbach aus einer Vielzahl von Dörfern im Grund Breidenbach als Hauptdorf heraus. Es gehört zu den Orten mit überwiegend geschlossener Siedlungsform, die allmählich zu einer stadtähnlichen Dorfanlage ausgebaut wurden. Noch im 19. Jahrhundert reihten sich die Gassen mit ihren Wohnhäusern und Werkstätten um die zentral gelegene alte Kirche mit dem früheren Gerichtsplatz, dem Kirchhof, dem Amtshaus, der Schule und dem Brunnen.
 
Seit Jahrhunderten hebt sich Breidenbach aus einer Vielzahl von Dörfern im Grund Breidenbach als Hauptdorf heraus. Es gehört zu den Orten mit überwiegend geschlossener Siedlungsform, die allmählich zu einer stadtähnlichen Dorfanlage ausgebaut wurden. Noch im 19. Jahrhundert reihten sich die Gassen mit ihren Wohnhäusern und Werkstätten um die zentral gelegene alte Kirche mit dem früheren Gerichtsplatz, dem Kirchhof, dem Amtshaus, der Schule und dem Brunnen.
  
Nach 1880 erweiterte sich der Ortsring. Neubauten entstanden an der »unteren Bach«, die nur einstöckig gebaut wurden, und seit 1920 an den Straßen nach Niederdieten und Wolzhausen; dann wurde die Gartenstraße bebaut.
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Nach 1880 erweiterte sich der Ortsring. Neubauten entstanden an der „unteren Bach“, die nur einstöckig gebaut wurden, und seit 1920 an den Straßen nach Niederdieten und Wolzhausen; dann wurde die Gartenstraße bebaut.
  
== Wüstungen ==
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== Literatur ==
* Wadechin
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* {{HessBib PPN|116342951}}
** [http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9555 „Wadechin, Gemeinde Breidenbach“], in: Historisches Ortslexikon.
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** „Im Grund Breidenbach; ''Wagner, Wüstungen''<ref name="wagner" /> setzt ein Fragezeichen hinter den Anfangsbuchstaben. Wahrscheinlich Radechin, zwischen Achenbach und Simmersbach, nördlich vor Roth gelegen.“<ref name="bloecher" />
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[[Kategorie:Breidenbach (Ortsteil)]]
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[[Kategorie:Eisenhausen]]
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[[Kategorie:Gladenbach]]
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[[Kategorie:Marburg]]
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[[Kategorie:Muffendorf]]
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[[Kategorie:Niederdieten]]
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[[Kategorie:Weilburg]]
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[[Kategorie:Wolzhausen]]
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[[Kategorie:Worms]]
  
== Einzelnachweise ==
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[[Kategorie:Karl Huth]]
<references>
 
<ref name="reuling">Ulrich Reuling: ''Historisches Ortslexikon des Landes Hessen'', Heft 4, Ehemaliger Landkreis Biedenkopf, ISBN 3-7708-0837-1.
 
</ref>
 
<ref name="bloecher">
 
Elsa Blöcher: ''Das Hinterland, Ein Heimatbuch''. Stephani, Biedenkopf 1953, überarbeitete und ergänzte Neuauflage 1981, DNB 820377600.
 
</ref>
 
<ref name="wagner">
 
W. Wagner: ''Die Wüstungen im Großherzogtum Hessen. Provinz Oberhessen'', Darmstadt 1854.
 
</ref>
 
</references>
 

Aktuelle Version vom 21. November 2021, 19:11 Uhr

Wappen

Auf dieser Website

Breidenbach ist der größte Ortsteil der Gemeinde Breidenbach.

Seiten

Foto-Galerie

Ort

Kirchen

Kultur, Tradition, Integration

Wüstungen

Die Gemeinde Breidenbach

Zitat aus: Karl Huth: Die Gemeinde Breidenbach:

Die engen Beziehungen zu dem Geschlecht der Herren von Breidenbach brachte die Gemeinde dadurch zum Ausdruck, daß sie ein Wappenzeichen dieses Geschlechts – eine goldene Wolfsangel – in das Gemeindewappen übernahm. Der breite Schrägbach soll als redendes Wappenbild den Ortsnamen Breidenbach in einfacher und klarer Weise erklären. Auf diese Weise sind in dem Wappen, das am 9. Juli 1956 vom Hessischen Minister des Inneren genehmigt wurde, eine geschichtliche Beziehung und eine örtliche Gegebenheit miteinander verknüpft. Die Wappenbeschreibung lautet „In Silber ein breiter blauer schräg links verlaufender Bach, belegt mit einer goldenen Wolfsangel“.

Breidenbach liegt in reizvoller Tallandschaft am Zusammenfluß von Diete und Perf 320 m über dem Meeresspiegel. Der Ort erstreckt sich entlang der Eisenbahnlinie Biedenkopf–Wallau–Dillenburg und der Bundesstraße 253, die über den Autobahnzubringer Dillenburg an der Sauerlandlinie den Grund Breidenbach an das überregionale Verkehrsnetz anbindet.

Zum ersten Male wird Breidenbach im Jahre 913 als „Villa Breidenbach in pago Pernaffa“ in einer Urkunde von Kremer, Orig. Nass. 2, 51 erwähnt.

Die am 16. Juni 913 in Trebur ausgestellte Urkunde hat folgenden Wortlaut:

„Der Priester Guntbald bekundet, daß er aus dem Besitz des Stifts (ex rebus monasterii), das innerhalb der Mauern der Burg Weilburg erbaut und zu Ehren der hl. Gottesmutter Maria und der hl. Jungfrau Walpurgis geweiht ist, mit Erlaubnis König Konrads (1) und mit Zustimmung des Probstes und der übrigen Brüder, die dort Gott, der hl. Gottesmutter und der hl. Jungfrau Walpurgis dienen, zwei Taufkirchen (legitimas ecclessias): eine im Dorf Breidenbach im Perfgau (in pago Pernaffa) in der Grafschaft des Eberhard und die andere im Dorf Muffendorf im Bonngau, in der Grafschaft eines anderen Eberhard, sowie zwei weitere Kirchen, die zu jenen Kirchen gehören, empfangen hat, und daß er dagegen dem Stift (ad supra memoratum locum) sein Eigentum im vorgen. Dorf Breidenbach und im Dorf Gladenbach mit 42 Hörigen beiderlei Geschlechts geschenkt hat; doch behält er sich den Besitz auf Lebenszeit vor.

Unterschrift des Kanzlers Salomon

Data 16. Kalendas Juni 913, indictione 1, im 2. Jahr König Konrads (1) — Actum apud Triburias.“

– Struck, W. H.: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte, Bd. 2

Das der hl. Walpurgis geweihte Kollegiatstift in Weilburg hat König Konrad I. 912 gegründet. Nach den Konradinern ging das Weilburger Gebiet an den Bischof von Worms über, der es im 10. Jahrhundert als Reichslehen besaß. Wormser Vogte für das Stift Weilburg waren zunächst die Grafen Werner und nach 1124 die Grafen von Nassau, die unter König Adolf Grundbesitz als Eigentum erwarben.

Die nächste Nennung des Ortes Breidenbach ist als „Breidenbac“ aus dem Jahre 1103 überliefert, als die Pfarrei Eisenhausen von Breidenbach abgetrennt wurde. 1233 heißt er Breitenbach, 1256 Bredenbac und 1433 Breydenbach.

1232 wird Breidenbach zweimal in einem Bericht Konrads von Marburg über die Wunder der Landgräfin Elisabeth von Thüringen für Rom vor ihrer Heiligsprechung erwähnt.

Seit Jahrhunderten hebt sich Breidenbach aus einer Vielzahl von Dörfern im Grund Breidenbach als Hauptdorf heraus. Es gehört zu den Orten mit überwiegend geschlossener Siedlungsform, die allmählich zu einer stadtähnlichen Dorfanlage ausgebaut wurden. Noch im 19. Jahrhundert reihten sich die Gassen mit ihren Wohnhäusern und Werkstätten um die zentral gelegene alte Kirche mit dem früheren Gerichtsplatz, dem Kirchhof, dem Amtshaus, der Schule und dem Brunnen.

Nach 1880 erweiterte sich der Ortsring. Neubauten entstanden an der „unteren Bach“, die nur einstöckig gebaut wurden, und seit 1920 an den Straßen nach Niederdieten und Wolzhausen; dann wurde die Gartenstraße bebaut.

Literatur